"Paradoxerweise
klagen viele Menschen ihr Leben lang
über autoritäre Eltern, Lehrer oder Vorgesetzte,
aber schenken genau solchen Charakteren
jetzt mehrheitlich ihre Stimme.
.....
Wir haben ein gesellschaftliches System erschaffen,
das narzisstische Selbstüberhöhung
mit Aufmerksamkeit und Karrieren belohnt,
während zurückhaltend reflektierte Menschen
in den Hintergrund geraten.
Genau jene Eigenschaften, die einen nach oben bringen,
disqualifizieren zeitgleich dafür,
Entscheidungen größere Tragweite
für die Menschheit zu treffen."
Einblauerelefant
"Ein Gedanke wird nicht besser, weil er geteilt wird.
Er wird nur lauter.
Und Lautstärke hat im Netz die unangenehme Eigenschaft,
sehr schnell wie Bedeutung auszusehen."
Thomas Wannenmacher
Der Samstag begann trüb und ich war so gar nicht motiviert, die Hofflohmärkte um mich herum zu besuchen. Zu Hause bei mir ist es zu schön, Bücher warten ( ich hab drei in dieser Woche gelesen! ), Musik, viele andere Ideen und vor allem viel Grün, in das ich blicken kann.
Nicht jeder Moment braucht ein Ergebnis. Das Nervensystem bringt zwar keine Leistung, wenn es regeneriert. Aber Regeneration ist nicht das Gegenteil von Produktivität, sondern deren Fundament. Und: Langeweile ist ein kreativer Grundzustand.
Gesehen: Die ersten Mauersegler ( 26. April ) Für mich ist der Frühling jetzt komplett. Gehört habe ich diverse Chöre & andere Musik-Ensembles bei einem Benefizkonzert zugunsten des "Runden Tisches Riehl" und der "Zuflucht Kirchenasyl Köln" in der herrlichen Stephanuskirche in meinem alten Schulbezirk. Die ( beeindruckenden ) Musiker zusammengestellt hat eine Freundin.
Bei solch einem tollen Sonntagswetter ( max. 18°C ) lag es nahe, zu Fuß in das Nachbarviertel zu gehen, führt doch die Strecke teilweise durch eine Grünanlage.
Meine Hoffnung, auf dem Konzert liebe Freunde & ehemalige Schülereltern zu treffen, hat sich erfüllt. So habe ich etliche Neuigkeiten über die weitere Entwicklung meiner einstigen "Schätzchen" erfahren, was mich immer interessiert & freut.
In der Post war von Sieglinde/da sempre ein schön aufgemachtes kleines Buch zu Yayoi Kusama, als Ergänzung zu meinem Ausstellungsbesuch in den Osterferien. Sehr aufmerksam von dir! Dankeschön!
Auf der Suche nach dem Glück war ich am Montag nicht unterwegs, nur auf dem Weg zur Aquafitness...
Das "roch" schon nach Sommer am Dienstag bei 22°C. Doch ich selbst habe noch so viel im Haus zu erledigen gehabt. U.a. habe ich mich in Kintsugi versucht und einen Teller, der von meiner Tellerwand in der Küche gefallen war, auf diese japanische Art repariert.
Der Mittwoch war besonders strahlend schön mit einer Tageshöchsttemperatur von 20°C. Da kam ich bei der Pflanzerei auf der Terrasse schon mal ins Schwitzen. Der Tisch, mein alter 12tel Blick, ist anschließend bereit für den Mai gewesen:
Bei der holländischen Freundin habe ich immer die Balkonbepflanzung bewundert. Die kauft sie immer im Frühjahr bei A*di. Jetzt hat sie mir auch ein paar Sets mitgebracht, und ich habe meine Kästen zur Gartenseite mit Petunien, Männertreu und Verbenen bestückt. Ob das nun unter Hobby fällt, kann ich nicht so sagen. Genäht habe ich aber auch, Post dazu am Dienstag.
Die Gleditschie vor dem Haus ist nun auch wieder belaubt.
Mit Wehmut habe ich beim Frühstück an die Zeiten gedacht, als wir noch zu zweit waren & in den Mai getanzt bzw. zu Kundgebungen gegangen sind. Das sind wunderbare Erinnerungen und da fehlt mir mein Liebster. Der Mai war unser Monat....
Ganz alleine habe ich dann eine Exkursion auf die Schäl Sick mit der KVB unternommen. Das ist mir aber gar nicht unlieb, kann ich dann doch ganz nach meinem Gusto & Tempo schalten & walten. Das hat schon viel mit Genuss zu tun. ( Mehr vom Ausflug gibt es beim Monatsspaziergang am 17. Mai. )
Das gilt auch für ein Spargelessen mit ganz neuen Kartoffeln ( warum da jetzt wohl Teller & Glas rot sind? ). Ein besonderes Erlebnis gab es diese Woche nicht, es sei denn, der Alltag, so wie ich ihn verbringe & wie ich mich an all den kleinen Dingen erfreue, gilt als solches.
Webfundstück/e: In diversen Social Media -Beiträgen wird behauptet, 450.000 Amerikaner hätten durch Zecken eine Fleischallergie bekommen. Diese Zecken seien genetisch verändert, von Bill Gates finanziert, und absichtlich verbreitet worden. Gleichzeitig wird mit einem neuen Borreliose-Impfstoff von Pfizer ein größerer Zusammenhang suggeriert.
Nun wird aktuell wirklich viel, auch in seriösen Zusammenhängen, über Zecken gesprochen. Das hat reale Gründe: verbesserte Lebensbedingungen für die Tierchen durch Klimaerwärmung, Verschieben der Grenzen der regionalen Verbreitung, mehr Aufmerksamkeit für die Problematik der Krankheitsübertragung.
Das Alpha-Gal-Syndrom ist tatsächlich was Reales: Alpha-Gal ist ein Zuckerbaustein, der in Fleisch von Säugetieren vorkommt, also etwa in Rind, Schwein oder Wild. Bei manchen Menschen kann das Immunsystem so reagieren, als sei dieser Stoff gefährlich. Dann entsteht eine Fleischallergie, aber erst Stunden nach dem Essen, deshalb ist der Zusammenhang schwer nachvollziehbar. Beschwerden reichen von Hautausschlag und Magen-Darm-Problemen bis zu schweren allergischen Reaktionen. Soweit ist die Meldung richtig. Die "Alpha-Gal-Zecken" sind allerdings Rinderzecken Rhipicephalus microplus, die gar nicht auf Menschen gehen. Der Zusammenhang ist schon 2011 kundgetan worden nach britischen Untersuchungen, auch mit Laborversuchen.
Für alles andere fehlen sämtliche Nachweise, angefangen von der Zahl der Erkrankten. Gates hat erst sehr viel später ein anderes Zeckenprojekt unterstützt. Alpha-Gal ist eine Allergie, aber Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, für die Pfizer einen Impfstoffkandidaten gegen Anfang des Jahres angekündigt hat. "Das kann kein Zufall sein" ist ein beliebter Baustein in solchen Beiträgen. Mischen wir also alles mal wieder zu einem Beitrag, der Angst machen soll.
Es lohnt sich immer, solche Meldungen aufzudröseln. Das tut meines Erachtens sehr gut Mimikama in Österreich.
Morgen ist übrigens der Internationale Tag der Pressefreiheit. Ein wichtiger Tag. Er erinnert uns daran, dass Angriffe auf Journalismus in Deutschland längst mehr sind als ein Stören vor laufender Kamera. Es geht um Drohungen, psychischen Druck, Hass und Gewaltfantasien. Und es geht um den Versuch, kritische Berichterstattung mundtot zu machen. Hass wirkt – wenn wir ihn lassen. An all das muss ich auch denken an diesen herrlichen Frühlingstagen...
Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anni...
















Liebe Astrid,
AntwortenLöschendu hast so recht.
In letzter Zeit fällt mir das immer mehr auf, auch im Privaten.
Je weniger man (inhaltlich) zu sagen hat, desto lauter brüllt man. Damit es wohl nicht so auffällt, dass kein Inhalt da ist.
So werden leider die, die was zu sagen haben oder hätten, niedergebrüllt, damit sie schon rein akustisch nicht mehr zu hören sind.
Der Maispaziergang gestern im Wald. Du glaubst nicht, wie viele laut plärzend durch den Wald gezogen sind, das Radio bis zum Anschlag auf und die Bierflasche in der Hand. Das widert mich einfach an. Und es war nicht nur eine Gruppe und zog sich durch Geschlechter und Altersgruppen hindurch.
Rücksichtnahme wird wohl demnächst aus dem Duden gestrichen, dann kennt keiner mehr das Wort und die Bedeutung.
So, ansonsten hattest du auch durchaus schöne Momente in deiner Woche. Der Mai, der Monat der Verheißung.
Aber so traurig, wenn der Partner an der Seite fehlt, liebe Astrid. Das ist und bleibt eine Lücke.
Aber du versucht sie mit anderen schönen Begegnungen etwas zu füllen und das ist auch etwas, was nicht jede kann.
Viele liebe Grüße,
Claudia