Sonntag, 1. Mai 2022

Mein Freund, der Baum: Süßkirsche - reloaded

Auf die Suche nach einem neuen Baumfreund konnte ich mich auch in diesem Monat nicht aufmachen, was einmal am Gesundheitszustand des Gefährten lag, aber noch viel mehr an meiner eingeschränkten Bewegungsfähigkeit nach einer Ischias - Attacke. Also greife ich noch einmal ein älteres Porträt auf. Vor sieben Jahren hatte ich diesen Post schon einmal veröffentlicht und bei Ghislana/Jahreszeitenbriefe verlinkt, die damals Gastgeberin bei "Mein Freund, der Baum" gewesen ist.

 

Sie steht immer im Schatten der geliebten Magnolie, unser zweiter Hausbaum, eine Süßkirsche der Sorte Prunus avium subsp. duracina "Büttners rote Knorpelkirsche":


Tatsächlich steht sie auf unserem Grundstück südlich der Magnolie, wirft also teilweise einen Schatten auf diese. Da aber die Magnolie zuerst blüht, steht sie immer im Mittelpunkt unserer Frühlingssehnsüchte. Dabei ist die Kirschblüte nicht minder schön:


















Also eigentlich ganz ungerecht. Zumal uns dieser Baum alljährlich mit vielen ( zu vielen, ich bekomme dann immer Bauchschmerzen ) wohlschmeckenden Früchten versorgt ( hier zu sehen ).

Und die Rinde des Baumes bzw. die Veredelungsstelle finde ich auch viel interessanter als diese aalglatte der Magnolie:










Bei Kirschbäumen ist es nämlich so, dass Triebe veredelter Sorten auf einen Stamm einer Wildsorte ( "Unterlage" ) aufgepropft werden, denn nur so ist gewährleistet, dass die Sorte rein bleibt ( was bei Sämlingen eben nicht der Fall ist ), die Frucht also die gleiche Qualität & Schmackhaftigkeit hat wie bei der Elternpflanze. ( Wer mehr dazu wissen will, kann hier weiteres dazu lesen. )

Unser Baum ist ein sogenannter Hochstamm, was bedeutet, dass er richtig groß und alt werden kann. Der Nachteil ist, dass wir schon lange nicht mehr ohne Leiter an die meisten Früchte herankommen. Aber da wir Vögel lieben, lassen wir ihnen gerne diese Süßspeise nach ihrer aufreibenden ersten Brutzeit.


Nachbarskinder sind uns genauso willkommen!


Den Baum haben wir gepflanzt direkt nach dem Kauf unseres über hundert Jahre alten Hauses, auf dessen Grundstück nur ein Holunderstrauch, ein übel zugerichteter Rest eines Pflaumenbaumes und ein ebensolcher einer Edeltanne standen. 

Das war 1986. Ausgesucht hatten ihn mein Mann und mein verstorbener Bruder, ein Obstbauer. Anfangs hat der Baum sich mit dem Weiterwachsen sehr, sehr schwer getan, und mein Mann hat ihm jahrelang abends nach seiner Arbeit gut zugeredet.


Inzwischen hat er eine sehr breite Krone, einen Stamm von 103 cm Umfang ( vor sieben Jahren waren es noch 88 cm ) und ist so hoch wie die Magnolie, wenn nicht etwas höher. Er ist allerdings auch sehr lange nach guter Obstbauermanier beschnitten und gepflegt worden, zuletzt vor zwei Jahren, als einige Äste gut über die Mauer zum Hof der Nachbarn gewachsen waren.

Übrigens habe ich - neben der Schwäche für das Obst - auch eine für das Holz und ich liebe die alten Möbel daraus, die wir besitzen,  ganz besonders.

Source

Es lässt sich sehr gut bearbeiten und leicht polieren, so dass eine sehr glatte Oberflächen erzielt werden kann, was ich bei den Biedermeiermöbeln so schätze. Das Holz ist allerdings genauso beliebt beim sogenannten Holzwurm (Anobium punctatum)...

Jetzt seid ihr wieder eingeladen, eure Posts zu Bäumen aller Arten hier zu verlinken! Bis zum 28. Mai ist wieder Zeit dafür.


 

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11 Kommentare:

  1. Liebe Astrid
    Kirschen mag ich auch sehr und euer Baum hat schon eine beachtliche Höhe erreicht und das Mitten in der Stadt!
    Schön, dass ihr einen Hochstammbaum gepflanzt habt, auch wenn das Nachteile beim Ernten hat. Die Vögel freuen sich bestimmt sehr darüber. Bei uns hat es momentan viele Sperlinge auf dem Balkon, die irgendwelche Samen picken.
    Hoffentlich geht es dir und Herrn K. bald wieder etwas besser und ich wünsche euch einen wunderschönen Start in den Mai.
    Liebe Grüessli
    Eda

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  2. Büttners Rote. Oh boah, meine absolute Lieblingskirsche und ich bekam nie Bauchweh. Wir hatten eine in meinem Kindheitsgarten, bis sie zu alt wurde, nur noch harzte und gefällt wurde. Mittag für Mittag nach der Schule im Baum hängen und Kirschen essen bis zum Platzen. Von meinem Kinderzimmerfenster aus kam ich auch dran. Der Geschmack ist unschlagbar. Leider kann ich eine solche, weil starkwüchsig, nicht im Schrebergarten pflanzen und weiss in ganz Mainz keinen, der eine Büttners Rote hat. Oh Astrid, da hast Du mir eine kulinarische KIndheitserinnerung beschert! Ich danke sehr. Liebste Abendgrüße, Eva

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  3. Süßkirschen müssen einfach sein, oder?! Schon als Kind habe ich den Genuss der Knorpelkirschen geliebt und das ist auch so geblieben, liebe Astrid. Weißt Du das unsere Kirschbäume vorne im Garten schon grüne Früchte tragen? Die Amseln kommen schon jeden Tag gucken. Ich habe heute für dich einen hohen Buchenwald. Er existiert nahe der Naturwaldzelle "Niederkamp" und wurde ebenso selten bewirtschaftet. Dir und Herrn K. einen hoffentlich schmerzfreien und hellen Maitag. Herzlichst, Nicole

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  4. Oppps, hat blogger meinen gestrigen Kommentar verschluckt??? ;-)) Einen sonnigen Tag und rätselnde Grüße von Marita

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  5. Süßkirschen, die nur die Vögel bekommen, das ist wahrer Luxus. Ein wunderschöner Baum und bestimmt eine Freude.
    Solch eine sollst Du auch bekommen, daher ist per Post eine unterwegs.
    Weil ich keinen Baum verlinken kann, verschenke ich einen. Kleine Überraschung! :-)
    Herzlichst, Sieglinde

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    1. Jetzt bin ich aber neugierig! Gut, dass auch was in Gegenrichtung unterwegs ist zu deinem besonderen Ereignis heute!🤣😂🤣😂🤣

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    2. Nun bin ich aber auch neugierig!
      Meins wurde übrigens weggeschickt, da hatte ich noch keine Kenntnis von dem heutigen wunderbaren Ereignis... :-)

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  6. ein wunderbarer baum, der sich mitten in der stadt in eurem schönen garten wohlfühlt! unseren hochstamm haben wir 8 jahre später als ihr gepflanzt und er ist auch schon reichlich gewachsen. allerdings mussten wir ein paar äste stutzen, weil er uns so viel sonne genommen hat. bisher hat er das gut überstanden und liefert uns auch jedes jahr leckerste früchte - wenn denn die amseln nicht schneller sind als wir. aber die obere etage dürfen sie alleine verwalten, auf die hohe leiter mögen wir nämlich auch nicht mehr klettern.
    liebe grüße
    mano

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  7. Liebe Astrid,
    ich hoffe, mein Kirschbaum wird auch eines nicht allzu fernen Tages so viele Früchte tragen wie eurer. (Er ist erst ein paar Jahre alt, maximal zehn...)
    Weil ich in deinem oberen Post keine Möglichkeit zu kommentieren vorgefunden habe, hier nur eine kurze Bemerkung dazu. Ja, es sind die Kakerlaken, die überleben werden, falls... Und ja, es ist völlig unsinnig zu glauben, dass man etwas tun kann, um die Bedrohung abzuwenden. Es passiert oder es passiert nicht. Deshalb habe ich beschlossen, mein Leben so weiter zu leben, als gäbe es diese Bedrohung nicht. Weil es meine Lebensqualität so lange erhält, wie es geht... Vielleicht hilft auch dir dieser Gedanke...
    Ich wünsche dir in jedem Fall eine gute Nacht!
    Alles Liebe,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2022/05/wanderlust-blogparade-der-u30blogger.html

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  8. ein wunderschöner Baum der euch schon so viel Freude bereitet hat ..
    mein Vater hatte auch einen großen Kirschbaum mit diesen herrlichen dunklen Herzkirschen..
    jetzt steht nur noch ein Baumstumpf von ihm
    und er darf so langsm verrotten
    auch wenn er mir eigentlich im Weg steht ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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  9. Verwandte hatten früher auch einen riesigen Kirschenbaum im Garten, prächtig und meist übervoll mit Herzkirschen, sie waren als Kind meine Lieblingssorte. Leider musste der Baum dann gefällt werden, er war alt und morsch, und er hinterließ eine Riesenlücke. Mittlerweile mag ich auch keine Kirschen mehr, ich denke viel zu sehr an ihre möglichen tierischen Bewohner...

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