Donnerstag, 14. Januar 2021

Great Women #246: Else Ury

 Ich selbst habe ihre Bücher nie gelesen, aber quer durch die Generationen wurde mir immer wieder von ihnen vorgeschwärmt. Die Autorin wurde von Millionen in unserem Land damals verehrt. Doch all das bewahrte sie nicht vor dem Rassenwahn der Nazis. Else Ury, die Schöpferin der "Nesthäkchen"- Bücher, war nämlich Jüdin, was bis in die 1990er Jahre völlig ausgeblendet wurde. Gestern vor 78 Jahren wurde sie in Auschwitz ermordet.


"Das Menschenherz ist wie das Erdreich, 
oft hart und spröde. 
Man muß darin den Samen der Liebe säen, 
sie mit Geduld hegen und pflegen wie jede andere Pflanze, 
daß sie dort Wurzeln schlägt und gedeiht." 
aus: "Professors Zwillinge in der Waldschule"

Johana Else Ury kommt am 1. November 1877 als erste Tochter von Franziska Schlesinger und Emil Ury, dem Besitzer der Tabakfabrik Jacob Doussin & Co, in Berlin zur Welt. Sie wächst in sicheren und geordneten Verhältnissen in einer komfortablen bürgerlichen Wohnung in Berlin-Mitte in der Heiliggeiststraße gegenüber der Tabakfabrik jenseits der Spandauer Straße auf,  mit zwei Brüdern, Ludwig und Hans, und der vier Jahre jüngeren Schwester Käthe. Die Mutter, zwölf Jahre jünger als der Vater und eine typische Vertreterin des deutschen Bildungsbürgertums, die eine höhere Mädchenschule besucht hat, pflegt nicht nur den Haushalt, sondern auch die Liebe zu Literatur und Kunst, die sie an ihre vier Kinder weitergibt. Emils Vater, der Kleiderhändler Levin Elias Ury, ist 1828 aus Tangermünde nach Berlin gekommen, hat dort als Jude das Stadtbürgerrecht vom preußischen König erhalten und ist seinerzeit Vorsteher der großen jüdischen Gemeinde in der Heidereuter Gasse in Berlin gewesen. 

Die Urys als assimilierte Juden begreifen sich von daher als patriotische Deutsche, dem Bürgertum wie der Politik der wilhelminischen Ära verbunden, was man auch mit nationalkonservativ etikettieren kann. Die Familie ist nicht im strengen Sinne religiös, begeht aber die jüdischen Festtage und beachtet die Traditionen. Der Vater gehört der eher orthodox ausgerichteten Synagogegemeinde an, die einst sein Vater geleitet hat, und entrichtet regelmäßig seinen Obolus an diese Gemeinde. Auch Else besucht an hohen Feiertagen diese Synagoge. Dennoch werden auch christliche Feiertage wie Weihnachten und Ostern, allerdings als Kinderfeste, zelebriert. 

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass den Urys ihre jüdische wie deutsche Identität gleich wichtig gewesen ist. Den nach der Reichsgründung virulent werdenden Antisemitismus nehmen sie nicht wahr, sind sie doch mit ihrer familiären Privatheit zufrieden. In Elses späteren Büchern wird diese Grundstimmung ihrer Kindheit eine wichtige Rolle spielen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass das Mädchen wie die meisten jüdischen Kinder die schmerzliche Erfahrung gemacht hat, zu einer nicht wohlgelittenen Minderheit zu gehören.

Im Oktober 1884 wird Else in die Königliche Luisenschule, ein sogenanntes Lyzeum und die einzige höherer Töchterschule Berlins in der Ziegelstraße, eingeschult und erlebt eine Atmosphäre, die in ihr späteres Schreiben einfließen wird: Die Mädchen in ihren späteren Büchern dürfen die gleichen Dinge tun wie die Brüder - damals noch eher unüblich - sie dürfen davon träumen, Ärztinnen oder Lehrerinnen zu werden. 
1900

1894 ist mit der Schule Schluss, denn damals ist die zehnte Klasse die letztmögliche Schulklasse für Mädchen, Gymnasien gibt es für diese nicht. Danach ergreift Else allerdings keinen Beruf, sondern lebt weiter bei ihren Eltern wie viele höhere Töchter im Wartestand auf eine angemessene Eheschließung, lernt die bürgerliche Haushaltsführung und wird "in die Gesellschaft eingeführt".

Doch Else wird nicht heiraten: "Ihre Bücher geben keine Erklärung für dieses Ausbrechen aus dem konventionellen  Muster", schreibt Marianne Brentzel in ihrem zweiten Buch "Mir kann doch nichts geschehen" über die Schriftstellerin. Nur vereinzelt kommt in Elses späteren Büchern eine unverheiratete Frau vor, als ob das kein erstrebenswertes Lebensziel für sie gewesen sei. Ehelosigkeit ist um die damalige Jahrhundertwende allerdings ein Massenphänomen, besonders unter den jüdischen Bürgern, unter denen junge Männer in der Minderzahl gewesen sind. Entgegen ihres eigenen Standes entwickelt sich Else Ury in ihren schriftstellerischen Werken zur "Propagandistin der glücklichen Ehe", als sie um 1900 diese ihre  Karriere in Angriff nimmt. Zunächst sind es kleine Geschichten für die Sonntagsbeilage der "Vossischen Zeitung".

1905 ziehen die Urys in die Kantstraße 30 in der Nähe des Savignyplatz in eine Siebenzimmerwohnung im 2. Stock, wo sie bis 1932 bleiben werden. Sie bietet Platz für die Arztpraxis des Bruders Hans ( später werden sie noch eine Wohnung am Kaiserdamm 24 beziehen, damit auch Platz für die Anwaltskanzlei von Bruder Ludwig ist ). Else führt dort den Haushalt mit Sparsamkeit und voller Pflichtbewusstsein, und erst nach der Erfüllung ihrer häuslichen Aufgaben erlaubt sie sich das Schreiben. Ihre eigene Leistung als Schriftstellerin bewertet sie übrigens nicht besonders hoch. 

Dies ist auch das Jahr, in dem ihr erstes Buch im Globus Verlag Berlin herauskommt: "Was das Sonntagskind erlauscht", eine Sammlung von 38 märchenhaften Geschichten mit deutlich christlichen Motiven, die vor der Zweitauflage 1927 schon fünfundfünfzigtausendmal verkauft worden sind.

1906 folgt das zweite Buch "Studierte Mädel", welches im Unterschied zu Elses anderen Werken die Botschaft von der Vereinbarkeit von Ehe und ( akademischem ) Beruf verkündet - umso bemerkenswerter, als erst zwei Jahre später in Deutschland Frauen an den Universitäten zugelassen werden. Dem Buch fehlen allerdings frauenrechtliche Forderungen und eine klare Stellungnahme zu gesellschaftlichen Missständen jener Zeit, um es als emanzipatorisches Werk anzusehen. Es macht Else allerdings in der Öffentlichkeit bekannt, wird auch von erwachsenen Frauen gelesen und noch 1929 in der 26. Auflage in einer Neufassung  ( "Studierte Mädel von heute" ) erscheinen.

Ein jüdisches Thema hat Else nur einmal in einer Erzählung behandelt, in "Im Trödelkeller" von 1908.  Dort beschreibt sie die Abkehr von jüdischen Werten über zwei Generationen hinweg als Niedergang und Unglück einer Familie. An ihren Beschreibungen kann man ablesen, dass Else selbst in ihrer Familie noch jüdische Traditionen kennengelernt hat.

In der Wohnung in der Kantstraße, im hinteren Erkerzimmer, das Elses Arbeits- und Wohnzimmer beherbergt, werden im Laufe der Jahre die berühmtesten Werke dieser Autorin, die "Nesthäkchen" - Bücher entstehen. Jeder Band dieser Reihe wird eine Auflage von 200.000 bis 300.000 Exemplaren erreichen. Das Haus vermittelt heute noch etwas von der bürgerlichen Behaglichkeit, die auch die Atmosphäre in der Buchreihe bestimmt und die so gar nichts gemein hat mit dem eher freigeistigen Milieu am nahen Kurfürstendamm und der dort später verkehrenden literarischen Avantgarde. Mit der will Else Ury so gar nicht gemein werden, obwohl sie entsprechend gebildet und an literarischen Neuerscheinungen interessiert ist.

1915
Da der Vater durch Konkurs die Tabakfabrik verloren, und die Familie nur noch von den Zinsen eines Wertpapierepakets leben muss, tragen die Honorare Elses erheblich zum gleichbleibenden Lebensstandard der Familie bei. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges steuert sie Märchen, Erzählungen & Fortsetzungsgeschichten zu etlichen Zeitschriften bei, darunter "Baumeisters Rangen", für die die Familie der mit dem Baurat Heymann in Breslau verheirateten Schwester Käthe das Vorbild abgeben. "Alle Geschichten propagieren humorvoll die erstrebenswerten Tugenden kleiner Mädchen", so Marianne Brentzel. 1913 ist Else Ury übrigens die einzige Frau, die mit einem Titel unter den empfohlenen Büchern der Jugendschriftenwarte, vergleichbar der Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises, auftaucht. 

Mit dem Schreiben der Nesthäkchen - Bände beginnt sie, so heutige Erkenntnisse, schon 1912/13 und die ersten Ausgaben erscheinen wohl auch schon vor Kriegsausbruch, von dem die Urys in der Sommerfrische in Johannesbad in Böhmen erfahren. In ihrem Band "Nesthäkchen und der Weltkrieg", der vierte der zehn Bände umfassenden Reihespiegeln sich ihre Erfahrungen & ihre Einstellung zu diesem einscheidenden Ereignis. Viele Alltagsszenen in den ersten Kriegsjahren bis 1916 werden im Buch aufgegriffen:

Die Schule Annemaries, des inzwischen elf Jahre alten Nesthäkchens, "wird zum Lazarett umgewandelt, die Großmutter kommt mit den Lebensmittelkarten nicht zurecht, vor den Milchgeschäften bilden sich lange Schlangen, die „Butterpolonaisen“, und in allen Männerberufen sind nun Frauen unterwegs: Als Schaffnerinnen in der „Elektrischen“, als „Autoführerinnen“, sogar in der Müllabfuhr arbeiten nun Frauen. Annemarie hisst bei jeder Siegesmeldung die Fahnen auf dem Balkon, beteiligt sich an einer Kleidersammlung für die „Feldgrauen“ und besucht eine arme Familie in einer Mietskaserne." ( Quelle hier )

Neutral bleibt die Autorin bei ihrer Schilderung keinesfalls, sie feiert einen "glänzenden Sieg" nach dem nächsten mit viel Tamtam, Fahnen und Hurra. In der Beschreibung des schulischen Lebens spielt der "Dienst an der Heimatfront" die tragende Rolle. Und ein von Else erwähntes Aufsatzthema lautet: "Welche Opfer fordert der Krieg von uns Kindern?" Die "vaterländische Inbrunst" wird "nur selten ironisch gebrochen", so Annette Prosinger an oben genannter Stelle. Anders als die meisten anderen Bände der Serie ist die Geschichte vom Weltkrieg hochpolitisch und in keiner Weise das, was oft Else Urys Büchern angelastet wird: Die Darstellung einer "heile Welt". Da verwundert es dann nicht, dass das Buch lange nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr veröffentlicht worden ist. Erst 2014 kommt eine Neuausgabe des Buches mit einem Vorwort von Else Urys Biographin Marianne Brentzel heraus.

Die geht auch davon aus, dass Else selbst beseelt gewesen ist von dem Durchhaltevermögen, das sie beschreibt, und von Hungerunruhen und Streiks nicht beunruhigt werden will. Damit kann sie sich ja in Übereinstimmung fühlen mit vielen hochgebildeten Mitbürgern in den Kreisen der Kultur, die den deutschen Kaiser als "Schirmherrn des Friedens" feiern. Sozialdemokraten und Frauenverbände stimmen in diesen Chor mit ein. Die imperialistischen Ziele durchschaut Else ebenso wie diese nicht.

Als im November 1918 die erste bürgerliche Republik auf deutschem Boden ausgerufen wird, versteht auch die Familie Ury die Welt nicht mehr und zieht sich aufs Familiäre zurück, ins biedermeierlich Idyll als Raum der Muße und Geborgenheit. 1918 wird immerhin ein neuer Neffe, Klaus Heymann, geboren. Zu Beginn des Jahres 1920 stirbt dann aber Elses Vater, und die Mutter wird durch einen Schlaganfall pflegebedürftig. 

Das "Fräulein Ury" übernimmt auch diese Aufgabe und schreibt dennoch weiterhin die zweihundert Druckseiten eines jeden Bandes in ihrer säuberlichen Handschrift und unter Beherrschung der Ortografie - auf sie ist einfach Verlass! 1919 ist schon der fünfte Band ( "Nesthäkchens Backfischzeit" ) herausgekommen, in dem die Jugendzeit Annemaries bis zum Abitur Thema ist, der nächste Band 1921 ( "Nesthäkchen fliegt aus dem Nest" ) dann begleitet Annemarie zum Studium mit der ersten Liebe bis zur Heirat. 

Damit will die Autorin selbst es eigentlich mit ihrer Serie bewenden lassen. Doch sie hat die Rechnung ohne ihre Leserinnen gemacht. Und so muss sie einen ganz schönen Salto hinlegen, genau genommen in der Zukunft weiterschreiben, denn der nächste Band "Nesthäkchen und ihre Küken", 1923 veröffentlicht, spielt um Annemaries siebten Hochzeitstag, den sie genau genommen erst 1930 würde feiern können. "Nesthäkchens Jüngste" , "Nesthäkchen und ihre Enkel" ( beide 1924 ) und "Nesthäkchen im weißen Haar" (1925 ), in dem von der ca. 70jährigen Annemarie erzählt wird, komplettieren die Reihe. Mit Hilfe ihrer Cousine  bringt sie das Projekt zu Ende. Die Reihe wird ins Französische, Niederländische und Norwegische übersetzt. ( Eine englische Übersetzung wird es erst in den 1990er Jahren geben.  Die Inhalte der zehn Bände sind bei Wikipedia nachzulesen, die Originaltexte beim Projekt Gutenberg. )

Else Ury bleibt auch nach den "Nesthäkchen"- Büchern eine Erfolgsschriftstellerin, die trotz Inflation und Neuerung keine Not leiden muss. Die politischen Ereignisse - Elses Bruder Hans ist beispielsweise tief erschüttert von der Ermordung Walter Rathenaus im Juni 1922 und weist darauf hin, dass Juden immer wieder Opfer solcher Attentate sind - blendet sie aus bzw. widerspricht und verweist seine Befürchtungen ins Land der Alpträume. So etwas sei angesichts der Kultur und Bildung in Deutschland einfach undenkbar.  

Else ist in jener Zeit sogar in der Lage, ihren Traum von einem eigenen Ferienhaus in Krummhübel ( heute Karpacz ) im Riesengebirge voranzutreiben. Mit Hilfe ihres Schwagers, des Baurats Heymann, plant sie den Umbau der Pension "Haus Emden", die sie 1926 von ihrem selbst verdienten Geld kaufen kann. 

"Haus Nesthäkchen"

"Else Ury wurde in diesen Jahren eine geachtete und beliebte Person des öffentlichen Lebens. Die Presse feierte ihre Geschichten, die begeisterten Leserinnen und Leser forderten unersättlich Neues. Die Breslauer Zeitung lobte Else Ury 1926 für ihre Jungmädelgeschichten und hob hervor, die kleinen Alltagsgeschichten zeigten die große Begabung der Autorin, in der Kinderseele zu lesen und den kindlichen Gedankengängen nachzugehen. Besonders werden ihr Humor (...) hervorgehoben", so Marianne Brentzel.

 

Else ist zudem eine finanziell unabhängige, wohlhabende unverheiratete Frau. Sie legt ihre Einnahmen - von 1922-33 kann man von Tantiemen in Höhe von einer Viertelmillion Reichsmark ausgehen, in manchem Jahr von 80. 000 Reichsmark Jahreseinkommen - geschäftstüchtig in Wertpapierenkonten an, kauft Staatspapiere und achtet auf Zukunftssicherheit.

Als sie im November 1927 fünfzig Jahre alt wird, arbeitet sie schon längst ( seit 1923) an einer neuen Reihe über ein Zwillingspärchen, dessen Vater Professor ist. Im dritten Band "Professors Zwillinge in Italien", der in diesem Jahr erscheint, bekommt der Vater einen wissenschaftlichen Auftrag an einer Sternwarte in Neapel erhält, wohin die Familie zieht. In welchem Zusammenhang die eigene Italienreise mit Bruder Hans mit diesem Buch steht, ist allerdings ungeklärt. 

Im Garten ihres Hauses (1928)

Der Verlag der Nesthäkchen - Bücher richtet eine "Nesthäkchen - Post" ein, an die die kleinen Leser*innen ihre Fragen richten können. Einmal im Monat beantwortet Else die Briefe. In Krummhübel bewirtet sie ihre Verehrer*innen schon einmal im Garten mit Kuchen und Schokolade. Ein Buch - "Für meine Nesthäkchenkinder" - basiert auf diesen Kontakten.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ist Elses Erfolg allerdings schlagartig vorbei. Sie, die bis dahin fast jedes Jahr ein neues Buch veröffentlicht hat, muss mit dem Schreiben bald aufhören. Nach dem Reichstagsbrand bringt sie noch "Jugend voraus" heraus, in dem sie Hitler zum Helden erklärt und hofft, "die aufbauwilligen Deutschen ... schlössen sich unter der Führung des Reichskanzlers Hitler" zusammen. Es ist nie geklärt worden, was sie bewogen hat, sich so anzubiedern. Für den Kritiker Alfred Kerr, der ins Exil gegangen ist, ist sie eine Verräterin.

Die unversöhnliche Härte der Nazis hat sich Else Ury scheinbar nicht vorstellen können: Ihre Bücher dürfen nun auch nicht mehr verlegt werden. 1935 wird sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, weil sie keinen "Ariernachweis" erbringen kann, was einem Schreibverbot gleich kommt. Ein Versuch, ihre Bücher in England herauszubringen, scheitert. Der Nationalsozialistische Lehrerbund, der eine Säuberung des Altbestandes der Schülerbüchereien vornimmt, entfernt auch ihre Bücher wie all diejenigen der "Verfasser jüdischer Abstammung". In den Privathaushalten bleiben sie jedoch oft erhalten und eine weitere Generation von Kindern wächst mit ihnen auf.

Auch die Arbeitsmöglichkeiten ihrer Brüder als Arzt bzw. Rechtsanwalt, werden immer mehr eingeschränkt. Ihre Nichte Ilse Heymann emigriert im Herbst 1935 als Erste nach Palästina, ihr Lieblingsneffe Klaus Heymann, der jüngste Sohn ihrer Schwester Käthe, geht 1936 nach seinem Abitur ins Exil nach London. Der Bruder Hans, ein sensibler Mann, der unter Depressionen gelitten hat und der bereits Ende der zwanziger Jahre vorgeschlagen hat, mit der gesamten Familie in die Schweiz zu ziehen, wählt 1937 den Freitod. 

Die anderen Geschwister werden nach dem Novemberpogrom 1938 von ihren Kindern ins Ausland geholt, Dr. Ludwig Ury nach London, Käthe Heymann mit Ehemann Hugo 1939 nach Amsterdam ( von dort werden sie später über Bergen - Belsen und Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und ermordet werden ). Else, die 1938 ein paar Wochen bei ihrem Neffen in London verbringt, kann höchstens als Illegale bleiben, denn die britische Regierung nimmt nur jüdische Emigranten auf, die einen Verwandten ersten Grades im Land haben und für deren Auskommen Garantien abgeben werden. Für sie ist aber auch eine unvorstellbare Situation, die 91jährige Mutter Franziska im Stich zu lassen.

1939 muss sie mit ihrer Mutter und deren Pflegerin Lina aus ihrer schönen Wohnung im großbürgerlichen Charlottenburg ausziehen und in einem sogenannten "Judenhaus" in Alt-Moabit, Solingerstraße 10, unterkommen. Lina kann alsbald mit einer entsprechenden Erlaubnis in die Niederlande ausreisen. 1940 stirbt die Mutter. Else, wegen ihr geblieben, ist jetzt allein, kann nicht mehr über ihr Vermögen und ihr Ferienhaus, das 1941 beschlagnahmt wird, verfügen. Ihre Staatsangehörigkeit wird ihr entzogen. Aus Deutschland gibt es für sie kein Entkommen mehr. 

Fast drei Jahre lebt die mittlerweile über 60jährige noch in den beengten Verhältnissen mit weiteren vierzig anderen jüdischen Mitbürgern im "Judenhaus", kann deren Entrechtung mitverfolgen bzw. erlebt sie selber  - sie muss zum Beispiel auch den Zweitnamen Sara annehmen -  und schließlich den Beginn der Massenmorde. 

"Bekannt ist nur, dass sie im September 1942 mit Johanna Else Sara Ury ihr Testament unterschrieb und es beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hinterlegte. Sie plante und regelte bis zuletzt alles, wie sie es ihr ganzes Leben getan hatte. Als Alleinerben setzte sie ihren Neffen Klaus Heymann ein. Im wesentlichen vererbte sie Dinge, die längst ihrer Verfügungsgewalt entzogen, enteignet, geraubt und verboten worden waren, auch 'Honorare für Neuauflagen oder Übersetzungen meiner Bücher in andere Sprachen, soweit solche in Zukunft noch fällig werden' ", so Marianne Brentzel an dieser Stelle.

65 Jahre ist  Else Ury, als sie am 6. Januar 1943 den Bescheid erhält, sich in der Deportationssammelstelle Große Hamburger Straße 26 einzufinden, um auf den "Abwanderungstransport" zu warten. Sie wird gewusst haben, warum sie wie ihre Leidensgenossen einen Koffer, auf den sie Namen und Adresse schreibt, packen muss. Am 11. Januar zeichnet sie die Zustellungsurkunde des "Ober-Gerichtsvollziehers in Berlin-Tempelhof" für eine "Verfügung" ab, in der ihr mitgeteilt wird, aufgrund welcher Gesetze und Erlasse ihr "volks- und staatsfeindliches Vermögen" ( "Reichsfeindin Else Sara Ury" ) "zugunsten des Deutschen Reiches" eingezogen werden wird. Am 12. Januar besteigt Else Ury mit tausendeinhundert anderen Berliner Juden die Viehwaggons des 26. "Osttransports" nach Auschwitz - Birkenau.

Direkt nach ihrer Ankunft dort am 13. Januar 1943 wird die beliebte Jugendschriftstellerin wie weitere 872 Deportierte dieses Zuges sofort in die Gaskammern geschickt. Nicht einmal registriert werden sie, sondern sofort ermordet. Lediglich 127 Männer werden zur Zwangsarbeit aussortiert. 

Währenddessen klammern sich in den Bombennächten in den deutschen Städten Kinder an ihre "Nesthäkchen" -Bücher, packen sie mitunter unter die wenigen Gegenstände, die sie in ihrem Gepäck mitnehmen können, wenn sie aufs Land verschickt oder mit ihren Familien schließlich zur Flucht gezwungen werden. Als diese Kinder zu Müttern und Großmüttern werden, reichen sie die so geretteten Bücher an die nächste Generation weiter...

Jahrzehnte später, genauer gesagt 1994, bemerkt eine Gruppe von Berliner Schülerinnen auf einer Klassenfahrt zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz einen Koffer unter all den anderen in der Ausstellung. Was auffällt, ist das dicke, weiße "U" ihres Nachnamens, das sorgfältig auf den braunen Lederkoffer gemalt worden ist, und die Mädchen wissen sofort, wer hinter dem Namen steckt: Die Autorin der "Nesthäkchen"-Bücher! 

Die Schülerinnen überprüfen Namen und Adresse auf dem Koffer mit den Abschiebelisten und stellen fest, dass es DIE Else Ury ist, die am 13. Januar 1943 in Auschwitz gestorben ist, was bis dato nicht bekannt gewesen ist, und sie schreiben einen Bericht über ihre Entdeckung. Ihre Lehrerin erzählt einer Berliner Zeitung davon. Und die wiederum bringt darüber einen Artikel, und plötzlich ist es eine nationale Nachricht, dass eine der beliebtesten deutschen Kinderbuchautorinnen im Holocaust getötet worden ist. 

Schon 1992 hat Marianne Brentzel "Nesthäkchen kommt ins KZ. Eine Annäherung an Else Ury." publiziert, doch jetzt greift die öffentliche Wahrnehmung die Vernichtung des Lebens von Else Ury durch die Nazis auf, die doch so deutsch und im Leben wie in ihren Werken konservativen Werten verbundenen gewesen ist. Die ganze Zeit, von den Nachkriegsjahren ab 1952 bis in die 1990er also, in der "Nesthäkchen" - Bücher stark überarbeitet und gekürzt in Westdeutschland wieder millionenfach verkauft worden sind, hat sich niemand für die Autorin interessiert. ( In der DDR bleiben die Bücher verboten.)

Weihnachten 1983 bringt das ZDF eine "Nesthäkchen"-Serie in sechs Teilen, die von fast 13 Millionen Zuschauern gesehen wird. Auch damals wird mit keinem Wort auf die Ermordung  Else Urys in Auschwitz - Birkenau hingewiesen. "Die Ausgrenzung (... ) blieb wirksam über ihren Tod hinaus", so Annette Prosinger. Erst 1997 gibt es im Haus der Wannsee-Konferenz eine Ausstellung über das Leben und Sterben der beliebtesten & bekanntesten Jugendautorin der 1920er Jahre.

Heute gibt es in Berlin eine Straße, ein S-Bahn - Bogen, der Else Urys Namen trägt, am ehemaligen Wohnhaus der Familie in Charlottenburg hängt eine Gedenktafel, am letzten Wohnort in Moabit liegt ein Stolperstein. An ihrem ehemaligen Ferienhaus, heute in Polen gelegen, prangt wieder der Schriftzug "Dom Nesthäkchen". Inzwischen trägt auch in der Glogauer Straße 13 in Berlin - Kreuzberg eine Familienbibliothek den Namen Else Urys, die an vier Tagen in der Woche Kindern, Jugendlichen, Eltern, Lehrer/innen, Erzieher/innen und anderne Interessierten offen steht. Da die Autorin kein Grab hat, erinnert ein Memoriam auf dem Grabstein der Eltern auf dem jüdischen Friedhof Weißensee an sie.

Mich hat die Geschichte der Else Ury wieder einmal sehr aufgewühlt, obwohl ich jetzt schon etliche Lebensläufe des extremen, schrecklichen 20. Jahrhunderts erfahren und aufgeschrieben habe. Und ich fühle mich mal wieder bestärkt, solche Geschichten zu erzählen, wenn frau aktuell immer wieder erfährt, dass bestimmte Ideologien erneut starken Zuspruch erfahren.






Kommentare:

  1. Auf jeden Fall total aufwühlend!
    Ich habe nie ein Buch von ihr gelesen, kannte die Bücher nur vom Namen her und die Schriftstellerin gar nicht. Große Hamburger Straße 26, diese Adresse habe ich besucht und noch heute ist es erschütternd dort zu stehen.
    Selbst in Nachhinein und mit dem grausamen Wissen um den Holocaust und die Weltkriege, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, wie das alles in Deutschland so kommen konnte.
    (Aber erleben wir derzeit nicht auch einiges bisher Unvorstellbares, wenn auch - noch? - nicht wirklich vergleichbar...? )
    Dass eine so brave, angepasste Schriftstellerin auf einmal gefährlich ist und verboten wird und verschleppt und vergast - wie krass ist das denn? Und dass dies nie bekannt wird und Schülerinnen Jahrzehnte später sie an diesem Unort identifizieren, was ist das für eine Volte des Schicksals und was sagt das über unsere Kultur aus und den Umgang mit - jüdischen - Literatinnen?
    Also, dieses Portrait heute hat mich in vielerlei Hinsicht sehr aufgewühlt.
    Danke dafür sagt Sieglinde

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  2. Vor einigen Jahren las ich bereits vom Schicksal Else Urys. Mir geht es wie Dir, ihr Lebenslauf wühlt einen auf. Vorallem dass erst so spät darüber bekannt und öffentlich gemacht wurde.
    Meine Mutter kannte die Bücher und hatte mir davon als Kind erzählt.
    Danke fürs Erinnern.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Liebe Astrid, ich kannte den Buchtitel von Marianne Brentzel bereits...aber nie gelesen, so wie ich auch Urys Bücher nicht kenne. Sie gingen natürlich auch in der DDR als gehütete Erbstücke unter der Hand rum. Wehe, wer damit in der Schule erwischt wurde, das galt als Schund-und Schmutzliteratur!
    Nun ja, meine Mutter sah das ähnlich und wachte mit Argusaugen... und ich selbst hatte andre Schundliteratur im Visir, Nesthäckchen gehörte einfach nie dazu, entsprach nicht meinem Weltbild und Rollenverständnis. Langweilte mich einfach(hattes mal mit "Goldköpfchen" versucht)
    Schlimm, dieses Verschweigen und: danke fürs Porträt.
    Herzlichst
    Mascha

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  4. Vielen Dank für das Portrait. Ich hab alle Nesthäkchenbücher vor paar Jahren auf dem Kindle gelesen. Ich fand die recht gut. Befremdlich fand ich, dass die äußeren Umstände des Nesthäkchens bis ins hohe Alter gleich blieben, obwohl ein Nachrechnen ergeben hat, dass der letzte Band etwa in den 70ern hätte spielen müssen. Aber das liegt einfach daran, dass Else Ury nicht in die Zukunft schauen konnte. Zu der Zeit, wo sie die Bücher geschrieben hat, war es eben so.
    Über die Autorin wusste ich nix. Traurig, dass sie im KZ getötet wurde. Überhaupt schlimm, dass es sowas geben musste. Beten wir dafür, dass die Menschen endlich aufwachen und erkennen, dass rechtes Gedankengut niemals gut ist. Und dass sich sowas nie wiederholt.
    LG von TAC

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  5. Liebe Astrid, vielen lieben Dank für Ihre so wichtige und wertvolle Arbeit und dem bekannt machen dieser Frauenschicksale.... Es hat mich heute wieder sehr berührt. Als Buchhändlerin waren mir natürlich die Bücher bekannt, aber nicht das Schicksal der Autorin. Vielen Dank für die Aufklärung und das Wachrütteln. Wieder Mal eine starke great Woman. Viele Grüße aus Hessen Karin

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  6. Nesthäkchen .. klar ;)
    aber ich habe sie nie als Jüdin angesehen
    ich dachte sie wäre Schweizerin.. wohl wegen dem Nahmen ;)
    ob ich die Bücher hatte weiß ich nicht..oder ob ich sie meinen Kindern gekauft hatte
    sie dürften damals zu teuer für mich gewesen sein
    (ich kaufte meine Bücher vom mageren Taschengeld und was ich sonst so ergattern konnte.. meist für 99 Pfennige oder die etwas dickeren für 1,99 DM ) meine Eltern kauften mir keine Bücher
    Professors Zwillinge hatte ich auch für meine Kinder gehabt

    erschütternd ihr Schicksal
    ja es war die Tragik vieler gebildeter und fest im Deutschtum verankerten Juden dass sie an so etwas einfach nicht glauben wollten
    das hat viele das Leben gekostet die sich hätten retten können

    danke für die Vorstellung dieser Schriftstellerin

    Liebe Grüße
    Rosi

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  7. Ja bitte, unbedingt weitererzählen. Ich hatte vor ein paar Jahren auch erst mehr über Else Ury erfahren. Die Nesthäkchengeschichten fand ich immer schrecklich bieder. Es ist so absurd, dass ausgerechnet sie solch ein Schicksal erfahren hat. Immer tauchen die Ausgrenzer und Hetzer wieder auf, nicht nur bei uns. Ich habe ein paar alte Ausgaben von ihren Büchern, weil ich finde, die gehören auch zur Kulturgeschichte.
    LG
    Magdalena

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  8. Was habe ich ihre Bücher geliebt. Im Gegensatz zu Dir liebe Astrid, habe ich Nesthäkchen, noch die alten Bücher meiner Mama, und Professors Zwillinge verschlungen.
    Ich habe sie noch alle hier im Bücherschrank stehen.
    Vor ein paar Jahren haben wir die Synagoge in Berlin besucht und auch dort gab es eine kleine Ausstellung über Else Ury und ein sehr interessantes Buch über sie. Leider komme ich gerade nicht auf den Titel, denn alle Bücher liegen im Moment in Umzugskartons, da ja hier renoviert wird.
    Erst damals habe ich begriffen, dass Ury eine Jüdin war, vorher wusste ich das auch nicht. Dieses Buch beschreibt ihr Leben sehr ausführlich.
    Danke Dir für dieses wunderbaren Post über eine Frau, die mir mit ihren Büchern ein großes Lesevergnügen geschenkt hat.
    Ganz lieben Gruß
    Nicole

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  9. von Helga:

    Liebe Astrid,

    beschämend daß es das überhaupt gab in Old Germany. Unfassbar! Im heutigen Geschehen fühle ich manchmal die Kriegsjahre wieder, nur etwas anders gelagert. Man bekam nichts, es gab nichts, vieles durfte man auch nicht. Es gab Stromsperre, Verdunkelung u.ä., heute sind es die Masken und andere Verbote. Nur bekommen könnte man im Gegensatz zu damals alles, nur die Türen sind versperrt.
    Aber wir sind ja mit dem Nesthäkchen beschäftigt. Meine Großmutter ist etwa so alt wie Else Ury, 1874 geboren, mir als resolute Frau bekannt, die absoluten Anstand und Gehorsam forderte, während der Großvater schon eher die Züge eines gemütlichen, dickbäuchigen Opas ausstrahlte. Ich erlebte sie bis ich 4 jährig war und ging nicht gerne in diese humorlose Wohnung, wo es rein gar nix für Kinder gab. Gut, es war Krieg 1943 und sie hatte ja auch ihre beiden Söhne, den Erstgeborenen 1918 im ersten Weltkrieg und den zweiten, meinen Vater 1942 in Rußland verloren. Somit war ihr Leben gelaufen, 1943 starb sie 69 jährig. Auch 1943 starb ihr Mann.
    Für meine Mama selbst Kriegerswitwe mit zwei Kinder im Kriegswirrwarr stehend, war nur das Überleben maßgebend. Somit war es ihr nur möglich mich mit, nachdem ich 1945 zur Schule kam und nun lesen konnte, mit Magda Trotts Pucki Büchern auszustatten. Alle Bände, einer nach dem anderen von Mama angeschafft, besitze ich noch und sie haben ihren Logenplatz im Buchregal. Goldköpfchen, hatte ich einen Band mehr ging nicht und das Nesthäkchen hatte mit Juden zu tun, das wollte man wohl nicht.
    So danke ich Dir herzlich daß Du uns wieder von einer Frau erzählt hast, für die sich die Welt kaum interessierte. Die Schicksale dahinter sind mehr als grausam.

    Herzlich Grüße in den Abend von Helga

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  10. danke, liebe Astrid, für immer wieder interessante Frauenbilder, von denen ich z. T. noch nicht gehört habe. Besonders in diesen Zeiten wühlt mich so ein Beitrag, wie der über Else Ury, auf. Ich freue mich auf weitere Beiträge und wünsche Dir eine gute Zeit, herzlichen Gruß, Theresa

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  11. Hallo Astrid,
    Danke für deine Ausführungen zum "Nesthäkchen" den Film hab ich gern gesehen.
    Das tragische Schicksal der Else Ury hätte eigentlich im Film auch erwähnt werden müssen. Neulich kam eine Dokumentation von der Lebensgefährtin von Hans Albers
    Hansi Burg
    https://www.ardmediathek.de/daserste/video/reportage-und-dokumentation/die-liebe-des-hans-albers
    sehr sehenswert und informativ über diese schwere dunkle Zeit.
    Gruß Cornelia

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  12. die nesthäkchen bücher kenne ich nur dem namen nach. die "heldinnen" meiner kindheit hießen pucki und trotzkopf. wobei ich bei letzterem schon beim damaligen lesen wütend war, dass aus einem fröhlichen mädchen eine unterwürfige frau gemacht wurde. die figur der braven nelly war mir schon damals ein graus.
    aber zu else ury: über ihr schreckliches schicksal bin ich sehr erschüttert und wie immer bei solchen geschichten den tränen nahe. besonders auch, dass ihre ermordung in ausschwitz wieder einmal so lange zeit verschwiegen wurde. auf dem jüdischen friedhof in weißensee war ich schon oft, weil eine freundin dort mal in der nähe wohnte. sollte ich noch einmal dort hinkommen, werde ich das grabmal ihrer eltern aufsuchen und einen meiner schönsten herzsteine mitnehmen.
    danke, dass du ihre geschichte heute in den focus gestellt hast!
    liebe grüße
    mano

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  13. Liebe Astrid,
    vielen Dank für das Frauenportrait von Else Ury. Die ersten Bände las ich als 11-jährige (nach einer Mandel-OP) im Krankenhaus. Als Kind gefielen mir diese Bücher sehr.
    Das Else Ury Jüdin war wusste ich bis gestern nicht und ihr Schicksal hat mich sehr beschäftigt und aufgewühlt.Einfach unvorstellbar!
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  14. Danke dir für dieses Porträt, liebe Astrid...meine Schwester bekam von meinem Großonkel das erste Nesthäkchen-Buch aus seiner großen Bibliothek geschenkt von daher kenne ich die Autorin. Ihren Lebenslauf kannte ich noch nicht und wie gut, dass die aufmerksamen Schülerinnen sowie ihre Lehrerin zur Veröffentlichung des Schicksals von Else Ury beigetragen haben. Da hat "Frauenpower" einmal mehr eine Aufklärung bewirkt.
    Lieben Gruß, Marita

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  15. gut dass du dir die mühe machst um immer wieder neue frauenportrait hier festzuhalten ; und heute lerne ich diese autorin, Else Ury kennen. ëinige bücher wurden sogar in franz. übersetzt.
    danke dir Astrid ! bin auch immer entsetzt zu erfahren wie die menschenrechte heute noch nicht respektiert werden.
    liebe gruesse
    mo

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  16. Dank für das Portrait. Ich habe vielleicht eins der Nesthäkchenbüchher gelesen, bei der Papaoma, aber Eindruck gemacht hat es keinen. Aber ich weiss, dass sie viele der Bände da stehen hatte und meine Tante hat sie sehr gemocht. Dass so unbekannt ist, dass die Schriftstellerin in Auschwitz ermordet wurde, ist doppelt traurig finde ich. Danke fürs Erinnern- Liebgruß am Abend. Eva

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  17. Danke für die vielen interessanten Frauenportraits! Liebe Grüße, Gundula

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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