Donnerstag, 8. August 2019

Great Women # 189: Anna Stainer - Knittel

Anna Who? Jeder, der die Heimatfilme der 1950er Jahren gesehen hat, kennt diese Frau, allerdings unter einem ganz anderen Namen:
Die Filme habe ich auch gesehen, mit der Patentante am Fernseher damals... Jahrzehnte später musste ich mich von solchen Schmarren natürlich ironisch distanzieren. Und das ging nirgends besser als in der Kölner "Filmdose". Dort zog Wally Bockmayer die gefühlige Geschichte ordentlich durch den Kakao und später auch in einer abstrusen Filmversion...
... wo er alle Klischees des deutschen Heimatfilms grotesk übersteigerte. Beide Filme hatten so gar nichts gemein mit der tatsächlichen Geier-Wally. Die war nämlich als Anna Stainer - Knittel wirklich eine rundum beeindruckende Frau.

Die "Geier-Wally" kommt als Maria Anna Rosa Knittel am 28. Juli 1841 in Elbigenalp-Untergiblen im Lechtal im österreichischen Tirol zur Welt. Sie ist das zweite von vier Kindern der Bäuerin Creszenz Maria Scharf, gebürtig aus Steeg am Oberlauf des Lechs, und des Joseph Anton Knittel, eines als Hitzkopf im ganzen Tal berüchtigten Bauern, Büchsenmachers & Jägers.

Joseph Anton Koch
(1830)
Die Familie zeichnet sich durch einige künstlerische Talente aus: 

Da ist einmal der Großonkel Joseph Anton Koch, 1768 geboren und in Stuttgart als Maler umfassend ausgebildet und durchaus für damalige Verhältnisse "welterfahren", denn er ist in Straßburg & der Schweiz gewesen, bis Neapel gereist und hat in Wien und Rom gelebt. Dort hat er zu den sogenannten Nazarenern gehört und gilt bis heute als ein Pionier in der Darstellung von Gebirgslandschaften.

Josef Alois Knittel, ein Bruder des Vaters, ist Bildhauer und als solcher im Großherzogtum Baden tätig. Seine Söhne Gustav Adolf und Berthold werden ebenfalls Bildhauer, sein Patensohn Fritz Geiges Glasmaler. 

Anton Falger,
gezeichnet von Anna Steiner-Knittel
(1861)
Aus Elbigenalp gebürtig und dort seit 1831 wieder ansässig ist der Maler, Lithograph, Kupferstecher, Anthropologe, Geologe und Brauchtumsforscher Johann Anton Falger, der talentierte Kinder im Zeichnen unterrichtet.

Mit sechs Jahren geht Anna in die örtliche "Werktagsschule". Gerne karikiert sie dort ihre MitschülerInnen. Der Vater - mit ihm ­verbindet sie eine enge, aber auch stürmische Beziehung und sie leidet sehr unter seiner Unberechenbarkeit - zeigt die Zeichnungen seiner Tochter dem weitgereisten Falger. Der nimmt sie in seine Mal- und Zeichenschule auf. Während der Vater Anna in ihren Bestrebungen unterstützt, ist die Mutter der Überzeugung, dass ein Mädchen aus dem Lechtal Brot backen und spinnen lernen soll, statt die Zeit mit Dingen zu vertun, die niemals ihren ­Lebensunterhalt sichern können.

Um einen geeigneten Ausbildungsplatz für seine Tochter zu finden, nimmt der Vater sie Mitte der 1850er Jahre mit auf eine Reise durch Deutschland, Frankreich und in die Schweiz. Sie besuchen seinen Bruder Josef Alois, der als Bildhauer ja in Freiburg sein Geld verdient, betrachten in Basel die romantischen Landschaften des Großonkels Koch - doch einen Platz, wo Anna weiterstudieren könnte, finden sie erst einmal nicht.  

Zurück im Lechtal mag Anna das bäuerliche Leben noch weniger schmecken. In einer Zeit, in der Revolu­tionen die Länder des Kontinents erschüttern und technische Errungenschaften ­zunehmend die Welt verändern, scheint ihr das Leben zwischen den Bergen arg eng. Sie träumt sich nach Innsbruck, in ein Leben als freischaffende Künstlerin, und näht sich städtische Kleidung, wenn sie Geld für Stoff durch Arbeiten auf der Alm verdient hat. 

Im Frühjahr 1859 kommt ihr ein besonderer Zufall zu Hilfe: Ein elegant gekleideter Mann in Begleitung von Falger kommt mit dem Vater auf der Dorfstraße ins Gespräch. Es ist der Tiroler Maler Matthias Schmid. Alsbald nehmen die drei Männer das Mädchen "in die Mangel" und prüfen, ob sie wirklich Künstlerin werden wolle. Für Anna ist das keine Frage. Die einzig ungeklärte Frage bleibt, wie das Studium finanziert werden könnte. 

Selbstporträt um 1857
Noch in ihren Memoiren fünfzig Jahre später wird sie sich daran erinnern, dass Schmid ihr einbläute, sie müsse einen eisernen Willen an den Tag legen und hart an ihren Zeichnungen arbeiten. Im Herbst würde er dann wiederkommen, um ihre Arbeiten zu begutachten. 

Schmid hält sein Versprechen, Annas Arbeiten überzeugen, und Falger zeigt sich bereit, das Mädchen finanziell zu unterstützen. Bereits am 28. Oktober 1859 macht sich Anna mit ihrem Vater zu Fuß auf den Weg in die bayerische Residenzstadt. Endlich kann sie sich den für eine Frau im Lechtal vorgesehenen Aufgaben entziehen! Heimweh plagt sie dennoch... 

Wie noch sechzig Jahre später nimmt die staatliche Kunst-Akademie in München aber keine Frauen auf, und so bildet sich Anna in einer Vorschule der Akademie fort - als "allererstes Frauenzimmer unter lauter Männern", wie sie stolz in ihrem Tagebuch schreibt. Beim Maler Muhr lernt sie vor allem Kopieren und dann Porträtieren. Ihre Leistungen werden schon im ersten Jahr mit "sehr gut" bewertet, der akademische Grad bleibt ihr als Frau aber verwehrt.

Im zweiten Jahr studiert sie intensiv die Porträtmalerei. Doch aus Verärgerung - sie habe eine aufgetragene Arbeit für ihn nicht schnell genug erledigt - kündigt Falger Anna das Stipendium auf. Der Vater flippt aus, wie wir heute sagen würden. Erst als die in München entstandenen Werke Annas im Lechtal ankommen, ist er wie auch Annas "Gönner" etwas versöhnt. Dieses Mal ist es aber die Mutter, die das weitere Studium in München im Frühjahr darauf möglich macht, indem sie ein paar Kühe verkauft. Nach Abschluss des letzten Semesters kehrt Anna ins Lechtal zurück, Zukunft  ungewiss.

Und wieder meint es das Schicksal gut mit ihr: Das Landesmuseum "Ferdinandeum" kauft für 44 Gulden - damals eine horrende Summe - ihr Selbstporträt in Lechtaler Tracht. Jetzt kann sie endlich nach Innsbruck ziehen.


1863 ist aber auch das Jahr, in dem der Mythos der Geier-Wally seinen Ursprung nimmt...
Die Bergbauern des Lechtales kontrollierten damals stets den Adlerbestand. Das machten sie, um zu verhindern, dass die Greifvögel Lämmer rissen. Der Verlust eines einzigen Schafes konnte  nämlich darüber entscheiden, ob eine Familie hungern oder satt sein würde. Anton Knittel sicherte sich darüberhinaus durch den Verkauf von Adlern und anderen wilden Tieren einen Teil des Lebensunterhaltes für die Familie. Die Folgen dieser Methode: Ende des 19. Jahrhunderts war der Bart- oder Lämmergeier in den Alpen ausgerottet und blieb es rund 100 Jahre lang. Erst Ende der 1980er-Jahre gab es erste erfolgreiche Versuche der Wiederansiedelung.
Als Anna 1863 den Adlerhorst ausnimmt, geschieht das nicht zum ersten Mal: Schon mit siebzehn hat sie sich dazu bereit erklärt, nachdem ihr Vater an einer hohen Felsenwand, der Saxerwand bei der Bergsiedlung Madau, ein Adlernest ent­deckt hat und nach einem Unglück im Jahr zuvor niemand mehr bereit gewesen ist, sich an einem Seil he­runterzu­las­sen, um das Nest an der senkrechten Felswand auszunehmen. Sie sei "der Mann dazu", tat Anna kund und hat die Hose des Bruders angezogen und nach dem Abseilen das Nest ausgehoben. Nun ist es wieder so weit, keiner sonst wagt es, sich in das gefährliche Abenteuer zu stürzen, nur die "Adleranni".

"Alle Augen sahen auf mich, ob mir auch noch wohl sei, allein, ich verspürte keine Angst ... grausig kalt wehte der Wind vom Abgrund herauf. Bald darauf sah ich mich ... frei in der Luft schweben. Das Seil fing an, sich zu drehen, sodass ich nunmehr mit dem Gesicht willenlos der schrecklich schönen Aussicht zugekehrt war ... Ich fand den Gesuchten und neben ihm ein halb verzehrtes Lamm ... Zuerst griff ich mit der Hand nach dem jungen Adler ... ich kniete nieder und liebkoste ihn", wird sie es später aufschreiben.
Von dieser Tat berichtet die "Tiroler Volks- und Schützenzeitung" am 22. Juni 1863, der deutsche Schriftsteller Ludwig Steub wird so auf­merksam, verfasst und veröffentlicht die Geschichte "Das Annele im Adlerhorst" und Matthias Schmid illustriert. ( Anna hat das Ereignis selbst auch später aufgeschrieben - hier nachzulesen! )

Bekannt ist, dass Anna die Illustration Schmids diskriminierend findet, nachdem sie ihr von Bekannten mit dem Spruch zugespielt worden ist: "Schmid malt fleissig Bauern, Mönche und auch Büttel, nicht sicher war der Arsch der kühnen Fräulein Knittel".

Der Maler, mit dem sie eigentlich in gutem Briefkontakt steht, hat sie nicht mit ihrem Gesicht, sondern mit ihrem Rücken zum Betrachter dargestellt. Sie will aber  als ganze Person gesehen werden und nicht als Hintern!

Ausschnitt aus: "Selbstporträt im Adlerhorst" (1864)


Also fertigt sie ihre eigene Version des Abenteuers an: "... so entstand dann das große Ungetüm [...], welches mir soviel Strapazen, Kosten und Sorge verursachte." 

Die Präsentation dieses Bildes ist ihr wirklich sehr wichtig, lässt sie ihren Vater doch auch noch einen kunstvollen Rahmen dafür schnitzen, der symbolisch den Bildinhalt erweitert - hier in voller Größe zu sehen, nämlich plus Rahmen ca. 165 × 215 cm ! Damit übersteigt das Werk bei weitem das in der bürgerlich - spätbiedermeierlichen Kunst übliche Format, wird auch nicht verkauft und nimmt eine einzigartige Position im Œuvre der Künstlerin ein.

In Innsbruck lernt Anna den Gipsfigurengießer Engelbert Stainer aus Pfunds im Oberinntal kennen und lieben. Nach eigenen Angaben hat sie bis dahin nicht weniger als 30 Heiratsanträge bekommen und abgelehnt. Ihr Auserwählter ist zwar arm, ihm wird ein außereheliches Kind nachgesagt und die Eltern sind gegen ihn. Doch Anna beharrt auf ihrem Recht, sich den Ehemann selbst auszusuchen. Unterstützung erhält sie übrigens vom Onkel Josef Alois in Freiburg.

1867 heiraten die Beiden in Annas Heimatort und gründen ein Geschäft in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße, wo sie ihre Arbeiten ausstellen und verkaufen, Bilder und Bemaltes von ihr, Gipsfiguren, Skulpturen und Madonnen von ihm. Selbstbewusst wie Anna ist, behält sie im Doppelnamen ihren Mädchennamen und besteht auf einem eigenen Bankkonto. Im Jahr 1868 bekommt sie ihren ersten Sohn, Karl, 1870 den zweiten, Leo, und 1871 eine Tochter, Rosa, die sie im Verlaufe der nächsten Jahre oft porträtieren wird und die sie nicht hindern, weiter zu malen und zu unterrichten ( 1873 gründet sie ihre eigene "Zeichen- und Malschule für Damen" in Innsbruck, die sie bis in ihr hohes Alter betreiben wird ). Von ihrem Verdienst kann sie stets eine Hauswirtschafterin bezahlen.

Im Laufe der Jahre bekommt sie viel An­erkennung, so dass die Familie gut leben kann. An die 130 Porträts malt sie, darunter die von Erzherzog Karl Ludwig, Feldmarschall Radetzky und Kaiser Franz Joseph I., den sie für ein großes Schützenfest in Innsbruck innerhalb einer Woche malt. Auch wenn Anna zu jenen Frauen gezählt werden kann, die den traditionellen Rollenzwängen mit etwas Geschick und Diplomatie entkommen können, ist sie  bei ihrer Porträtmalerei zahlreichen, durch die Gesellschaft und das akademische System vorgegebenen Einschränkungen unterworfen. Wirkliche Freiheit hat sie nur bei ihren Selbstbildnissen - sechs finden sich später davon in ihrer Hinterlassenschaft.

Wilhelmine von Hillern 
1870 hat die Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern in Innsbruck im Vorbeigehen im Schaufenster des Stainerschen Ladens Annas großes Gemälde ihrer sagenhaften Tat gesehen, das die Kundschaft anlocken soll, und ist sogleich Feuer und Flamme. Sie sucht den Kontakt, lässt sich alles erzählen und fühlt sich inspiriert zu einem Roman - der "Geier - Wally" -, mit dem sie sich von ihrer Mutter, der Bestseller-Autorin Charlotte Birch-Pfeiffer, emanzipiert und von einer Gesellschaft, die sie gezwungen hat, ein uneheliches Kind zu verleugnen.

Wilhelmine von Hillern verlegt die Geschichte allerdings aus dem Lechtal in das touristisch bekanntere Ötztal und erfindet eine Liebesgeschichte hinzu. Was also als Erzählung über eine starke Frau beginnt, endet wieder mit der Unterordnung, weil im Geist jener Zeit eben nur so beide Geschlechter glücklich werden können - eine alpenländische Variante der "Widerspenstigen Zähmung" Shakespeares quasi ist dieser Roman.

Er wird schon kurz nach seinem Erscheinen in Buchform 1875 in acht Sprachen übersetzt und ist nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) der erste deutsche Roman, der in Frankreich in der "Revue des Deux Mondes" auszugsweise und später bei Hachette unter dem Titel "La fille au Vautour" herauskommt. Anna/Geier- Wally beschreibt Wilhelmine von Hillern darin so:
"'s is das schönste und stärkste Madel in Tirol' erzählte der Gemsjäger,"aber spröd wie a wilde Katz – die Buab'n lassen sich von ihr heimjagen, daß es a wahre Schand is. Freili kann sie nix dafür: der Vater hat das Madel lasterhaft viel geschlagen und aufzog'n wie'n Buab'n.'
Es ist dieser Roman, dem Genre der Unterhaltungsliteratur zugerechnet, die sich besonders an eine weibliche Leserschaft wendet, der den Grundstein für die Kunstfigur mit dem bis heute geläufigen Namen "Geier-Wally" legt, ein Image, welches zu Lebzeiten der Künstlerin aber keinen wesentlichen Einfluss auf deren eigenes Leben hat.

1892 wird der Roman sogar adaptiert für eine Oper: "La Wally" von Alfredo Catalani. Die Arie der Wally aus dem ersten Akt "Ebben? Ne andrò lontana" wird von der Bühne aus später auch die Kinoleinwand erobern.

Doch zurück zum realen Leben Annas:

Als die Porträtmalerei Mitte der Siebzigerjahre des 19. Jahrhunderts durch die aufkommende Fotografie zusehends ins Hintertreffen gerät und weniger Aufträge eintrudeln, verschlechtert sich die finanzielle Situation der Familie. Auf Anraten ihres Mannes wendet sich Anna nun der Blumenmalerei zu. Sie verziert erst nur Geschirr mit Blumenbildern, später dann, nach reichlichem Üben, malt sie Bil­der verschiedenster Größe mit Blumen aller Arten für das gemeinsame Souvenirgeschäft, so genannte unvergängliche Blumensträuße - eine echte Geschenkalternative! Die finden rei­ßen­den Absatz. Anna befasst sich auch mit der heimischen Blumenwelt, und ihre botanischen Blätter werden sogar Grundlage für wissenschaftliche Studien.

In ihrer letzten Schaffensperiode werden ihr Markenzeichen mit einem Blumenkranz dekorierte Landschaftsbilder. Schon 1873  ist sie mit dem Ölbild "Alpenblumenkranz" auf der Wiener Weltausstellung vertreten gewesen, das für 40 Pfund Sterling nach England verkauft wird.

1891 werden ihre Werke im "Ferdinandeum" ausgestellt und 1911 widmet ihr das Landesmuseum eine Retrospektive.

Anna Stainer - Knittel malt bis zu ihrem Lebensende. Ihr letztes Selbstbildnis beginnt sie noch im Jahr 1915, kann es aber nicht mehr vollenden. Das späte Werk zeigt die Künstlerin, diesmal nicht in Tracht, sondern in einem blauen Kleid mit ovaler Halsschließe an einem Tisch, umgeben von den für ihr Schaffen charakteristischen Elementen. Im Hintergrund ist eine Ansicht ihres Heimatdorfes Untergiblen zu entdecken, ebenso die Staffelei mit einem halbfertigen Gemälde, auf dem Tisch sind eine Vase sowie ein Körbchen mit diversen Blumen. In ihrer linken Hand hält die Malerin eine rechteckige Palette oder ein Skizzenbuch - für mich eine Darstellung dessen, was ihr Leben tatsächlich ausgemacht hat, eines als selbstständige, berufstätige Malerin, das so gar nicht der im Roman propagierten gezähmten Weiblichkeit entspricht.

Selbstporträt ( um 1900 )
Am 28. Februar 1915 stirbt Anna nach einer nicht ganz ausgeheilten Lungenentzündung im Hause ihres Sohnes Dr. Karl Stainer, Gemeindearzt in Wattens, zu dem sie nach dem Tod ihres Mannes 1903 gezogen ist.

Obwohl sie sich zu ihren Lebzeiten großer Bekanntheit erfreut hat, gerät ihr Schaffen im Lauf der Zeit nach ihrem Tod in Vergessenheit. Trotzdem ist sie heute vielen Menschen ein Begriff als Figur der Populärkultur - das weibliche Tiroler Gegenstück zu Andreas Hofer sozusagen. Da ist sie dann ein Weibsbild mit Eigenschaften, wie sie nur die besten Mannsbilder des Alpenvolkes vorweisen.

Dabei hätte die wahre Geier-Wally dieser Mythologisierung gar nicht bedurft, weil sie ihr Leben bewusst gelebt hat, selbstbestimmt und eigenwillig - eine echte "Femme vitale", wie sie Evelyn Kain sie im Gegensatz zu den in jener Zeit populären "Femmes fatales"  treffend charakterisiert .





Kommentare:

  1. Danke wieder einmal für einen interessanten Lebenslauf. Das die *Geier Wally* nicht dem Frauenbild des Filmes entsprach, wusste ich schon, aber da hörte es so ziemlich auf. Dabei hatte die echte Anna ein wirklich interessantes Leben. Aber wie so oft, PortraiMalerinnen, HeimatMalerinnen, geraten schneller in Vergessenheit, vor allen Dingen, als weibliche KünstlerInnen.
    Liebe Grüsse
    Nina

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  2. Wunderbar, wie du diese zu unrecht außerhalb Österreichs vergessene Künstlerin wieder zu Bekanntheit verhilfst. Was für eine interessante, selbstständige und tatkräftige Frau. Imponierend, wie sie ihren ganz eigenen Weg gegangen ist.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Alfredo Catalani hat der ihr sogar eine Oper geschrieben. Allerdings nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern.

    Die Oper ist wunderbar und vor allem " Ebben Ne andro lontana" eine wunderbare Arie, mit der die Callas sehr große Erfolge feierte.

    https://www.youtube.com/watch?v=-pkNpl-tZIw

    Dank für den Lebenlauf.

    Grüßle Eva

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    1. Hat der Link zu dieser Arie im Post nicht geklappt? Es ist derselbe, den du erwähnt hast...
      LG

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  4. Sehr beeindruckend, wie sie schon als Mädchen ihr Leben versucht zu beeinflussen und wie glücklich, dass dann ein verdienter Zufall weiterhilft und die richtige Begegnung. Am Anfang bedurfte es der Männer, aber im Verlaufe kam die Hilfe von Frauen hinzu, die auch auf einmal dazu fähig waren (Mutter, Damen, die bei ihr Zeichenunterricht nahmen) - die Emanzipation nahm ihren Lauf.
    Dass sie die Geier-Wally war, wusste ich nicht. Aber Angst hatte sie so leicht nicht, das hat ihr im Leben sicher viel weitergeholfen.
    Danke für dieses Portrait einer mutigen Frau und großartigen Malerin!
    GlG Sieglinde

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  5. Ohh, das habe ich nicht gelsen, entschuldige bitte.
    Aber egal, ich bin von der Oper aber begeistert und dank meines Bruders habe ich sie sogar mit Callas als CD. Sie wird nur ganz selten gespielt.

    Lieben Gruß Eva

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  6. von Helga:

    Liebe Astrid,

    Na das ist Dir ja wieder voll gelungen. Dinge existieren von denen man nie was wußte.
    Dank Deiner Recherchen werden wir hier, Deine Leser, wieder etwas gescheiter. Ich bin immer aus Neue erstaunt, wieviele Frauen sich durch Jahrzehnte boxten und nicht aufgaben. Da ist Frau eben Frau, ausgestattet mit den Muttergenen stets für ihre Kinder kämpfen zu müßen, während Männer da eben anderen Genen nachgehen.
    Meine Schwiegertochter wird sich wieder freuen über diese Geschichte, haben sich mein Sohn mit Familie in Sachrang im schönen Chiemgau eine Ferienwohnung gekauft und eine kleinere für zwei Personen die man mieten kann. Dort haben sie auch solcher Urgesteine in nächster Umgebung, den Müllner Peter und die Mare vom Geigelstein, die nie im Leben ihre Alm verlaßen hat und im Tal war. Kerstin hat dort jetzt geurlaubt und demnächst wird sie uns berichten.
    Wie sagt man so schön, Wunder gibt es überall man muß sie nur erkennen.
    Schöne liebe Grüße in den Tag von der Helga
    ....und der Herr Kunstlehrer hat natürlich einen Original Mehlsack vom Müllner Peter

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  7. Liebe Astrid,
    wieder ein interessantes Porträt einer selbstbewussten Frau, die engagiert und zielstrebig ihren Weg als Malerin gegangen ist.
    Danke dir für die Vorstellung - lieben Gruß, Marita

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  8. Hallo Astrid,
    ich kannte zwar die Geschichte von der "Geier-Wally" aus dem Lechtal-Reiseführer, aber das war nur ein kleiner Abriss.
    Die ganze Lebensgeschichte ist viel interessanter als zu vermuten war.
    Danke für Deinen Bericht und die Callas-Arie habe ich mir auch angehört - eine wunderbare Arie von einer ganz besonderen Frau vorgetragen.
    Liebe Grüße
    Gudrun

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  9. Was eine tolle Malerin! Das Selbstportrait in Lechtaler Tracht! Ich bin sehr überrascht, ausser geierwally wusste ich nichts, schon garnicht, dass sie Malerin war und ihren Weg sehr selbstbewusst und ziemlich erfolgreich ging. Danke für ein sehr aufschlussreiches Frauenportrait. Nachtgrüße, Eva

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  10. du hast mich zum lachen gebracht mit den film-ausschnitten ! liebe grüsse

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  11. wieder sehr informativ
    den Fil kannte ich natürlich
    aber nicht den Hintergrund dazu

    eine durchsetzungsstarke Frau ..
    man sieht dass es mit einem starken Willen möglich war sich auch früher aus manchen Zwängen zu befreien
    danke für das Portrait

    Rosi

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  12. Die Geierwally zum zweiten Mal in meinen Gedankengängen in diesem Monat - das Foto zu Frage fünf bei den fünf Fragen am Fünften dieses Monats ist aus einer kabarettistischen Geierwally-Interpretation.
    Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie wir als Studenten auf Anna Stainer-Knittel aufmerksam wurden. Doch sie war Inspiration in vielen Bereichen.
    Jetzt weiß ich durch Dich noch mehr über diese starke Frau. Danke.
    Mit vielen Grüßen,
    Karin

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