Montag, 18. Juni 2018

Europe now!

"In den derzeitigen Debatten gehen der nicht-kriminelle Einwanderer und der nicht-rechte Deutsche unter. Es geht unter, wie heute die deutschen Einwandererkinder gemeinsam mit den nicht-rechten Deutschen für die freiheitlich-demokratische Demokratie kämpfen. Das ist Europa im Kleinen. Es sollte jetzt ins Große zurückwirken, um all jenen Grenzen zu setzen, die Alleingänge für eine Alternative zu Europa halten", hat Jagoda Marinić, kroatisch-deutsche Schriftstellerin, gestern in der "Süddeutschen Zeitung" geschrieben.


Liebe Leserinnen meines Blogs, das sehe ich genauso wie Jagoda Marinić und schreibe heute einmal völlig außerhalb des sonst bei mir im Blog Gewohnten, unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten Tage, in Sorge und in Wut. 

Wut darüber, dass, ermutigt durch die Trumpisierung in der internationalen Politik, auch bei uns sich bayrische Politiker anschicken, sich in die Allianz der Zerstörung einzureihen, der Zerstörung dessen, was uns hier in unserem Land die längste und reichste Friedenszeit seiner Geschichte beschert hat. Nur zur Erinnerung: Das nationalistische Gegeneinander, dass das Leben auf unserem Kontinent in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis 1945 bestimmte, schaffte für fast alle Menschen in Europa die Hölle auf Erden, so wie es momentan im Nahen Osten der Fall ist. 




Noch in der Nacht auf Sonntag erhielt ich eine Mail, in der zu kurzfristig bei der Polizei angemeldeten Kundgebungen von "Pulse of Europe" in Aachen, Bremen, Köln, Berlin, Darmstadt, Frankfurt, Heidelberg, Kassel und etlichen Städten mehr aufgerufen wurde. Etwa dreihundert Menschen trafen am Roncalliplatz am Kölner Dom zusammen. Und noch nie habe ich so viele spontan auftretende Redner, Männer wie Frauen, bei einer solchen Veranstaltung erlebt. Einer zitierte aus Stefan Ulrichs Kommentar in der "Süddeutschen Zeitung":
"Franz Josef Strauß, ihr ( der CSU, Erg. durch mich ) bedeutendster Politiker, sagte: "Ein geeintes Europa soll die Vorstufe zu den Vereinigten Staaten von Europa sein."Die Partei legt unter dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Landesgruppenchef Alexander Dobrindt die Axt an den Baum, den sie selbst mit gepflanzt hat. Und nun verarbeitet sie den Stamm zu Schlagbäumen." 
Oder wie es Heribert Prantl hier ausdrückt:
"Eine kleingeistige, nationalistische Partei wollte die CSU nie sein, jedenfalls nicht die Strauß-CSU; jetzt wird sie eine. Aus Trotz gegen Merkel und aus Zorn über die Flüchtlingspolitik denkt und agiert sie so eingekastelt wie Viktor Orbán in Ungarn und Jarosław Kaczyński in Polen. Sie wirft die europäischen Sterne, die seit Franz Josef Strauß zum bayerischen Weiß-Blau gehörten, in den Straßengraben bei Freilassing, an der bayerisch-österreichischen Grenze."

Wie diese Barbershop - Gruppe, die sich von ihrem Platz als Straßenmusiker weg in die Kundgebung eingereiht hat und vierstimmig europäisches Pop - Liedgut geboten hat, sollten sich jetzt langsam, aber sicher alle die lautstark bemerkbar machen, die nicht wollen, dass der humanistische Kern unseres Kontinents ausgehölt wird und die freiheitliche Demokratie, die uns allen einen enormen Spielraum ermöglicht, zugunsten von Ausgrenzung und Schubladendenken abgebaut wird. 

Wir überlassen nun schon viel zu lange den Empörern, Hassern, Hetzern, Schwarzmalern und Angstmachern das Wort und laufen Gefahr, mit dem Rücken zur Wand zu stehen angesichts von Handelskriegern wie Trump, Sowjetnostalgikern wie Putin und China mit seinem totalitären Anspruch. Und jetzt haben wir auch noch in der eigenen Regierung welche, die Europa kaputt reden und auf nationale Alleingänge setzen. Tut was, wenn euch eure jetzigen Lebensmöglichkeiten etwas wert sind! Wir müssen öffentlich noch viel sichtbarer werden!



Kommentare:

  1. Liebe Astrid,
    vielen Dank.
    Weise Worte. Mögen jetzt viele, viele Menschen auf die Straßen gehen und sich Gehör verschaffen.
    Möge nicht der Europäische Gedanke geschwächt und geopfert werden.
    Möge mal jemand Hirn vom Himmel schmeissen.

    Liebe Grüße,
    Tanja Priebs

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  2. Danke für diese klaren Worte. Was lassen wir uns noch kaputt machen, ehe die alten 68-er mit den jungen Leuten von heute gemeinsam aufstehen? Es gibt viel soziales Engagement, auch für Flüchtlinge.

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    1. Js, gestern waren so viele alte Menschen wieder dabei, die Angst haben, dass ihr Lebenswerk zerstört wird, für dass sie sich eingesetzt haben, damit ihre Kinder nicht das erleben müssen, was sie erlebt haben. Für all die, die um uns herum standen, ist der Friede das Wichtigste gewesen. Und dann ist da noch ein bisschen Enkelgeneration dabei - die mittleren fehlen...
      LG

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  3. Liebe Astrid,

    seit so vielen Jahren bin ich nun schon eine (stille) Leserin Deines Blogs. (Übrigens auch einer der treuen Fans Deiner Posts über die großartigen Frauen. Sehr inspirierend & motivierend. Jedes Mal!)
    Aber hin und wieder lässt Du mich auch mit einem Fragezeichen zurück.
    Fast immer bin ich mit dem was Du schreibst ganz bei Dir. Die politischen Ereignisse der letzten Jahre haben wohl niemanden kalt gelassen.
    In den zahllosen Debatten fehlt mir aber ehrlich gesagt oft eine vernünftige Differenzierung. Zu oft gibt es einfach nur die Molotow-Cocktail-werfenden Nazis und die heiligen, demonstrierenden „nicht-rechten“ Deutschen. Ich finde, damit macht man es sich viel zu einfach und ignoriert auch eines der eigentlichen Probleme.
    Auch wenn ich Gefahr laufe nun eine Flut an bösen Kommentaren auf mich zu ziehen möchte ich mich hier einmal outen als Jemanden, der die Flüchtlingspolitik der letzten Jahre überhaupt nicht befürwortet. Das macht mich aber nicht zu Jemandem (wie es sich offensichtlich in den Köpfen vieler darstellt), der Nachts durch die Straßen zieht und gewisse Häuser in Brand setzt.
    Es laufen so viele Dinge gehörig schief und ich bin keine schlechter Mensch, wenn ich mich damit unwohl fühle. Ich finde es nicht gut, dass ich meine 3-jährige Tochter aus dem Kindergarten nehmen muss, da sie von 2 afghanischen Jungs drangsaliert wird und kein Erzieher oder die Leitung etwas auf Grund von falsch verstandener political correctness unternimmt. Ich finde es nicht gut, dass mein Kind in der dritten Klasse schon ein 3/4 Jahr hinterher hängt, da ein richtiger Unterricht auf Grund der hohen Anzahl an Kindern mit Migrationshintergrund nicht möglich ist (und wir leben hier in einem Dorf auf dem Land!).
    Ist es nicht nachvollziehbar, dass die Frustration darüber wächst, dass jahrzehntelang kein Geld zur Verfügung stand um Schulen zu sanieren, das Lehrpersonal aufzustocken, alte Menschen vernünftiger zu versorgen, Infrastruktur zu verbessern etc. und nun sind Milliarden da, aber eben nicht für solche Projekte?
    Auch die Gewissheit darüber, dass hunderttausende Menschen in dieses Land gekommen sind, die keinen Schutz suchen sondern finanzielle Vorteile, und auch wenn sie dieses Land wieder verlassen müssten einfach hier bleiben und finanziert werden, frustriert viele Menschen (nicht ganz zu unrecht, wie ich finde).
    Anstatt diese Sorgen zu verurteilen, sollte man sich ihrer annehmen.
    Das sind Sorgen und Ängste, die nichts damit zu tun haben, dass man Menschen, die in Not sind nicht helfen möchte. Ich finde es nicht fair, auf Grund dessen als rechts diffamiert zu werden.
    Ist nicht gerade das auch ein großer Teil des Problems, dass all diese Sorgen nicht ernst genommen werden? Schlimmer noch, man wird sofort zu einem schlechten Menschen abgestempelt, wenn man sich dahingegen äußert! Ich denke, die in letzter Zeit so oft angesprochene Spaltung der Gesellschaft wäre bei weitem nicht so stark, würde man diese Sorgen ernster nehmen.
    Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der die Flüchtlingspolitik gut heißt. Jeder in meinem Bekanntenkreis ist aber mit vollem Herzen dafür, notleidenden Menschen eine Zuflucht zu geben.

    Ich möchte mit diesem Kommentar einfach nur deutlich machen, dass es sicherlich mehr Unterstützer in unserer Bevölkerung gäbe, wenn nicht Jeder, der sich nicht wohl fühlt mit der derzeitigen Situation sofort verurteilt werden würde.
    Ich bin mir bewusst darüber, dass ich schon ein wenig am Thema Deines heutigen Posts vorbei schramme, es brannte mir aber schon länger unter den Nägeln….

    Viele Grüße
    Marijke

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    1. ganz gewiss sind diese Sorgen da und ich möchtes das auch gar nicht leugnen .. und gewiss hat man das Gefühl dass sie nicht ernst genommen werden ABER
      man löst sie auch nicht da durch dass man sich abschottet.. dass man Grenzzäune wieder hoch zieht ..dass man alle unter Generalverdacht stellt ..
      eine gewisse Klientel von Politikern ..und dazu gehören auch solche der C Parteien machen sich nämlich nur Gedanken darüber (und geben das Geld dafür aus) wie man verhindert dass Flüchtlinge ins Land kommen anstatt die vorhanden Probleme zu lösen .. denn das ist in deren Augen die bessere Wahlkampfparole
      mit Integration kann man anscheinend keinen Blumentopf gewinnen
      (Flüchtlinge sollte man nicht nur danach berechnen und beurteilen was sie erst meinmal kosten .. denn sie sind auch in vielen Dingen eine Bereicherung )
      nichts für ungut ;)
      LG
      Rosi

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    2. Liebe Marijke, die Diffamierungen bestehen auf beiden Seiten:

      Mich trifft es ins Herz, wenn ich immer wieder als Gutmensch, als grün-versiffte Alt-Achtundsechzigerin abqualifiziert werde und damit als jemand, der naiv ist und nicht klar sieht und nicht denken kann. Damit verprellt man auch, und zwar jemanden, der sonst ein offenes Ohr hätte für Menschen mit deinen Sorgen.

      Viele Punkte, die du ansprichst, habe ich im Schuldienst über die letzten Jahrzehnte ertragen: Das mangelnde Geld für Schulen z.B. habe ich als Lehrerin immer zu spüren bekommen und mir damit auch tw. meine Gesundheit ruiniert, um trotzdem eine lebenswerte Umgebung für die Kinder zu schaffen.
      Ich habe mich um Kinder gekümmert, deren Eltern ganz offen gesagt haben, dass sie keine Liebe für diese hätten, aber ganz selbstverständlich sich ihr Leben von der Gemeinschaft finanzieren ließen und nie bereit waren, etwas zurückzugeben und ausgenutzt haben, dass man ein guter Mensch, auch im christlichen Sinne, obwohl kein Christ, sein wollte.

      Ich bin selbst ein Flüchtlingskind:
      Meine Mutter ( und mit ihr meine Großeltern ) hatte alles, wirklich alles verloren und aufgrund der jahrelangen Herumschubserei auch nicht mehr die Möglichkeit gehabt einen untergeordneten Schulabschluss zu bekommen. Dort, wo sie schließlich nach drei Jahren landeten, wurde ihnen von vielen - zum Glück nicht allen - übel mitgespielt. Meine Verwandten haben mit allen Mitteln die Beziehung zu meinem Vater zu hintertreiben versucht. Wir waren arm, ziemlich arm, sehr lange, bis mein Vater die Möglichkeit ergriffen hat, zur Bundeswehr zu gehen.

      Das ist mein Hintergrund, das ist eines meiner Motiv helfen zu wollen, auch aus der Erfahrung heraus, dass es meiner Familie auf Dauer gelungen ist, in einem gewissen Wohlstand zu leben, so viel zu haben, dass man es auch mit anderen teilen kann.

      Während ich dir schreibe, kommen mir die Tränen, weil ich mich an die Geschichte meiner Familie erinnere und auch ich mich in meinen Motiven nicht verstanden fühle.

      Ich habe immer geteilt, mit meinen Schülern besonders. Ich habe auch seit ich Lehrerin bin immer Kinder aus anderen Sprach- und Kulturräumen in meinen Klassen gehabt, ihnen weiter geholfen, sprachlich wie zwischenmenschlich, lange bevor das ein Thema war, und ich habe es gut hinbekommen. Daraus ist auch eine Zuversicht gewachsen, dass es geht. Und ich habe von diesen Kindern immer etwas geschenkt bekommen, nämlich ihre große Dankbarkeit ( die in meinen letzten Jahren bei unseren Kindern und Eltern einer eher unberechtigten Anspruchshaltung gewichen ist, die mich ziemlich ruiniert hat - das ist aber eine andere Geschichte, die du vielleicht mitbekommen hast, wenn du lange bei mir liest ).

      Ich habe meine Kindheit und Jugend immer in der Angst verbracht, dass die einzelnen Nationen wieder kriegerisch übereinander herfallen ( und ich habe deshalb den Beruf meines Vaters lange gehasst, weil ich Angst hatte, ihn zu verlieren ). Deshalb ist für mich der Frieden das Wichtigste überhaupt. Leider sind die lautesten Kritiker der Flüchtlingspolitik auch die,
      die nationalistisch argumentieren und sind für mich von daher nicht akzeptabel, ja gefährlich. Für die Vermischung dieser Themen sind sie verantwortlich, nicht ich.

      Du hast mich jetzt veranlasst, auch einmal meine Hintergründe für meine Position aufzuschreiben. Und wie du kann ich auch sagen, dass in meiner Familie, meinem Freundes- und Bekanntenkreis, in meiner Nachbarschaft niemand ist, der meine Position nicht teilen würde. Offensichtlich leben wir in diesem Lande inzwischen tatsächlich in vielen kleinen, abgeschotteten "Blasen" und können nicht mehr aufeinander zu gehen.

      Du hast es einmal riskiert und das finde ich gut. Es gäbe noch viel anderes zu sagen, auch zu der ungerechten Verteilung unseres Reichtums zum Beispiel. Aber das würde den Kommentar nun bei weitem sprengen.

      LG

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    3. diese gewissen Herren betrachte ich schon länger mit Sorge
      Strauß war auch nicht ohne.. aber er würde sich sicher im Grab herumdrehen wenn er das mitbekommen könnte
      ich empfand es als kleinen Lichtblick dass Spanien das Schiff mit den Flüchtlingen aufgenommen hat
      wäre nicht so viel Egoismus im Spiel wäre die Flüchtlingsfrage längst europaweit gelöst
      Ich denke immer dass sich keiner ausmalen kann und wohl auch überhaupt nicht darüber nachdenkt was damals passiert wäre wenn Frau Merkel die Menschen NICHT ins Land gelassen hätte
      es wäre eine Katastrophe geworden

      und übersehen darf man auch nicht was die Mittelmeerstaaten zu bewältigen haben
      wenn wir alle Migranten an der Grenze zurück weisen verschärfen wir die Lage dort
      kommt mir so vor wie das St. Florian Prinzip.. verschon mein Haus .. zünd andre an :(

      Europa ist eine tolle Idee und man darf nicht zulassen dass sie immer mehr den Bach runter geht

      liebe Grüße
      Rosi

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  4. sollen die in polen oder ungarn doch wieder ihren eigenen mist machen - werden sich schon umgucken wenn sie nicht mehr euro-subventioniert werden, hier nicht mehr arbeiten dürfen und der westeuropäische markt wegbricht.....
    und diese "teutschen", die kein vereintes europa wollen, können ja dann nach polen oder ungarn ziehen.
    ob zar putin dann so nachsichtig wie mutti merkel ist - mit der "besorgter bürger" ewiger nörgelei - glaube ich allerdings nicht.
    ich hab dich entdeckt - im blauen kleid! :-)
    xxxx

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    1. Klar, diese orangenfarbene Reha- Tasche - wer trägt schon so was freiwillig außer mir :-)
      LG

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    2. wieso - ist doch total hip deine tasche!! aber ich hab dich an der kamera erkannt :-D

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  5. Die Kommentare hier haben mir sehr zu denken gegeben. Ich nehme schon seit einiger Zeit wahr, dass eine zunehmende Menge unserer Bevölkerung keine Lust mehr hat, gleich zu "den Rechten" zugeordnet zu werden, nur weil sie kritische Fragen stellt, Besorgnis äußert oder Unzufriedenheit zeigt.
    Wer sich mit seiner Kritik und seinen Fragen nicht mehr wahrgenommen, sondern in Schubladen eingeordnet fühlt, verstummt und handelt dann bei den Wahlen. Da kommt dann Trotz und Wut zum Zuge.
    Mich erinnert das sehr an die Situation in den USA, wo dann der Mann mit dem Eichhörnchentoupet war, der diese Schicht nur noch abschöpfen brauchte. Ob es anders gekommen wäre, wenn Bernie Sanders sein Gegenkandidat gewesen wäre? Keine Ahnung.
    Es wäre schon viel gewonnen, wenn man mal die Schubladen zuließe und die Gedanken, Sorgen, Erfahrungen etc. aller unvoreingenommen wahrnehmen würde.
    Liebe Grüße
    Andrea (die sich schon immer eher als Europäerin, denn als Deutsche fühlte)
    Mir geht das sehr nahe, weil ich dort ja einen Teil meiner Familie sitzen habe und ich einiges von der Stimmung dort vor der Wahl mitbekommen habe.

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    1. Liebe Andrea, diese Zuweisungen finden von beiden Seiten statt. Und was da manchmal an üblen Hasstiraden auf jemanden, der zu den Gutmenschen gerechnet wird, abgeladen wird, dass ist schon fast kriminell. Ich habe immer meine Schwiegereltern in den Ohren, die beide auf sehr gutes Verhalten wert legten und trotzdem Hitler - Anhänger wurden, weil sie dachten, Ihresgleichen könnten ihm schon seine schlechten Manieren abschleifen und sein Verhalten mäßigen. Ist gründlich daneben gegangen.
      Für mich ist es wichtig, die Historie zu kennen. Das verdanke ich meinen Ahnen.
      Deine Sorgen kann ich gut nachvollziehen. Ich sorge mich ja auch hier vor allem um die Zukunft meiner Enkel. Für mich ist das leben eh weitgehend gelaufen.
      LG

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  6. In Sorge und Wut kann ich Dir nur zustimmen. Man mag über den Spruch vom "Bonsai-Trump" lachen, aber mir bleibt das Lachen im Halse stecken. Die SZ ist wirklich eine Bereicherung für die deutsche Medienwelt. Ich war oder bin von den Artikeln genauso begeistert.
    Mach's gut!
    Magdalena

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  7. Es muss doch möglich sein- das Machtgefüge über Europa zu beenden.!! Die Flüchtlingspolitik ist < nur noch< ein Spielball Macht- Politiker.Seit der Filmpremiere letzte Woche sehe ich nur noch deutlicher wie unmenschlich auf dem Mittelmeer < verhandelt wird. Die Menschen bleiben auf der Strecke. Nichts desto weniger weiss ich auch um die Anrainerstaaten und deren Problematik.Aller Missstände zum Trotz geht es uns gut!!
    Große Sorgen mache ich mir für die nächste Generation, die hoffentlich zu unterscheiden wissen was der Populismus anrichten kann.Als DEMOgeneration muss ich weiter aktiv bleiben, und das hat nichts mit der 68er Bewegung zu tun.Noch gestern habe ich eine Begegnung der Flüchtlingshilfe erfahren, mit Freundlichkeit und Verständnis auf beiden Seiten.
    Europa ist und bleibt mein Land
    Gruß zu dir
    heiDE

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  8. Ich freu mich immer über kluge Zeitungsberichte und -Analysen so wie hier in der SZ. Auch Ulrich Wickert schrieb im Spiegel kürzlich sehr hintergründig über das schwierige Selbstverständnis der Deutschen.
    Zuerst bin ich Mensch und dann kommt die Nationalität - das ist das wichtigste Fazit.
    Und ich bin am liebsten ein Mensch in einem Deutschland in einem demokratischen Europa.
    Aus unserem jüngsten Urlaub in Frankreich - ausgerechnet auch im Elsass, das schwer unter den Nazis zu leiden hatte - kann ich nur von interessanten und liebenswürdigen Begegnungen erzählen. Wir wurden freundlich aufgenommen, es wurde deutsch mit uns gesprochen, wenn es irgendging und wir haben uns zusammengehörig gefühlt. Elsässer arbeiten im nahen Deutschland und pendeln selbstverständlich hin und her. Wie habe ich es genossen, keine Grenzkontrollen zu erleben.
    Anders nun, wenn wir in das Heimatland meines Mannes fahren. Österreich - Deutschland - hier wird wieder kontrolliert. Für mich jedes Mal ein Schock.
    Meine Enkel sollen ein freies und friedliches Europa erleben dürfen, das ist auch mein Gedanke.

    Wichtig finde ich die persönlichen Erfahrungen wie hier z. B. von Marijke und Astrid und anderen Menschen zu hören für ein besseres gegenseitiges Verständnis.

    Herzlichst Sieglinde



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  9. ich wohne nicht in europa.. da ich in der schweiz lebe habe ich viele schwierigkeiten mit dem zollamt, für eine ausstellung in frankreich muss ich schon jetzt an alle papiere denken...oft werden wir kontrolliert an der grenze und auch im grenzgebiet..ja ihr wisst ja wie schön europa ist...und nicht nur deswegen muss man darauf achten..so wie du astrid...

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  10. Dass man den ollen Strauß jetzt sogar als positives Beispiel bemüht, wer hätte das gedacht? Naja, ich bin mir nicht so sicher, was Strauß heute für eine Einstellung und einen Kurs hätte...
    Das mit den "kritischen Meinungen", die man heute angeblich nicht mehr kundtun darf... hm. Bin mir nicht sicher. Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass man seine Meinung nicht frei äußern darf. Ich tu's jedenfalls und ecke auch damit an. Nicht nur die Protestwähler mit ihrer "kritischen" Sicht ecken mit ihrer Meinung an. Es kommt ja immer darauf an, bei wem.
    Naja... ich kann nur immer wieder sagen: ich arbeite täglich mit geflüchteten Familien und Kindern... und kann das jedem nur mal empfehlen, der sich nicht sicher ist, welche Meinung er dazu haben soll. Ich jedenfalls denke, zuerst sollte man mal dieses schreckliche Wort: Flüchtlinge! abschaffen. Das schafft zusätzliche Ressentiments. Großer Gott, was haben die Leute immer so ein Nationalitätenproblem! Ganz ehrlich, ich bin zwar froh, hier geboren worden zu sein, weil es mir gut geht und ich die Privilegien zu schätzen weiß, aber dieses "WIR" (die Privilegierten) und "IHR" (die Flüchtlinge!) kotzt mich an. Und schafft weitere Grenzen und Zäune... Entschuldigung für diese Entgleisung :-D
    Liebe Grüße Maren

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  11. Das ist alles Wahnsinn. man möchte einfach nur noch den entsprechenden Leuten in die Augen schauen und sagen, sie sollen endlich aufwachen. Ich fürchte allerdings, dass mächtige Interessen hinter all dem stehen, die die Öffentlichkeit scheuen und an den Hebeln drehen. Die Interessen der Bürger werden ja schon lange nicht mehr vertreten. Warum sonst geht es über Jahrzehnte ungestraft, dass unsere Luft, unsere Nahrungsmittel, unsere Medizin vergiftet und arge Krankheiten wild um sich greifen?! Ich bin mir leider auch nicht mehr sicher, ob das Demonstrieren wirklich das Mittel zur Wahl ist. bei uns ganze 400 Leute auf der Straße, obwohl die Grenzwerte für Feinstaub seit Jahren weit überschritten werden. Gewaltlos und stark einen anderen Weg gehen. Ich denke seit Monaten darüber nach, wie das gehen könnte. Es sind noch zu wenige, die sich trauen hinzuschauen und wahrzunehmen, wie krank alles läuft. Es tut mir immer mehr weh. Und wenn man anfängt in Ruhe zu argumentieren, dass ein Tempolimit 80 bessere Werte bringt, regen gleich junge Männer auf, dass die Autobahn zum schnellfahren gemacht wurde. Wenn man bei solchen läppischen Themen nicht an die Mitmenschen denkt, sondern ausschleißlich seinen eigenen egoistischen Ziele im Sinn hat und nicht bereiet ist für Kranke und Kinder mitzudenken, dann weiß auch nicht mehr...
    Ich halte innerlich trotzdem immer noch an einer positiven Grundhaltung und Hoffnung fest, alles andere bin ich nicht, kann ich nicht...
    Danke für diesen Post, ich bin froh, dass du immer wieder solche Themen anschlägst Astrid!

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    1. Du sprichst da Themen an, die zu lösen für unser Land wie die ganze Erde eigentlich viel wichtiger sind als dieses Thema, um das sich so viele aufregen. Gerade was die Klimaerwärmung, die Luftverschmutzung, die Erodierung unserer Böden und Belastung unserer Lebensmittel und vieles, vieles mehr kümmert sich unsere Kanzlerin ( und deshalb bin ich auch keine Anhängerin ) nicht. Hoffentlich tut sich jetzt was in puncto Autobauer, die kein Gewissen haben und viel zu viel Einfluss.
      Danke für den Zuspruch! Kann ich gut gebrauchen...
      LG

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