Sonntag, 29. April 2018

Meine 17. Kalenderwoche 2018


Laut phänologischem Kalender befinden wir uns in der Köln- Bonner- Bucht schon ganz tief im Vollfrühling, ja mit der Apfel- und Fliederblüte hat der schon seinen Höhepunkt erreicht. Höchste Zeit, sich auf die Höhen der Eifel aufzumachen. Oder wenigstens auf die ihr vorgelagerte Hochebene. Die Wahlverwandten luden zum Glück am letzten Sonntag wieder zu einer Ausstellungseröffnung ein.

Zu unserer Überraschung hatte die Flora durchaus mit der im Rheintal gleich gezogen.

Ein warmer Wind und 26°C machten den Aufenthalt im Freien sehr angenehm.
























Die Blutbuche blühte...

...und ihre noch rostroten Blätter leuchteten in der Sonne.

Wunderbare "Farbsymphonien" von Jens Stittgen auf Papier waren im Innern des Hauses zu sehen...

... und natürlich gab es auch eine Würdigung des Künstlers durch einen Kunsthistoriker. Als wir uns am Nachmittag auf den Weg nach Hause machten, war es etwas dunstiger und wolkiger geworden. Doch erst als wir zu Hause die Haustür aufgeschlossen hatten, brach ein Höhengewitter los ( offensichtlich nicht das einzige am Sonntag in Köln ).

Schon länger, eigentlich seit der Zeit nach meiner Hüft - TEP, gingen wir mit der Idee schwanger, unser 15 Jahre altes Auto aufzugeben und auf Carsharing umzusteigen. Am Dienstag war es nun tatsächlich so weit.


Ein letztes Mal gingen wir anschließend den Weg an der Hochbahn entlang vom Autohaus zu unserem Zuhause.

In dieser Woche suchte ich täglich den Himmel ab nach den geliebten Frühjahrsboten - bisher noch keinen gesichtet! 

Und dann gehe ich ab jetzt wöchentlich wieder diesen Weg zum MTT. Von nix kütt nix. Ömesöns allerdings auch nicht, denn verordnet bekomme ich es ein Dreivierteljahr nach meiner Hüft - TEP nicht mehr. Läuft zu gut.

Eigentlich mag ich den April so viel lieber: Große Wolkenschiffe am Himmel, von einem ordentlichen Lüftchen bewegt, vierzehn Grad. Da bewege ich mich dann auch gerne draußen...

Ein wunderschönes Geschenk habe ich in dieser Woche von Mascha bekommen: Eine selbst gemachte Sammelmappe, die mir gerade wegen ihrer Abwesenheit von Farbe sofort gefallen hat und schon alleine Geschenk genug gewesen wäre: 

Aber nein: Mascha hat darin ihrer einundzwanzig ihrer ganz eigenen, oft rätselhaften, aber immer faszinierenden Collagen untergebracht. Die sind tatsächlich sehr viel schöner als auf den im Blog veröffentlichten Fotos und fühlen sich irgendwie ganz besonders an. Du hast mir eine ganz große Freude damit gemacht! Danke!

Freude hat mir dann am Freitag auch die mehrheitliche Entscheidung der Regierungen der EU-Länder für das weitreichende Verbot der Neonikotinoide. Ich habe ja immer wieder dazu geschrieben, zum Beispiel in diesem Post, gespendet, gemailt. Ein erster Schritt...



Heute wieder einmal in meinem Sonntagspost ein paar Hinweise zu - in meinen Augen - erhellenden Beiträgen in diversen Medien ( die in meinen Augen immer noch genug kontroverses Material bereit halten, um die eigenen grauen Zellen zu beschäftigen, von wegen "alles ist gleichgeschaltet" - siehe auch mein Freitagspost ):

  • Misha Verollet, britisch-deutscher Autor & Poetry Slamer war in diesem Rundfunkbeitrag hier eine Entdeckung für mich. Volle Zustimmung fand bei mir sein Statement, es sei im Zusammenleben der Menschen nichts als Egoismus, wenn einer seine Sicht der Welt, seine Ideologie, seinen Glauben den anderen aufzwingen, überstülpen oder verbindlich machen will. D'accord!
  • Das gilt auch für die Menschen, die die Möglichkeiten des Paragraphen 219a nutzen, ein normales Ärztehonorar als "Vermögensvorteil" für eine Strafanzeige gegen Gynäkologen & Gynäkologinnen einzusetzen. Die Begründung dafür - "das ist halt so mein Hobby" - ist eine Unverschämtheit & Anmaßung, zeigt aber auch, dass da eine inhaltliche Beschäftigung gescheut wird: Denn dahinter, was ein "ungeborenes Leben" will, kann man sich ohne Not zurückziehen. Anstrengend wird, sich mit den Motiven einer Frau, die ungewollt schwanger geworden ist, argumentativ auseinanderzusetzen. Ein echter Fall von Helikoptermoral eben! Der Rundfunkbeitrag ist hier nachzuhören.
  • Mysogynie kann man durchaus auch solcher Werbung unterstellen, die nun vom Werberat gerügt wurde, weil die Verwender sich uneinsichtig zeigten. Der Gipfel des Hasses auf Frauen ist für mich erreicht, wenn in einer WhatsApp-Gruppe der blauen Partei solche Bilder gezeigt, geteilt und begrüßt werden ( ein Screenshot, hier veröffentlicht ).
  • Was von Markus Söders Aktion zu halten ist, hat hier Jochen Bittner formuliert. Diese Instrumentalisierung eines christlichen Zeichens zum populistischen Wahlkammpf - Logo haben all die aufrechten Christenmenschen in seinem Land nicht verdient. Im Laufe der Woche setzte sein Generalsekretär Blume noch einen drauf, indem er Gläubige wie Ungläubige gleichzeitig beleidigt. Kulturkampfmodus an?
  • Hier kann man die ausführliche Analyse der Parlamentsprotokolle des letzten halben Jahres im Deutschen Bundestag nachlesen. ... "schaufensterorientierte Debatten, die nichts zur Problemlösung beitragen, die verletzend sind",  prägen seit dem Einzug der blauen Partei die Auseinandersetzung. In welcher Nähe diese Herrschaften zu verorten sind, habe ich am Montag schon in diesem Post dargestellt. Es ist dasselbe Weltbild und Gedankengut, aber diesmal mit Tweedsakko und Doktortitel.
  • Diese Ideologie ließ mich in dieser Woche nicht los: Wer wissen will was hinter diesem Emblem steckt, welches am vergangenen Wochenende in der Lausitz in größeren Mengen zu sehen war, der findet hier die Hintergründe.
  • Da das alles bisher keine Erbauungsliteratur oder leichte Kost ist, hier noch der Link zu einem Beitrag, der mich berührt hat, glaubte ich mich doch wissend & erfahren genug, wie es Schwulen so geht. Dieser Artikel hat meine Sicht um etliche Facetten bereichert und drehte sich einfach mal nur um Zwischenmenschliches & Gefühle.
Aber nun: einen schönen Sonntag!






Verlinkt mit Andreas Samstagsplausch, dem Naturdonnerstag bei Ghislana und dem Sonntagsglück bei Katrin. 

Kommentare:

  1. Deutlich Ja... mein Kulturkampfmodus läuft längst! Und ich vertrete positiv die Ansicht, dass jeder Einzelne - auch ich GdB-50-Vertreterin - mit erhobenen Zeigefinger und lauter Stimmung mir durchaus Gehör verschaffen kann...

    ...und jetzt muss ich mehr über Quappi lesen beziehungsweise neugierig den Zusammenhang in puncto Ohlstadt herausfinden, wo ich dereinst in jungen Jahren viele Wochen verbrachte.

    Schönen Sonntag! Liebe Grüßle von Heidrun

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    1. Das finde ich schön, dass jemandem der Ort ein Begriff ist! Die Villa scheint ja noch zu stehen....
      Glg

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  2. Die Farbsymphonien der Gemälde erinnern mich daran, was ich gerade an Farbrausch auf den Beeten der Blumeninsel gesehen habe. Wunderbar.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Deine Woche war schön!
    Die Links, die du gesammelt hast, sind es weniger, doch sehr informativ. Schade, dass ich nicht alles lesen kann, da ich kein Abo habe.
    Ich hummel im Moment eher weniger, da mich meine Arbeit in ein schwarzes Loch gestoßen hat und ich derzeit keine Luft bekomme. Und diese Debatten und die Angst um Abmahnungen im Netz mir ebenfalls zusetzen. Immer weniger schöne, spannende und informative Blogs übrig bleiben.
    Ich hoffe, das du nicht auch die Fahnen streckst.
    Lieben Gruß
    Andrea

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    1. Schwarzes Loch im Beruf ist verheerend, leider auch öfter erfahren. Doch, auch ich haben den Gedanken jetzt schon öfter ins Auge gefasst. Ja, es wird langweilig in Bloggerland...
      GLG

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  4. Schönes, kunstvolles, kritisches, erhellendes ... ich wünschte ich hätte mehr Zeit für deine wunderbaren vielfältigen Posts.
    Ich grüße dich ganz herzlich und wünsche dir einen schöööönen Sonntagabend!
    Amy

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  5. Eine Woche mit (Aus-)Wirkung hattest Du. Das mit dem Carsharing macht mich besonders neugierig. Eine feine Ausstellung ist immer inspirierend und Deine Fotos davon sind wunderbar. Tolle Farbkompositionen!
    Ja, und was Du sonst noch so alles schreibst, inclusive Kommentar zu Kommentaren...
    Also, es ist halt ein Kreuz mit dem evangelischen, fränkischen Söder. Er wendet zu gern die altbairischen, bauernschlauen FJStraußschen Methoden an, den er doch so sehr bewundert. Damals hat's funktioniert, was mich schon immer höchst verwundert hat. Ich befürchte, es könnte wieder klappen.

    Die Villa in Ohlstadt gibts noch und ich werde sicher mal hinfahren - hoffentlich noch in 2018. Ebenso wie ins Münter-Haus.

    Zu guter Letzt und mein Wort zum Sonntag:
    Bitte das Bloggerland nicht verlassen!

    Sonntägliche Grüße von
    Sieglinde


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  6. Liebe Astrid,
    so ein Ausflug in die Eifel ist immer wieder schön.
    Und seltsam, dass die Natur schon so weit wie hier ist.
    Ist ja eigentlich ungewohnt.
    Aber interessant ist die Idee mit dem Auto.
    Mit wem teilt Ihr Euch jetzt ein Auto?
    Privat oder ein öffentliches Car Sharing?
    Dir einen guten Start morgen in die neue Woche,
    lieben Gruß
    Nicole

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    1. Ein öffentliches! Wir haben ja an beiden enden unserer Straße eine Station und zudem noch in der autofreien Siedlung in der Nachbarschaft. Ich werde sicher mal berichten...
      LG

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  7. Des Künstlers Bilder- wunderbar bunt!

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    1. Un immer entdeckt er Menschengestalten in den Farbverschlingungen! Übrigens ein sehr bescheidener, feiner Mensch.
      LG

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  8. Liebe Astrid das hört sich sehr interessant an mit dem Auto.
    Leider fällt es schon auf, das viele nicht mehr bloggen. Schade, das alles immer kaputt gemacht werden muss. Vielen Dank für Deine Links. Hab einen guten Start in die neue Woche. Lieben Gruß Sylvia

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  9. Carsharing.... klingt spannend! Könnten wir hier auch machen... wir haben gerade ein Auto übrig und das wird gerade so im Bekanntenkreis durchgereicht, für alle die, die mal eins brauchen ;)

    Deine Bilder gefallen mir übrigens sehr.

    Liebe Grüße,
    Pamela

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  10. So schön grün!!!
    Die Idee mit dem Carsharing finde ich klasse. Ich finde Carsharing nämlich (theoretische) richtig gut. Leider gibt es in unserem kleinen Ort so etwas nicht. Um so mehr bin ich gespannt, was du darüber berichten wirst.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  11. eine so schöne grüne woche mit viel blau, das gefällt mir. carsharing würde ich auch zu gern machen, aber leider ist das in ländlichen gegenden nicht möglich. glückwunsch dazu!!
    zu deinen links: mir ist so übel geworden, als ich über dieses an sich schon gruselige symbol gelesen habe. dass sich so etwas wieder hier verbreitet ist wirklich zum kotzen.
    ich höre aber mit erfreulichem auf: die farbsymphonien von jens stittgen sind genial schön und ich würde sie zu gern in natura sehen!
    liebe grüße
    mano

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