Freitag, 30. Juli 2021

Nichts Neues aus Raif-Badawi-Land

Wieder sind vierzehn Tage seit meinem letzten Post ins Land gegangen und uns hierzulande verschaffen ganz andere Themen Schnappatmung bzw. Aufregung & Empörung - Saudi - Arabien und der Stand der Menschenrechte dort gehört wahrlich nicht dazu. Aber ich hab's mir nun mal geschworen, freitags über den eingesperrten saudischen Blogger Raif Badawi, das Regime, das ihn festhält, sein Land, die Religion usw. zu schreiben, bis er in Freiheit kommt, also tu ich's. ( Dass es so lange dauert, hätte ich nie gedacht. Die Tübinger Mahnwache hat sich am letzten Freitag auch schon zum 241. Mal postiert... )

Der Mann, der damals Justizminister in SA war, als Raif verurteilt und ausgepeitscht wurde, der heutige Islamische-Weltliga-Präsident Abdulkarim Al-Issa, ist ein vom Westen hofierter Heuchler ohnegleichen. Damals im Amt hat er für die Verdoppelung der Todesstrafen und Auspeitschungen von Regimegegnern gesorgt, inzwischen lässt er sich als "führende globale Stimme des gemäßigten Islam" feiern. Darauf ist auch das American Jewish Committee (AJC) hereingefallen und hat ihn, "die mächtigste gemäßigte Stimme in der muslimischen Welt", 2020 zum Besuch des ehemaligen KZ Auschwitz eingeladen. Israel würdigte diesen Besuch als historisch, obwohl sich Al-Issa weigerte, mit israelischen Medien zu sprechen. Zuletzt hat er vom Rektor der UNO-Friedensuniversität, Abt. Genf, Rojas Aravena, ein Ehrendoktorat erhalten. Hat der Stadt aber dann doch nichts gebracht, denn das in Wien umstrittene König-Abdullah-Zentrum zieht jetzt nach Lissabon. In Genf soll stattdessen ein "Forum für den Dialog der Zivilisationen" durch die Islamische Weltliga eingerichtet werden. Dagegen regt sich aber Widerstand, da die Weltliga als Missionierungsinstrument der wahhabitischen Variante des Islam gilt. Und "gemäßigt" ist diese Richtung kaum zu nennen...


Vor vier Wochen hatte ich an dieser Stelle eine Liste der  "European Saudi Organisation for Human Rights", kurz ESOHR, über die in Saudi - Arabien mit der Todesstrafe bedrohten Menschen veröffentlicht. Inzwischen hat die ESOHR ihre Angaben korrigiert und spricht von 87 statt 39 Menschen, darunter neun statt vier Minderjährige.

Mir fällt dazu nichts mehr ein.



3 Kommentare:

  1. Ach Astrid, da ist man sprachlos. Also ich. Aber ich lese immer freitags bei Dir Deinen Post bis er frei ist und Du über etwas anderes schreibst.

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  2. Mir gehts wie Tina. Ich lese auch hier so lange und mache mir meine Gedanken.
    Manchmal glaube ich daran, dass sich was ändert und manchmal erscheint es mir einfach nur trost- und endlos. Ich bewundere die Menschen der Unterstützerkreise und Mahnwachen.
    Herzlichst, Sieglinde

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  3. ja.. und es wurden so viele Todesurteile vollstreckt wie noch nie
    es ist unfassbar wie sich manche Sand in die Augen streuen lassen
    die Saudis schielen nur nach Möglichkeiten nach dem Öl im Geschäft zu bleiben
    da hängt man sich schon mal ein Mäntelchen um
    der Wolf im Schafspelz kann seine Natur aber nicht verleugnen :(

    liebe Grüße
    Rosi

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