Sonntag, 21. Februar 2016

Meine 7. Kalenderwoche



Diese Kalenderwoche beginne ich wieder einmal mit dem vergangenen Sonntag, an dem ich mit dem Herrn K. mittels "Schöner - Tag- Ticket" einen Ausflug nach Bielefeld ( "die Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt" - zur Bielefeldverschwörung hier mehr Infos  ) unternommen habe.




























Unser Ziel: Die Kunsthalle, um diese Ausstellung anzuschauen. ( Danke, Frau Rotkraut, für den Anstoß! ) Vor allem der Herr K. hat, nach eigener Aussage, einige Bildungslücken schließen können. Und hinterher gönnten wir uns Kaffee & Torte.
Das, was wir von Bielefeld gesehen haben, hat uns gefallen & kam uns doch sehr real vor, vor allem der Fieselregen & die lausigen Temperaturen ( die uns nicht zu weiterem Bummeln verlocken konnten ). Gerne ein anderes Mal bei wärmerem Wetter...
















Den Oma - Opa - Nachmittag bin ich mit gebremsten Schaum angetreten: Eine Erkältung setzte mir zu. Und das bei herrlichstem blauen Himmel! Opa & Enkelkind spielten auf dem Balkon in der Sonne, ich hing auf dem Sofa herum. Nur zum Abendspektakel kam ich mal kurz nach draußen.

Die Erkältung hat dann auch etwas länger angehalten und mich lahm gelegt bzw. ich habe mir selbst Bettruhe verordnet. Na ja, im Netz war ich dann trotzdem unterwegs. Und da ist mir wieder einiges unangenehm aufgestoßen:



Die Berlinerin Johanna Spanke wurde aus einem Café am Prenzlauer Berg geworfen, weil sie ihr Baby stillen wollte. Sie initiierte eine Online-Petition mit der Aufforderung an die Familienministerin Manuela Schwesig, per Gesetz gegen die Diskriminierung von Stillenden vorzugehen. Laut Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, ist das Untersagen des Stillens durch die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie bereits als diskriminierend geächtet ( hier nachzulesen ), hieß es am darauf folgenden Tag.

Das wäre ja auch noch schöner, wenn den Männern auf diese Weise gezeigt würde, wozu wir Frauen Brüste haben, denn es soll doch ihr Exklusiv - Spielzeug bleiben! Der Deutsche Werberat hat in den ersten Wochen des Jahres schon wieder sechs Firmen gerügt, die die sekundären Geschlechtsmerkmale in Szene gesetzt haben, um ihren Krempel an den Mann zu bringen ( weitere Beispiele hier ). Die Gerügten wissen gar nicht, warum sie angemahnt wurden, die Ahnungs- und Geschmacklosen...



Gelesen habe ich auch über die aktuellste Rheingold-Studie zur Jugend. Ihr Ergebnis: Noch nie hat sich eine Generation so sehr mit der eigenen Oberfläche beschäftigt wie die heutige Jugend. "Hineingeboren sind sie in eine krisenhafte Zeit, die ihnen wenig Halt gibt", so Rheingold. "Ein attraktives, gepflegtes Äußeres ist eine der wenigen Möglichkeiten für Jugendliche, ein Gefühl von Halt und Kontrolle in ihrem Leben zu entwickeln.“ Es ist eine Generation, die überbehütet ist, der alles zugetraut wird, die sich selbst auch alles zutraut, also leicht auch zu Größenwahnsinn neigt - doch damit wird das Gefühl der Haltlosigkeit nur noch verstärkt. Geben wir ihnen doch einfach weniger Druck und mehr Halt, beschäftigen wir uns doch einfach mal weniger mit uns selber, dann brauchen wir uns über Phänomene wie GNTM nicht mehr so zu wundern!

Und dann beschäftigten mich die neuesten Kölner Übergriffe in einer Turnhalle, in der Flüchtlinge untergebracht sind. Ich finde es richtig, wenn Frauen sich wehren gegen die Verletzung ihrer Menschenwürde und wünschte mir nach all dem Vorgefallenen der letzten Wochen und Monate eine größere Sensibilität im Umgang mit solchen Problemen. Wie wenig lernfähig ist der Mensch eigentlich?

Zu meiner Genesung beigetragen hat nicht unerheblich die Standpauke dieser Frau, Natascha Kohnen, Mitglied des Bayerischen Landtages, die ich im Netz gefunden habe:



Die bringt auf den Punkt, was auch mir seit Wochen auf die Nerven geht, Zeit, in der wir schon viel geschafft haben könnten hierzulande...

Der war auch nötig, der neue Schwung, denn geplant war endlich wieder mal ein Besuch bei meiner Mutter in Badisch Sibirien. Der Wetterbericht hatte dort Regen bei 5 Grad versprochen, das sollte bei der Reise eigentlich keine Probleme machen.





























Am Ölberg war auch noch alles wie erwartet, selbst das Verkehrsaufkommen. Doch schon im Taunus lag frischer Schnee. Und als wir dann das Maintal überwunden und uns in den echten Odenwald ( ich sage nur eins: Winterhauch ) "hochschraubten", kam uns ein erster Schneeräumer entgegen...

Wollte ich doch die ganze Zeit, oder?

Leider ging dieser kurzzeitige Anfall von Winter am späten Nachmittag in Regen über. Abends wärmten der Herr K. & ich unsere Seelen mit einem Candlelight - Dinner auf. Das Richtige nach dieser Woche!









Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea/Karminrot

Kommentare:

  1. diese woche ist ja richtig zum nachdenken und handeln, danke für das vidéo mit Natasha Kohnen * endlich nicht "daneben" gesprochen.
    schöne bilder mit kunst & winterlandschaft.
    *bon dimanche*

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  2. Ein schöner Wochenrückblick! Das mit dem Stillen in der Öffentlichkeit ist ja wohl unglaublich.....dass das immer noch nicht selbstverständlich ist...da kann ich echt nur den Kopf schütteln. Bei meiner ersten Tochter bin ich im Einkaufszentrum noch in den Wickelraum gegangen, zum Stillen. Bei meinen anderen Beiden bin ich einfach im Lokal sitzen geblieben!
    Lieben Gruß und noch einen schönen Sonntag
    Gisi

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  3. Eine sehr gehaltvolle Woche voller Stoff zum Nachdenken und Handeln. Danke für das Video, Klasse, wie Natascha Kohnen "es" auf den Punkt bringt. Bravo! Und schön, das Candlelight-Dinner. Einen schönen, entspannten Sonntag wünsche ich Euch beiden!
    Liebe Grüße, Sabine

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  4. Liebe Astrid, ich weiss gar nicht, was ich schreiben soll. Dass stillen noch als öffentliches Ärgernis angesehen wird, war mir tatsächlich nicht bewusst. Deine Woche war sehr bewegt und ich freue mich, dass ihr sie mit einem Candlelight Dinner abschliessen konntet.
    glg Susanne

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  5. Liebe Astrid,
    Bielefeld ist vielleicht nicht die schönste Stadt in NRW, aber es lässt sich dort wunderbar leben. Ich habe 10 Jahre in Paderborn gelebt und jeder Besuch beim Möbelschweden war mit einer Reise nach Bielefeld verbunden *grins*. Und wenn Du das nächste Mal bei besserem Wetter dort bist, solltest Du die Sparrenburg besuchen und dort oben einen kleinen Spaziergang machen.

    Ich habe auch in der Öffentlichkeit gestillt, hab immer versucht mich dabei bedeckt zu halten und es hat sich keiner dran gestört. Aber wenn man auf nicht-tolerante Menschen trifft, ist das wahrscheinlich auch schon zu viel.

    Zu Deinem Video möchte ich sagen: Hut ab, Respekt Frau Kohnen, endlich mal jemand - mit Verlaub - Arsch in der Hose! Danke!

    Ganz liebe Grüße euch beiden "Turteltäubchen" ;o)
    Astrid rechtsrheinisch

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  6. Liebe Astrid,
    dass ihr einen schönen Ausflug hattet, das freut mich - und das Wetter ist bestimmt demnächst dann gnädiger mit euch, es muss ja auch noch Steigerungen geben:-)

    2016 in Berlin: da fliegt eine Stillende aus dem Café - da hätte ich nun gedacht, das gibt es nicht mehr. Manchmal bleibt einem der Mund einfach offen stehen ...

    "Noch nie hat sich eine Generation so sehr mit der eigenen Oberfläche beschäftigt wie die heutige Jugend..."
    Schön griffig formuliert und regt auch noch mal wieder zum Nachdenken an.
    Manche Sätze bieten ja Stoff für viele Stunden Gehirntraining.
    Lange hat mich z.B. beschäftigt wie Herr S.Aust bei Anne Will (18.1.2016, )erklärte, es seien so viele junge Männer (Flüchtlinge) im vergangenen Jahr gekommen, wie die Bundeswehr und die NVA zu Hochzeiten des Kalten Krieges insgesamt unter Waffen hatten ...
    Da freue ich mich über eine Frau wie Natascha Kohnen, der man glaubt, dass sie sich Luft machen muss und nicht nur medienwirksam herumplappert.
    Danke für diesen Film.
    Das verträumte Essen mit Rose bringt wieder schöne Farbe in den Tag.

    Liebe Grüße - Monika



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  7. Das Video ist klasse, von solchen öffentlichen Reden wünsche ich mir mehr! :-)

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  8. Habdie Petition gerade unterzeichnet. Erwachsene essen in Gaststätten. Babys dürfen das nicht? Hä?

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  9. Was für eine Heuchelei! Stillen 'nein', in der Werbung Busen zeigen 'ja'. Lernfähig? Ich glaube eher nicht.

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  10. Ein Wochenrückblick, der mir wieder so viel Input gegeben hat.
    Dank dir dafür!!!
    Und die Rede Natascha Kohnens sprach mir so ganz aus dem Herzen, ohne dich hätte ich sie nie gehört.

    Dir weiter gute Besserung, und liebste Grüße,
    Monika

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  11. Oh, liebe Astrid, danke für dieses Video!! Natascha Kohnen kannte ich bisher nicht. Hoffe, noch sehr viel von ihr zu hören!
    Lieben Lisagruß!

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  12. Was für eine tolle Frau- endlich jemand der die wunden Punkte so deutlich benennt. Ich habe, wie du, seit Wochen immer Wut im Bauch wenn ich < Vorschläge höre< die statt zu vereinen, nur noch mehr Unmündigkeit hervorrufen. Dank an Natascha Kohnen und Grüße zu dir!!
    heiDE

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  13. Leider traurig und wahr, was die normalste Sache der Welt ist, ist bei den bornierten Zeitgenossen anormal(Dummheit siegt über den Verstand). Wünsche euch einen gemütlichen Sonntag :-)).

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  14. Klare Worte bei Dir und im Landtag! Sehr gut. Und eine Schippe Winter hast Du auch noch bekommen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  15. Wie ich deine klaren Worte mag und schätze! Trotz Erkältung hast du wieder einmal viel Futter für den Geist aufgetan, merci!

    Weiter gute Besserung & liebe Grüße ganz aus der Nähe von Bielefeld (ich Depp faht jeden Tag zur Arbeit in die Stadt, die es nicht gibt) ... Frauke

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  16. ...da fällt einem nichts mehr ein, die Stillende aus dem Cafe zu schmeißen? ich hätte nicht gedacht, dass es das heute noch gibt...Frau Kohnen und ihre klare Ansage gefällt mir...

    dir weiterhin gute Genesung,
    lieber Gruß Birgitt

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  17. Ja, die Frau Kohnen hat mich diese Woche auch einmal gerettet!!!

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  18. Ja, liebe Astrid...den Winter wolltest du die ganze Zeit...nun behalte ihn bitte, denn hier ist er nicht willkommen...gilt aber nur für den Winter...;-). Komm gut in die neue Woche! LG Lotta.

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    1. Keine Sorge! Bei unserer Heimfahrt hatte es im Maintal rund um Frankfurt 14 Grad ( im Odenwald konstant acht ). War auch da nur eine kurze Episode, leider.
      Dir auch eine gute Woche!

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  19. eine woche mit hoch und tief... erst heute hatte ich zeit alles genau durchzulesen...liebe grüsse

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  20. Wow, so viel Input in einer einzigen Woche! :-) Die Rede von Frau Kohnen ist großartig! Sexistische Werbung (auf allen Seiten) finde ich furchtbar, es gibt echt Grenzen des guten Geschmacks... Das Still-Thema kommt immer mal in meinem Kollegenkreis auf - da gibt es doch tatsächlich ein paar, die den Rauswurf der stillenden Mutter wahrscheinlich gutheißen würden. Da kommt mir wirklich die Galle hoch. :-/ Und was die Jugend angeht, bin ich ratlos. So wenig Halt, so viele Möglichkeiten, so viel Beeinflussung von außen - wie soll man sich denn da zurecht und zu sich selbst finden? Schwieriges Unterfangen...

    Soweit mein Senf. :-) Toll, dass ihr euch ein Candlelight-Dinner gegönnt habt!

    Herzlicher Gruß
    Steffi

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  21. das war ja eine an- und aufregende woche! schade, bis zum 28.2. komme ich wohl nicht mehr nach bielefeld. hab schon hannah höch in stade verpasst! zu deinen links werde ich mich noch begeben.
    jetzt erst mal liebe grüße, mano

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  22. Ja, der Winter, der da kurz gekommen ist, war genauso schnell weg, wie er angeflogen kam. Ich selbst "saß" das ganze Wochenende in Rippberg im Wald (FW-Lehrgang) fest und hatte von der Freude nicht viel.

    Ein Candle-Light Dinner hier bei uns? Wow... wo ward Ihr denn?

    Die Rede der Landtagsdame unterstreich ich so.

    Hab ne schöne neue Woche und sei ganz herzlich gegrüßt,
    Pamela

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    1. Im Reichsadler... Wenn du nicht geschrieben hättest, dass du viel vor hast, hätte ich mich auch gemeldet. Aber es war auch so aufregend genug ;-)
      Dir auch eine gute Woche!

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  23. Hallo Astrid,
    wirklich interessante Rheingold-Studie zur Jugend. Das deckt sich so ungefähr mit meinem letzten Post zu GNTM, wennglich ich mich bemüht habe, mich zurückzuhalten. Bielefeld finde ich öde, da ich vor etlichen Jahren häufiger Dienstreisen nach Bielefeld hatte. Da hättet Ihr Euch wahrscheinlich genauso Leverkusen, Düren oder Essen anschauen können.

    Gruß Dieter

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