Sonntag, 18. Januar 2026

Monatsspaziergang Januar 2026

Auch in das Jahr 2026 bin ich wie im Vorjahr mit einem "Spaziergang" zusammen mit meiner Tochter gestartet, diesmal bei einem Besuch der Stadt Freising. Dort habe ich im Diözesanmuseum und drumherum auf dem Domberg so viele visuelle Schätze "gehoben", dass ich die euch unbedingt zeigen wollte - weitgehend ohne zu detaillierte Erklärungen!
"Wir sind spirituelle Wesen, die physische Erfahrungen machen." 
James Turrell,  US-amerikanischer Land-Art-Künstler 

Dass das Museum auf einem Berg liegt, ist auf diesem Foto nicht unbedingt zu erkennen. Es führen diverse Wege vom Ort selbst hinauf, aber auch die Dombergbahn, ein Schrägaufzug. Das Museum selbst ist nach großem Umbau 2022 neu eröffnet worden und enthält angeblich "die weltweit zweitgrößte Kunstsammlung in der katholischen Kirche" nach dem Vatikan (Wikipedia).

Freising selbst ist eine ansehnliche Stadt in Oberbayern von knapp 50.000 Einwohnern an der Isar, ungefähr 30 Kilometer nördlich von München gelegen. Der Domberg kann als Sinnbild gelten für eine 1300-jährige Geschichte als fürstbischöfliches Zentrum der Gelehrsamkeit & Religiosität.

Das Teilmodell der Bebaung des Dombergs zeigt rechts vor dem großen Museumsbau die kleine Kapelle, die das ursprüngliche Motiv  für meinen Besuch in der Stadt gewesen ist. Dass der mir dann aber auch allerlei andere sinnliche Eindrücke beschert hat, habe ich nicht geahnt.


Zunächst haben wir uns dem Krippenzauber im Saal der Museumspädagogik zugewandt:

Dort ist zum einen ein großes Krippenpanorama installiert, dessen unendlich viele Figuren von Kindern gemalt & ausgeschnitten worden sind - rührend für mich als alte Grundschullehrerin!



Zum anderen wird dort ein großer Bestand an Kopfbedeckungen, Kleidung & anderer Utensilien bereitgehalten, mit deren Hilfe sich Kinder selbst als Figuren des Krippenspiels ausstaffieren können. Auch Engelsflügel können in einem Workshop hergestellt werden.


Dieser Engel befindet sich allerdings über dem Hauptaltar im Dom, der von den Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam 1723/24 rund um ein Gemälde von Peter Paul Rubens geschaffen worden ist.


Von deren Stil in bayrischen Barockkirchen inspiriert ist diese Skulptur des heiligen Geistes aus vergoldeter Bronze von Kiki Smith.




Marienfiguren aller Couleur gibt es aus historischer Zeit wie der Gegenwart zu bestaunen. Auch für neuzeitliche Menschen steht sie für Mitleid & Empathie, finde ich.





Marias Mantel ist die Kapelle gewidmet, aufgemauert aus recycelten "Kirchenbibern", den Dachziegeln einer alten Kirche im oberbayrischen Ruhpolding, die Kiki Smith für die Schutzmantelmadonna mit kleinen, feinen Werken ausgestattet hat, darunter das blaue Textilgewebe, welches in der Kapelle hängt und das nach Kikis Idee auch abgenommen werden könnte, wenn jemand Kälte & Not leidet.  Neben dem Mantel in einer Kerzennische befinden sich die Sterne, die oft Marien-Darstellungen schmücken.

Dieses Werk der Künstlerin außerhalb des eigentlichen Museumsgebäudes war der ausschlaggebende Impuls für diesen Ausflug. Gewünscht habe ich mir das, seit ich bei der Beschäftigung mit ihrem Werk davon Kenntnis bekommen habe. Kiki Smith, die heute ihren 72. Geburtstag hat, hat ihre vier mal vier Meter große, acht Meter hohe begehbare Raumskulptur zusammen mit den Architekten Brückner & Brückner und einer Schar kunstfertiger Maurer kreiert. 





Inspiration für das "Himmelsauge" in ihrer Kapelle könnte die Johanni- Kapelle im Dom gewesen sein, ebenfalls von Egid Quirin Asam gestaltet, nur dass dieses Fenster zum Himmel eher das Sonnenlicht symbolisiert, bei Kiki Smith ist es der Mond, das Zeichen der Maria, für die Weiblichkeit schlechthin. 

Zwischen den äußeren und inneren Seitenschiffen  des Domes ziehen sich beeindruckend prächtige schmiedeeiserne Ziergitter entlang. Diese vergoldeten, reich verzierten Werke sind Freisinger Arbeiten von ca. 1630.


Sterne auch hier: aus Stroh an den im Dom aufgestellten Weihnachtsbäumen.

Zart & filigran wie sie sind, haben mich die Berchtesgadener Drechselarbeiten aus dem 18. Jahrhundert berührt.








Was es mit diesem gefälligen Boot auf sich hat, habe ich nicht in Erfahrung gebracht, nur dass es im Zusammenhang mit dem heiligen Nepomuk, dem Brückenheiligen der Jesuiten, steht.

















Zuletzt lockte auch der Ort...

... und wir verließen das Museum durch das Foyer mit dem steinernen Engel "Arcangelo" der belgischen Künstlerin Berlinde de Bruyckere, die zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der Gegenwart zählt, und machten uns durch einen der hübschen Torgänge hinunter ins Städtchen. Ich hätte euch noch mehr als diese fünfundzwanzig Fotos zeigen können...

Ein besonderes 
an dieser Stelle an meine Tochter S.!

                                                                                                      
                                                               


Verlinkt mit Heike 3hefecit.

8 Kommentare:

  1. Was für ein wunderschöner Spaziergang! Man fühlt sich, als sei man dabei gewesen. Und die Schätze dort hoch oben über Freising sind schon etwas Besonderes. Danke für das Zeigen, auch an S.! Herzlich, Sunni

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  2. Wie schön! Da habe ich schon drauf gewartet, dass Du uns diesen Besuch zeigst. Und wie schön, dass Deine Tochter bei Dir war.
    Kiki Smith und das katholische Diözesan-Museum und der Dom von Freising, welche eine Kombination.

    Wunderschöne Kunst ist in diesem Museum zu sehen und Deine Fotos zeigen wie hochwertig die Kunstwerke und Handwerke sind und wie prachtvoll. Und auch wie kreativ - die Ausschneidearbeiten der Kinder an der Krippe.

    Die Schutzmantel-Marien-Kapelle von Kiki Smith ist wirklich etwas Besonderes. Ich freue mich, dass Du uns heute dorthin mitnimmst.
    "In echt" will ich dieses Jahr auch einmal diesen Ort besuchen.
    Dann ist sie heute vor 72 Jahren im evangelischen Nürnberg geboren. Warum ihre Eltern dort waren, weiß ich nicht. Sie ist ja in den USA aufgewachsen.
    Von ihrem Vater habe ich einmal Skulpturen im Kröller Möller Park in Otterlo gesehen. Nun möchte ich von ihr etwas sehen.
    Herzlichst,
    Sieglinde


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    1. Warum Nürnberg? Die Mutter war als Opernsängerin in D. engagiert, der Vater, der Bildhauer, begleitete sie durch Europa.-
      In München dürften Werke von ihr sein, hat sie doch ihr grafisches Werk der Staatlichen Graphischen Sammlung dort vermacht. Die Pinakothek der Moderne ist ja leider noch zu.
      LG

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  3. 🌹wie wunderschön...🌹geradezu andächtig betrachte ich diese Kostbarkeiten.🌹.jedes einzelne der Skulpturen - ein so schöner stiller ruhiger Post...zu dem ich nur - von Herzen Danke sagen kann... 🌹Angel....mir wird ganz warm...

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  4. Ein sehr beeindruckender und schöner Gang durch dieses Museum!
    Modernes und Altes sehr schön vereint!
    Die Kinderkznst für die bunte Krippe mag ich auch besonders. So unterschiedlich, so kreativ
    Dankeschön fürs Mitnehmen und sende liebe Grüße
    Nina

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  5. ich bin ganz verliebt in deine wunderschönen bilder des ortes und der ausstellungen. besonders berührt haben mich die beiden marienfiguren, jede so anmutig in ihrer eigenart. von kiki smith habe ich lange kein original mehr gesehen, schätze aber ihre werke sehr und freue mich, dass du hier diese wunderbare kapelle zeigst. ich habe mir im netz noch ein foto von außen (und von dem mantel) angesehen - ja, das müssen wirklich kunstfertige maurer gewesen sein! ich wusste nichts von dieser kapelle, kann aber soo gut verstehen, dass du sie gerne sehen wolltest.
    danke fürs mitnehmen an diesen äußert spannenden ort!
    liebe sonntagsgrüße von mano

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  6. Das war sicher ein wunderschöner Spaziergang, dein Blick ins Museum lässt einen ehrfürchtig werden. So viele Kostbarkeiten, Danke fürs Mitnehmen liebe Astrid. Einen schönen Sonntag wünsche ich dir.

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  7. was für ein wunderschöner Ausflug
    wunderbare Kunstwerke konntest du ansehen
    und die Krippe von Kindern gestaltet
    ist beeindruckend
    auch die Kapelle gefällt mir sehr
    schade dass es nur 25 Bilder sind
    (das hält mich meist ab einen Spaziergang zu verlinken )
    aber nichts desto trotz kannst du ja noch welche zeigen ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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