Sonntag, 15. April 2018

Meine 15. Kalenderwoche 2018


Abschied am Sonntagvormittag - da mag selbst die Sonne nicht scheinen, denn ab jetzt werden wir uns ziemlich lange nicht sehen. Hinterlassen hat mir das Kind eine fröhliche Biene auf dem Terassenboden.

Kaum war der Frühling hierzulande ausgebrochen, ist er am Sonntag dann sogleich in den Sommer übergegangen und hat mir mit schwül - warmer Luft ( 25°C, 42 % Luftfeuchtigkeit ) das Kaffeetrinken auf der schnell & notdürftig aufgeräumten Terrasse verleidet.

Am Montag habe ich dann weiter auf der Terrasse geräumt ( immerhin hatte ich mir im Baumarkt einen neuen Besen & zwei Rhododendren gekauft ) und den ganzen Nachmittag habe ich mich mit meinem Beitrag zur diesjährigen Frühlingspost beschäftigt ( hier mein Bericht dazu ). Am Dienstag habe ich dann dem Chaos in meinem Kreativraum den Kampf angesagt. Derweil hat die Magnolie schon damit begonnen, ihre Blütenblätter zu Boden sinken zu lassen...

 Anderswo grassierte der Putzfimmel ebenfalls:



Wie grün es jetzt schon im Wald am Militärring wird, die Buchen schlagen nämlich kräftig aus:

Meinen Donnerstag kann man hier noch einmal nachlesen, zumindest was ich bis vier Uhr nachmittags gemacht habe. Anschließend habe ich nämlich noch die Blumenkästen an den Fenstern zur Straße bepflanzt, den ganzen Dreck, den man dabei macht, aufgesaugt ( im Ankleidezimmer mal besonders gründlich auch in den Schränken u.ä. ), Fenster geputzt, Müll sortiert und weggeräumt. Schön sieht es dann ja hinterher aus - aber ich war fertig nach dem Tag.

Ich mag das Dunkelpurpur und das leicht rotstichige Himmelblau der Stiefmütterchen so gerne . Die Gleditschie vor dem Haus zeigt inzwischen auch Knospen, während die Magnolie weitgehend verblüht ist:

Am Freitag waren wir zwecks Erledigung diverser Dinge im Veedel unterwegs ( zu Fuß, nicht mit dem Radl )...

... und waren überwältigt von den frischen Blüten- und Blätterkleidern, die die Bäume binnen Tagen angelegt haben.

Auch rund um meinem 12tel - Blick tat sich was, als wir vor unserem Samstagskonzert dort waren.


"Tout le monde" war rund um den Dom unterwegs...

Wir haben wieder die Gelegenheit genutzt, vor dem Konzert zu essen und anschließend über die Innentreppe in die Philharmonie zu gelangen:

Auf dem Programm: Jens Kuross ( mir langweilig ), "GoGo Penguin" aus Manchester, die mich zeitweilig an das legendäre Esbjörn Svensson Trio erinnerten, das wir früher öfter in Köln erlebt hatten.

Zum Abschluss noch ein Extra für Rosi: Die Totalansicht meines Walzendrucks für die Frühlingspost hatte sie sich gewünscht:




Eigentlich möchte man doch nur den endlich eingekehrten Frühling genießen:

Doch dieses bemerkenswerte Paar alter Machos schickt sich gerade an, die Welt an den Rand einer militärischen Auseinandersetzung zu bringen, die sich mit Müh und Not auf die Region des Nahen Ostens begrenzen lassen wird. 

Es ist, so mein Empfinden, wie es vor dem Mauerfall war: Zwei treffen Entscheidungen, die das Schicksal vieler Kleinerer betreffen, ohne dass die nach ihrem Standpunkt zum Konfliktthema befragt worden sind. Der UN - Generalsekretär hat - und das war meines Erachtens nicht vermessen - davor gewarnt, dass die Lage leicht außer Kontrolle geraten könne. Vor hundert Jahren haben sich die Beteiligten ja auch in dem Glauben gewogen, der Konflikt könnte in Grenzen gehalten und schnell beendet werden. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß es besser.
( Wenn man dann dieses "Jubiläum" allerdings auch noch benutzt, um den nun erfolgten Angriff gestern zu begründen, finde ich das ausgesprochen despektierlich, unpassend, wenig geschichtsbewusst und von daher nicht vorausschauend.  Vom Trampeltier habe ich nichts anderes erwartet, von einer deutschen Kanzlerin schon. ) 

"Sie werden kommen, schön und neu und smart", - dass ein amerikanischer Präsident mit diesen Worten - per Twitter!!! - einen Angriff auf ein anderes Land ankündigt, haben wir uns vor anderthalb Jahren nicht vorstellen können. Putins aggressives Verhalten, nicht nur was die Krim und die Ostukraine angeht, hatte man bis dato ja mehr oder weniger fatalistisch hingenommen. Dieses Völkerrecht missachtende Verhalten nun zusammen mit der aggressiven Rhetorik und einem ebenso zweifelhaften Verständnis vom Völkerrecht des mächtigsten Mannes der westlichen Welt eröffnet uns nach Jahrzehnten der relativen Sicherheit den Blick auf einen überwunden geglaubten Abgrund. Was in den nächsten Stunden, Tagen und Wochen passiert, macht Angst. Mich würde mal interessieren, ob diejenigen, die damals - auch in unserer schönen Bloggerwelt - vor der Wahl des amerikanischen Präsidenten von einer positiven Veränderung gesprochen haben, weil ja die "fehlerhafte" "liberale Politik" endlich beendet würde, diese gefährliche Irrlichterei immer noch positiv bewerten können...

Um was für einen Menschen es sich bei jenem Herrn im Weißen Haus handelt, wird erneut ein Buch verdeutlichen, das in der kommenden Woche erscheinen wird: "A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership" des früheren FBI-Direktors James Comey ( das wohl aber mehr eine Autobiografie denn ein Enthüllungsbericht zu sein scheint ). 

"Dieser Präsident ist skrupellos und nicht an die Wahrheit und institutionelle Werte gebunden", schreibt Comey darin. Sein Dienst unter Trump erinnere ihn an die Zeit, als er gegen die Mafia in New York vorging: "Der stille Kreis der Zustimmung. Der Boss in vollständiger Kontrolle. Die Treueschwüre. Die Wir-gegen-die-Weltsicht. Das Lügen über alles, große und kleine Dinge, im Dienste eines Treuecodes, der die Organisation über Moral und Wahrheit erhebt."

Und der Counterpart? Der äußert sich in einem Interview in Moskau über die Auslöschung der Welt durch einen Atomkrieg: "Wozu brauchen wir eine Welt, in der es kein Russland gibt?"

In meiner Tageszeitung war am Freitag ein Cartoon von Thomas Plaßmann abgebildet, in dem der Engel der Vernunft an den Türen von Putin und Trump rüttelt und "Aufmachen!!" schreit. Wir sollten langsam mal alle mit schreien...


Verlinkt mit dem  Naturdonnerstag bei Ghislana, dem Sonntagsglück bei Katrin und dem "Gartenglück" bei Wolfgang & Loretta


Kommentare:

  1. Schöne Fotos und eindringliche und richtige Worte.
    Mir fehlen sie noch, ob der derzeitigen Entwicklung. Ich bin ehrlich gesagt etwas geschockt.
    Da freut einen selbst das feinste Frühlingswetter nicht so recht.
    Herzlichst, Sieglinde




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  2. Liebe Astrid,
    schöne Bilder von deiner Frühlingswoche.
    Danke für deine Worte zum Weltgeschehen. Mir fehlen dazu zur Zeit einfach die Worte.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Tina

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  3. Liebe Astrid, ich genieße Deine Bilder immer sehr. Du hast ein tolles Auge für Motive. Bei Dir mag ich sogar Wischmopbilder leiden :)
    Schönen Sonntag, liebe Grüße tina

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  4. Welche Diskrepanz zwischen dem erblühenden Frühling und dem finsteren Weltgeschehen!
    Es ist so beãngstigend und ich fühle mich diesen Verrückten so ausgeliefert, das ich schirr verzweifeln möchte.

    In der Hoffnung auf Vernunft auf allen Seiten, sende ich dir liebe Sonntagsgrüsse,

    Monika

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  5. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber die Trump-Sager sind so krass, dass man oft gar nicht mehr ordentlich zuhört. Das "nice and smart" hat mich aber auch fest erschreckt. Diese Wortwahl ist immer noch unglaublich für mich.

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  6. Ausschlagende Buchen - schwärm! Bei uns noch nix davon zu sehen, bringt mir Dein Post so richtig Vorgeschmack. Freu. Und das tolle Papier mit Magnolienblüten...
    Ja mir wird himmelangst bei diesem Weltgeschehen, nicht erst seit gestern und ich bete immer, dasz endlich einer den Wahnsinnigen abschieszt oder lebenslänglich in die Klapse sperrt (wo ein Deutscher auch schon mal hingehört hätte).
    Ich lese ja nun viel in Übersee-Blogs und konnte die Begeisterung einiger wirklich nicht teilen. Allerdings gab es auch etliche Bloggerfreunde, für die diese Wahl der schwärzeste Tag war - aber mit Verstand gehn leider viele nicht ins Wahllokal, hüben wir drüben, seufz!
    Trotz allem eine frühlingshafte Woche
    wünscht Dir
    Mascha

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  7. als ich nach 4 tagen hamburg in den heimischen garten zurückkam, erkannte ich kaum etwas wieder, so sehr war alles bunt und grün geworden!! dass eure magnolie schon am verblühen ist, ist ja schade, aber dieser frühling scheint mir sehr schnelllebig zu sein.
    schade, dass mich der putzfimmel noch nicht geritten hat - es wäre so dringend nötig, besonders in meinem werkelraum. ich muss wohl mal mit meinen ganzen projekten pausieren, damit ich dort wieder luft bekomme!!
    liebe grüße in die neue woche!
    mano

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  8. ...und ein ps: die politische weltlage ist zur zeit eine einzige katastrophe und kaum auszuhalten. die größte nation der welt wird von twitter regiert - unfassbar. warum gibt es in den usa keine massive gegenbewegung gegen diesen verrückten????

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  9. So schöne Bilder bei einem so herrlichen Frühling und im Gegensatz dazu das Elend dieser Welt. Das Paar alter Machos, na das haste schön gesagt. Die Art wie man Reden schwingt und dann noch per Twitter, ich kann das alles oft gar nicht begreifen und es kommt mir so vor, als befinde ich mich im falschen Film.

    Meine Angst, vor dem was da noch kommen mag, ist manchmal unbeschreiblich groß und mir wird ganz bang.

    Hab trotz alledem nen schönen Wochenanfang,
    Pamela

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  10. wieder eine schöne Woche..
    zwar auch mit Wehmut ..aber auch schönen Dingen
    dankeschön für das Bild von deinem papier ;)
    es ist wirklich schön geworden ..
    aber soll ich dir mal etwas verraten??
    Ich mache mir keine Gedanken mehr über die Politik
    ich kann sie nicht ändern (nur ev. zu gegebener Zeit an der Wahlurne)
    ich kann meine Meinung über diese machtkorumpierten alten Männer aussprechen
    aber ich kann sie nicht aufhalten
    und ich habe überhaupt nicht vor mir meine letzten Jahre (wer weiß schon wie viele) von diesen Verrückten verbittern zu lassen
    eigentlich sollte man sie doppelt genießen ..
    mein Mitgefühl ist all denen sicher die unter diesen Verhältnissen leiden müssen
    was kommt kommt so oder so ..
    vielleicht wird es ja die Apokalypse..
    wer weiß das schon :(
    liebe Grüße
    Rosi

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  11. Eine vollgepackte Woche bei dir, aber so ein klarer Durchblick macht den Frühling gerade nochmal angenehmer. Haben wir gerade auch erledigt.
    Bedenklich und äusserst gefährlich schätze ich den Einsatz der Social Media ein, die den Narzisten immer mehr Plattform gegen.
    L G Pia

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  12. Liebe Astrid, es ist wirklich gefährlich und bedenklich, was gerade weltpolitisch passiert. Dennoch nehmen es die meisten nicht wahr, sondern flüchten sich in ihre private heile Welt. Wie lange die noch so bleibt, ist aber ungewiss. Zum Glück gibt es zumindest in Californien eine massive Gegenbewegung zum Trump, die wieder eine Rückkehr zum demokratischen Diskurs und eine Orientierung an der Wissenschaft (z.b. In puncto Umwelt und Klima) fordert. Ich glaube, es ist zur Zeit ganz wichtig, seine Gegenposition auszudrücken!
    Liebe Grüße,
    Amely

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    1. Liebe Amely, da gebe ich dir uneingeschränkt Recht. Am nächsten Sonntag gehe ich noch einmal auf die Notwendigkeit des Kampfes gegen die trumpsche Politik ein...
      LG

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