Sonntag, 10. Juli 2016

Meine 27. Kalenderwoche 2016























Am vorletzten Sonntag beim Besuch der Mutter im Heim trafen wir den süßen Großneffen mit seiner Mum & Oma. Am Himmel überm Siebengebirge schönste Wattewolken ( Schauer allerdings auch immer wieder, vor allem als wir es uns gerade zum Kaffee draußen gemütlich gemacht hatten )!





















Dienstags ein "Déja - vu": Vor zwei Jahren und acht Monaten bin ich diese Treppe doch auch hinaufgegangen! Dieses Mal habe ich den Herrn K. begleitet zu einer Augenuntersuchung. -Gegen das Himmelsgrau setzte ich wieder Blumenblau in unserem Haus...

Am Freitag war es zwar warm, aber unangenehm schwül und der Himmel - ja klar: bedeckt & grau. Bei Laune gehalten haben uns für zwei Stunden die beiden Enkelmädchen. - Am liebsten würde man auswandern wie die Playmofiguren der größeren Enkelin.






















Endlich! Gegen Abend riss die Wolkendecke immer mehr auf, die Mauersegler tobten mit ihrem "Srisri" durch den Himmel, und sämtliche Lokale mit Außengastronomie waren voller Menschen: 



Wir nahmen das erste Mal seit Karneval wieder am Stammtisch unserer Karnevalsgruppe teil. Erste Pläne wurden vorgestellt, weitere Verabredungen getroffen.






















Am Samstag wieder Besuch bei meiner Mutter im Heim im Schatten des Siebengebirges. Ein richtig schöner Sommertag begünstigte den Aufenthalt im Freien, und plaudernd verbrachten wir ein paar leichte Stunden.

Grenzhäuschen bei Kobilje zwischen Ungarn und Slowenien, 2007
Source


Auch wenn in dieser Woche zwangsläufig wieder viele Gedanken um innerfamiliäre Probleme kreisen mussten, beschäftigte meinen Kopf nach wie vor die Politik, vor allem das Thema Europa. Ich habe dazu auch mit Interesse gelesen ( z. B. hier und hier ), manches gar mit feuchten Augen, wie bei Friederike, einer Bloggerin, die in meiner alten Heimat lebt.

Für mich ist immer noch unfassbar, wie sich die nationalistische Pest in den Köpfen & Herzen der Menschen so breit machen kann.Warum begreifen die nicht, dass wir hier in Mitteleuropa niemals siebzig Jahre an einem Stück in Frieden hätten leben können OHNE die europäischen Verträge? Zitieren wir doch einmal an dieser Stelle Alcide De Gasperi, einen der Gründerväter des europäischen Einigungsprojekts:
„Welche Idee […] über die Zukunft Europas, die Zukunft der Welt, welche Idee von Sicherheit und Frieden sollen wir unserer Jugend geben, wenn nicht diese Idee der europäischen Einigung? Wäre Ihnen die Idee der Diktatur lieber, die Idee der Macht, der Nationalflagge – und sei er von Heldenmut begleitet? Dann würden wir nur aufs Neue jenen Konflikt schaffen, der unausweichlich zum Kriege führt. Ich sage Ihnen: die Idee der europäischen Einigung ist die Idee des Friedens.“
Das war der ultimative Bruch in unserer bis dahin gültigen europäischen Kulturgeschichte!

Die Einsicht in die Notwendigkeit dieses Bruches war  übrigens die zentrale Errungenschaft einer konservativen – und das tatsächlich  im ursprünglichen Sinn des Wortes: bewahrenden – Politik, der es um die Verteidigung einer offenen und liberalen Gesellschaft gegen totalitäre und nationalistische Ideen ging, um die Erhaltung von Frieden und Wohlstand. Und nicht vergessen: Die Fundamente der europäischen Gesellschaft sind nicht nur demokratisch im Sinne der französischen Aufklärung, sondern auch christlich im ursprünglichen Sinn, i.e. orientiert an den Idealen der Nächsten- und Feindesliebe. ( Das kann selbst jemand, der religionslos ist, mittragen, denn wenn man verwurzelt ist in der deutschen Kultur & Tradition, dann zählt auch Kant und Herder. Und letzterer meinte: "Wenn wir unsere Humanität aufgeben, geben wir mit ihr unsere Menschlichkeit auf." )

Eigentlich soll diese, meine wöchentliche Rubrik, nicht zum "Wort zum Sonntag" verkommen. Aber meine Gedanken gehören zu dieser Woche wie all die schönen, bunten Bildchen von Glücksmomenten...






Verlinkt mit Andreas/Karminrot Samstagsplausch

Kommentare:

  1. Nach den Bildern zu urteilen, war Deine Woche doch bunt und fröhlich.
    Wenn unser gemeinsames Europa doch auch so sein könnte. Die Vielfalt und Eigenheiten europäischer Völker GEMEINSAM erhalten und pflegen, dem Vereinheitlichungswahn Brüsseler Eurokraten entgegen wirken. Das wäre mein Wunsch (einer von vielen zu diesem Thema, seufz.)
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ich ertrage lieber solche blöden Ideen wie die Energiesparlampe oder die graden Gurken, als Mord & Totschlag. Ich glaube, ich mache mal eine Liste, wie viele kriegerische Auseinandersetzungen es in den letzten beiden Jahrhunderten gab, alleine in Europa. Und solche Erfahrungen, wie sie die Vereinigten Staaten momentan wieder machen müssen, brauche ich nicht und wünsche sie mir auch nicht für meine Nachkommen.
      LG

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  2. Ja, um Europa ist mir auch bang. Vor den nationalen Egoismen ohnehin. Die Gedanken, dass alles den Bach runtergeht, mag ich mir noch nicht machen. Ich bleibe jedenfalls überzeugte Europäerin. Schön die Lichtblicke aus der Familie, sie trösten über den Schlamassel, jedenfalls ein bisschen und immer wieder. Japan wird übrigens konkret, nächstes Frühjahr, und ohne Touristenrummel. Liebe Grüße Ghislana

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  3. Liebe Astrid,

    das alles gehört doch zu deinem Leben dazu:
    Deine tollen, positiven Bilder, Erlebnisse und Eindrücke,
    aber eben auch deine Gedanken zu aktuellen, politischen Themen.
    Was NICHT zum Leben dazu gehören sollte:
    Krieg, Verfolgung, Mord, Verrat und all die anderen Grausamkeiten und zerstörerischen Vorgänge.
    Ignorieren darf man sie nicht,
    aber sich von ihnen lähmen und ängstigen lassen auch nicht.
    Aus deinen Bildern nehme ich mir jetzt einfach mal den Eindruck
    dieser zuckersüßen Babyfüße und -beine mit!
    Hach... <3

    Herzliche Sonntagsgrüße
    Julia

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    1. Nein, ängstigen & lähmen tun sie mich nicht, liebe Julia, ganz im Gegenteil: Sie machen mich wütend auf all die unter uns, die ignorant bleiben wollen, ihr Herz verschließen & schmollen, weil sie sich zurückgesetzt fühlen. Sollte es hierzulande hart auf hart gehen, werde ich auf meine alten Tage wieder aktiv werden.
      Schon alleine wegen all der süßen Babyfüsse!
      GLG

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  4. deine gedanken sind gut so und wichtig und gehören genauso dazu wie kinderlachen und blauer himmel. und DEIN wort am sonntag lese ich gern mit großem interesse.
    liebe grüße, am nächsten wochenende lese ich wieder bei dir mit!
    mano

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  5. Liebe Astrid,
    danke für deinen netten Besuch auf meinem Blog. Ich hab´ mich sehr darüber gefreut und dich gleich bei mir verlinkt!
    Ich werde nun öfters vorbei schauen.
    Jetzt aber lass ich dir nur die allerbesten Wünsche da!
    Karen

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  6. "Sollte es hierzulande hart auf hart gehen, werde ich auf meine alten Tage wieder aktiv werden." Da bin ich ganz an deiner Seite. Eine schöne Menschenseele finden ist Gewinn.
    ~Johann Gottfried Herder~
    Wünsche noch einen schönen Sonntag :-)

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  7. Ich mag Deine Wochenrückblicke, Astrid! Zeigen sie doch wie bunt und fröhlich Deine Woche - trotz all den schaurigen Ereignissen im Weltgefüge - war. Halt daran fest. Eine intakte Familie ist sooo wichtig - gerade in schlimmen Zeiten! Liebst, Nicole

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  8. danke für dein "wort zum sonntag"! dass es notwendig ist seh ich überall!
    schöne bilder hast du eingefangen! hier war das wetter gar nicht grau, nur gewitter gabs gar mächtige....
    eine angenehme woche! xxxx

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  9. wieder einmal kannst du auf eine wundervoll erfüllte kalenderwoche zurückblicken... wie schöööööön!
    deine nachdenklichen wütenden worte sprechen mir aus dem herzen!
    herzlichste grüße & wünsche an dich :-)
    amy

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  10. liebe Astrid,
    auch ich sage Danke für Dein "Wort am Sonntag", Du sprichst (schreibst) vielen aus dem Herzen!
    Eine schöne bunte Woche hattest Du - und so süße Babyfüße!
    liebe Grüße
    Gerti

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    1. Nicht nur die Füße sind so süß ;-)
      Danke, dir liebe Namenschwester, für den Zuspruch, aber auch euch - Amy, Beate, Mano, "Schwalbe".....
      Herzlichst
      A

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  11. Es ist so ein Murks, dervda im Moment in der Welt, und so nah bei uns in Europa vorgeht, dass ich "gar nicht so viel essen kann, wie ich k***** möchte", um mal Max Liebermanns Zitat, anlãsslich Hitlers Fackelzug zu benutzen.
    In der Tat fühle ich mich sehr hilflos und wütend, und ziehe mich ein wenig auf die heile "Blogger"-Welt zurück.
    Ich bin dir aber sehr dankbar, dass du immer so treffend auf den Punkt kommentierst und deine Meinung äußerst.
    Liebste Grüße,
    Monika

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  12. Ich freue mich immer wieder, wenn ich deine Berichte lese. Sowohl deine "heile" Welt, wie auch deine Wut... Was zur Zeit in unserem Europa passiert macht auf jeden Fall wütend. Gerade Gurken und Staubsauger die nicht mehr die volle Saugleistung haben dürfen sind absolut albern, wenn man die Menschen nicht einen kann...
    Spät oder sehr früh antworte ich dir,
    Andrea

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  13. Wie ich deine Wochenrückblicke mag!! Für die wunderbaren Bilder, die schönen Farben, aber auch die gut formulierten Gedanken. So viel Wahres in dem, was du schreibst... Hoffen wir, dass die Waffen der Worte und friedlichen Taten unser Europa über diese Zeiten hinweg retten können!

    Herzlich
    Steffi

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