Samstag, 4. Juli 2020

Meine 27. Kalenderwoche 2020

"Gewaltprävention 
ist ein langwieriges
und für die Laien auf den ersten Blick 
unsichtbares Handeln. 
Sie zielt auf Stärkung der Persönlichkeit, 
die Ausbildung von sozialer Wahrnehmung, 
kontrolliertes Handeln, Konfliktfähigkeit, 
gewaltfreie Kommunikation 
und schließlich Vermeidung von Straftaten."
 Ahmet Toprak, Erziehung- und Sozialwissenschaftler


Dass männliche Wesen in ihren jungen Jahren schon mal zur Gewalt neigen, ist ein uralter Hut. Von meinem Vater weiß ich von Straßenschlachten zwischen den Jungmännern aus seinem Dorf ( katholisch ) und denen aus dem Nachbardorf ( evangelisch ), wobei Alkohol & Gruppendruck auch immer eine immense Rolle spielte, es Verletzte gab, und der "Gendarm" manches Mal einschreiten musste. Das war direkt nach dem Krieg.



Ich erinnere mich aus dem Jahrzehnt darauf an die Halbstarken ( deren Haare und Kleidung ich höchst spannend fand, weil so anders ). Ich erinnere mich aber auch, dass das oft "Flüchtlingskinder" waren, mit ihren großen Familien in Ein-Zimmer-Küche-Abstellkammer-Wohnungen wohnten und denen die autochthonen Jungmänner zeigen mussten, dass sie als "Ureinwohner" das Sagen haben und die "Chefs" im Dorf sind.



Meine erste Staatsexamensarbeit in Pädagogik hatte das Thema "Aggression". Ich beschrieb und untersuchte darin die unterschiedlichen erzieherischen Konzepte, wie mit Gewalt umzugehen sei. Parallel dazu arbeitete ich in einem Jugendfreizeitheim im eher "proletarischen" Bonner Norden und machte so meine Erfahrungen mit Jugendlichen, die weniger Bildung genießen durften als ich. Die Art und Weise, wie dort Konflikte ausgetragen wurden, hat mich, die von allem fern gehaltene Nonnenschülerin, oft schockiert, und ich war froh, dass wir männliche Sozialarbeiter an der Seite hatten.

Schöne Blumenarrangements scheinen immer wieder mal zu provozieren...




Nach einem Jahr Referendariat in einer Hauptschule in einer kleinen Stadt zwischen Köln und Bonn, in einer Klasse, die ausgesprochen bildungshungrig war und mit einem Mentor, der schon damals diesen Kindern jede Menge Perspektiven eröffnete und ihr Selbstwertgefühl stärkte, kam ich mit 24 Jahren an eine Gesamtschule. Was da in meiner allerersten Klasse als Junglehrerin an Aggressivität geboten wurde, das hat in mir oft den Wunsch erweckt, mich ganz tief in die hinterste Ecke zu verdrücken. Was da alles abging, mag ich hier gar nicht aufschreiben, das würden manche auch gar nicht glauben. Es war die Aufgabe, der ich mich ab nun stellen musste.



Ich habe in der Zeit viel gelernt, vor allem, dass Gewalt immer auch ein Schrei nach Beachtung ist und aus einem Ohnmachtsgefühl heraus entsteht, aus Sprachlosigkeit und subjektiv erlebter Ungerechtigkeit, aus Langeweile, da kein sinnstiftendes Ziel vor Augen. Jugendliche, die für irgendwas "brennen" sind da ganz anders drauf. Und dann: Der Mensch als soziales Wesen möchte irgendwo dazu gehören, da ist jede noch so fragwürdige Gruppe besser als gar keine, vor allem, wenn es an eigener Stabilität fehlt.



Später habe ich ja nur in Grundschulen gearbeitet, also mit jüngeren Kindern, da sieht die Gewalt dann doch etwas harmloser aus - genau da ist aber auch die Möglichkeit, etwas zu tun! Und ich habe in einer der Schulen auch erlebt, dass Eltern bereit waren, da mitzuziehen und nicht alles kleinzureden, was unter den Kindern so passiert ist, und wir alle gemeinsam ein Projekt zu gewaltfreien Lernen über mehrere Jahre durchziehen konnten. Es war anschließend nicht eitel Sonnenschein, aber viele Kinder erfuhren eine Stärkung, durch sich selbst wie durch die Erwachsenen, die für sie verantwortlich waren.



Warum ich das heute aufgeschrieben habe? Weil ich genau das wichtig finde, die Verantwortung aller in einem Gemeinwesen, daran zu arbeiten, dass Gewalt weiterhin minimiert wird - und das wird sie tatsächlich, entgegen der Panikmache, die gewisse Kreise wieder schüren, das kann ich aus meinen beruflichen Erfahrungen in über vierzig Jahren nur bestätigen.



Wie wenig man bereit ist, sich mit Gewalt junger Menschen auseinanderzusetzen und sich dieser Aufgabe tatsächlich zu stellen, zeigt, dass man so eine - zugegebenermaßen grenzwertige, auch in meinen Augen - Kolumne verantwortlich macht für nächtliche Randale. Als ob gerade DIE jungen Menschen "taz" lesen würden!


Erkenntnis der Woche: dass ich momentan absolut keinen Bedarf an Auseinandersetzungen mit Leuten habe, zu denen kein reziprokes Verhältnis bestehen kann. Hej, das ist hier ein kostenloses, freiwilliges Unterhaltungsangebot! Als Dank dafür von Einigen gesagt zu bekommen, was frau zu tun und zu lassen hat - geht's noch? Ich habe das Blog nicht eingerichtet, um ein Diskussionsforum aufzumachen - da gibt es genug andere Möglichkeiten -, sondern um Gleichgesinnte zu finden. Wem meine Interessen & Absichten nicht passen, der findet sicher genug andere Angebote oder schafft selber eines. Und wenn die Neugier sich nun gar nicht bezähmen lässt, zu gucken, was ich hier treibe, dann ist das doch nicht mein Problem. 

Videoentdeckung der Woche: Sarah Cooper und ihre lippensynchronen Parodien der irrsten Wortbeiträge  des Trumpeltieres zur Corona-Epidemie auf YouTube

Lektüre der Woche: Der Gastbeitrag von Ahmet Toprak in der "Zeit" ( hoffentlich nicht hinter der Bezahlschranke! ) aus dem das einleitende Zitat stammt, fasst noch einmal prägnant zusammen, was hinter der durch Jugendliche ausgeübten Gewalt steckt. Und dann noch die Reportage über eine Corona-Patientin, wochenlang im Koma in einer Berliner Klinik, über ihre Ärzte und Pfleger, ihre Familie - ich saß hinterher mit Tränen in den Augen da. ( Ich befürchte nur, er wird die nicht erreichen, die sich solche Berichte zu Herzen nehmen sollten. ) Und weil man über das Elend, das über die "Führernation" der westlichen Welt gekommen ist, nicht oft genug deutlich machen kann, empfehle ich dieses Interview mit Martha Gessen über die zerstörerische Kraft des amerikanischen. Präsidenten.

Rezept der Woche: ein vor Jahr & Tag veröffentlichtes Rezept eines Sommersalates mit Grillgemüse von Pomponetti

Wochenfreude: Die verschaffen mir dann all DIE Leserinnen, besonders auch die sogenannten  Stillen, die in ihren Mails und Kommentaren deutlich machen, dass sie meine Lebenslage wahrnehmen und einschätzen können und mir deshalb auch viel aufbauendes Feedback zukommen lassen. Das ist zu meinem Glück die übergroße Mehrzahl. Und dann hat auch noch Katrin/a daily perfect moment, die auf ihre liebenswürdige Art nicht locker gelassen und mich besucht hat, mir eine weitere Wochenfreude beschert. Danke!










Verlinkt mit dem karminroten Samstagsplausch und dem Gartenglück bei Loretta & Wolfgang

Kommentare:

  1. Ich sag nur: "Krieg der Knöpfe"
    Hm, mein Schwiegervater hat auch in diesem Gebiet und such auf diesem Gebiet gearbeitet. Hat uns viel erzählt, wenn er sich erst mal Respekt verschaffen musste, aber selber nie respektlos sein wollte gegenüber den jungen Menschen. Der Cjangsengleichheit nicht nur auf dem Papier sehen wollte. Respekt und Hochachtung an Euch!
    Davor darf man nicht die Augen verschließen.
    Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße
    Nina

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  2. Meinen höchsten Respekt hast Du und haben diejenigen, die es schaffen, hinter die Gewalt zu blicken und damit gerade auch Jugendlichen und Kindern durch Verständnis und richtiges Fördern Perspektiven aufzuzeigen. Denn das ist es doch, was Menschen für sich brauchen. Wir alle möchten dazu gehören und auch wertvoll sein. Und wir alle formen die Gesellschaft, in der wir leben (möchten).
    Ein geruhsames Wochenende wünscht Dir Sieglinde

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  3. Danke, Astrid, für diesen lesenswerten Beitrag. Mein Vater und auch der Nachbar haben übrigens ähnliches erzählt aus den Jahren, als sie Jugendliche waren und sich mit den Jugendlichen aus dem Nachbardorf klopften. Den Zeit-Beitrag konnte ich eben lesen. Danke fürs Verlinken.
    Viele Grüße
    Anni

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  4. Liebe Astrid,
    interessant, wie Dein Berufsweg war.
    Ich glaube, Du hast schon einiges erlebt.
    Gewalttätige Jugendliche - das ist so ein Thema für sich und ich bin froh, dass ich meine Jungs groß bekommen habe ohne dass sie in Schlägereien und ähnliches verwickelt waren.
    Gut, die ein oder andere "Rauferei" war dabei, aber ich denke, das ist normal bei Brüdern, die so eng im Alter sind und sich beweisen müssen, wer wo in der Familie steht.
    Aber da konnte ich immer ganz entspannt zuschauen ohne groß einschreiten zu müssen.
    Alles andere, was man tagtäglich sieht oder liest ist mir zuwider, egal ob männliche oder weibliche Gewalt.
    Dir nun ein schönes und harmonisches Wochenende, lieben Gruß
    Nicole

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  5. oh ja, gewalt in schule... anstrengend... und ja, es ist das tölpelige bedürfnis nach nähe und körperkontakt... zumindest analysiere ich mir das immer so. musste bei deiner erzählung zu deiner ersten arbeit spontan an tannenbusch denken. da bin ich das erste mal in meinem leben hart vermöbelt worden. von einer der berüchtigten mädelsbanden, die damals dort ihr unwesen trieben... ach... heute passiert mir das auf so stumpfe weise nicht mehr.
    ich hoffe, du kannst das wochenende genießen.
    liebst,
    jule*

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    1. OH, Tannenbusch, war ja auch ein hartes Pflaster. Dort haben sie vom Jugendamt meine Schulfreundin hingeschickt, während ich auf die Rigalsche Wiese kam und mich vormittags zu Tode gelangweilt habe und mich dann Hals über Kopf ins Referendariat. begeben habe.
      Mädchenbanden habe ich nie erlebt, aber übelste Mobberei unter Mädchen in meiner allerletzten Klasse. Aber wenn man Kinder mit einer fünf sitzen lässt und alle in EINE Klasse stopft, dann hat man Pädagogik nicht verstanden.Leider war ich da aus Gründen auch mit meiner Kraft am Ende...
      Wochenende könnte gut sein, wenn die Halsschmerzen. weggingen.
      GLG

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  6. Liebe Astrid, oh ja, aus 40 Jahren Lehrerschaft könnte ich da auch einiges beisteuern, wobei es bei meiner "Klientel" ja eher um die intrigante, hinterhältige und sprachliche Gewalt ging,und dabei kaum auf Schülerebene..., die auch leise daher kommen kann. Und neben deinen schönen Fotos, die ich so liebe und die mir jedes Wochenende verschönern, gefällt mir besonders dein Statement zu deinem Blog. Das ist DEIN Gebiet, dein Platz, da entscheidest du. Und wer das nicht akzeptieren kann, der gehört hier nicht hin. Punkt!Ich muss in diesem Zusammenhang immer an Curt Götz denken, der seinen Dr. med Hiob Prätorius sagen lässt: "Wenn man doch die Mikrobe der menschlichen Dümmheit fände...!" In diesem Sinne euch ein gutes, ruhiges und schönes Wochenende! Herzlich, Sunni

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    1. Das habe ich jetzt vielleicht nicht ganz verstanden: "und dabei kaum auf Schülerebene..." = wenn Du damit die Ebene der Vorgesetzten u Elternschaft meinst, dann kann ich das nachvollziehen u bestätigen. Und hinzufügen, daß v.a. die jüngeren Schüler dabei mißbraucht u instrumentalisiert werden. Von eben jener Ebene aus. - Mein Fazit daraus (= es soll ja alles dennoch eine Art von Gewinn für einen bringen): Das Thema "Grenzen" in all sein Facetten ist eines meiner Lebensthemen. - GLG - Sigrid

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    2. @ Sigrid: Da ich Sunnis Geschichte gut kenne und ihre Wendeerfahrungen, kann ich sagen, dass da die "Vorgesetzten-Ebene" gemeint ist ( erweitert auf "Ausbilder" aus dem Westen, die verdammt arrogant und überheblich aufgetreten sind ). Ich verstehe aber nicht, wie du das meinst, dass vor allem jüngere Schüler dabei instrumentalisiert werden. Da wäre mir ein konkretes Beispiel hilfreich.
      LG

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    3. Hier: Die Vorgesetzten-Ebene in Form von Schulräten u Rektoren, und auch Kollegen, die sich beliebig aussuchten, welchem Kollegen gegenüber sie arrogant auftraten oder nicht. Bis zu Beginn des neuen Jahrtausends so erlebt (ok, ich pauschaliere jetzt). Und natürlich ein Teil Elternschaft, der sich entschied, wie er, dieser Teil, durch "intrigante, hinterhältige u sprachliche Gewalt" Partei ergreifen kann. - Grade auf Grundschüler wirkte sich das aus, da diese ja naturgemäß sich mit ihren Eltern u mit ihrem Lehrer identifizieren. Denen macht der Unterricht Spaß, aber die Mama bemängelt, daß der Kollege von der Parallelklasse im Mathebuch 5 Seiten weiter ist. Oder nicht haargenau diesselben Arbeitsblätter in zwei verschiedenen Klassen verteilt werden. Oder Smileys zählen. Und sich dann beim Schulleiter beschweren. Und von diesem arroganten Kerl kriegen sie auch noch recht. "Eltern, zieht euch eure Lehrer", posaunte ein Rektor. Tatsächlich bestimmten daraufhin letztendlich Eltern, wann der Füller eingesetzt werden darf, was an Hausaufgaben gemacht u was nicht gemacht werden darf. Und bekamen recht. Kinder stets im Doublebind. - Ich habe schreckliche Lehrerschicksale einschl. Suizid erlebt. Und Kinder, die diese Situation aggrassiv machte.

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    4. Sorry, habe übersehen, meinen Namen drunter zu setzen - Sigrid

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  7. Ich erinnere mich an die Geschichten meines Vaters, mit den Kleinkriegen zwischen Straßenzügen. Ich erinnere mich an "Das fliegende Klassenzimmer" von Erich Kästner, mit den Auseinandersetzungen zwischen den externen und Internatsschülern. In einer Siedlung aufgewachsen, die Anfang der 1960er für Flüchtlinge aus den Ostgebieten hochgezogen wurde, mit einer aus allen sozialen Schichten wild zusammengewürfelten Mischung - sozialer Brennpunkt - liegen meine ersten eigenen erfahrenen Wurzeln, Auseinandersetzungen und aufmüpfige Halbstarke inklusive.
    Martin Luther drückte es eigentlich ganz treffend aus:
    Jugend ist wie Most. Der läßt sich nicht halten.
    Er muß vergären und überlaufen.
    Genau da sah und sehe ich mich als Lehrerin; diesen Überdruck, der entstehen mag, in Bahnen zu lenken. Überlaufen, ja. Aufstauen um später zu explodieren, nein. Menschenbildung vor Bildungsauftrag.
    Das ist auch der Grund warum ich an einer Hauptschule/Werkrealschule arbeite, mehr fachpraktischen Unterricht fordere, und mich vor zwei Jahren dafür entschieden habe, mit einem Teil meines Deputats, in ein Projekt für schwierige Schüler zu gehen, am Ende meiner Dienstzeit.

    Sarah Cooper ist der Knaller und über die Blonden über dem kurzen und dem großen Teich zu grübeln ist müßig, zumindest über das Wochenende. ;-)

    Genießen wir die schönen Momente!!!
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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  8. ich "durfte" ja auch einige jahre mit jugendlichen spätaussiedlern und später mit jungen arbeitslosen arbeiten (meine ersten stellen nach dem studium...) und habe auch einiges an erfahrungen machen müssen. aber auch gute diskussionen gab es und ich hoffe, dass zumindest mehr eine handvoll von ihnen einen guten weg gefunden hat.
    sarah cooper muss ich mir noch anschauen - das klingt gut.
    im leeren norden von jütland war übrigens von corona nichts zu spüren. keine maskenpflicht, nur 1 m abstandswahrung, aber auch am eingang des noch so kleinsten ladens händedesinfektion, die alle nutzten (bis auf ein paar wenige deutsche...). die infektionszahlen - besonders für diese region - sind stagnierend, bzw. sinkend. hoffen wir, dass es so bleibt!!
    liebe sonntagsgrüße, macht es euch schön!!
    mano

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  9. Liebe Astrid,
    alles an Boris ist ein sorgfältig kultiviertes Image, von den zerzausten "Lausbubenhaaren" bis zum Namen - "Boris" heißt er nur für die Öffentlichkeit, seine Familie nennt ihn bei seinem tatsächlichen Vornamen, Alexander oder Al.Er ist auch alles andere als dumm, er hat ein First von Oxford und Kommilitoninnen wie Janis Street Porter haben ihn in der Vergangenheit sehr direkt darauf angesprochen, daß das eine Fassade sei. Er ist allerdings auch ein Narzisst wie the Donald, zu faul für seine tägliche Arbeit und schlichtweg desinteressiert, liest seine Briefs nicht und wähnt sich stattdessen als zweiter Churchill, ohne dessen Arbeitsmoral zu besitzen. Abgesehen von Churchills dunklen Seiten, versteht sich...Vor vielen Jahren, ich weiß nicht mehr wo, waren zwei Porträts öffentlicher Personen zu lesen mit der Warnung: "Watch this man, he is extremely dangerous." Der eine war Putin, der andere Alexander Boris de Pfeffel Johnson.
    Daß er wie ein Idiot aussieht ist gewollt, da das seine Fanbase anspricht.
    Ich wünsche Euch eine schöne Woche, ♥nic

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    1. Ja, ist denn seine Fanbase so beschränkt, dass sie nicht auf den Schirm kriegt, dass er zum Elitärsten gehört, was England so zu bieten hat? Mit dieser Herkunft, dieser Ausbildung, diesem umgekehrten Snobismus, dieser Verachtung gegenüber all den Underdogs, die an seinen Mundwinkeln abzulesen ist ?
      Aber bei den Trump- & Erdogan- Anhängern ist es ja nicht anders, die stören sich auch nicht am vergoldeten Louis seize usw.
      Elite, das sind in deren Augen redliche Wissenschaftler, die in ihren zugigen Laboren oder ihren schiefen Cottages rumhorchen & - denken. Oder die Beamten im Öffentlichen Dienst, die auf schlechten Stühlen Rückenleiden kriegen. Auf die wird geschimpft, dabei halten die ein Gemeinwesen am Laufen. Stupid, so stupid...
      GLG

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    2. Das ist das Ergebnis von einem Jahrhundert, in dem sie ihrer Fanbase eingetrichtert haben daß England das glorreiche Empire sei, sie exzeptionell und besser als alle anderen - das war hervorragend dazu geeignet, die damalige "Dienerschicht" bei Stange zu halten. Nach den Kriegen mußten sie denen plötzlich allerhand zugestehen und haben fleißig daran gearbeitet, sich aufgrund ihrer Geburt und ihres Vermögens als natürlich "besser" darzustellen, dazu diente auch das "old-boys-network", in dem sie sich gegenseitig die wichtigsten Jobs vorbehielten.Jemand bezeichnete England vor Kurzem als das letzte Kastensystem Europas, weil die Klassengesellschaft nach wie vor hinter allen Kulissen zugange ist und sich die 1% gegenseitig absichern vor dem Pöbel. Wobei bei Brexit und "Boris" (genau deshalb nenne ich ihn nur de Pfeffel)dasselbe im Spiel ist wie bei dem orangen Twittler - das kann rational und durch Logik nicht angegangen werden, weil es komplett auf Emotionen beruht, auf diesem "Wir gegen alle", "Wir zeigen's denen" etc. Es ist kein Zufall daß ich grundsätzlich auf einen rabiden Fußballfan stoße, wenn ich mir deren Profile ansehe: Das ist es was diese Herren angezapft haben, diesen Tribalismus in dem es völlig egal ist was das eigene Team tut, solange sie nur die anderen "besiegen". Was die brauchen ist Deprogrammierung weil sie ähnliches brainwashing wie in einer Sekte hinter sich haben. Es kommt nicht von Ungefähr daß eine Tory sagte, daß Nr.10s "nudge unit" wichtiger sei als ihre Politik, das Ergebnis sahen wir an den Stränden und in den Straßen Sohos gestern.
      GLG

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  10. Liebe Astrid,
    das Eingangszitat trifft es... und wie du schon schreibst, wie kann jemand konfliktfähig und gewaltfrei kommunizieren, wenn er nur das Mittel der Gewalt und das Recht des Stärkeren kennt. Ein mühsamer Weg Gewaltfreiheit, Empathie und Toleranz zu vermitteln - danke dir auch für den Einblick in dein Berufsleben.
    Deine stimmungsvollen Abendbilder gefallen mir besonders gut.
    Dir und dem Herrn K. einen gemütlichen Sonntag - einen lieben Gruß von Marita

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  11. Mensch, lebe ich in einer friedlichen Umgebung. Es ist nicht nur, aber wohl auch eine Platzfrage. Liebe Grüsse zu dir. Regula

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  12. Liebe Astrid! Es tut mir so leid, dass ich momentan all den Input, den du so in deinen Post gibst, nicht adäquat kommentieren kann. Ich finde zur Zeit einfach nicht die Muße das alles gebührend durchzudenken bzw. viel eher in Kommentaren zu reflektieren. All das, was du so schreibst, zeugt von einer unglaublich intelligenten, aufmerksamen, so vielseitig interessierten und mitfühlenden Frau. Ich bin unheimlich froh, dass ich dich in meiner Blogroll habe, denn du schenkst mir immer wieder neue An- und Einsichten.
    Ich bewundere deinen Einsatz für alles, was du tust und es tut mir leid, dass du immer wieder mit negativen Kommentaren konfroniert wirst, doch das wird wohl immer so sein, sobald man ein bisschen mehr Privates von sich gibt. Ich stimme dir zu: keiner ist gezwungen dein Blog zu lesen, wer nicht mag, soll weiterziehen (oder den Mund halten), denn in deinen Schuhen steckst immer nur du selbst - und ich glaube nach einigen Jahren der Gefolgschaft zu wissen, dass du deine Entscheidungen immer gut durchdacht und abgesprochen sind. Leider ist es aber so, dass im Internet noch viel eher die Schranken der Höflichkeit fallen, als sie es sowieso schon tun.
    Ich für meinen Teil finde "Le monde de Kitchi" unheimlich bereichernd und möchte dich und deine Geschichten nicht missen.

    Alles Liebe aus Wien,
    Kathrin

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    1. So kann ich das aus meinem Erleben ebenfalls beschreiben! Liebe Astrid, Dein Schreiben erreicht bei mir meinen Kern. Und genau das ist es, was ich für mich erwarte (sonst würde ich wohl nicht mehr lesen, nicht mehr teilnehmen). Auseinandersetzung damit. Das eröffnet Welten u startet immer wieder neu mein (Kopf-)Kino. So auch dieser Beitrag, der zu meinem Sonntag wurde, angefangen mit dem Beginn meiner Familiengeschichte, wo mein Urgroßvater/Familienvater aufgrund einer dörflichen Schlägerei mit Meineid eines anderen sein Leben ließ. - Die Hausaufgaben in den päd. Ausbildungen über Terror u Aggression, war wohl in den 70ern das übergreifende Thema. Der Idealismus, mit dem wir in den Beruf starteten - u Reaktionen darauf, die uns die Freude am Beruf so wenig gönnten wie heute die (selber bezahlten) Blumen im Ruhestand. Aber auch die dennoch verwirklichten Träume: einer unter vielen die drei Jahrzehnte Urlaub in der Provence. Dein neulich so leicht hingewebter Satz über den Luberon startete meinen Film. Wenn ich heute meinen hohenloher Hausberg erklimme (15 bequeme Gehminuten), dann sehe ich bis zur Schwäbischen Alb, sie hat die gleiche Form wie der Luberon. Mein Luberon! Und seit neuestem denke ich dabei stets an Dich. - Nur, Deinen Blog als "Unterhaltungsangebot" zu bezeichnen, das ist mir nun doch viel zu wenig bei seiner Wirkung, seiner In-Gang-Setzung, u viel zu viel Understandment!!! - Liebe Grüße - Sigrid

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    2. @Sigrid - 😄 Du lebst in Hohenlohe? Ein wenig nördlicher, da komm ich her: Bauland, östlicher Odenwaldrand....
      GLG

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    3. Liebe Astrid, ich weiß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Muß immer schmunzeln, wenn ich bei Dir davon lese u mich in meiner Zurückhaltung sehr sehr zähmen! Ich bin in Mosbach geboren, habe dort meine ersten beiden Lebensjahre verbracht - es ist und bleibt meine Heimat! So wie ich auf ewig den Grünkern lieben werde! - Mein geschilderter Urgroßvater: Meine väterliche Linie stammt aus dem ev. Neckarburken, wer der verfeindete Nachbarort war, das weiß ich nicht, es war immer von Buchen die Rede. - Aber meine Familie war korrekt, soweit ich sie beurteilen kann, d.h. nicht nachtragend. - In Mosbach war nach dem Krieg eine zeitlang "der Egon" (Eiermann) der Nachbar. Das war stets etwas ein Tabu - u heute sind leider alle tot, die ich nochmal befragen könnte. Es gab so vieles, wenn alle Verwandtschaft in meiner Kindheit im Mosbacher Wohnzimmer zusammen saß, dann versteckte ich mich unter dem Tisch, um alles mit zu erfahren. - Soll ich jetzt sagen: Badensergrüße? - Sigrid

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    4. Könnte Buchen gewesen sein, war immer katholisch, der Eiermann ja auch da aktiv und im Ortsteil Hettingen ganz besonders ( die Siedlung für Heimatvertriebene ).- Meine Mutter ist übrigens 1948 nach drei Jahren als Herumgetriebene in Künzelsau untergebracht worden und von dort aufs Dorf weitergeleitet, die Großeltern des Herrn K. nach der Flucht aus Danzig in Öhringen, wo er immer wieder Ferien verbracht hat. Daher hat Hohenlohe immer einen guten Klang in meinen Ohren. Und es handelt sich. ja noch um Franken und nicht Schwaben. 😄
      Klar: Badensergrüße!

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    5. Franken, ja! Aber mach das mal einem eingefleischten Badenser klar! Da ist meine badische u Karlsruher Verwandtschaft heute noch sehr patriotisch, gewissermaßen unbelehrbar. Und sich von einem schwäbischen Lehrer belehren lassen! Das badische Minderwertigkeitsgefühl gegenüber Württemberg. Nach meiner Ansicht. Allerdings hat mein schwäbischer Mann ihren vollen Respekt, dennoch! Er ist ja tatsächlich ein Franke, mit den Badenern viel mehr verwandt als mit den Schwaben. Seine Herkunftsfamilien sind aus Öhringen u drumrum. Seit Urzeiten. Er hat dort auch viele Ferien verbracht. Ich genieße grinsend meinen Stand, halb Badenserin, halb Schwäbin, aber tatsächlich Fränkin, letzteres v.a. der Wortbedeutung wegen: Nomen est omen. Aber es bleibt bei den Badensergrüßen!

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  13. Mit gutem Beispiel vorangehen, das lehrten mich meine Eltern schon und das habe ich meinen Kindern auch mitgegeben. An deinen Fotos in dem Wochenrückblick gefällt mir ganz besonders, wie du in dunklen Zeiten ein schönes Licht zeigst.
    L G Pia

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  14. Ach ja, liebe Astrid,
    Du bist immer so wundervoll positiv.
    In Hamburg sind es keine harmlosen Rangeleien innerhalb einer Peergroup.
    Mir wird Angst und Bange bei all den Messerattacken und Übergriffen auf Frauen.
    Zum Selbstschutz sollte man das Problem nicht zu rosig sehen.
    LG susa
    Ps. Als Frau nachts allein immer gut aufpassen


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