Freitag, 15. April 2016

Von Raif Badawi & kanadischer Scheinheiligkeit


Verleihung des Preises an Ensaf Haidar
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Raif Badawi ist im Rahmen des IPA-Kongresses in London mit dem "IPA Prix Voltaire" ausgezeichnet worden. Ensaf Haidar nahm an seiner Stelle den mit rund 9.200 € dotierten Preis am Sonntagabend entgegen. In ihrer Ansprache forderte sie auf, weiterhin Druck auf das saudische Regime auszuüben, das sich gegen die Freiheit des Wortes stellt. Sie betonte auch den sich stetig verschlechternden Gesundheitszustand ihres Mannes in einem Interview mit der BBC.

Der IPA gehört übrigens seit Oktober 2015 auch als neues Mitglied die Vereinigung der saudi - arabischen Verlage an.


Zum gleichen Zeitpunkt hat übrigens der kanadische Außenminister Stéphane Dion in aller Stille grünes Licht gegeben für die Ausfuhr eines Großteils der Waffen ( gepanzerte Fahrzeuge, Ersatzteile und "zugeordnete Waffensysteme" ), die zu einem umstrittenen 15 - Milliarden - Dollar- Deal zwischen Saudi - Arabien & der kanadischen Vorgängerregierung gehören. Damit ist mehr als 70 Prozent der Transaktion abgedeckt.

Im März noch hat der kanadische Verfassungsrechtler Professor Daniel Turp eine Klage eingereicht, um den Verkauf von leichten gepanzerten Fahrzeugen an Saudi-Arabien zu stoppen. Nach kanadischem Recht dürfen Rüstungsgüter und Waffen nicht an Länder geliefert werden, in denen die Menschenrechte "schwer und wiederholt verletzt werden" oder in denen das Risiko besteht, dass sie gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wird.

Mir fällt dazu einfach kein Kommentar mehr ein, wenn das Verhalten und der Einsatz der Zivilgesellschaft für ein gerechteres, besseres Zusammenleben der Menschen so konterkariert wird durch das Verhalten der Politiker. Kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit weiter um sich greift.

Und es scheint auch kein probates Mittel sein, wie es kürzlich der Politiker Jakob von Weizsäcker im Radio propagiert hat, dann eben andere Politiker mit einer anderen politischen Agenda beim nächsten Mal zu wählen, denn die kanadische Bevölkerung hat ja nun eine andere, liberale Regierung gewählt, die vieles anders machen wollte. Was bleibt da dem Souverän noch?









Weitere ( lesenswerte ) Beiträge zu Saudi -Arabien bzw. zum politischen Islam:
- "Wo der private Glaube aufhört und der politische Islam anfängt" ( hier )
- "Grenzen für Allahs Sittenwächter" ( hier )

Kommentare:

  1. Scheinheiligkeit an allen Ecken und Enden. Das Krauthappl sticht mir gerade bei dir ins Auge... weißt du was ich damit mein?

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    1. Krauthappl versteh ich. Aber wer ist der Kohlkopf?
      LG

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    2. In Wien sagt niemand Secession - sondern nur Krauthappl... schau einfach mal in deine in der Sidebar und alles ist klar!
      Scheens Wochnend ;-)

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    3. Hast du das vorher nicht entdeckt gehabt, das Krauthappl? Den Steffl hat jeder, deshalb der Austausch...Gute Nacht!

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    4. Doch, doch! Aber es rückt einfach immer weider mal was Anderes in den Fokus.

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  2. Inzwischen machen doch alle was sie wollen und die kleinen Kritischen stehen zum Abschuß bereit.
    Wenn es nicht mal die Deutsche Regierung schafft hinter ihren Leuten zu stehen, dann seh ich ohnehin schwarz. Die politische Verdrossenheit wird immer mehr um sich greifen. Wer will denn schon eine Mutti, die sich nicht kümmert!

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  3. Liebe Astrid, es ist wirklich alarmierend. Mir macht vor allem Sorge, wo die Politikverdrossenheit dann hinführt, s. AfD. Nur Protestwähler sein reicht nicht, wenn es keine Alternative gibt. Was von CDU und CSU kommt, macht mich nur noch fassungslos. Trotzdem schönes Wochenende.
    Magdalena

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  4. Immer wieder dasselbe. Wenn die Industrie hüstelt, dann springen die Politiker.... Oder wenn so ein türkischer Pascha die Nase rümpft...
    Und wenn ich mir so unsere Parteien anschaue, dann fällt mir immer ein, was Henrik Ibsen in "Ein Volksfeind" schreibt: "Eine Partei, das ist wie eine Fleischmühle; alle Köpfe werden darin zu Grützwurst zermahlen - und zum Schluss besteht die ganze Partei aus lauter Grützköppen!" Das scheint 1882 nicht anders gewesen zu sein wie 2016.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Macht tut einfach niemandem gut...
      Gute Nacht!

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  5. Ich habe nie zu den Verschwörungstheoretikern gehört, aber in letzter Zeit fange ich wirklich an daran zu zweifeln, ob es wirklich die gewählten Regierungen und Politiker sind, die irgendeinen Einfluss auf das haben, was in der Welt vor sich geht.
    Vermutlich sind das alles nur machtlose Marionetten, und die Fäden ziehen ganz andere Leute im Hintergrund.
    Anders ist der ganze Wahnsinn kaum noch zu erklären.

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  6. Es ist deprimierend. Diese Verlogenheit ist aber nichts Neues. Angesichts der vielen, öffentlich präsenten Krisenherde wird es nur immer offensichtlicher - denke ich. Uns, dem kleinen Mann, bleibt wohl nur, im kleinen persönlichen Umfeld zu handeln.

    Danke für diesen informativen Text und dass Du uns auf dem Laufenden hälst.

    Lieben Gruß
    Eva

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  7. Dazu möchte ich den Text von Michael Schmidt-Salomon wiedergeben, der mir - trotz allen Widrigkeiten dieser Welt - Mut macht.
    *Hoffnung Mensch - eine bessere Welt ist möglich*
    Ist dem Menschen nicht mehr zu helfen?
    Ist er nur ein fataler "Irrläufer der Natur", um den es nicht schade wäre, wenn er von der Erde verschwinden würde?
    Nein, sagt Michael Schmidt-Salomon.
    Und es gibt sie - Menschen guten Willens, überall in unserem Land. Der Mensch ist auch das einfühlendste, klügste, fantasiebegabteste & humorvollste Tier auf diesem Planeten.

    Sein Vortrag nimmt die positiven Seiten & das Potential unserer Spezies in den Blick.

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  8. Eva schreibt es: wenig bleibt uns, nur, dass wir 'das Kleine' tun, was wir persönlich tun können. Es ist natürlich enttäuschend, dass wir nicht einmal durch Wahlen etwas bewirken können. Mir ist auch klar, dass das zu noch mehr rechten Protestwählern führt und zu Politikverdrossenheit überhaupt. Wer fühlt sich schon gerne ohnmächtig?
    Herzliche Grüße am Samstagnachmittag,
    Ingrid

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  9. geld und religionen... wie sähe die welt wohl ohne sie aus? wahrscheinlich nicht viel anders... die menscheit scheint vor allem mit macht nicht umgehen zu können...
    danke, liebe astrid!
    ♥ monika

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