Donnerstag, 16. Juni 2016

Great Women # 64: Bette Midler


Anfang der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts befand ich mich nach einer Phase mit ausschließlichem Konsum von  Rockmusik auf der Suche nach neuen musikalischen Reizen. Und unter anderem traf ich - damals, als Saturn noch ein Platteneinzelhändler im Hochhaus am Hansaring war - auf dieses Album:
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Damals konnte man noch in einer Kabine sitzend, Kopfhörer auf den Ohren, von einem realen Menschen aufgelegt, einzelne Titel auf Platten anspielen lassen und "hineinhören" (klick). Diese Neuentdeckung faszinierte mich sofort: Bette Midler. 


Bette Midler kommt am 1. Dezember 1945 in Honolulu ( Hawaii ) als dritte Tochter von Fred und Ruth Midler zur Welt. Ihre Eltern, beide Juden, sind aus New Jersey auf die Insel ausgewandert, aber von ihren Möglichkeiten dort enttäuscht und frustriert. Der Vater arbeitet als Anstreicher, die Mutter ist Näherin. ( Sie ist dafür verantwortlich, dass ihr Baby den Vornamen der berühmten amerikanischen Schauspielern Bette Davis trägt ). 

"Meine Mutter war eine ängstliche und etwas verhuschte Seele. Sie verschwand immer irgendwie im Hintergrund und fiel nicht auf. Aber sie war eine sehr liebe Frau... Und sie hatte eine künstlerische Ader", charakterisiert sie die Mutter später in diesem Interview.

Die Verhältnisse, in denen Bette mit den Schwestern Susan und Judy groß wird, sind äußerst einfach. „Ich bin der Beweis, dass man zwischen Kakerlaken aufwachsen kann und trotzdem später zum Dinner mit dem Präsidenten im Weißen Haus sitzt.“ Darüber hinaus sind die Eltern nicht besonders gesellige Menschen & haben wenig soziale Kontakte, so dass Bette sehr isoliert aufwächst. Aufgrund dieser Isoliertheit entwickelt die die Fähigkeit, das Verhalten anderer Menschen genau zu beobachten und eigene Charaktere zu erfinden. Ihren starken familiären Zusammenhalt schätzt sie allerdings bis ins hohe Alter sehr.

In der Schule fühlt sie sich als Außenseiterin, denn sie ist die einzige Weiße und außerdem noch Jüdin. Weder sie noch ihre Mitschüler wissen, was das bedeutet. Später witzelt sie darüber, dass sie dachte, dass es etwas mit Jungen zu tun habe. Schon in der fünften Klasse gilt sie als witzig und komisch. Doch die schlagfertigen Antworten, schnellen Retourkutschen und ihre Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, sind ihre Möglichkeiten, sich gegen die Widrigkeiten im Elternhaus und der Schule zu wappnen. Ihr selbst ist ihr Talent lange nicht bewusst, obwohl sie zwei Mal zur sprachgewandtesten Mitschülerin gewählt wird. Trotz der Tatsache, dass sie eine gute Schülerin ist, zur Klassenpräsidentin gewählt wird und beim Schulabschluss die offizielle Abschiedsrede halten darf, fühlt sie sich immer wegen ihrer körperlichen Erscheinung - sie ist sehr klein gewachsen - und ihres Außenseiterstatus den anderen unterlegen. 

Nach Abschluss der Schule studiert sie an  der Universität der Insel Theaterwissenschaft und tritt als Komparsin in dem Stück "Hawaii" auf. Die Eltern erwarten von ihr keine akademische Ausbildung, aber sie wollen, dass ihre Töchter solide Berufe ausüben wie Lehrerin, Bibliothekarin, Sekretärin, Krankenschwester. Und vom Showbizz hält der Vater überhaupt gar nichts. "Aber ich wollte der Chef sein, eine unabhängige Unternehmerin."

"Ich war kein bisschen rebellisch, bis ich zur Highschool ging. Dort traf ich dieses Mädchen - die war richtig wild. Und wenn du die Wilden triffst, dann findest du den Eingang zu einer anderen Welt. Ich hatte in meinem Leben immer das Glück, Menschen zu begegnen, die solche Türen und Fenster für mich öffneten, um das Leben aus anderen Perspektiven zu sehen. Ich wüsste nicht, wer ich ohne diese Hilfe geworden wäre", erinnert sie sich später.

Nach einem Jahr an der Universität von Hawaii zieht sie nach New York, um Karriere im Showgeschäft zu machen. Sie sieht sich inzwischen selber als Sängerin und Clown, und hofft, dass ihr Wunsch öffentlich aufzutreten, sich in NY verwirklichen lässt. Sie ergattert eine kleine Rolle in "The Fiddler on the Roof" im Jahr 1965 und ein Jahr später spielt sie Tevjes älteste Tochter Tseitel, obwohl dafür eher eine große, schlanke Person vorgesehen ist. Drei Jahre bleibt sie bei der Show. 1966 spielt sie  auch in dem Kinofilm "Hawaii" mit Julie Andrews eine seekranke Passagierin.

Als Tseitel in "Fiddler on the Roof"
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Während  ihrer Zeit beim "Fiddler" tritt sie auch im "Improvisation Club" auf,  wo sie den Besitzer der "Continental Baths" kennenlernt, einem Homosexuellen - Treffpunkt mit einer einzigartigen Kombination von Bädern, Restaurants und Auftritts-Bühnen. Die Künstler treten dort auf, während das Publikum im Pool - Bereich entspannt. Es ist diese einmalige Umgebung, die Bette viele der Figuren entwickeln lässt, die später fester Bestandteil ihrer Show und die Grundlage ihrer spektakulären Erfolg werden.

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Ihre Hauptfigur: Das göttliche Fräulein M, eine Frau in schwarzer Spitzencorsage und Caprihosen aus Satin, die Lieder der 1940er und 1950er Jahre singt. Zwischen den Liedern wirbelt sie über die Bühne, erzählt verfängliche Witze oder verwendet eindeutig zweideutige Wörter, so dass ihr Publikum gleichzeitig schockiert & entzückt reagiert. Dabei wird deutlich, dass sie weder sich selbst noch ihr Thema ernst nimmt und damit ein Gefühl von Lockerheit in sexuellen Dingen vermittelt, wie sie in den späten 1960er Jahren, als die schwule Szene im "Continental Baths" entsteht, erst aufzublühen beginnt. 

Bette zeigt eine geradezu enthusiastische Bereitschaft, in der Öffentlichkeit Dinge anzusprechen, die bisher immer auf den privaten Raum beschränkt waren. Damit ist sie Teil der revolutionären Veränderungen im Sexualverhalten und des Diskurses darüber. Vor allem ihre Toleranz & Unterstützung für homosexuelle Männer schaffen ihr ein treues Kontingent an Fans für ihre Shows und Fernsehaufzeichnungen bis zum heutigen Tag. Das Bild von Bette Midler als freier und anarchischer Geist entsteht zu dieser Zeit. Vulgär-charmant nennen andere ihre Art & finden ihre Auftritte eher peinlich. "Ich war schon ziemlich dreist. Aber ich war jung. Es war mir egal, ich war waghalsig. Furchtlos! Ich dachte, wenn ich es lustig finde, finden das auch andere. Ich wollte, dass die Leute lachen. Ich bereue da so einiges", äußert sie sich hier einmal dazu. 

Mit Barry Manilow im Hintergrund
Damit entspricht sie ganz dem Stereotyp der "bawdy Jewish woman", den es gab, bevor die jüdischen Prinzessinnen von heute auftauchten, sie ist also die letzte Inkarnation der Entertainerinnen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts vom Schlage einer Belle Barth oder Sophie Tucker ( die sie tatsächlich in ihrer Figur der Delores De Lago wieder aufleben lässt ).

In den "Continental Baths", macht Bette eine weitere wegweisende Bekanntschaft: Sie trifft auf den Sänger und Komponisten Barry Manilow ( der mit dem Song "Mandy" ) und tritt mit ihm zusammen in einigen Comedy-Shows auf. Dieser Kontakt ebnet ihr den weiteren Weg ins Showbusiness. Zu Beginn der siebziger Jahre erhält sie einen Plattenvertrag bei Atlantic Records. Manilow produziert 1972 auch das erste Album von Bette Midler "The Divine Miss M", das auf ihrer gleichnamigen Bühnenshow basiert und für das sie ihre erste Goldene Schallplatte erhält. 1974 wird sie dafür mit dem Grammy als "Beste Neue Künstlerin" ausgezeichnet.

Vor ihrem Tour - Bus (1973)
Im Jahr 1972 wird Aaron Russo ihr Manager, der ihre Karriere weiter vorantreibt und ihre Tourneen organisiert. Es ist eine stürmische persönliche und berufliche Beziehung, die dazu führt, dass Bette 1974 eine Auszeit von einem Jahr nehmen muss, um sich von dem ständigen psychischen und physischen Druck zu erholen. Damit geht es ihr wie etlichen anderen hoch talentierten weiblichen Protagonisten im Showbusiness des Westens jener Zeit - über Nina Simone oder Laura Nyro habe ich hier & hier schon geschrieben -, die von ihrem Ehrgeiz, aber auch von ihren Managern zur Höchstleistung bis zur völligen Erschöpfung getrieben werden.

Doch vorher erscheint noch im November 1973 ihr zweites Album "Bette Midler", das Titel von Brecht/Weill, Bob Dylan, Phil Spector, Glenn Miller, Mercer/Carmichael u.a. enthält und extrem erfolgreich ist.


1976 folgt "Songs for the New Depression", so ganz anders als die Alben zuvor, denn einige Menschen hatten sie verlassen, darunter Barry Manilow. Ende 1977 folgt "Broken Blossom". Danach verknüpft sie 1979 erstmals die Filmerei mit der Musik: In "The Rose" stellt sie eine Rocksängerin dar und erinnert dabei an sich selbst mit ihrer eigenen Alkoholerfahrung, aber auch an die früh verstorbene Janis Joplin. Die Rolle ist eine Tour de Force in Bezug auf Schauspiel und Gesang.  Die unglaubliche Belastung der Künstler durch eine Tournee wird in ihm spürbar ( und die gleichzeitige Anspannung durch einen herrschsüchtigen Manager auch ). 

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Tatsächlich bricht Bette anschließend mit Russo und wird ihre eigene Unternehmerin, wie sie es sich schon in Honolulu erträumt hat. 

Der Film ist ein Meilenstein in Bettes Karriere: Er zeigt ihre Stärken als Performerin und ihre Schwächen als seriöse Schauspielerin. Doch die Kritiker zeigen sich begeistert. Neben einer Oscar-Nominierung erhält der Streifen zwei Golden Globes, das Album bekommt einen Grammy und erlangt Platin-Status.

In "Jinxed!"
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1980 wird ihre Bühnenshow "Divine Madness" verfilmt, und sie veröffentlicht erfolgreich ein Buch, das Einblick hinter die Kulissen des Showgeschäfts ermöglicht. Mit dem Film "Jinxed!" 1981 nimmt ihre spektakuläre Filmkarriere schon wieder ein ( scheinbar ) katastrophales Ende. Die nächsten Jahre sind schwierig für sie, und nach eigenen Eingeständnis erfolgt ein Nervenzusammenbruch. Erholung, Therapie und Kontemplation - das genaue Gegenteil zu ihrem üblichen Stil und Verhalten - sind angesagt.
Bette & Martin von Haselberg 1984 und 2010
Ihr persönliches Leben kommt wieder in die Spur, als sie den deutschen Performance-Künstler Martin von Haselberg trifft und nach sechs Wochen Bekanntschaft in Las Vegas vor einem Elvis-Imitator am 16. Dezember 1984 heiratet. Ihr Glück: Ihr neuer Mann steht ihren beruflichen Ambitionen positiv gegenüber, ist aber eher fürsorglich in seiner Unterstützung für sie. Er schlägt ihr auch vor, dass sie zur Komödie, ihrem natürlichen Metier, zurückkehren solle, was sich als ein brillanter Schachzug erweist.

Bette unterzeichnet einen Vertrag bei Walt Disneys Filmfirma "Touchstone" und überzeugt in deren Filmen als Komikerin. Über "Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" (1986) und "Nichts als Ärger mit dem Typ"(1987)  amüsieren sich weltweit Millionen von Kinogängern. 

1985 gründet sie außerdem zusammen mit ihrer Freundin Bonnie Bruckheimer "All Girl Productions". Ihr erster Film "Freundinnen"(1988), in dem Midler eine Hauptrolle spielt, ist sehr erfolgreich, ebenso das Soundtrack-Album und die Single "The Wind Beneath My Wings" ( Nummer eins in den US - Charts )

Als Mrs. Stone, in "Hocus Pocus" und "Freundinnen"
"Meine Eltern haben mir beigebracht: Verlasse dich nicht auf einen Mann. Baue nicht darauf, dass du heiratest und er für dich zahlt. Das habe ich kapiert. Ich habe immer meine eigenen Rechnungen beglichen", erzählt sie. Das dürfte ohnehin kein Problem gewesen sein nach ihren erneuten Erfolgen in Hollywood...

Mit der Tochter Sophie
1986 kommt die Tochter Sophie zur Welt ( benannt nach Sophie Tucker ). "Sie ist unser einziges Kind, und wir waren schon relativ alt, als wir sie bekamen. Also waren wir dermaßen dankbar, als sie da war. Es war aufregend", beschreibt sie diese Erfahrung. Und: "Wir wollten das Kind mit einer großen Portion Sicherheit und auf einer soliden Basis großziehen." Diese Entwicklung in ihrem Privatleben schenkt ihr selbst auch neues Selbstvertrauen und hilft ihr, berufliche Fehlschläge besser wegzustecken. Das Muttersein kann sie ganz gut mit ihrer Schauspielerei - im Gegensatz zum Tourneebetrieb-   in Einklang bringen. So gibt es ab da fast jedes Jahr einen neuen Film mit ihr.

"Für mich fühlt es ( i.e. das Filmen ) sich an wie ein Tag am Strand. Es ist so viel einfacher, als eine Band zusammenzustellen, vierzehn Trucks zu mieten, Set- und Kostümdesigner und Hunderte von Leuten zu engagieren, um auf Tour zu gehen. Ich produziere und inszeniere meine Shows ja auch noch selbst. Einen Film zu machen ist wie eine Erholungspause für mich, wie ein kleiner Urlaub. Denn ich bin nicht verantwortlich."

Als Sängerin spielt Bette 1990 "Some People's Lives" ein. Die daraus ausgekoppelte Single "From A Distance" avanciert wieder zu einem Hit und beschert ihr einen weiteren Grammy.


1993 geht sie auch nach 10 Jahren das erste Mal wieder auf eine nationale Tour: "Experience the Divine". Diese bricht alle Rekorde und ist sechs Wochen lang in der Radio City Music Hall ausverkauft. Dabei lässt sie ihre Figur Delores De Lago wieder auferstehen und reißt Witze über die Tatsache, dass sie, eine jüdische Frau, mit einem Deutschen verheiratet sei. Vor allem politisch unkorrekte, durchaus zotige Witze à la: „Mein Mann ist Deutscher. Abends verkleide ich mich als Polen, und er marschiert ein.” 

1993 verzaubert sie aber auch im  Film "Hocus Pocus". 1995 folgt eine Rolle in "Schnappt Shorty".

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Nach über zwei Jahrzehnten in Hollywood lebt Bette seit 1995 wieder in New York. Es ist auch das Jahr, in dem sie ein Umwelt-Projekt initiiert, um die Renaturierung und menschenwürdige Gestaltung heruntergekommener Teile von New York voranzutreiben.

Als im Jahr 1999 der damalige Bürgermeister Rudolph Giuliani mehr als hundert der stadteigenen Gemeinschaftsgärten in New York zu verkaufen droht, um an ihrer Stelle Wohnungen zu bauen, greift Bette ein, kauft sie und übergibt sie einem Trust, der die Gärten weiterhin erhält. ( Später, 2002, wird sie dafür vom Gouverneur des Staates New York George Pataki ausgezeichnet werden. ) Ihre ganze Freizeit steckt sie in diese Herzensangelegenheit, befreit Grünflächen von Müll und pflanzt Bäume an.

Eine schauspielerische Glanzleistung erbringt Bette 1996 im Film „Club der Teufelinnen“. Darin ist sie eine ältere Frau, die von ihrem Ehemann betrogen und ausgenutzt wird. Zusammen mit Goldie Hawn und Diane Keaton setzt sie einen Racheplan um. Sie selbst sieht sich als „eine Art Feministin“, seit ihr klar ist, „dass es Männer gibt, die Frauen gegenüber kalt ihre Macht ausspielen“, verrät sie einmal in einem Interview.


Dem Gesang bleibt sie weiterhin treu, veröffentlicht 2003 ein Tribut-Album an Rosemary Clooney, 2005 an Peggy Lee.  Ab Februar 2008 tritt sie zwei Jahre lang fünfmal die Woche mit einer Show im Caesar's Palace Hotel in Las Vegas auf: "The Showgirl Must Go On". Die Meerjungfrau Delores De Lago, eine ihrer Paraderollen, ist auch wieder dabei:

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Sogar 21 Nixen in Rollstühlen gibt es in der Show! Sozusagen die Divinisierung der Showfigur vor ihrem endgültigen Ende... Hier Bette in einer älteren Fassung in der Rolle der Delores De Lago:



In den Folgejahren meidet sie wieder die Plattenstudios und konzentriert sich vornehmlich aufs Schauspielen und Gala-Auftritte, z.B. in der britischen "Royal Variety Performance" 2009,  leiht ihre Stimme der Hauptfigur im Animationsfilm "Cats & Dogs: The Revenge Of Kitty Galore", produziert mit anderen das Broadway-Stück "Priscilla, Queen Of The Desert".

"Ich bin gerade nicht so wirklich interessiert an einem neuen Album. Ich liebe Musik, immer noch. Aber ich habe das Musikgeschäft auf der Höhe seiner Möglichkeiten erlebt, und diese Welt existiert leider nicht mehr. Es war so aufregend. Und jetzt fällt mir im übertragenden Sinne keine Geschichte mehr dazu ein.... Die Musikindustrie ist nur noch eine einzige große Konfusion, eine unübersichtliche Gemengelage. Niemand möchte ein Teil davon sein", sagt sie in einem Interview 2013.

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Doch dann überrascht sie 2014 mit dem Album „It's The Girls!“, einer Hommage an die Girl Groups früherer Zeiten, die sie bis heute inspirieren: „Mit diesen Liedern bin ich aufgewachsen. Sie sind der Soundtrack meiner Erinnerung. Das erste Lied, das ich bewusst gehört habe, war "It's the Girl" von den Boswell Sisters. Deswegen heißt das Album auch so." Auf diesem Album frönt sie ihrer Manie für Harmonie und Vokalgruppen, die ich uneingeschränkt teile ( hier hineinhören! ). Und irgendwie ist es auch für mich ein bisschen wie damals, als ich Bette Midler für mich entdeckte...

Auch ihre berüchtigte Kodderschnauze geht mit siebzig Jahren nicht in den Ruhestand. In etlichen Interviews teilt sie gegen Jungstars wie Rihanna, Miley Cyrus, Kim Kardashian kräftig aus. Und auf ihrer Internetseite gibt es genug "News", die auf weitere Projekte schließen lassen...

Ich persönlich mag diesem Energiebündel nicht abnehmen, dass sie kürzer treten will: „Ich habe mir meinen Kindertraum erfüllt." Und: "Die einzige Konstante in meinem Leben sind meine Tochter, mein Ehemann und gutes Essen. ... Und ich liebe es, zu lesen und meinen Kopf mit nutzlosen Informationen zu füllen. Der Rest kann meinetwegen den Bach runtergehen. Lass sie alle in der Hölle schmoren - aber bitte nicht in meiner Höhle." ( Quelle hier ).

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Schaun mer mal, divine Miss M!

Das von ihr entworfene Frauenbild bleibt auf jeden Fall hängen: Das einer Frau mit starkem Selbstwertgefühl trotz Krisen & Selbstzweifeln ab und an. In einer Kultur, die lange Frauen als unterwürfig und dienstbar gegenüber Männern betrachtet hat, ist die Alternative der Bette Midler überraschend: Ihre Frauen sind im Gegensatz zum traditionellen Rollenbild aufdringlich, ehrgeizig, oft egoistisch, aber sie sind auch großzügig im Geist, immer bereit zu lachen, und furchtlos in ihrem Kontakt mit dem Leben. Weil die Welt immer die frische und gewagte Perspektive braucht, ist mir diese Rollenauffassung sympathischer denn je.


Kommentare:

  1. da hast du wieder mein herz getroffen! superbe!

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  2. Eine wunderschöne, begabte, inspirierende Frau! Danke fürs Teilen!
    Lieben Gruß
    Gabi

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  3. danke für diesen grandiosen post! eine tolle frau, die bette m., die ich auch sehr gerne mag.
    lg kathrin

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  4. Danke für diesen schönen post!
    RIKA

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  5. Da siehste mal wieder, keine Ahnung außer dem Namen, danke dass du mir auf die Sprünge geholfen hast ;-). Wie schön, dass sie auch privat ihr Glück gefunden hat. Und ihr Engagement für Grün und Gärten ist mir sehr sympathisch. Lieben Gruß Ghislana

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  6. ach ja... wie schön. Bette Middler ist eine tolle, die mag ich auch so sehr und nach deinem post noch mehr :))
    Liebe Grüße
    susa

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  7. Oh ja, Bette Middler. Ich mag sie sehr - nicht nur als Sängerin, auch ihre Filme. So herrlich schräg. Ich liebe den clip mit Mick Jagger - Beast of Burden - da kann man so gut nach tanzen.
    Ich bin immer wieder erstaunt, was du alles zusammenträgst! Dann so klasse formuliert - Lehrerin eben ;-)) - woher nimmst du nur all die Zeit. Wann schläfst du?
    Fragende Grüße
    Astrid

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    1. Nachts - von eins bis acht :-D
      GLG

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    2. Danke für den Tipp! Ich fand das Video großartig. Kannte es gar nicht. Aber 1983 war ich musikalisch schon wieder ganz anders unterwegs...

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  8. Ich mag sie...S!E!H!R! Danke für das Portrait! Liebe Grüße, Lotta.

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  9. Liebe Astrid,
    HERRLICH! Ich liiiiiebe Bette Middler, ihre Filme, ihre Musik, ihre ganze schillernde Persönlichkeit. "Freundinnen" war viele Jahre lang mein absoluter Lieblingsfilm. Danke für dieses Portrait einer wirklich starken Frau!
    Liebe Grüße
    Hilda

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  10. Ach, was für ein Genuss!!!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  11. Wow, ein toller Beitrag danke Astrid! Ich mochte Bette Midler immer, "From A Distance" ist eines meiner Lieblingslieder und da lese ich hier dass sie auf den Tag genau 10 Jhare älter ist als ich. Eine wirklich beeindruckende Frau und Lebensgschichte...
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  12. There is only Bette Midler!!!! <3

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  13. Wow! - Wirklich ein wunderbarer Beitrag. Hach - ausdrucksstarke Frau. Schönes Portrait! Herrlich und wieder Neues gelernt. Solche Lebensfreude!

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  14. Hallöchen, mir hat diese tolle Biografie von Bette Mitler auch so sehr gefallen. Besonders die Textstelle: "...Der Rest kann meinetwegen den Bach runtergehen. Lass sie alle in der Hölle schmoren - aber bitte nicht in meiner Höhle." Denn wenn mir etwas gegen den Strich geht, könnte ich auch sooo schimpfen ;-).

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  15. Korrektur: Bette Midler muss es heißen :-)

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  16. Wunderbar, wunderbar, wunderbar. Ich weiß gar nicht, wie oft ich den Club der Teufelinnen gesehen habe. Einfach göttlich. Mir geht allerdings schon die Luft beim Zugucken aus. Was für ein Kraftbündel.
    Hast Du gut gemacht!
    Magdalena

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  17. Eine große kleine Frau voller Energie und Esprit.
    Nur so ein Gedanke... wie wäre es mit Barbra Streisand, auch eine ganz große Künstlerin mit einer großen Stimme, wie ich finde.
    Schönen Abend und liebe Grüße,
    Kebo

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    1. Komisch, zwischen mir & Barbra Streisand hat es nie gefunkt. Aber keine Sorge, ich habe momentan 23 Frauen auf meiner Liste, mir wird der Stoff nicht ausgehen!
      GLG

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    2. bei mir hat's erst mit der Classical Barbra - CD gefunkt und eigentlich auch nur mit der ;-). Da bin ich mir sicher, dass dir die Frauen nicht ausgehen werden. Da wünsche ich mir, dass deine Freude daran noch lange erhalten bleibt! Lieben Gruß Ghislana

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  18. Super deine "Great Women" Serie.
    Bette Midler - gerade habe ich mir "the Rose" und "From a distance" nochmal angehört.
    Und der Film " Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" ist einfach wunderbar. Habe ich mehrmals gesehen.
    Gruß Klara

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  19. Schön, dass mal eine der Frauen einen durch und durch positiven Eindruck macht. Und ein wunderbares letztes Foto, das ihre Ausstrahlung zeigt.

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  20. Großartig- schräg- phantasievoll- und wunderbar bei sich und ihren Lebensweisheiten- -für mich- einmal < in ihrer Höhle !!!
    Danke für den tollen Post, ich bin immer wieder begeistert wie du das alles < zauberst< über so große Frauen zu schreiben
    Gruß zu dir
    heiDE

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  21. Eine spannende Frau - Danke für die Erinnerung.

    Liebe Grüße - Monika

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  22. Wie toll du über sie geschrieben hast. Vielen Dank, liebe Astrid.
    Ich liebe solche Frauen.
    Vielen DAnk auch für deinen lieben BEsuch. Die Wohnung gibt es bestimmt schon, bloß haben wir sie noch nicht gefunden, hihi.
    Liebe Grüße auch an den Danziger Herrn Ka,
    Angelika

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    1. Oh, dann drücke ich die Daumen! Ich wüsste schon, wo ich wohnen wollte: am Jäschkentaler Wald in Wrzeszcz, dort gibt es noch das Haus der Großeltern...
      Alles Gute!

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  23. Liebe Astrid,
    ich komm erst jetzt dazu, bei dir zu kommentieren. War auch den ganzen Tag unterwegs und wollte das jetzt in Ruhe lesen.
    Da hast du dir wieder sehr viel Mühe gegeben so genau und toll habe ich diese Frau noch nie gesehen. Vielen Dank und einen lieben Gruß, ich bin sooooo müde.
    Eva

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  24. Das hat mich jetzt in Atem gehalten. Besser kannman uüber diese Frau schreiben. Dann nich chapel of love - ich liebe den Song. Heute grh ich glücklich und lächelnd schlafen - das hat meine Seele berührt und ins Gleichgewicht gebracht, danke dir von ganzem Herzen. Lg Martina

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    1. Wenn ich so was mit Posts erreichen kann - wunderbar!
      Gute Nacht!

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  25. Eine sehr gut geschriebenes Porträt einer so vielseitigen Künstlerin. Auch ihr Umweltengagement beeindruckt mich sehr.
    LG Sigrun

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  26. Ja die mag ich auch! Klasse Frau ❤️
    Ganz liebe Grüße
    Christel

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  27. Liebe Astrid,
    letzte Woche Frau Lassnig diese Woche Frau Midler – du kannst dir nicht vorstellen wie es mich gefreut hat so ausführlich über dieses Herzensfrauen zu lesen!!! Ich bin gespannt und freue mich schon auf die vorerst nächsten 23!!!

    herzliche Grüße und ein feines Wochenende dir und dem Herrn K

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  28. Ich liebe Bette Midler - eine vielseitige Power-Frau mit umwerfender Präsenz. Manches habe ich erst durch deinen Post über sie erfahren. Wie immer: Danke dafür!

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  29. Schön so komplex von ihr zu lesesn, vielen Dank.Ich mag sie so sehr und wußte von der letzten CD nich nichts.Der "Club der Teufelinnen" und "Die unglaubliche Entf..." habe ich mehrfach gesehen.Sie sieht so klar die Strukturen des Geschäftes, da kann man nur den Hut ziehen und ihr große Portion Humor hat ihr dabei sicher auch immer geholfen. VG Karen

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  30. Hallo Astrid,
    ich hatte scon überlegt, woher ich Bette Midler genau kenne, weil ich sie als Musikerin kannte, aber kein bestimmtes bekanntes Musik-Stück mit ihr verband. "From a distance" las ich relativ spät. Ich kannte sie aber ganz wesentlich von dem Film "Club der Teuflinnen", den wir mehrfach gesehen hatten. Schönes Portrait einer großen Frau.

    Gruß Dieter

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Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht! Und ein gewisses Maß an Herzensbildung auch - ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. Das kann auch schon mal dauern - dann bin ich vom Schreiben neuer Posts gefesselt!

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