Sonntag, 14. Mai 2017

Meine 19. Kalenderwoche 2017







Am Montag, auf dem Weg zum ersten Konzert in dieser Woche in der Philharmonie! Gehört haben wir das Gürzenich - Orchester unter der Leitung unseres französischen Generalmusikdirektors mit Britten, Debussy, Ravel, "Le Silence des Sirènes" von Unsuk Chin. Und zum Schluss gab François-Xavier Roth als Sänger ( richtig gut! ) noch "La mer" von Charles Trenet zum Besten. Hinreißend, wie das ganze Konzert!


Standing ovations auch für sein Statement zum Wahlergebnis am Vorabend & zu Europa. Die Kölner lieben ihn dafür!
























Üppig - und teilweise exotisch - der Blumenschmuck in der Philharmonie und die Obstschale bei uns zu Hause.

Sonnige Lichtspiele im Garten ( links eine Aronstabblüte ).



Am Donnerstag: Gleicher Weg wie am Montag zu einem zweiten Konzert in der Philharmonie, dieses Mal mit der WDR Big Band und dem großartigen 79jährigen Vibraphonisten Mike Mainieri:


Meinen Freitag habe ich schon bei "12 von 12" hier dokumentiert. Bleibt noch der Samstag:





Der begrüßte einen wieder mit Sonnenschein & frischerer Luft. Das Maigrün der Bäume vor und hinterm Haus tut mir gut.






Mittags eine Pause in meiner Lieblingsecke, dann Päckchen packen für zwei Lieblingsbloggerinnen...
























... die ich neben vielen anderen sehr netten, kreativen Frauen in der Nachbarschaft getroffen habe. Und es tut so gut, mit lauter wohlwollenden Menschen zusammen zu sein!








Und am Abend gab's was zu feiern! ( Schon wieder Alkohol! Aber ein guter Tropfen aus dem Markgräfler Land muss an diesem Tag sein, aus Erinnerungsgründen. ) Das erste Mal in diesem Jahr, dass wir draußen gespeist haben. ( Spargel, was sonst im Mai? )


Heute wählen wir hier in meinem Bundesland. Soweit, so schön. 

Im Wahlkampf hierzulande war in den letzten Tagen mehr als genug davon die Rede, dass Bildung der Schlüssel zur Verbesserung des Lebens der Menschen sei. Das ist ein Slogan, der alle Wahlen wieder wieder hochgekocht wird und inzwischen so verkommen ist wie die Waschmittelwerbung, die auch immer noch Sauberkeit verspricht, aber die Gewässer nachhaltig versaut. Als jemand, der in diesem Bundesland knapp vierzig Jahre im Bildungswesen tätig war und noch heute vielen Menschen verbunden ist, die dort arbeiten, klingt es wie Hohn, auch, weil mehr Lehrer und G8 oder G9 nichts, aber auch gar nichts verbessern, so lange sich an den Lebensumständen so vieler Kinder in diesem Bundesland nichts ändert. 

Bildung beginnt in den Familien. Wenn diese aber ums tägliche Überleben ringen müssen, weil Löhne gesenkt, Festverträge verweigert werden, die eine langfristige Planung des Lebens möglich machen, wenn Arbeit digitalisiert und die großen Gewinne bei den Konzernen bleiben, ja, sogar der Steuerzahler für die Rettung von Banken aufkommen soll, dann wird es nichts mit der Bildung, so wie ich sie verstehe, und sie bis heute Lehrerstudenten vermittelt wird ( ich sage nur "Humboldtsches Bildungsideal"! ). Denn in den Köpfen der Menschen, die ständig ihren banalen Alltag bewältigen müssen, ist keine Kapazität frei für Bildung. Und in den Köpfen der Kinder solcher Mitmenschen sieht es in keinster Weise anders aus. Ein freier Kopf ist fürs Lernen unabdingbar.

Nun will die Bundesregierung auch noch per Grundgesetzänderung ( in 13 Artikeln ) der Privatisierung - neben der der Autobahnen & der Infrastruktur - der Schulen die Tür öffnen: Mit dem neuen, zusätzlichen Artikel 104c sollen öffentlich-rechtliche Partnerschaften bei der kommunalen Bildungsinfrastruktur, zu der Kindergärten und Schulen gehören, möglich werden, indem die bisherige föderale Zuständigkeit der Länder einem Weisungsrecht des Bundes unterliegt. Bildungskonzerne wie Microsoft, McKinsey, Bertelsmann, die bereits in anderen EU-Ländern mitmischen, scharren schon mit den Füßen, um auf diesem Gebiet ihre Gewinne zu generieren. ( Wer sich genauer informieren will, kann hier nachlesen. ) Die Abstimmung ist noch für Mai geplant, so lange die Koalition also noch die notwendige Zweidrittelmehrheit im Bundestag hat.



Unser Bildungssystem - in seinen wesentlichen Strukturen noch immer aus dem Kaiserreich - ist sicher schon lange im Ganzen reformierungsbedürftig, um dem Anspruch genügen zu können, allen Bürgern bzw. deren Kindern gleiche Bildungschancen zu gewährleisten. Privatisierung ist  meines Erachtens nicht der Schlüssel, um das zu erreichen, denn privat finanzierte Schulprojekte müssen sich rentieren. Das ist & bleibt für mich ein weiterer Schritt in die Richtung, dass bessere Bildung nur bei besserer Bezahlung zu haben ist. Und das kann & will sich nicht jede Familie für ihre Kinder leisten und schon bleibt's bei mindestens der alten Ungleichheit. Noch einmal: Privatisierung im Bildungsbereich schädigt eine demokratische Gesellschaft. Dass die Bundesregierung dafür das Grundgesetz ändern möchte, trifft diese, unsere Gesellschaft im Innersten.

All diese Entwicklungen machen mir die heutige Wahl nicht leichter, diese steht aber prinzipiell nicht zur Disposition...







Auch heute wieder verlinkt mit Andreas Samstagsplausch,  Lorettas & Wolfgangs Gartenglück, Lottas "Bunt ist die Welt", Joanas "Nice little things around", Maschas "Wochenendgrün"  und der Raumfee

Kommentare:

  1. La mer...Qu'on voit danser le long des golfes clairs
    À des reflets d'argent...
    kann das bestätigen...und über das bildungssystem der schweiz...könnte ich einen roman schreiben...
    liebe grüsse..wünsche dir eine schöne woche

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    1. Die "Segnungen" desselbigen dürfen wir ja an drei Enkeln miterleben: sehr fragwürdig!
      Grüß mir la mer!

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  2. Liebe Astrid, danke für die Verlinkung zur Privatisierung. Mir wird ein bisschen bange, wo das noch hinführen wird. Ich muss noch einige Jährchen im Schuldienst arbeiten. Die Umstände sind in den letzten Jahren schon schlechter geworden, aber das? Die armen Kinde..
    Wünsche dir trotzdem einen wunderschönen Muttertag
    Birdy

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    1. Kinder haben die. schule schon immer mit mehr oder weniger Blessuren überstanden. Nur diese Verlogenheit, dass man was verbessern würde, die finde ich inzwischen unverschämt.
      Dir alles Gute!

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  3. Die Woche mit Musik beginnen, was gibt es schöneres?
    In der Schweiz sind 1/3 der Altenheime öffentlich, 1/3 privat aber subventioniert, 1/3 privat, es funktioniert auch nicht. Überall fehlt die Zeit und das Geld.......
    Was mir aber auffällt ist das unterschiedliche Bedürfnis an Bildung. Bei uns kommen Zeichnen, Handwerken, Musik oder Hauswirtschaft an letzter Stelle.
    Kinder die kochen können Planen, Rechnen, Zusammenhänge erkennen und erlernen so spielerisch selbstständiges Arbeiten.
    Diskutiert wird aber nur über in welcher Klassenstufe nun mit Französisch und Englisch begonnen wird. Also alles sehr Kopflastig, schwache Schüler laufen meist nur auf ihren Defiziten.
    Im Berufsleben sind aber auch selbständiges, handwerkliches und kreatives Handeln gefragt. Dies fehlt oft mit unserer heutigen Schulbildung.
    Liebe Grüsse
    Christa


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    1. Es ist eben eine Frage des Willens & Wollens, wie man bestimmte gesellschaftliche Aufgaben in ihrer Wichtigkeit bewertet & entsprechend organisiert, nicht nur eine Frage der Finanzierung. Und Kinder & Alte haben keinerlei Priorität, so meine Beobachtung.

      Was mir am Stundenplan der Zürcher Enkel gefällt, ist dass sie vom 1. Schuljahr an wöchentlich Schwimmunterricht haben.
      Ich hatte in meiner letzten Klasse, einer Dritten, wo es ein Drittelschuljahr Schwimmunterricht gab ( für die gesamte Grundschulzeit ) mehrere Kinder, die noch NIE schwimmen waren. Die waren genau aus den Familien, die ich oben beschrieben habe.

      Und Handwerken gibt es doch auch noch.
      Bei uns wurde das ganz abgeschafft. Ich hatte eine Referendarin, die das noch studiert hat,und die ich dann im Fach Kunst ausbilden musste, was gar nicht ihr Ding war.
      Ich finde es gut, den Kopf zu fordern und zu fördern. Aber das geht auch übers Händeln sehr viel besser...
      Einen schönen Sonntag!

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  4. hach euren tollen französischen Generaldirektor müssen wir auch mal erleben. Von solchen Menschen zehrt die europäische Idee. Es war so schön dich gestern auch zu treffen... Und ich bin ganz brav und habe das Päckchen noch nicht ausgepackt, es liegt auf dem Stapel für die kleine Reise zu M. Unsere kurzes Gespräch gestern über Bildung ist bis an unseren Frühstücksplatz im Garten heute morgen geschwappt... Die Bahn hat mich pünktlich ins Auto des Bäckerboten gelassen und wir haben ein sehr schönes Maiwetterfrühstück draußen gehabt. Sei lieb gegrüßt Ghislana

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    1. Das freut mich alles sehr hier zu lesen! Ja, es war gut, dich zu sehen...
      Jetzt geh ich zur Wahl, der Herr K scharrt mit den Hufen...
      Bisou

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  5. Liebe Astrid,
    la mer - da wäre ich jetzt auch gern...
    Die Leiterin unserer Schulkantine (ausgebildete Schnitttechnikerin und Schneiderin) würde gerne eine Handarbeits-AG am Gymnasium anbieten. Ich finde das eine tolle Idee (gerade bei der heutigen DIY-Welle). Sie scheitert aber am Direktor ... Wieso ist eine Musik-AG wichtiger als Handarbeiten oder Werken? Außerdem wäre es ja freiwillig ...

    Schönen Muttertag
    Astrid rechtsrheinisch

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  6. Da hast Du imposante Blicke, kulturelle und soziale Genüsse aufgefahren, um einen gleich wieder auf den harten kalten Boden der Tatsachen zurück zu holen.
    Der Vergleich mit der Waschmittelwerbung passt perfekt.
    Mal wieder neue Experimente mit dem Bildungswesen, mit den Kindern kann man es ja machen... (für meine Kinder hatte ich mir auch schon Alternativen gesucht, ja private, aber die waren auch nicht das Gelbe vom Ei. Mal schauen, wie es den Enkeln ergeht...)
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Den Boden der Tatsachen bereitet mir ja hier die Wahl. Die ist wirklich hart...
      GLG

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  7. Wundervoll, Debussy, Ravel und "La mer", unser Musikgeschmack hat vieles gemeinsam. Vor ein paar Jahren hatte ich auch einen Post, mit dem Titel "La mer", in dem es einen Link zu Charles Trenet's Version von dem schönen Lied gab. Obwohl mein Mann an einer privaten Schule unterrichtet (jedoch teilweise unterstützt vom Staat und kostenlos für die Schüler), stimme ich dir zu, dass Bildung keinesfalls nur in privaten Händen sein darf.
    Ganz herzliche Grüsse,
    Claudine

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    1. Ja, es ist wunderbare Musik!-
      Ja die Privatisierung des Schulwesens kann man in seiner negativen Auswirkung in den USA ablesen. Dort wurden Mitte der 1960er-Jahre als Reaktion auf das sog. Busing-Programm von Eltern der Mittel- und Oberschicht hunderte Privatschulen gegründet, um ihre Kinder nicht mit "schwarzen" Kindern beschulen zu lassen. Die Segregation nahm zu, die öffentlichen Schulen verloren nicht nur tausende Kinder, sondern auch viele gute Lehrer, Finanzierungshilfen wurden gestrichen sowie Vorbereitungskurse für Schulkinder aus Minderheiten. Das Ausbildungsniveau sank, so dass die amerikanischen öffentlichen Schulen sind bis heute verschrien sind.
      Man darf also nicht so tun, als ob es da keine Erfahrungen gibt...
      GLG

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  8. Die Bilder von den Abendlichen Kulturgenüssen sind einfach nur schön. Draussen Kaffeetrinken konnten wir schon öfter dieses Frühjahr das mit dem Essen kommt sicher auch bald.
    L G Pia

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  9. Gäbe es hier amerikanische Verhältnisse, weiß ich nicht, was aus meinen Kindern geworden wäre. Niemals hätte ich mir eine Privatschule als Alleinerziehende leisten können... das darf einfach nicht passieren.
    Der link zu GIB ist sehr informativ, danke dir... und nun einen spannenden Abend. LG Ulrike

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    1. Es wird weniger aufregend sein als vor einer Woche...
      Dir auch einen schönen Restsonntag!

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  10. Liebe Astrid,
    alles was Du zum Thema Bildung gesagt hast spricht mir voll und ganz aus dem Herzen. Ehrlich gesagt kann ich diese ganzen Wahlversprechen, die man mir so oder so ähnlich schon seit Jahrzehnten um die Ohren haut, nicht mehr hören. Man unterscheidet, so scheint mir, nicht ohne Grund zwischen Wahlversprechen und Versprechen, Wahlversprechen muss man nicht halten. Gerade auf dem überaus wichtigem Gebiet der Bildung wird seit Jahren einfach alles schlechter, so mein subjektiver Eindruck, der allerdings durch verschiedene niederschmetternde Berichte untermauert wird und die Politik tut nicht wirklich was, um die Bildung zu verbessern. Viele Lehrer werden ja vor den Sommerferien entlassen, damit spart man Geld, schließlich muss man den Lehrern nicht die Ferien bezahlen und im nächsten Schuljahr bekommen die Kinder eben wieder einen anderen Lehrer, so geschehen in der Schule, die meine Kinder besuchen. Wo bleibt da bitte die so notwendige Bildung, die jedem Kind zusteht?
    Ich wünsche Dir einen schönen Restsonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Es gibt genug Untersuchungen, die belegen, dass der Lernerfolg massgeblich vom Lehrer, der Lehrerin abhängt. Und da ist Beständigkeit wichtig, je jünger die Schüler. Meine letzte Klasse habe ich als fünfte Lehrerin der Klasse ( ab deren Schuleintritt ) übernommen. Entsprechend lief es in der Klasse. ( Dass ich dann zwei Wochen nach meinem Antritt bei einem Wandertag durch eine Schülerin zu Fall gebracht wurde, war dann Ironie des Schicksals. )
      Wertschätzung der Kinder ist noch viel wichtiger als die (dubiose) Bildung...
      Einen schönen Restsonntag!

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  11. jetzt habe dich deinen absolut treffenden bildungspolitikbeitrag gelesen und deine woche darüber total vergessen. ja es ist gruselig. und es erinnert mich an zeiten in der landesschülerInnenvertretung in nrw, als wir vor 15 jahren schon gegen sponsoring in schulen aufgesprungen sind.... ich sitze gerade vorm fernseher und beiße mir in die hand. es ist erst meine zweite landtagswahl dort, bei der ich nicht mitgewählt habe. im herzen immer noch ein wenig verbunden und nun gruselt es mich doch sehr... das leben ist nicht immer karneval...
    haltet die ohren steif!
    liebe grüße,
    jule*

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    1. Die - ich nenn es lieber so - Schulpolitik war auch gestern Thema bei dem Bloggerinnentreff ( da waren durchaus Fachfrauen dabei ). Wir waren uns einig, dass Frau Löhrmann sich absolut verbraucht hat und es so nicht weiter gehen kann. Da zieht dann jeder seine ( eigenen ) Konsequenzen...
      Ohren steif halten müssen wir nicht mehr, da der Schuldienst hinter uns liegt, das war auf jeden Fall unser Fazit nach den ersten Nachrichten.
      Einen schönen Restabend!

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  12. liebe astrid, wieder so schöne bilder, dass man eigentlich dran hängenbleiben möchte. aber man kommt um den text ja nicht drumherum. die politik begegnet einen ja seit monaten immer und überall. und manchmal kann man direkt angst bekommen. ich frage mich manchmal, warum das alles so weltfremd wird? hat denn da keiner mehr den blick auf eine völlig normale familie im eigenen land? und dann bin ich ganz froh, dass ich meine jungs aus dem größten heraus habe. nur für die jugend tut es mir immer mehr leid. ganz liebe grüße in eine neue woche, sabine

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  13. Guten Morgen liebe Astrid, eine Augenweide und ein Ohrenschmaus erwartwet mich hier (danke fürs Verlinken)... zum Wahlergebnis kann man wohl kaum gratulieren, aber wenigstens ist der AFD nicht gar so stark - -
    Ich weisz nicht, vor wie vielen Jahren ich das letzte Konzert besucht habe.. das ist eben der Preis für naturnahes "ökologisch korrektes" (deutsch: autoloses) Leben in strukturschwacher Region, aber zum Glück gibts ja noch CDs und das I-Net und Blogs...
    Mal angesehn von der Ideolgie war das Bildungssystem in der DDR nicht das Schlechteste und es war für JEDES Kind. Ich war in den letzten Jahrzehnten oft froh, keine Kinder zu haben, denen ich nichts "bieten" könnte an Teilhabe an Bildung und Freizeit, ach ja, kein schönes Thema! Hier war letztens eine Schule die ganze Woche lang zu, weil 7 von 11 Lehrern krank waren, naja, als Kind freut man sich darüber...
    Eine gute neue Woche wünscht Dir
    Mascha

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  14. Zum Thema Bildungspolitik könnte ich einen Roman schreiben, hab aber gerade so viel um die Ohren.
    Das Thema Schule war einer der Hauptgründe, weshalb ich mit meinen Kindern von Schleswig-Holstein unbedingt zurück nach Dresden wollte. Ohne jegliche politische Projektionen kann ich sagen, dass wir hier das fast perfekte Schulsystem haben. Keine Experimente seit mehr als 25 Jahren. Immer G8, keine Hauptschule, sondern Oberschule (Mittelschule) für alle Kinder. Hortbetreuung bis mindestens 17 Uhr an jeder Grundschule, warmes Mittagessen an jeder Schule. Nachmittagsbeschäftigungen aller Art durch AGs in der Schule für alle Stufen von 1 bis 12. Ein bisschen angesäuert war ich immer, dass die Voraussetzungen für das Abitur in Sachsen immer mit am höchsten waren. Ich wollte nicht einsehen, warum man am Ende mit so unterschiedlichem Wissen und Können sein Abitur hat, teilweise genügte da in manchem Bundesland Kunst und Sport....
    Nun hat man 2016 das erste Mal eine Erleichterung eingeführt und auch in Sachsen muss man nicht mehr (fast) alle Fächer belegen. Allerdings hätte ich mir auch andersherum gewünscht, dass man in Bremen, Hessen und Berlin vielleicht mal ein bisschen mehr fordert.
    Allerdings muss man sagen, dass beim Stundenausfall und der Lehrerstellensparerei mittlerweile hier auch Handlungsbedarf besteht.
    Ansonsten zeigst du wieder sehr schöne Wochenbilder, ich sehe dir immer gerne bei deinen Wochen zu.
    Liebe Grüße

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    1. Danke für deinen "Roman" ( für mich sehr aufschlussreich )! Ich bin ja in die Schule seinerzeit nur gegangen, weil ich eine Verfechterin der Gesamtschule gewesen bin... Vieles ist dann passiert, warum, weshalb, wieso diese Idee nicht so umgesetzt werden konnte bzw. ich diesen Schultyp verlassen habe. Aber das ist dann ein anderes Thema.
      LG

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  15. Liebe Astrid!
    Ich kann dir zu deinen Worten zum Thema Bildungspolitik nur zustimmen.Ohne wenn und aber, genauso ist es!!!
    Deine Bilder berühren mich jede Woche auf`s Neue.
    Danke!
    LG
    Heike aus der Nähe von Hannover

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  16. schöne Bilder..

    und das Andere ist einfach nur zum Haare raufen
    wieder mal gut dass frau schon älter ist ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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  17. Eine schöne Woche!
    In Sachen Schule, denke ich, sprechen wir eine Sprache. Sieben Dienstjahre habe ich noch vor mir, im 39. arbeitend. Als Fachlehrerin für musisch-technische Fächer habe ich angefangen und den systematischen Umbau musischer Fächer in fachpraktische und technische Fächer mitgemacht. Dann sollte in Ba-Wü die Hauptschule aufgewertet werden und erfuhr eine Weiterentwicklung zur Werkrealschule. Dabei wurden die praktischen Fächer für kopflastige Neufachkreationen abgebaut. In der Werkrealschule steckt weniger Werken drin als all die Jahre vorher!! Da halfen auch die Wahlpflichtfächer nicht wirklich aus der Misere, die vor einigen Jahren eingeführt wurden. Nun gibt es wieder einen neuen Bildungsplan, so umfangreich, dass wir ihn auf einem Datenstick erhielten. Ganz ehrlich? Ich brauche ihn nicht, denn wenn ich morgens in meine 8. Klasse gehe brauchen die Kinder erst einmal ganz was anderes.
    Sieben Jahre noch.
    Viele Grüße und eine gute Woche,
    Karin

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    1. Ich wünsche dir von Herzen alles, alles Gute für diese sieben Jahre!

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  18. liebe astrid, wie schön war es doch, dich persönlich zu treffen. und ach so kurz ;o) ich hätte gern noch viel geplauscht. deine tolle kamera hätte ich mir so gern mal angesehen. ich bin ja sehr begeistert von der firma! diese kamera hat mich erst zur fotografie gebracht. deine stöffchen liegen hier und ich bin sehr glücklich. projekte schon im kopf.

    interessanter überblick zur politik! habe euer wahlfeeling ja mitbekommen.

    schule. auch darüber macht es »in echt« mehr spaß zu reden. meine eindrücke passen wohl kaum in ein kommentarfenster. nur so viel, dass wir so ein unglaubliches glück haben, eine »staatlich anerkannte ersatzschule« in unserer nähe zu haben. sicher hat gretel (weiter oben) recht. jedoch auf dem land sieht es anders aus. rote schulen. streng, unerbittlich, pragmatisch und kulturfern. wir müssen schulgeld zahlen für unsere entscheidung nicht die staatliche schule im ort zu besuchen und taxigeld und essensgeld und hortgeld und vesper und und und ... das ist belastend, wenn man drei kinderchen unterbringen muss! da gab es ja großartige kürzungen für nichtstaatliche schulen. dann auch protest und korrektur. ich glaube, diese nichtstaatliche schule in seelitz leistet unglaubliches und ich sehe kein grund, warum diese vom staat weniger gefördert werden sollte als staatliche schulen. trotzdem ist dort alles tiptop und liebevoll und sehr kreativ und kinderfreundlich. ich könnte schwärmen ohne ende ;o) wir sehen uns sicher noch mal ... und dann länger (!) und können quatschen.

    ich muss nun erstmal wieder ankommen hier. dafür scheint mir immerhin die sonne.
    bis balde . die tabea

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  19. Liebe Astrid,
    wie schön, zwei Tage diese letzten Woche passen genau zusammen, es war sehr schön, dass du uns in unserem Papierchaos besucht hast und wir dich ein bischen aus deinen Gedanken reissen konnten! Ganz liebe Grüße übern Rhein
    Michaela

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  20. Da mein Kerl kein Konzertgänger ist, verzichte ich seit Jahren darauf. Aber nach meinem gestrigen Post, sollte ich mir endlich einen Weg suchen, meine Ohren glücklich zu machen.
    Bei dem Treffen der lieben Bloggerinnen wäre ich gerne dabei gewesen. Das war bestimmt sehr schön, informativ und interessant.
    Die Regierung sollte besser darüber nachdenken wie sie die Schule in allen Bundesländern gleich stellen. Eine Berliner Schülerin, muss in Bayern dermaßen nachholen, dass sie am besten eine Klassenstufe darunter anfängt. Und wenn ich an die Motivation der Lehrer in unseren Schulen (Berlin) nachdenke, dann läuft es mir bei einigen kalt den Rücken runter. (Es waren nicht alle unmotiviert) Aber wie sollen sie auch, zu viele Kinder haben noch nicht mal den Zoo von innen gesehen, wenn sie in die Schule kommen,geschweige denn Bücher in den Händen gehalten. Mich gruselt vor all diesen weggegebenen Verantwortungen. Da ist es fast egal, ob es die Schulen, Krankenhäuser oder Opernhäuser sind.
    Ich hoffe, die denken endlich mal an die einfachen Leute.
    Lieben Gruß auch wenn er später kommt,
    Andrea

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  21. Hallo Astrid,

    die Defizite bei den Bildungschancen werden sich in NRW vermutlich von denen in anderen Bundesländern nicht so sehr unterscheiden. Aber die sozialen Verhältnisse vieler Menschen werden die Lage in NRW bestimmt nicht verbessern.

    Mich hat überrascht, dass das Thema Bildung so viele zu interessieren scheint. Ich bin gerade dabei ein FDP - Papier zur Digitalisierung durchzuarbeiten. Es umfasst 20 Seiten, und ich bin noch längst nicht fertig. Darin spielt das Thema Bildung eine dominante Rolle. Wenn Sie möchten können Sie ja mal reinschauen. Ich habe einige Anmerkungen vorgenommen... https://drive.google.com/file/d/0B7ax6blqyfbnZzNqb2h0aVVhRFk/view?usp=sharing

    Übrigens habe ich die Petition gegen die Privatisierung von Autobahnen und Schule wie ca. 100.000 andere Leute selbstverständlich unterzeichnet. Hoffentlich bringt das etwas. https://goo.gl/exdljZ

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Der Kommentar ist für den Blogger wie der Applaus im Theater - also: worauf wartest du?

Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht! Und ein gewisses Maß an Herzensbildung auch - ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. Das kann auch schon mal dauern - dann bin ich vom Schreiben neuer Posts gefesselt!

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