Sonntag, 11. Dezember 2016

Meine 49. Kalenderwoche 2016







Wenn man denn mal früher aufsteht als sonst, wie am Donnerstag dieser Woche, kriegt man auch mal das Morgenrot mit...







Das Auto musste zur Inspektion gebracht werden. Und so gab es an diesem Tag zwei kleinere Märsche zwischen Werkstatt und Zuhause und umgekehrt.




Glücklicherweise war es trocken & teilweise sonnig und nicht zu kalt.








Gerade mal zehn Dezember - Tage sind vergangen, und schon habe ich eine stolze Anzahl von Karten auf meiner Tür versammeln können, denn nicht nur Angehörige meiner Gruppe haben mir ihre Karten geschickt. Auch Magdalena, Jorin & Ghislana, die in anderen Adventspost - Gruppen sind, haben mir ihre Karten geschickt. Euch vielen, vielen Dank!









Auch sonst war es in dieser Woche schon ein bisschen wie an Weihnachten, denn ich bekam noch mehr liebe Gaben ( und dazu noch liebe Zeilen ) von Ghislana und Katie:


Euch ein herzliches Dankeschön! Auch den Schreiberinnen der Adventspost 11, 12 und 13, die am Samstag vorzeitig bei mir eintrudelten ( und die ich noch in das Gesamtbild einfügen muss ).




Sonst war in dieser Woche bei uns alles sehr profan...


Und während ich sehr lange & oft an den Nähmaschinen saß, habe ich wieder viel Radio gehört und mir so über dies und das meine Gedanken gemacht und später Informationen gesucht: 

Wahl in Österreich, Rede der Kanzlerin & Parteitagsbeschlüsse, Umgang mit jungen Schauspielerinnen am Falle Bertolucci, die Intensivierung von Unterdrückung und Verfolgung von religiösen und nationalen Minderheiten in der Türkei, die Absicht der EU, Flüchtlinge wieder ins völlig verarmte Griechenland zurückzuschicken,  und vor allem aber die sich immer mehr zuspitzende Situation in den syrischen Städten, wo Humanität & Moral begraben wird, was mich tief geknickt & hilflos zurücklässt. 

Aber dann habe ich mich entschieden, darüber an dieser Stelle zu schreiben, wovon ich mir einbilde etwas zu verstehen: Bildung nämlich.

In dieser Woche wurde wieder die aktuelle PISA - Studie veröffentlicht, und das Ergebnis für das deutsche Schulsystem je nach Standpunkt & sozialer Rolle eher positiv oder eher negativ bewertet. Um es ganz direkt & platt zu sagen: Ich halte vom Erkenntnisgewinn dieser Studie so gut wie gar nichts, befürchte aber - wie damals 2001, als ich ein paar Tage wirklich hoffte, dass jetzt in den Schulen vieles in Angriff genommen wird, was zum Himmel stank, und dann heftigst enttäuscht wurde -, dass die Politik alles, was noch immer gut in unseren Schulen läuft, durch völlig sachunkundige Entscheidungen weiter torpedieren wird.

Ich halte die Studie für äußerst manipulativ. Außerdem zielt sie auf ein Schulsystem ab, dass nicht mehr die Mündigkeit des Menschen zum Ziel hat, sondern seine Verwertbarkeit in wirtschaftlichen Zusammenhängen. Ade Bildungsideal Humboldtscher Prägung, ade Land der Dichter & Denker, ade Bildungsmodell, das auf den Traditionen der europäischen Kultur aufgebaut ist! Stattdessen EIN System für alle.

Man mag einwenden: Wir sind doch besser geworden! Ja, besser im Umgang mit den Aufgabenstellungen der OECD, die deutschen Schülern lange völlig fremd waren ( ich sage nur multiple choice! ). 

Ein Beispiel:

Zum Thema "Drama" fällt den Aufgabenstellern nur die Frage ein, wo sich die Schauspieler aufhalten, bevor der Vorhang aufgeht. Nach dem, was im Deutschunterricht zu diesem Thema behandelt wird, hätten die Schüler sicher eher was über literarische Stilmittel oder die Beziehungen der Figuren im jeweiligen Stück sagen können. Aber auf so eine profane Frage muss man erst einmal kommen. Es kommt noch sinnfreier: Wenn man das Richtige angekreuzt hat, wird das als Pluspunkt in Lesekompetenz vergeben. Äh? Geht's noch?

Die Darstellung der Ergebnisse in Schaubildern setzt auf Schockeffekt: Die Testergebnisse werden nämlich gespreizt dargestellt, so dass die Unterschiede, die meist im Promillebereich liegen, gewaltiger aussehen, als sie in Wirklichkeit sind. Und warum das? Um die Politik zu schockieren und zu Entscheidungen zu bewegen, die Bildungssysteme anzugleichen und kulturelle oder regionale Eigenheiten einzuebnen. 

Was hat uns das alles gebracht? Seit fünfzehn Jahren ist es der Bildungspolitik in unserem Land nicht gelungen, die soziale Ungerechtigkeit in puncto Schulabschlüsse zu minimieren und das Bildungsniveau der jungen Menschen anzuheben. Man frage da mal Lehrherren oder andere Ausbilder oder Uniprofessoren - die werden bestätigen, wie die Reife und Studierfähigkeit stetig abgenommen hat. 

"Aussteigen!", mag ich da nur rufen. Und das Geld für diese Untersuchungen tatsächlich in Bildung  investieren. Eine, die den ganzen Menschen im Blick hat.


Eine ganz andere Tendenz in Sachen Bildung, die stark an die Maßnahmen der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden erinnert, lässt im Nachbarland Frankreich die Kandidatin der Front National für das Präsidentenamt erkennen: Sie will ausländische Mitbürger für den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlen lassen.

Bisher sind in Frankreich öffentliche Schulen bis zum Abitur kostenlos für alle Kinder und Jugendlichen, deren Eltern sich mindestens seit drei Monaten im Land aufhalten.

Inzwischen hat sie in bewährter Populistenmanier schon wieder etwas zurückgerudert: Auf Nachfrage der Agentur AFP sagte sie, es gehe um Kinder von illegalen Einwanderern. Ihr Parteiprogramm beinhaltet aber ohnehin, dass illegale Einwanderer, die nach Frankreich kommen oder sich dort bereits aufhalten, ausgewiesen werden.

Übrigens: Die UN-Kinderrechtskonvention schreibt in Artikel 28 ein weitgehendes Recht von bedürftigen Minderjährigen auf kostenlose Bildung fest.







Verlinkt mit dem Samstagsplausch/Karminrot und In Heaven/Die Raumfee

Kommentare:

  1. ja schule. ist wirklich traurig, was man sich zusammenschustern kann mithilfe von statistiken. ehrlichkeit ist was anderes. und weißheit erst ... wäre die nicht erstrebenswert? ich habe mal vor sehr sehr vielen jahren mit einem großen verlag an schulbüchern gearbeitet. das war ein einziges grausen. so beschränkt und kleinkariert ging man da heran. so viele wahnsinnig ungünstige instanzen waren zwischengeschaltet. ich war erschrocken. die tabea grüßt herzlich zum sonntag

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  2. ...dein Himmel sieht wie bei mir aus, liebe Astrid,
    und schöne Details hast du diese Woche wieder eingesammelt...fotografisch...Bildung, die den ganzen lernenden Menschen im Blick hat und Niemanden aus welchen Gründen auch immer ausschließt-welch wunderbare Vorstellung...

    einen frohen 3. Advent dir,
    liebe Grüße Birgitt

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  3. Liebe Astrid,
    traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast *lach* Sohnemann verzweifelt auch gerade beim Übergang zwischen Grundschule und Gymnasium - ich sag nur "Schreiben". Im Moment läuft uns manch Laissez-faire ganz fürchterlich in die Hacken...

    Das Morgenrot war in der letzten Woche wirklich sagenhaft - leider schaff ich morgens auf dem Fahrrad keine tollen Fotos, aber für 2017 hab ich mir schon was vorgenommen.

    Ich wünsche Dir trotz all des Elends auf dieser Welt einen schönen
    3. Advent
    Astrid rechtsrheinisch

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  4. Wir dachten immer es gäbe die Erkenntnis, das Sportunterricht oder Musikunterricht für alle Kinder wichtig ist und in jedem Studenplan vorkommt. Nun sehen wir, die Gesamtschule unserer Enkelin hat ein Kurssystem auch für diese Fächer. So fehlen beide Bereiche in ihrem Plan, da sie nur zwei Bereiche auswählen konnte und Werken und Biologie ausgesucht hatte. Wie gesagt, fünfte Klasse, zehnjährige Kinder. Hilfe, wer denkt sich sowas aus?
    Danke für die tollen Anregungen und Bilder!

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  5. Stimmt, anstatt solcher Tests, die an sich schon mehr als zweifelhaft sind, sollte man sich endlich mal dransetzen, die Bildung so zu gestalten, dass unabhängig von der Herkunft und dem Geschlecht der Schüler, diesen eine sehr gute Ausbildung gewährleistet wird. Ganz im Sinne von Pestalozzi "Herz, Kopf und Hand".
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Das sind alles Ideen von gestern, die interessieren nicht mehr, werden wahrscheinlich auch nicht mehr gelehrt in diesem Schmalspurstudium namens Bachelor & Master. Und die Lehrer selbst werden seit Jahrzehnten nicht mehr gehört. Und die aus dem aktiven Dienst ausscheiden & in die Schulverwaltung bzw. Seminarausbildung gehen, sind Flüchtlinge, die nie für die Arbeit mit Kinderngebrannt haben. Ich könnte dir da etliche Beispiele nennen...
      Mir tut es oft so um unsere wunderbaren Kinder leid.
      GLG

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  6. Wenn ich über unsere Schulminister/innen nachdenke, und die Wut über all diese Schein-Reformen meinen Hals droht eng zu machen, und es auch mir so offensichtlich vorkommt, wohin diese Testereien die kleinen Menschen drängeln sollen, dann rufe ich mir immer diesen wunderbaren Film in Erinnerung: https://de.wikipedia.org/wiki/Sein_und_Haben
    und frage mich, ob den mal nicht all diese Technokraten bitte ansehen sollten, von Anfang bis Ende, und dann mal darüber nachdenken, was ein Kind braucht zur Bildung. Zeit. Vertrauen. Gesehen werden. Geschätzt werden. Behütet sein. Gefordert sein, nicht über- oder unterfordert. Begrenzung. Begleitung. Fehler machen dürfen. Ruhe. Spannung. Korrektur. Begeisterung.
    Ich könnte diese Reihe fortsetzen. Du weißt, was ich meine.

    Und zur schönen Adventspost teile ich Deine Begeisterung. Ich denke schon immer darüber nach, wie man aus diesem Teppich von Mustern noch etwas anderes als ein Buch machen könnte....
    Schönen Rest- 3.Advent und
    lieben Lisagruß!

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  7. Ich bin wirklich froh, dass ich meine Kinder *durch* habe mit der Schule. Es läuft einiges ganz ganz falsch hier, das war schon mit dem 8jährigen Gymnasium so.... da wird ja auch wieder zurückgerudert. Und ausgetragen wird alles auf dem Rücken der Kinder und der Lehrer. Anja und Robin machen ja beide nächstes Jahr Staatsexamen und wechseln dann ins Refendariat.... also irgendwie hab ich sie doch nicht durch ;))
    Liebste Grüße, hab einen schönen 3. Advent liebe Astrid ♥
    Christel

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  8. Liebe Astrid,
    ja es läuft schon einiges falsch. Ich kann nur immer wieder die Lehrer beglückwünschen, die das jeden Tag durchziehen.
    Mein Sohn ist einer von ihnen und nein, ich darf ja nicht drüber schreiben.

    Trotzdem einen wunderschönen Abend.

    Lieben Gruß Eva

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  9. Liebe Astrid,
    auch eine "profane" Woche hat etwas Gutes, oder?
    Beim Thema Bildung gehe ich absolut konform mit Dir! PISA - oha! Ich arbeite nun beinahe 20 Jahre an unserer Schule und ich bin dankbar, dass wir bei uns ein super Team und eine besonders gut Atmosphäre haben. So lässt sich vieles bewegen. Studien - schön... aber hat sich wirklich etwas geändert?
    Ich wünsche Dir einen schönen Adventssonntag und lese nun noch bissele auf Deinem Blog. Ich hatte sooo wenig Zeit und wohl einiges verpasst.
    Sei herzlich gegrüßt von
    Regina

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  10. Liebe Astrid, deine Fotos sind wieder herrlich. Ich sollte die Kamera auch viel öfter mit rausnehmen. Ob es nun ganz alleine an der Bildungspolitik liegt, die unsere Jugendlichen als Azubi ihren Lehrherren aufstöhnen lassen. möchte ich nicht beurteilen. Ich finde es läuft gerade vieles nicht rund in diesem Alter. Ich habe das Gefühl viele Jugendliche nehmen die Schule auch gar nicht mehr so ernst. Erst kommen die Freunde, der Status, Handy, Internet. Und die Eltern kümmern sich auch anders. Ob sie die Fehlleitung nicht sehen wollen oder können, weiss ich nicht. Ich bin froh, dass ich mit meinen Jungs so gerade noch die Kurve bekommen habe, bevor der Abwärtstrend noch weiter nach unten stieg. Übrigens sieht der jüngste Sohn das ganz genauso. Es gibt also auch noch Jugendliche, die sich nach den alten Werten zurücksehnen oder zumindest den momentanen Trend mit Skepsis entgegensehen. Dir eine wunderbare dritte Adventwoche und liebe Grüße, Sabine

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  11. Tolle Adventspost, auch ich durfte mich schon über 2 Bonuskarten freuen 🙂, feine Fotos von draußen. Ab Do bin ich bis zu den Weihnachtsferien wieder in der Schule 🎒 eingesetzt und werde meine "Ideen von gestern" einpacken, so. Können mich alle mal. Herzliche Grüße nach Kölle Ghislana

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  12. So manches Mal habe ich auch am den Schulen gezweifelt, Die meinte Monster besucht haben. Der Monsterjunge hat sich am Ende seine eigenen Schulen ausgesucht und hatte größere Erfolge. Ob die Ausbildung dort die richtige war, werden die nächsten Jahre zeigen.
    Diese Studien finde ich ohnehin daneben. Viele lachen über die "Blödheit" unserer Jugend (frage sie doch mal, wann Jesus geboren wurde!) Ich finde es erschreckend.
    Deine Wochenbilder, finde ich trotzdem schön.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  13. Auch in dieser Gruppe gab es wunderschöne Karten wie ich sehe, danke für den Einblick, du hast einen tollen Blog ♥

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