Samstag, 31. Juli 2021

Meine 30. Kalenderwoche 2021


"Die Welt ist einfach zu schnelllebig geworden, 
als dass die deutsche Politik 
noch zeitnah reagieren könnte.
Zum Beispiel der Klimawandel, 
kaum redet man 40 Jahre darüber 
- zack, schon ist er da."
Netzfund

"Als der individuelle Alltag noch kommunikativ 
durch Großfamilie, Firma, 
Nachbarschaft, Kirche und Gewerkschaften geprägt war, 
waren die gröbsten historischen Verirrungen 
noch vor dem Mittagessen ausgeräumt. "
.....
"Bewegungen wie die Querdenker 
sind der politische Arm der Einsamkeit."
Nils Minkmar

"Eine freie Gesellschaft lebt auch von der Empathie, 
der Achtsamkeit, des Achtens auf andere."
Gabriele von Arnim

Am letzten Samstag erreichte uns der Regen mittags wie angekündigt, als ich noch mit einer dringenden Sendung zur Post musste ( mein bunter Regenschirm ist leider nur im Fenster im Hintergrund zu ahnen ). Es war ein Regen von der sanfteren Sorte.


Beim sonntagmorgendlichen Spingsen durch die Badezimmerjalousie: Es ist wieder sonnig! Da macht das Geschenke verpacken im Wintergarten doppelt Spaß. ( Es wurde aber auch Zeit! )


Wenn frau schon um sieben auf dem Wochenmarkt ist wie ich am Dienstag, hat frau anschließend viel Zeit, endlich im Nähzimmer das große Aufräumen anzugehen ( die Besuchsenkel waren doch sehr irritiert von der Unordnung ). Zumindest ist der große Tisch mit den vier Maschinen wieder gut benutzbar und all die notwendigen Kleinigkeiten sortiert und an Ort und Stelle, auch Restepakete für Kitas gepackt und Schnittmuster (aus)sortiert, ins Nachbarschaftsnetz gestellt ( und auch einige schon los geworden )...


Nächtlicher Regen hat in dieser Woche meinem Schlaf nicht gut getan. Immer mal wurde ich wach und ging ans Fenster, um zu kontrollieren, ob wieder alles überflutet ist. Der Garten hingegen hat profitiert. Schon lange nicht mehr waren die Hortensien dort so üppig ( im Bild die Eichenblättrige Hortensie ).





Freitagmorgen: Schon recht warm und eher drückend. Ich hatte mir wieder einiges vorgenommen, ...







zum Beispiel ein Paket mit lauter Stoffresten auch an die Kita der Jüngsten in M. zu schicken... 





... und im Keller ( mit Saunaqualität ) die Regale zusammenzubauen. Kleine Pausen waren bei der Witterung immer wieder vonnöten.  




Ärgernis der Woche ( eher: Lüge der Woche ): Meine besonderen Freunde arbeiten weiter mit viel Energie & Fantasie daran, uns durch Desinformation zu verunsichern. Neuerdings wird national wie international verbreitet, dass etwa 600 Kinderleichen ( zwecks Steigerung des Empörungsfaktors wird auch manchmal nur von Babyleichen gesprochen ) in den Fluten im Ahrtal angespült worden seien und niemand wisse, woher sie stammten. Der gruselige Fund würde vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, einzig n-tv hätte am 22. Juli darüber berichtet. ( Der einzige tatsächliche Beitrag zum Thema von n-tv stammt vom 29. Juli und bezog sich auf die Warnung durch das Polizeipräsidium Koblenz, dass solche Falschmeldungen intensiv verbreitet würden. ) 

Einem Faktencheck unterzogen, finden sich absolut keine Beweise.

Es geht hier aber auch gar nicht um Fakten, sondern es geht um Mythen, Gefühlslagen und eine allgemeine Überzeugung unter den Produzenten solch irrer Falschmeldungen. Dieses Motiv wird in den typischen Q*Anon-Erzählungen genutzt wie der Geschichte von Kinder in unterirdischen Tunneln, die von „Eliten“ gefangen gehalten werden, um aus ihnen Adenochrom, einer angeblich verjüngenden Substanz, abzuzapfen. Wer diese vielbeschworenen "Eliten" sind, wird nicht weiter erklärt. Doch in den Q*Anon-Verschwörungserzählungen meint man häufig linksliberale Politiker, Demokraten oder Juden bzw. das sogenannte "Weltjudentum".

Diese Verschwörungserzählung mit uraltem Kern ( siehe auch dieser Post ) wird also aus Anlass der Hochwasserkatastrophe neu belebt bzw. mit neuen Motiven versehen. Kinder sind das absolut liebste Motiv der Szene, denn damit kann man die Empörung & Erregung auf die allerhöchste Spitze treiben und den Gegnern ( "Eliten" ) jegliche Daseinsberechtigung absprechen ( erinnert sei an "Pizzagate" ). 

Mit einer Tatsache wird der ganzen wüsten Story noch ein Echtheits-Zertifikat verpasst, liegt doch eine Art Tunnel oberhalb von Bad Neuenahr - Ahrweiler in den Weinbergen in Richtung Dernau, der ehemalige Regierungsbunker, eingerichtet als "Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes (AdVB) im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung derer Funktionstüchtigkeit". Der ist in den 1990er Jahren  stillgelegt worden und beherbergt heute auf 200 Metern ein Museum und ist Weltkulturerbe.

Aber bei so umfassenden Geschichten reicht es nicht aus, einzelne Fakten zu widerlegen. Dem Anhänger solcher Erzählkonstrukte erscheint ja alles in einem größeren Zusammenhang plausibel ( "alles hängt zusammen" ). Da wundert es nicht, dass man sich an solchen Mitmenschen die Zähne ausbeißt. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass es eine ganze Reihe Mitmenschen gibt, die - sagen wir es mal so -  recht einfach gestrickt sind und denen diese ganze Sphäre die Möglichkeit bietet, sich im Netz Aufmerksamkeit zu verschaffen, endlich auch mal gehört und gesehen, wahrgenommen zu werden. Das macht mich dann auch nachdenklich über das Miteinander in unserer Gesellschaft...

Wochenfreude: dass ich tatsächlich mit meinem ursprünglichen Vorhaben ( siehe oben ) beim Jahresprojekt ein bisschen vorangekommen bin. Immerhin kann ich jetzt am Tisch mit einer gewissen Freiheit nähen und drumherum ist wieder alles griffbereit. Das Chaos im Rücken muss noch etwas warten.


Nun setze ich mich in Berlin wieder zu Andrea Karminrot an den Tisch zum Samstagsplausch. In der Hauptstadt soll ja Großes geschehen am Wochenende, bekommt doch unsere Regierung die letzte Chance, von sich aus zurückzutreten ( verpasst sie die, soll ein ganz anderer Ton angeschlagen werden, so die Drohungen bei Telegram ). Nach der Revolution wird die Straße des 17. Juni in Straße des 1. August umbenannt, so der Leipziger Rechtsanwalt Ralf Ludwig. Wolfgang Greulich, Inhaber der Firma "WS-Datenservice", verspricht sogar, dass es am Montag eine verfassungsgebende Versammlung geben wird.
Vorher husche ich aber noch schnell in den Westerwald zu Wolfgang & Loretta und ihrem Sommerglück. Das entspricht wohl eher der Realität...


12 Kommentare:

  1. Eine Woche ohne Katastrophen, ist eine gute Woche...
    Und Aufräumen bringt einen gewissen Seelenfrieden. Besonders, wenn noch etwas Nützliches dabei für die Kita rauskommt.
    Geschenke einpacken macht Freude, das sieht man an der wunderhübschen Verpackung. Aber natürlich: Geschenke auspacken macht noch viel mehr Freude!!! Danke nochmals sehr herzlich Du Liebe, das war wirklich wunderbar! Eine große Freude!<3<3<3
    Nun sind bei mir die Festlichkeiten vorbei und ganz normale Wochenzeit hat wieder begonnen. Aber wie man bei Dir sieht, der Alltag bietet auch immer viel.
    Herzlichst, Sieglinde

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  2. Liebe Astrid,es ist so viel Geschwurbel unterwegs, das muss ich mir nicht antun. Meine kinder sind teilweise beruflich damit konfrontiert.... oh jeeeh. Dein Stoffregal gefällt mir. Das sind doch die wirklichen Erfolge. Freu dich drüber!
    Magdalena

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  3. Ich seh schon, du hast in der vergangenen Woche einiges angegangen und weggeschafft. Da ist wieder Luft zum Atmen.
    Selbige bleibt einem dann aber angesichts dieser Fantastereien schier weg. Seit dem Mittelalter hat sich da in den Köpfen noch nicht viel getan. Immer wieder Variationen der Kinderfresser...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Fleissig warst Du! Wie habe auch beim Regen sorgen oll geschaut, das wird wohl erst mal so bleiben.

    Ansonsten, positiv, Regale zusammenbauen, an Hortensien geniessen,...
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
    Nina

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  5. Eine erfolgreiche Woche liebe Astrid,
    ich mag solche Tage, wenn man was erledigt bekommt und von der Liste abhaken kann.
    Deine Auswahl im Stoffregal ist schon beachtlich.
    Ich wünsch dir heute ein gute Nacht, hier soll es trocken bleiben, ganz lieben Gruß
    Nicole

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  6. Was für eine bunte Woche bei dir, liebe Astrid. Wie wunderschön du Geschenke verpackst und wie liebevoll du sie aussuchst, das begeisterte mich wieder sehr. Noch einmal herzlichsten Dank! Ich habe mich so gefreut!
    Ja, die Schwurbeler! Manch einen möchte man rütteln und schütteln, nur ob das etwas bringen würde? Ich bin fast sicher, dass sie inzwischen so tief in ihrer Welt leben, da gibt es keinen Zutritt. Was für ein düsteres, böses Gespinst da durch die Lande wabert!
    Euch ein gutes Wochende ohne Regenangst! Herzlich, Sunni

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  7. Hallo Astrid,

    meistens lese ich nur still vor mich hin.

    Aber das Zitat unter der Überschrift "Als der individuelle Alltag..." spricht mir so aus der Seele.

    Stürzen sich manche nur auf Katastrophen, um sich von ihrem eigenen Elend abzulenken? Unglaublich, was in manchen Köpfen vor sich geht. Da möchte ich nicht im entferntesten einen Blick hineinwerfen, in diese Köpfe.

    Viele Grüße
    Claudia

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  8. Eine gut ausgefüllte Woche bei dir, liebe Astrid und tolle Farben hast du in deinem Stofflager gesammelt...das sieht schon richtig professionell aus und ich bin beeindruckt von vier Maschinen. Deine Netzfunde sind wieder mal klasse.
    Ich wünsche dir einen gemütlichen Abend und einen guten Start in die Augustwoche.
    Lieben Gruß, Marita...die gerade einen Post verlinkt hat und ich hoffe, es passt.

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    1. Ich hab insgesamt sogar sieben Maschinen, es kann ja was mittendrin kaputt gehen 🤣🤣🤣
      Gute Nacht!

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  9. Da bin ich doch gestern Abend tatsächlich beim Kommentieren eingeschlafen - hat aber nichts mit deinem Blogpost zu tun! Der war nicht einschläfernd! :D Fleißig warst du! Und ich dachte ich wäre für meinen normalen Haushalt mit zwei Nähmaschinen gut bestückt! Hüstel. Ich zähle mal nicht meine Geräte zum Spinnen und Zubehör. Hast du auch eine Coverlockmaschine? Mit solch einer Maschine liebäugel ich noch.
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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  10. Bewundernswert, was du alles schaffst, liebe Astrid. Ich habe auch einige "Ecken" die ich mal ausmisten sollte... Und ich habe ein Zimmer, wo ich am liebsten die Türe zu mache ;-). Aber es tut der Seele gut, wenn alles wieder so schön ordentlich ist, gell. Feine Stöffchen hast du da noch im Regal. Da können die 4 Nähmaschinen noch einiges rattern.
    Liebe Grüße und eine gute Woche!
    Ingrid

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  11. Ich habe den Sturz der Regierung verpasst!!
    Verdammt... unglaublich, was sich diese Leute ausdenken um die Menschen verrückt zu machen. Ich habe beim Lesen die ganze Zeit den Kopf schütteln müssen.
    Ob das je wieder aufhören wird?
    Kopfschüttelnde Grüße
    Andrea

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