"Die… deren Taten euch auf der Seele lasten
und die euch das Herz immer wieder brechen,
pumpen wahnwitzig viel Energie und Milliarden
in Dinge hinein, damit ihr abstumpft.
Sie fluten die Welt mit Shit.
Denn sie möchten nichts mehr, als dass ihr resigniert.
Dass ihr fatalistisch euren Glauben in das Gute verlieren
und eure Mitmenschen hassen sollt."
Nic Hildebrandt
"Mein Heimatland ist derzeit in den Händen
einer korrupten, inkompetenten und verbrecherischen Regierung."
Bruce Springsteen
"I’m convinced we all died in 2020 and this is hell."
Daniel Nachum
"Wer zuerst lügt, hat den Vorteil im Netz."
EMS
Nach einer unangenehm schlaflosen Nacht kam ich am letzten Samstag nur schlecht in die Gänge und somit nur am Nachmittag zum Einkauf. Anschließend war ich gut durchgelüftet ( wieder knapp 6°C Höchsttemperatur ) und habe meine große Lade mit allerlei Nützlichem wie Plunder aufgeräumt. Um Struktur hineinzubringen, hatte ich mir kleine Kästchen aus Bambusholz gekauft. Anschließend habe ich noch meine Arztrechnungen saldiert. Und unvermutet war die Laune auf einmal besser.
Am Sonntag kam die Nachbarin von rechts nebenan mit sonnigen Blümchen vorbei und wir haben eine Stunde drinnen geplauscht. Nach dem Mittagsimbiss bin ich dann doch nach draußen, zum Friedhof, auch wenn sich meine Hoffnung auf Sonne nicht erfüllt hat.
Dafür fängt die Zaubernuss im Bestattungsgarten an zu blühen.
Der Schneeball/Viburnum tinus bringt auch etwas Farbe in die winterliche Tristesse. Meine Schwester machte mich darauf aufmerksam, dass die Luftqualität bei uns derzeit mäßig bis ungesund für sensible Menschen ist. Da bin ich froh, so eine "grüne Lunge" zum Spazierengehen zu haben! Kalt fand ich es nicht ( max. 2°C ); ich hab nicht mal die Handschuhe angezogen. Es herrschte ja auch absolute Windstille.
In der zurückliegenden Woche waren jetzt mal die Violin- statt der Pianokonzerte dran. Da bin ich ja den ollen "Schlachtschiffen" der Klassikszene mehr als verbunden, vor allem gespielt vom in Köln lebenden Geiger Frank Peter Zimmermann, den ich öfter in der Philharmonie gehört habe, als ich noch ein Abo mit meinem Mann selig hatte. Zimmermann ist so ein uneitler, nicht von Äußerlichkeiten angetriebener Virtuose, der keinen Wert auf Show, Glanz & Glamour legt, sondern auf Substanz setzt. Das gefällt mir und das höre ich.
Da war zunächst mal Beethovens Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 61, dann Mendelssohns Konzert für Violine und Streichorchester in e-Moll op. 64. Und um das Kleeblatt komplett zu machen, höre ich des weiteren noch Bruchs 1. Violinkonzert in g-Moll, op. 26 ( die YouTube-Aufnahme ist jetzt nicht so perfekt ). Ganz neu in "meinem Repertoire" ist Zimmermanns Aufnahme von Bartóks Violinkonzert No.1, Sz. 36 aus dem Jahr 2022. Das ist dann schon eine klitzeklein bisschen weniger gefällig, da musste auch ich mich zunächst einhören.
Durch glückliche Zufälle habe ich Hirschmedaillons bekommen ( nein, ich bin keine Vegetarierin, esse aber eher selten Fleisch ) und mir damit ein Sonntagsessen wie bei Muttern vor mehr als zwanzig Jahren bereitet. Es war ein Genuss, besonders & vor allem auf dem Hintergrund der Erinnerungen an sie, eine exzellente Köchin mit K.u.K.-Wurzeln.
Montagabend wieder Aquafitness. Blöd, dass ich immer noch im Dunkeln hinfahren muss. Noch blöder, wenn der Bus nach Hause ganz ausfällt. Aber es war letztendlich wieder ein schönes Gemeinschafts-Erlebnis, so mit den anderen Frauen & unserem Quotenmann.
Gelesen habe ich natürlich auch täglich. Ohne Literatur fehlt mir was. Masateru Konishi und sein Roman "Die Bibliothek meines Großvaters" ist jetzt nicht so ein anspruchsvolle Lektüre gewesen, aber unterhaltsam und wurde abgelöst von "Die geheime Macht der Düfte" von Robert Müller-Grünow ( mehr dazu am kommenden Montag ). Das war quasi ein Muss nach dem Besuch der Ausstellung in der Vorwoche. Bei mir duftet es immer nach "Mandarine rot" aus meinem Diffuser - mein unumschränkter Stimmungsaufheller!
Hobbymäßig habe ich wieder genäht: einen simplen Jersey - Anzug für die jüngste Enkelin, der die Basis für ihr Faschingskostüm werden soll.
Mein Zahnarzt versuchte mich in dieser Woche zur Frühaufsteherin zu erziehen.🤣 So ein Menschengeknubbel an & in der U-Bahn in solch früher Stunde bin ich gar nicht mehr gewohnt...
Ich hab mir dann ein wenig Winter von der Tochter geborgt, die wieder eingeschneit ist, während hier das Thermometer bei 2°C stehen geblieben ist. Statt mit Schneebällen habe ich mich mit kleinen Windbeuteln "beworfen".
Es gab für mich in dieser Woche unzählige ( fast zu viele, da verstörend ) bemerkenswerte Web-Fundstücke. Ich lege euch die Analyse der politischen Lage in den USA durch Bernie Sanders ans Herz. Und den Gastbeitrag von Timothy Snyder in der SZ. Und wer noch mag, hört sich noch Bruce Springsteen mit "Streets of Minneapolis" an...
Erneut ist also ein Mensch von zwei Männern der US-Grenzschutzbehörde CBP im Zuge der Abschiebepolitik des amerik. Präsidenten erschossen worden. Zehntausende gehen darum landesweit täglich auf die Straßen. Die Regierung verdreht die Faktenlage, obwohl gut dokumentiert, inzwischen auch durch einen Untersuchungsbericht, in dem keine Rede mehr davon ist, dass Alex Pretti nach seiner Waffe gegriffen hat.
Das waren zuletzt so Tage, an denen frau nicht nur kurz schluckt, sondern sich die Lust am Leben auf und davon macht. Jeder Tag vermochte - und vermag immer noch - sich zu einem Alptraum zu entwickeln. Nicht nur wegen der Brutalität, sondern wegen der Geschwindigkeit, in der die von der Politikwissenschaft und von der Publizistik gern als älteste moderne Demokratie bezeichneten Vereinigten Staaten umgekrempelt werden. Der 47. Präsident der USA ist die größte Gefahr seit Hitler. Seine Worte & Taten erinnern an die Logik des Totalitarismus unter diesem wie unter Stalin.
Er ersetzt Rechtsstaatlichkeit durch persönliche Tyrannei. Es ist nämlich nicht amerikanisches Recht, eine Stadt wegen ihrer Politik anzugreifen oder ihre Straßen mit Bundesbeamten zu überschwemmen, um Informationen über die Wähler eines Bundesstaates zu erhalten. Menschen, die das Gesetz vollstrecken, tragen keine Masken und dringen nicht willkürlich in fremdes Eigentum ein, greifen nicht an, schlagen nicht zu und töten nicht nach Belieben.
Frau kann es nicht oft genug sagen: Die demokratische Gesellschaft steckt seit 1945 in ihrer größten Krise. Und allzu weit weg von uns ist das auch nicht.
Die Vordenker & Anhänger dieses Autoritarismus sind auch in Europa gut vernetzt. Globale Tech-Milliardäre mischen sich ein, werben in Deutschland für Parteien und helfen dabei, extreme Positionen salonfähig zu machen. Auch bei uns im Land geht es nicht mehr nur um Parolen, sondern um Strategien, Behörden und ganz konkrete Pläne.Wir haben also Druck von außen wie von innen.
In Brandenburg diskutiert eine Abgeordnete der Blaunen öffentlich mit S*llner über "Remigration". Sie stellt in den Raum, ob "wir wirklich 82 Millionen Menschen in diesem Land" brauchen oder "nicht erstmal 60 Millionen ausreichen". In Bayern fordert man gleichzeitig eine eigene Abschiebepolizei. Die Eiskönigin der Blaunen hat es ja schon im Bundestag gesagt: "Wir haben immer das gefordert, was Donald Trump heute umsetzt."
Wenn ein Schiff zu sinken droht, dann sollte man/frau schnellstens den Kapitän wecken. Fraglich, ob uns das noch gelingt. Save our souls...
Verlinkt wieder mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht Weiß im Januar", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anita











Liebe Astrid ich nicke sehr zu deinem letzten langen Absatz im Post sowie zu manchem was gestern Abend in - den Gesprächen der NDR-Talk-Show spät nachts noch kam, mir zu vielen schlaflosen Nächten verhalf, so besorgniserregend hört sich Nachricht für Nachricht aus dem Aus - und Inland an...du bringst es wieder auf den Punkt vor dem viele die Augen verschließen...danke dass du aussprichst was viele denken und nicht zu sagen wagen...damit schließt praktisch der Januar seine Pforten und meldet weitere schlimme....
AntwortenLöschenherzliche Grüße und Dank in deinen Morgen...angel
Bernie Sanders Worte anzuhören empfehle ich ebenfalls! Es sind nicht nur Web-Funde und Berichte, die mir Sorgen machen, egal ob nach Westen oder Osten geschaut.
AntwortenLöschenEs bleibt zudem abzuwarten wie Mr. President auf Bruce Springsteen reagieren wird.
Bei diesen herrlichen Früchten vom Schneeball hätte ich garantiert nicht widerstehen können ein paar mitzunehmen, zum Farbe herstellen. Dafür hätte ich sicher noch ein Plätzchen gefunden.
Auf das Karnevalskostüm bin ich gespannt!
Mit vielen lieben Grüßen
Karin
Deine Woche war doch eigentlich ganz schön. Dass dein Zahnarzt denkt, er könne dich noch umerziehen ... 🙃
AntwortenLöschenGanz anders wird mir bei deiner weltlichen Zusammenfassung. Sogar ich, die kein politischer Mensch ist, bekommt kalte Füße. Dieser Präsident ist eine Gefahr und manchmal wünschte ich ... Es herrschen in Amerika gerade sehr gefährliche Zustände, die ohne weiteres auch schnell in den Rest der Welt gespült werden könnten. Ahh, das macht einfach nur Angst.
Lieben Gruß Andrea die immer wieder ja,ja nee,nee in den Ohren hat
Liebe Astrid,
AntwortenLöschenwenn ich nicht schon ewig lange Bruce Springsteen Fan wäre, dann wäre ich spätestens jetzt einer.
Einer, der den Mund aufmacht.
Mir kommen die Tränen beim Angucken des Videos.
Danke für's Verlinken, das war mir unbekannt bis eben.
Herzliche Grüße,
Claudia
o je, liebe astrid, es ist nicht schön was geht in der welt und bei uns. aber all das ist nur ein ausschnitt, und überall wehren sich menschen. ich hole mir immer wieder in erinnerung, dass das wichtigste unsere kraft ist, die wir uns nicht rauben lassen sollten. "nicht müde werden, sondern dem wunder...", schrieb hilde domin. in 4 wochen ist landtagswahl in BW, nutzen wir unsere kanäle zum einfluss. gestern waren 1500 menschen zur demo für das krankenhaus mosbach, bestimmte dinge sind daseinsvorsorge. nur mut, halte aus, wir machen mit, herzlichen gruß, roswitha
AntwortenLöschenB. Springsteen sang schon oft von Problemen, diesmal sehr sehr eindringlich.
AntwortenLöschenDeine Woche war zwar vom "matschig Wintwerwetter des Rheinlandes" geprägt, aber wie immer, hast Du das gut jongliert.
Liebe Grüße
Nina
Oh, die Hirschmedallions sehen toll aus... mit Knödeln und Rotkraut, so soll es sein! Ich esse auch wenig Fleisch, aber wenn, dann was Gescheites. :-)
AntwortenLöschenIch bin ja ein großer Fan von Bernie Sanders. Das ist mal ein alter weißer Mann, der klug und vernünftig ist. Und was für ein schönes, gepflegtes Englisch er spricht!
LG
Centi
Liebe Astrid,
AntwortenLöschendeine einleitenden Netzfunde und deine Gedanken, am Ende deines Wochenrückblicks, treffen den Nagel ma wieder auf den Kopf. Wie gut, dass du trotz der vielen Ereignisse in der Welt, deinen Blick auch auf die schönen Dinge lenkst. Sonst kann frau diesen (maskulinen) Irrsinn nicht ertragen.
Schön, dass du häufiger wieder an der Nähmaschine sitzt. Ich bin schon angespannt, wie deine diesjährige Faschingszauberei aussehen wird.
Herzliche Grüße aus dem kleinen Dorf zwischen den Meeren
Lydia
Deine Woche war gemischt für Leib und Seele.
AntwortenLöschenDie Fundstücke sind wirklich aufwühlend, so wie es die ganze Zeit ist.
Manche davon sind auch sehr hilfreich, damit frau nicht den Überblick und den Mut verliert.
So wie Dein Blog auch. Ich freue mich immer darüber, wie Du uns gedanklich mitnimmst, auch wenn die Inhalte schwer sind.
Gerade heute habe ich in einem anderen Blog kommentiert:
"Wir sind nicht allmächtig, wir sind nicht ohnmächtig, wir sind partiell mächtig."
Die kluge Ruth Cohn hat das gesagt im Rahmen ihrer Tätigkeit als Psychotherapeutin und "Erfinderin der TZI" .
Und wir tun gut daran, diese Erkenntnis zu nutzen.
Herzlichst,
Sieglinde
mmmm.. da hast du aber lecker gekocht ;)
AntwortenLöschendeine Woche war etwas durchwachsen
aber wohl durchaus positiv ..
das ist schön
den Schrott und Müll aus der Politik mag ich mir gar nicht mehr antun
und trotzdem freut es mich dass anscheinend immer mehr Menschen den Mut haben aufzustehen
auch wenn es ihr Leben kostet :(
ganz schlimm was im Iran passiert ist
man ist so auf die USA fixiert dass diese ungeheuerlichen Aktionen der Garden fast etwas unter gehen
was sind das für Monster die ihren eigenen Landsleuten absichtlich ins Gesicht und in die Augen schießen
man fühlt nur ohnmächtige Wut
ich wünsche dir eine gute Woche
Rosi
Eine gut gefüllte Woche mit vielen schönen Dingen und Themen, die mehr als nachdenklich machen, liebe Astrid.
AntwortenLöschenSchöne Sonntagsgrüße
Anita
Hallo Astrid,
AntwortenLöschenich mag Deine Wocherückblicke mit den schönen Fotos immer total gern lesen.
Sortiert habe ich am Freitag auch den ganzen Vormittag, was für ein schönes Gefühl wenn wieder Ordnung im Schrank herrscht und Du hast noch nette Blümchen vorbeigebracht bekommen, auch sehr schön.
Liebe Grüße
Manu
Liebe Astrid,
AntwortenLöschendeine Fotos sind wieder sehr ansprechend. Du hast einen sehr guten und interessanten Blick in deiner Stadt und auch die Zusammenstellungen gefallen mir. Wie schön, dass du ein Sonntagsessen wie bei Muttern genießen konntest - und dass du genügend Zeit zum Lesen hast.
Hab eine gute neue Woche!
Liebe Grüße
Ingrid
da hab ich doch hier tatsächlich noch nicht kommentiert... irgendwie war mir so, aber gesehen hatte ich deinen beitrag schon. sechs grad plus würde ich mir auch wieder mal wünschen, gerade haben wir jetzt noch minus 6 grad und das wird auch noch bleiben. ich wandere ins rheinland aus ;))!
AntwortenLöschenlass es dir gutgehen, liebe astrid, ich schicke herzliche grüße!
mano
ps: über den zahnarzt und die frühaufsteher-praxis musste ich grinsen, das geht mir auch öfter so!
...meine Blogrunde kommt verspätet, um mich für die Verlinkung zu MosaicMonday bedanken. Ein Hexenschuss bremst mich aus...
AntwortenLöschenHello,
AntwortenLöschenBeautiful photos, the witch hazel is pretty!
It is a scary time for my country!
I pray things get better, people stand up for Democracy.
Take care, have a great day!
Liebe Astrid,
AntwortenLöschenvielen Dank für deinen einfühlsamen und vielseitigen Wochenrückblick! Deine Mischung aus persönlichen Erlebnissen, kleinen Alltagsgeschichten und weiterführenden Gedanken macht richtig Lust, sich auch auf die eigenen Woche bewusst einzulassen. Ob der Jersey-Anzug für deine Enkelin (ich bin jetzt schon neugierig auf das Faschings-Endergebnis, das morgendliche U-Bahn-Abenteuer oder deine Lese- und Musik-Tipps – jede Facette hat wunderbar eigene Nuancen. Besonders beeindruckt hat mich, wie du es schaffst, Leichtigkeit und Tiefgang miteinander zu verbinden: charmante Alltagsszenen neben ernsten, nachdenklichen Themen. Das lädt zum Mitfühlen, Weiterdenken und Inspirieren ein. Danke fürs Teilen deiner Woche! Ich freue mich schon auf deinen nächsten Rückblick!
Liebste Grüße
Annette