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Mittwoch, 12. Mai 2021

Was heißt das eigentlich?

Ein Thema, das gerade in den sozialen Medien heiß zu laufen scheint, sind Äußerungen, die am Sonntag wohl bei Anne Will in der Sendung gefallen sind. Jetzt wird heruminterpretiert was das Zeug hält, da könnte jeder Deutsch - Leistungskurs sich ne Scheibe abschneiden, wenn es es sich nicht um einen hasserfüllten Shitstorm handeln würde. Es zeigt sich auch viel Ignoranz, beabsichtigt oder unbeabsichtigt.

"Ein Codewort ist etwas für Eingeweihte: Es klingt unverfänglich und Außenstehende merken gar nicht, welche Botschaften mitschwingen – etwa subtile Bezüge auf den Antisemitismus, der nicht erst mit der Leugnung des Holocaust beginnt. 'Globalismus' und 'Globalist' sind gute Beispiele dafür", so der Bayerische Rundfunk gestern auf seiner Website.

Die Seite informiert auf die Schnelle, worum es geht, sowohl bei der Vokabel als auch beim Sachverhalt. Wer mal etwas tiefer in die Materie einsteigen will - bietet sich bei schlechtem Wetter am Himmelfahrtstag an - dem empfehle ich ebenso wie der Radiosender das Dossier der Konrad-Adenauer-Stiftung ( kann man hier herunterladen ), verfasst vom Religionswissenschaftler Michael Blume. Die Stiftung steht der CDU nahe, ist also ein konservativer Think-Tank und wahrlich nicht "linksgrünversiffter" Denkungsart verpflichtet.

Ich hänge mich hier mal wieder aus dem Fenster, weil ich bei meinen Beobachtungen diverser Umtriebe in diesem Land immer wieder zu dem Schluss komme, dass da aus Worten schnell Gewalt werden könnte.



Mittwoch, 25. März 2020

#BleibtZuhause 6


Soll i aus meim Hause raus?
Soll i aus meim Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit raus?
Hausenitraus –
Hauseraus
Hauseritraus
Hausenaus
Rauserauserauserause ...
Christian  Morgenstern (1898/99)

Ich bin froh, dass meine Tochter vor elf Tagen darauf insistiert hat, dass wir uns völlig in unser Gehäuse zurückziehen. Nachdem wir am Montag vorletzter Woche noch einmal zur Pneumokokken-Impfung in der leeren Praxis bei uns um die Ecke gewesen sind, haben wir das Haus nicht mehr verlassen. 


Eine Lungenentzündung! Im tiefsten Grunde meiner Seele lauert die Erfahrung, dass die Großeltern wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus gegangen und daraus nur noch im Sarg herausgekommen sind. Lungenentzündung! Dabei waren sie noch nicht einmal so alt wie ich heute. Ein Drama in meinem damals noch recht kurzem Leben...

Eine Lungenentzündung hat sich auch meine Schwester zusammen mit einer Influenza eingehandelt, als sie vor Karneval zu einer Stammzellentherapie im Krankenhaus war. Da war sogar der sonst so gelassene Mediziner - Bruder beunruhigt. Und das Schreckgespenst bekam neue Nahrung, dort unten in meiner Kinderseele.

Deswegen mein wichtigstes Ziel: Jetzt nicht krank werden, sich nicht anstecken, um nicht ins Krankenhaus zu müssen! Eine Erkenntnis  der Ärzte in Bergamo, der italienischen Stadt, die heillos mit den Geschehnissen überfordert ist: Die Krankenhäuser sind regelrechte Virenschleudern, da sie von einer hohen Anzahl an Infizierten belegt sind. Auch das Ambulanzsystem trägt zur Verbreitung bei. Vorschlag der Ärzte dort: Menschen mit mildem Krankheitsverlauf sollten zu Hause mit Sauerstoffgerät, Pulsoximeter und Nahrungsmitteln versorgt und telemedizinisch überwacht und betreut werden.



Die Digitalisierung beweist in dieser Krise, welch positive Seiten sie doch auch hat oder haben könnte, wenn sie besser vorangetrieben worden wäre. Bei Letzterem habe ich vor allem das deutsche Bildungswesen im Auge, in dem auf diesem Gebiet viel verschlafen worden ist. Wie es laufen kann, beschreibt Eda in ihrem Blog "Edgarten", die mit ihren beiden schulpflichtigen Kindern am Vierwaldstätter See in der Schweiz lebt. 

Überhaupt die Berichte aus der häuslichen Isolierung! Die lese ich besonders gerne, zum Beispiel auch bei Susanne aus Wien in ihrem Blog "mamimade". Oder bei Nic, die in ihrem Blog "Schiehallion" "von all dem Krampf des täglichen Lebens in den Zeiten von Covid 19 ", diesmal aber in Schottland erzählt. Sabine von "Hamburger Arroganz" habe ich erst zuletzt entdeckt, die noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel berichtet, wie das "Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten" so verläuft. Von mir aus könnten sich da noch viel mehr Bloggerinnen einklinken...




Ansonsten heißt es eben: Füsse still halten, Tee trinken und sich dessen erfreuen, was wir immer noch haben und was nicht abgesagt ist: Frühling, Sonnenschein, jede Menge Möglichkeiten, untereinander Kontakt aufzunehmen, Liebe & Zuneigung, Solidarität, Bücher, Musik und Erinnerung & Fantasie. 

Wer sich doch schon damit beschäftigen mag, was nach dieser Krise für unser Gemeinwesen, unsere Gesellschaft, unseren Staat ansteht, dem empfehle ich, den klugen Gastbeitrag der israelischen Soziologin Eva Illouz in der "Süddeutschen Zeitung" zu lesen ( der sich hoffentlich nicht hinter der Bezahlschranke verbirgt ).

Maat et joot! Evver zohus!