Samstag, 31. Oktober 2020

Meine 44. Kalenderwoche 2020

"Ein leeres Fass poltert am lautesten!" 
Armenisches Sprichwort

"In Asien ist es üblich, 
dass, wenn man erkältet ist, 
'ne Maske trägt - aus Rücksicht. 
Ein Wort, was dieses Land immer mehr verlernt hat, 
wenn es das denn je ernsthaft begriffen hat."
Leserzuschrift in der Tageszeitung

"Die Vernetzung ermöglicht heute 
ein exponentielles Wachstum an, 
salopp gesagt, Bullshit."
.....
"Die Menschen brauchen 
ein starkes intellektuelles Immunsystem."
Harald Lesch, Astrophysiker

"Autokraten binden die Minderheit durch die Aussicht auf Vorteile an sich."
Daniel Ziblatt, Politologe

"Ich werde nie wieder fragen, wie das mit Hitler in Deutschland passiert ist."
Stuart Stevens, ehemaliger Präsidentenberater



In der vergangenen Woche konnte man anfangs dem herbstlichen Maler vom Wintergarten aus mit Muße zuschauen, denn es war klar: "Am Ende falln sie runter."

























Und dann war Schluss mit der "quality couch time", stattdessen gab's täglich Laubfegen! In diesem Jahr hatten wir ja nicht so eine liebe Hilfe wie im letzten, denn das Reisen mit der Bahn unterlassen wir momentan mal.


Buntes Laub allerorten - im Laufe der Woche immer "gehäufter" auf dem Boden, nicht nur bei uns:






Es freute mich allerdings, dass der Herr K. und ich in dieser Woche in unserem Garten damit ganz gut alleine klar gekommen sind. 

Sehr viel langwieriger ist es, dass für ein Neupflanzung vorgesehene Beet vom Efeu zu befreien. Mein Ischias! Aber der Physiotherapeut des Gefährten hat auch in dieser Woche mal bei mir sozusagen Hand angelegt...


... und schwuppsdiwupps! hatten auch wir am Donnerstag sogar am Niederrhein einen blauen Himmel und ich keine Beschwerden mehr!

Das grüne Ding unterm Tisch ist übrigens das Teil, mit dem ich das Laub ans andere Ende des Grundstücks bringe, wo unsere Kompostanlagen stehen. Bei uns werden auch nur die schmalen Wege und die Plätzchen laubbefreit, schließlich läuft man als alter Mensch schnell Gefahr, darauf auszurutschen - immerhin hat es in diesem Monat um Einiges mehr geregnet als im langjährigen Mittel.

Ansonsten war ich in dieser Woche nur einmal außerhalb unseres Hauses, bei der Obst- & Gemüsefrau. Dennoch hatte ich täglich ( niedrige ) Risikowarnungen. Des Rätsels Lösung: An unserer Küche mit dem ein Meter breiten Bürgersteig davor laufen täglich viele Menschen vorbei, auch vom Hospital ( dort ist wieder einiges los, was Covid19-Patienten anbelangt ). Und in der Küche liegt mein Smartphone oft den ganzen Tag herum...


Erkenntnis der Woche: "Durch die inzwischen kaum noch aufzulösende Verbindung zwischen politischem und religiösem Glauben ist Amerika in der fatalen Situation, dass das religiöse Leben durch politische Interessen korrumpiert und die Politik zur Quasireligion erstarrt ist. Das führte zu Amerikas gefährlichster Paradoxie, nämlich der, dass das Volk mit den besten Universitäten, den meisten Nobelpreisträgern und den erfolgreichsten Hightech-Unternehmen in seiner Mehrheit die Evolutionstheorie für falsch hält, die Bibel wörtlich nimmt und dem Staat misstraut. In diesem Land gibt es Menschen, die nach Öl bohren, das vor Millionen Jahren entstanden ist, und dennoch glauben, dass Gott die Welt vor 6000 Jahren geschaffen hat", heißt es in diesem aufschlussreichen Artikel von Hans-Dieter Gelfert in der "ZEIT". 

Der gibt einen guten Überblick über Geschichte, Verfassung, soziale Gepflogenheiten der Staaten, die einer wie mir, die reichlich Kenntnis hat von der christlichen Lehre dank entsprechend lückenloser Sozialisation bis zum Abitur, diese irren Widersprüche in den USA erklärt, dass man nämlich so jemandem, der nicht mal im Ansatz von den Zehn Geboten gehört, geschweige sich an diesen orientiert, zu einem Heilsbringer, zum Erretter vor dem Bösen kürt. ( Hoffentlich ist der Beitrag nicht wieder hinter der Bezahlschranke! ) 

Neuester Ausspruch des Herrn: "Unter einem Präsidenten Biden gibt es kein Öl, keine Waffen und keinen Gott." - "God bless you, America!"

Lektüre der Woche: Elke Heidenreichs "Männer in Kamelhaarmänteln" zum Abtauchen in andere Sphären geeignet, da das Thema "Mode" momentan bei mir sonst so gut wie keine Rolle spielt.

Musikalische Entdeckungen: Lucy van Kuhl & Lars Edlich "Abstand"; und für die kölschen Leser & Leserinnen meines Blogs bzw. Anhänger des kölschen Fasteleer gibt es dann noch "Karneval mit Abstand" von Mann, Sieber!

Video der Woche, gesehen quasi als Zynismus - Pophylaxe, die einem in Anbetracht der Verhältnisse hier & anderswo zu befallen droht : "Borat Anschluss Moviefilm" - eine Eulenspiegelei, nicht frei von typischem Pennälerhumor, also hart an der Grenze des Geschmacks, denn sie stellt bestimmte Akteure des trumpschen Amerikas ganz schön bloß, dass es einem schon mal selber peinlich wird, so frei tragen die Leute ihre Ansichten nach außen. Anrührende Sequenzen gibt es auch, Abstoßendes, Irritierend - Uneindeutiges, Absurdes... Was bleibt zum Schluss? Die Erkenntnis, dass es nicht der Film ist, der peinlich ist: Die Hosen hat die US&A längst runtergelassen!

Was mich stört:  Der Film bestimmt über die weltweite Wahrnehmung von Kasachstan und seinen Menschen. Borat profitiert davon, die Kasachen aber überhaupt nicht. Die leben schon seit bald 30 Jahren unter autokratischen Verhältnissen unter Missachtung sämtlicher Menschenrechte und keinen im Westen kümmert's.

Ärgernis der Woche: dass Menschen sich als völlig "normal" betrachten, die Presseleute bedrohen oder handgreiflich werden! Beispielsweise bekommen die bei den Demonstrationen zu hören, dass sie, da ja "mitschuldig", beim "Umsturz wie alle anderen Systemjournalisten an einem Baum hängen werde(n)". Auch der politischen Führung wird das angedroht und das "Hängt sie auf!" wird immer häufiger, immer lauter geschrien. 

Für mich ist das nicht normal, sondern einzig & allein rechtsradikal.

Wochenfreude: dass sich immer wieder neue Leser*innen bei mir im Blog einfinden und sich in die Leser*innenliste eintragen.








Verlinkt mit dem Samstagsplausch bei Andrea und dem Herbstglück bei Loretta & Wolfgang

Kommentare:

  1. Angesichts der herrlichen Farben wünsche ich mir den Oktober immer 30 Tage länger, aber irgendwann liegt die ganze Pracht denn doch unten. Als ich von deinem Laubfegen las, hatte ich gleich das Video vor Augen, das mir meine Tochter vor einer Woche schickte. Da sprangen die Kids von der Baumschaukel in den Laubhaufen. Du darfst dir die Höhe des Laubberges vorstellen. Nein, kein Neid, gestern kam das erste Schneefoto...
    Deine Ärgernisse und Erkenntnisse lassen einen mehr gruseln als Halloween es je könnte.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Liebe Astrid, das war ja sozusagen eine Farben- und Baumwoche mit Blätterwerk. Mich ekelt das Plakat unten so sehr, dass ich dazu nichts mehr sagen kann als: So hat es 1933 angefangen. Gnade uns Gott...Sunni

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  3. Die Erkenntnisse bezüglich gewisser Parallelen könnten wir auch schon feststellen, als mal wieder Geschichte und Gegenwart ein Thema waren.
    Ja, wie schnell das schöne Laub plötzlich unten liegt und glitscjig wird. Hab ich Dir schon für die Sonnenstrahlen gedankt, die Du vorbei geschickt hast?
    Hoffentlich könnt Ihr sie auch noch sehr ausnutzen.
    Geniesst den Tag und liebe Grüße

    Nina

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  4. Ja... das liebe ich, die Situation genau auf den Punkt zu bringen. Minimal reduziert. Da wird alles ganz eindeutig klar und einfach.
    Hier und auch bei mir...

    Astrid, Du bist wunderbar! Danke für Deine Worte.

    Herbstverwirbelte bunte Grüße von Heidrun

    PS: die Heidenreichsche Lektüre springt mich an.

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  5. Ich liebe Deine Zitate am Anfang des Posts liebe Astrid,
    da nehme ich mir jedes Mal die Zeit, sie nachzulesen und mir meine Gedanken zu machen.
    Das im Stern mit Steven Stuart hat mich besonders angesprochen, Trump und Hitler zu vergleichen, das hat schon was, mich gruselt's, nicht nur, weil Halloween ist.
    Ansonsten war Eure Woche ja recht ruhig aber gut, Blätter fegen macht mir immer Spaß, das ist so schön meditativ, grins.
    Euch einen schönen Abend, macht es Euch kuschelig, lieben Gruß
    Nicole

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  6. Guten Morgen liebe Astrid!
    So schöne Herbstfarben wieder, diese Rottöne haben es mir angetan!
    Ja in Asien tun sie es freiwillig und die Achtung vor fremdem Leben ist wohl auch ein wenig religionsbedingt. Dagegen alles, was unter Zwang geschieht - vielleicht sollte man Masken einfach verbieten? ;)
    Morgenrot für einen schönen (Garten)Sonntag
    Mascha

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  7. Guten Morgen Astrid,
    so schöne Herbsteindrücke überwiegen ... die Natur gibt momentan alles, so als wolle sie uns für die schräge Gesamt-Situation bzw. das Weltgeschehen entschädigen. Um die innere Balance zu halten, muss ich einfach die Natur genießen, sie gibt Trost und Ruhe.
    Hab einen gemütlichen Sonntag sowie einen guten Start in den November - lieben Gruß, Marita

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  8. Wieder eine Woche mit grundlegenden Erkenntnissen. Deine gesammelten Aphorismen und Zitate sind immer so ausdrucksstark und passend. Allein dafür lohnt es sich schon Deinen Blog zu lesen!
    Blätter lesen hingegen ist eine ganz andere Variante und ich finde es toll, dass Ihr das alles so gut hinbekommt in Eurem schönen Garten. Richtig sportlich ist das und dabei so farbenreich!
    Der November bringt dann mehr das Meditative und heute hat er bei uns schon mit viel Regen angefangen. Aber wir sind immer noch froh um jeden Tropfen...
    Einen ruhigen Novemberanfang wünsch ich Euch beiden, ab Mitte der Woche wird's noch aufregend genug! Ich befürchte schlechte Nachrichten von jenseits des großen Teichs. Hoffen tu ich aber auf gute!
    Herzlichst, Sieglinde


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  9. Liebe Astrid,
    deine Zitate treffen immer auf den Punkt und begeistern mich. Wo nimmst du die nur immer alle her? Der Beitrag in der ZEIT ist leider tatsächlich hinter der Bezahlschranke, obwohl sie einem erstmal etwas anderes suggerieren (lesen mit Werbung.) Egal, dieses Thema wurde interfamiliär auch so ausreichend beleuchtet, es gibt ja reichlich Quellen, um sich über das widersprüchliche Amerika zu informieren. Jetzt bin ich wirklich mal auf den Wahlausgang in den USA gespannt. Und wie sich Toleranz und Vernunft, bzw. das absolute Gegenteil davon, bei uns in Deutschland Weiterentwicklung. Das beobachte ich schon mit entsprechender Besorgnis.
    Herzliche Grüße - Elke

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  10. Dein erstes Zitat ist die perfekte Zusammenfassung für viel Probleme. Danke! Fein, dass der Physiotherapeut ein beherzter Mensch ist!

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  11. Ja mit dem Laub zusammen nehmen kehrt die Zeit im Hause zu bleiben ein. Obwohl im Winter trifft man mich mehr am See an als in der warmen Jahreszeit. Die stille und nur der Gesang der Vögel zieht mich an. Die Wahlen über dem Teich nehmen so viel Raum ein, obwohl es vor der eigenen Tür auch genug zu kehren gibt. Freu liebe Astrid, die Post ist angekommen, leider noch nicht bei mir.
    L G Pia

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  12. Ich freue mich dass ihr mit dem vielen Laub klar kommt. Glitschig werden Laufwege auf jeden Fall, wenn sie belaubt sind. Da passe ich auch immer besonders auf.
    Ich habe beschlossen ich ärgere mich am Wochenende nicht mehr über andere Menschen. Twitter bleibt zu, da bekomme ich nach 10 Sekunden lesen schlechte Laune.
    Diese Woche wurden wir in der Praxis so böse beschimpft, wir sind noch ganz geschockt. Das darf doch nicht sein. ;(
    Lieber schaue ich mir deine herbstlichen Fotos an.
    Liebe Grüße Tina

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  13. Liebe Astrid,
    Laub fegen ist jetzt auch bei uns über Wochen angesagt. Das dauert bis alle Blätter von den Bäumen sind. Wir lassen das Laub immer im Garten an bestimmten Stellen liegen.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag und bleib gesund.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  14. Die letzten Tage waren wettertechnisch (bis auf Freitag) doch wirklich wunderbar, nicht wahr?! Astrid, ihr wart bei uns am Niederrhein? In meiner Nähe? Tss..! Und Ihr beiden wart ganz alleine fleißig im Garten?! Wo ist denn Eure liebe Hilfe hin? Euch einen kuscheligen Nachmittag! Regnet es bei Euch auch? Lieben Gruß, Nicole (die Deine Kurzhaarfrisur einfach nur klasse findet!)

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    1. 😂😂😂 Köln liegt doch am Übergang vom Mittelrhein zum Niederrhein! Darin war auch der Reichtum & die Macht der Stadt im Mittelalter begründet: In Köln mssten die Schiffe gewechselt werden, vom Oberländer zum Niederländer Schiff, die Waren also ausgeladen und im Stapelhaus den Kölner Kaufleuten zum Kauf angeboten werden ( sogenanntes Stapelrecht ). Im Gegenzug bekamen die Waren ein Kölner Siegel, ein Qualitätsmerkmal, das damals Geld wert war. Du siehst, ich habe einen gewissen Stolz, was meine (Wahl-)- Heimatstadt betrifft.
      GLG

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    2. Lach... so, so Köln als Brücke zum Niederrhein. Okay.. ich beuge mich Deinem Wissen. Astrid, wusstest Du, dass meine Urgroßeltern Rheinschiffer waren. Für den Onkel meines Vaters war Köln sogar der Heimathafen ;) Die anderen kommen aus der Nähe von Remagen. Liebste Grüße zurück, Nicole

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  15. Beautiful shots of nature.It would be my pleasure if you join my link up party related to Gardening where you can share about plants and flowers here at http://jaipurgardening.blogspot.com/2020/10/garden-affair-bleeding-heart-vine.html

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  16. Sehr schöne Herbstimpressionen bei dir, liebe Astrid! Finde es prima, dass ihr beide mit dem Laub ganz alleine klar kommt. Bei gutem Wetter macht eurch dies evtl. sogar Spaß... Wie gut, dass der Physiotherapeut deinen Ischias behandeln konnte und es dir besser geht.
    Heute war das Wetter ja gigantisch und wir haben auch im Garten gewerkelt. Bei uns fällt zum Glück nicht so viel Laub an.
    Lasst es euch weiterhin gutgehen und bleibt gesund - und bitte kein Küchenfenster zum Gehweg aufmachen ;-)!
    Ganz liebe Grüße
    Ingrid

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  17. ha, ha, das erste zitat fasst wirklich einiges zusammen!!
    von ischias kann ich auch ein lied singen, die letzte wanderung war dann doch zum schluss etwas schmerzhaft... laub fegen macht erfreulicherweise noch herr mano, aber es gäbe noch genug andere gartenaufgaben, die jetzt warten müssen. aber unordnung im garten ist ja gut für allerlei andere lebewesen!
    sei herzlich gegrüßt von mano

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  18. auch eine bunte Woche bei euch ;)
    ja das Laub rieselt ..
    in der Stadt stehen die großen Platanen da werden sie der Berge nicht Herr
    und jetzt regnet es wieder
    Laub kehren wenn es trocken ist mach schon Spaß ;)
    schön dass ihr es alleine hinbekommen habt
    meinem Vater geht es von Tag zu Tag besser und das entlastet mich dann auch

    heute kam ich wieder an den roten Bäumen vorbei..alles Laub ist unten
    wie gut dass ich es noch einfangen konnt
    dafür gab es einen grandiosen Abendhimmel bei der Scheune
    ein paar Tränchen vergossen..aber das wird wohn die nächste Zeit öfter mal passieren..
    passt gut auf euch auf

    Rosi

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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