Samstag, 19. September 2020

Meine 38. Kalenderwoche 2020

"Für die Leichtfertigkeit, 
mit der wir uns in 
Schuldzuweisungen, 
Selbstbemitleidungen 
und allerlei Klagen 
aalen, 
weil es immer die anderen sind, 
die einem wehtun, 
einen verraten 
und zu ungewollten Dingen zwingen
 und wir nie das bekommen, 
was uns herrlichen Wesen zusteht 
... 
sei es grenzenlose Freiheit 
oder eine goldene Flöte, 
hat er nur ein Wort: 
'Schwachsinn! Schwachsinn!'"
 Antje Rávik Strubel , an dieser Stelle


Die Themen, die uns in der letzten Woche ständig durch den Kopf gegangen sind, lagen sozusagen auf der Straße...

















... oder hingen an den Bäumen. Zumindest für Köln gibt es seit der Wahl am Sonntag da einen eindeutigen politischen Auftrag.






















Und was den dritten Gedankenstrang anbelangt, der das Kopfkarussell am Laufen hält, die Bloggerwelt betreffend ... 


... hat ein Päckchen aus dem hohen Norden zur Beruhigung & Zuversicht beigetragen. Dieser schöne Teller mit der so wahren Aussage schmückt jetzt meine Küche. Ich sage dir, liebe Frau Jule,

Seit zweiunddreißig Wochen waren wir nicht mehr in der Kölner Philharmonie ( der Herr K. sogar überhaupt nicht mehr in der Innenstadt ) - da war das erste Abonnementskonzert schon ein wichtiges Ereignis. War auch alles gut organisiert und Publikum wie Orchester "abgespeckt". Und auch wir kamen mit allen Neuerungen  gut klar.

Unser Generalmusikdirektor war sichtlich froh, das Publikum applaudierte enthusiastisch und die Musik war spannend unter dem Begriff "Zwielicht" ausgewählt und zusammen gestellt ( Richard Strauß "Serenade für 13 Blasinstrumente Es-Dur" & Karl Amadeus Hartmann "Concerto funebre für Violine und Streichorchester" ) und gefällig & barock ( Mozarts 34. "Sinfonie C-Dur KV 338",  die letzte in Salzburg komponierte ). Da es momentan keine Pausen gibt, waren wir schon um Viertel vor zehn zu Hause und gönnten uns dort noch ein Weißbier. Immerhin waren es noch 23°C.

Es war eine sonnige Woche ohne Niederschlag, was herbstliche Veränderungen flotter in Gang gesetzt hat als sonst unter gemäßigteren Bedingungen.

Immerhin frischte Wind die Luft auf, so dass ich wieder ein mein übliches "Schnell-Schnell" verfallen bin - diese Parole an der Hauswand habe ich mir für den Rest des Freitags zu Herzen genommen....

... und bin nach der Vierteljahresuntersuchung beim Arzt des Herrn K. mit ihm auf einen Kapuziner aufs Plätzchen gegangen. Beim Heimkehren die erste Nachricht im Radio: kein Karneval! 😩😩😩 




Rezepte der Woche: der erste Nudeleintopf mit Rosenkohl

Lektüre der Woche: ja ja, ich weiß, es langweilt: ein Buch über eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen, von denen ich eine im Oktober vorstellen werde. Dann noch in das jüngste Buch des in seiner Kölner Zeit bewunderten Schauspielers Joachim Meyerhoff "Hamster im hinteren Stromgebiet" hinein geschnuppert, mit dem er sich nach einem Schlaganfall zurück ins Leben geschrieben  hat - vielversprechend und passend für mich. Auch nur angefangen: Thomas Hettches Roman über die Augsburger Puppenkiste - "Herzfaden". Ob mir das Buch den Zauber der eigenen Kindheit wiederbringen wird, kann ich noch nicht sagen. Und abschließend noch diesen lesenswerten Beitrag einer "Frau aus dem Osten" zu den Maskenverweigerern ( ich hoffe mal wieder, das er frei zugänglich ist ), die schreibt:
"Tatsache ist: Außer mir trägt heute fast jeder brav einen Fahrradhelm. Widerspruchslos ordnet man sich diversen, die eigene Erlebniswelt beschneidenden Hierarchien und stereotypen Rollenbildern unter. Aber gegen ein dünnes Stück Stoff wird zu Felde gezogen?"
Erkenntnis der Woche: dass wirklich tief ( zu tief angesichts des Zustandes unserer Erde ) in unseren Köpfen verankert ist, dass sonniges Wetter immer gut und schön und jede andere Form schlecht ist. Dabei tötet Hitze jedes Jahr mehr Menschen als jedes andere extreme Wetter wie Sturm, Gewitter, Frost. Aber die Risiken der Hitze bei andauernder Sonneneinstrahlung werden in der bei uns üblichen Wetterberichterstattung heruntergespielt, es gibt höchstens mal 'ne Ozonwarnung. Schwüle, sonnige Tage als "schön" zu etikettieren, finde ich schon lange daneben, denn mir  bekommt  es gar nicht. Und das eigentlich dringend notwendige Regenwetter immer mit negativen Attributen zu belegen ist extrem kurzsichtig: Man muss sich mal nur die Not leidenden Bäume nach drei Jahren Trockenheit anschauen! Kein Wunder dann auch, dass so viele Mitbürger immer noch nicht die eindeutigen Signale für die Klimakrise wahrnehmen wollen und sich lieber im ewigen Sommer sonnen...

Ärgernis der Woche: die vielen Manipulationsversuche eines bestimmten Meinungsspektrums! Das Beispiel hier illustriert die krause Denkungsart. Das muss frau sich mal reinziehen, welch Braingym so manche Mitmenschen betreiben!

Wochenfreude:
  • alles rund um #forestcities #ExplosiveTrees #ExplodingTrees #AusTreeAh #waldstaedte 
  • und der Umgang von Klaas mit Internetbetrügern am Telefon auf YouTube (  fürs nächste Mal bin ich inspiriert )
Traurig macht mich, dass  gestern in Washington Ruth Bader Ginsburg ihrem Krebsleiden erlegen ist. Nun hat das Trampeltier erneut die Möglichkeit, die Rechtsprechung in den USA über Jahrzehnte konservativ zu beeinflussen, indem er einen dritten Richter seiner Weltanschauung am Obersten Gericht einsetzt. Das hat er immer als ein wichtiges politisches Projekt bezeichnet. Der Wahlkampf wird an Bitterkeit noch einmal deutlich zunehmen. In vielerlei Hinsicht ein trauriger Tag für ein Amerika, das mal ein Leuchtturm liberaldemokratischer  Werte gewesen  ist.







Verlinkt mit dem Samstagsplausch bei Andrea Karminrot, mit dem Gartenglück bei Loretta & Wolfgang und bei "Alles aus dem Herbstgarten" bei Nicole/niwibo

Kommentare:

  1. Alles toll, -außer natürlich die negativen Dinge -, aber das Tollste ist das Video.Ich brech hier weg, ich warte förmlich darauf, dass es ploppt und dann...einfach wunderbar!Danke und euch ein schönes WE! Herzlich, Sunni

    AntwortenLöschen
  2. Wie schön, wieder ein gemeinsames Musik-Event. Die Bäume (noch leben sie) haben dir auch einiges zugeflüstert. Die Fantasien des Mr. T. sind wirklich irre. Vielleicht wird er irgendwann von einem der Tolkien'schen Ents verschleppt. Das wäre toll!!
    Der "Herzfaden" liegt hier auch im Nähschrank versteckt. Aber nicht zum Vernähen, sondern zum Verschenken, da des Gatten Geburtstag naht... ;-)
    Liebe Wochenendgrüße
    Andrea
    Ja, ich sehne auch kühleres, nasseres Herbstwetter her und ernte dafür Kopfschütteln.

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Astrid .
    Eine schöne Woche . .
    Konzert ist prima
    Bin noch im KH und werde wohl erst nächste Woche
    ausführlicher antworten können
    aber ich lese mit so weit es geht ☺
    Liebe Grüße
    Von Rosi (rumpelkammer )

    AntwortenLöschen
  4. Auch wenn ich Wärme und Sonne mag, weil mir dann weniger weh tut, bevorzuge ich die Abwechslung. Spaziergänge im Nebel oder bei Regen haben etwas besonderes, zwischen Magie und rein gewaschen. Jetzt muss ich wieder an Island denken. Wenige verstehen, wieso ich mich dort freiwillig runterkühlen lassen möchte. Klar geht es mir auf die Senkel, wenn ich irgendwo in der Pampa nasse Füsse bekomme oder mir Mitte August eisiger Graupel um die Nase weht. Aber das geht vorbei und danach ... ach, ich will keine Werbung für das Land machen, sonst fahren noch mehr hin. ;-)
    Den Hinweis auf die Arbeitsmaschine nehme ich mir nun ebenso zu Herzen! Wochenende!
    Herzliche Grüße,
    Karin

    AntwortenLöschen
  5. Oh, liebe Astrid,
    wo soll man anfangen zu kommentieren? Also erstmal hat mich das Zitat neugierig gemacht. Ich habe die ehrlichen Worte von Antje Rávik Strubel mit großem Interesse gelesen. Ich trage übrigens auch keinen Fahrradhelm, denke aber hin und wieder darüber nach, ob er nicht doch sinnvoll wäre. Beim Spazierengehen heute ist mir aber aufgefallen, dass die helmlosen Radfahrer inzwischen eher eine Minderheit darstellen. - Das mit der Sonne und dem "schönen" Wetter, das wir uns immer noch wünschen, geht mir jeden Morgen durch den Kopf, wenn ich die Wettervorhersage im Radio höre. - So alles andere muss ich mir sowieso ein zweites Mal durchlesen.
    Herzliche Grüße und weiterhin ein schönes Wochenende - Elke (Mainzauber)

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Astrid,
    die Teilnahme am Konzert in der Philharmonie freut mich für euch, das ist doch ein wunderschönes Highlight in deiner Woche. Mir tut es auch immer in der Seele weh, wenn ich überall die kranken Bäume und grauen Flecke der abgestorbenen Fichten in den Waldgebieten sehe. Ich denke, unsere grünen Schattenspender haben wir bei der aggressiven Sonneneinstrahlung mehr als nötig. Den Hinweis bzgl. der Arbeitsmaschine sollte frau viel öfter beherzigen... manchmal schaffe ich es auch mich auszubremsen und zu entschleunigen.
    Einen gemütlichen Abend und schönen Sonntag - lieben Gruß, Marita

    AntwortenLöschen
  7. Wie schön, dass ihr wieder ein Konzert besuchen konntet und dein Herr K. wieder etwas Innenstadtluft schnuppern durfte. Ein Kapuziner auf dem Plätzchen hört sich auch gut an ;-).
    Die Trockenheit und der Klimawandel - es macht mir Angst! Die Bäume scheinen zu jammern.
    Der Teller ist super und passt wie ausgesucht in deine Küche!
    Liebe Grüße
    Ingrid

    AntwortenLöschen
  8. Guten Morgen liebe Astrid, wie schön, dasz es wieder Konzerte gibt!
    Ich stehe jeden Morgen auf mit der verzweifelten Feststellung: und es hat wieder nicht geregnet! Nicht einmal nachts tut es das, was es von mir aus ruhig mal eine ganze Woche tun könnte und müszte... - ich mag die Bäume derzeit nicht mehr anschauen, so traurig macht mich das und einiges von meiner Baum-Liste wird wohl bald Geschichte sein :(
    Solch krauses Zeug, was Du da verlinkt hast... nehme ich normalerweise gar nicht wahr, nach dem Mott:o Was ich nicht weisz, darüber musz ich mich auch nicht ärgern! Ist nicht wirklich relevant, so etwas.
    Allerdings ist es für mich durchaus logisch und sehr verständlich, dasz in solch langandauernder Ausnahmesituation immer mehr Menschen ausflippen, krank werden oder durchdrehen. Das Leben wie vormals wird es wohl kaum noch wieder geben können, fürchte ich. Und leider wird auch die Chance auf eine Wende im Positiven, radikal hin zu mehr Ökologie... nicht wirkllich genutzt. Das macht mich sehr traurig, diese ganze Entwicklung.
    Nun denn, trotz allem einen schönen Frühhherbstsonntag
    herzlichst
    Mascha (ohne Fahrradhelm, und dabei wirds auch bleiben)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach Mascha, ich bin einfach immer noch beseelt von der Idee, JEDEN verstehen zu müssen, dabei weiß ich es längst besser, auch, dass es verschwendete Energie ist, zumindest, wenn man viel für einem Wichtigeres braucht.- Ja, ich hoffe, der Wetterbericht ab Mitte nächster Woche hat recht und bringt uns wirklich schönstes Regenwetter. Das Üben des Regentanzes war bisher fruchtlos. Ich trauere mit dir mit.
      Drücker!

      Löschen
  9. Heute fällt mir der wunderschöne Gladiolenstrauss ins Auge, was für ein Blickfang und wenn ich dann lese welch Ohrenschmaus ihr genossen habt, dann ist doch die Welt für ein paar Stunden in Ordnung. Schön, dass ihr zwei das gemeinsam geniessen durften, das sind Früchte der Arbeit, liebe Astrid. Wie versprochen, in guten und in schlechten Zeiten!
    L G Pia

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Astrid,
    beim Video zum Internetbetrug musste ich einfach lachen, ebenso bei den Tweets zum Thema Waldstädte, besonders hat mir der mit dem 'Austrian Native Arnold' gefallen. Schön finde ich auch, dass du das Video mit der Website von YouTube verlinkt und nicht eingebettet hast, dann wird man nicht mit nervender Werbung bombardiert.
    Was das Tragen des Fahrradhelmes angeht, bei uns zu Hause im Raum Stuttgart sieht man ihn oft, während unseres Urlaubs an der Mecklenburger Seenplatte war er schon fast die Ausnahme.
    Sanke für deinen schönen Wochenrückblick, Ulrike

    AntwortenLöschen
  11. Wieder zurück vom Bodensee, bin ich fast etwas bedrückt, wenn ich daran denke, dass wir so ein schönes sonniges Wetter hatten. Natürlich war es ein Traum, aber dahinter lauert schon auch der Alp-Traum der Regenlosigkeit. Wir kennen das in Franken nur zu gut oder besser gesagt schlecht, denn wir haben viel zu wenig Regen.
    Aber Deine Woche hat auch schöne Zeiten gebracht. Musikalische Zeiten haben wieder begonnen und ich freue mich, dass Ihr dabei wart.
    Auch wenn Corona unser Leben nachhaltig verändert hat, es gibt kreative Wege für Vieles.
    Vielleicht sind ja Waldstädte einer davon. Einen Österreicher habe ich schon zuhause, aber Wald hat er leider nicht mitgebracht. Muss ich mal bei Trump nachfragen, was da schief gelaufen ist...
    Eine feine neue Woche mit viel Regen wünscht Dir Sieglinde

    AntwortenLöschen
  12. ach, der teller ist goldrichtig bei dir. defintiv!
    alles andere später. wieder wild hier...
    liebst,
    jule*

    AntwortenLöschen
  13. Schön dass ihr in der Philharmonie wart. Man merkt doch wie man es vermisst nicht wahr.
    Hier regnet es leider auch nicht. :(
    Liebe Grüße Tina

    AntwortenLöschen

Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

Und noch was: Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass der von dir geschriebene Kommentar und die personenbezogenen Daten, die damit verbunden sind (z.B. User- oder Klarname, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.