Mittwoch, 6. Januar 2016

Dreikünnijepöötzche*** { MMi 137 }







Das Frollein Pfau aus dem höchst geschätzten Nachbarstadtteil sammelt heute wieder ein, was andere mögen, und ich, ich mag heute am Dreikönigstag das Dreikünnijepöötzche am Lichhof, nahe bei der romanischen Kirche St. Maria im Kapitol.


Das ist eine kleine Pforte, durch die am 23. Juli 1164 angeblich die Gebeine der Heiligen Drei Könige in die Stadt Köln hineingetragen worden sind:

  
In den Nischen über dem gotischen Torbogen befinden sich die Figuren der Maria mit Kind und den Drei Heiligen Königen. Die Originalfiguren (um 1330) sind im Schnütgen-Museum zu sehen.





























Der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel war zu seiner Zeit auch Kanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des deutschen Kaisers Friedrich I. Barbarossa, den er im Krieg um die widerspenstige italienische Stadt Mailand begleitet hatte.

Als Mailand nach der Belagerung gefallen war, erlangte der Erzbischof die Gebeine der Heiligen Drei Könige als Kriegsbeute. Eine beschwerliche und gefährliche Reise mit der wertvollen Fracht führte schließlich über den Rhein nach Köln, wo sie in einer Art Prozession in die Stadt geleitet wurden. 

Einer Überlieferung des 19. Jahrhunderts nach sollen die Gebeine zuerst in die Kirche St. Maria im Kapitol, der neben dem Dom wichtigsten Kirche Kölns, durch dieses kleine Klosterpförtchen gebracht worden sein.





























Auf jeden Fall ist das ein kleines Idyll in dieser vom Krieg so arg zugerichteten und anschließend schnell und lieblos wieder aufgebauten Stadt, ein Ort, an dem man sich ein bisschen in die Vergangenheit träumen kann.





























Durch die Aufbewahrung der Gebeine der Heiligen Drei Könige wurde Köln zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte nördlich der Alpen und der Dom ihre Wallfahrtskirche...









*** Für des Kölschen nicht mächtige Leserinnen: Dreikönigs - Pförtchen

Kommentare:

  1. Hach, so ein feines Pförtchen und eine nette Geschichte noch dazu, das mag ich auch mittwochs am frühen Morgen ;-) Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Während ich deinen Zeilen las, haben die Glocken der Stadt den Dreikönigstag eingeläutet...
      LG

      Löschen
  2. Guten Morgen Astrid,
    oh, sehr interessant. Ich war schon einmal in Köln einen Tag, hatte aber nur eine Kurzbleiche der Stadt und den Kölner Dom mit dem Schrein.
    Ich hätte mir Düsseldorf sparen können, Köln ist wohl viel interessanter.

    Mit lieben Grüßen Eva
    das passt heute so schön dazu.

    AntwortenLöschen
  3. danke für diese ausführliche geschichte, muss doch einmal köln besichtigen...wenn mir meine alten knochen noch folgen...:)))

    AntwortenLöschen
  4. Was für eine schöne alte Kirche. Ich war bisher nur ein einziges Mal in Köln und da auch nur im Dom. Von den Gebeinen der heiligen drei Könige wußte ich damals nicht. Wie sie nach Köln kamen, habe ich bei Umberto Eco (Baudolino) gelernt. Und so glaube ich diese Geschichte sogoar. Zumindest könnte es so gewesen sein...;-)))
    Lieben Gruß
    Katala

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das sind alles Fakten, bis auf die Tatsache, ob sie durch DIESES Törchen in die Stadt gebracht worden sind! Morgen gibt es hier mehr zu Köln, immerhin die zweitälteste Stadt Deutschlands ( auch wenn sie momentan wieder schlimme Schlagzeilen macht ).
      LG

      Löschen
  5. ja heute épiphanie... gut das alles bei dir hierzu zu lesen * es wird heute die "galette des rois" geteilt - wer wird der könig oder die königin sein ?

    AntwortenLöschen
  6. Gestern bin ich durch das Pförtchen geschritten- zu meiner liebsten romanischen Kirche ::)) Auf dem Krippenweg waren wir natürlich dort. Und -wir haben uns die Milleukrippe in St. Maria Lyskirchen angschaut und ich habe durch einen netten Kölner viele neue Geschichten gehört !!
    Gruß zu dir von
    heiDE

    AntwortenLöschen
  7. Was fürn Teil? Also deine Bilder sind großartig, aber dieses Dreikünnijepöötzche kann ich kaum aussprechen. Ist das die Drei-Königs-Pforte? Vermutlich ;-) Oder, nein warte, das Drei-Königsplätzchen! Hach ja - Kölsch - ist auch ein ganz besonderer Dialekt.
    Liebe Grüße
    Elke
    __________________
    mainzauber.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das Kölsch ist schon eine besondere Sprache ( eine ripuarische, verwandt mit dem Limburger (NL) Dialekt ), in der man wunderbar Gefühle ausdrücken kann, die auf Hochdeutsch gestelzt klingen würden. Ich beherrsche sie leider nur sehr unzulänglich...
      LG

      Löschen
  8. Danach muss ich mal schauen, wenn ich mal wieder in Köln bin. Sieht jedenfalls weitaus idyllischer aus, als das, woran ich mich erinnern kann.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Idyllen muss man hier kennen und suchen. Es schmerzt mich auch sehr, wie die Stadt aussieht ( und die jüngsten Schlagzeilen auch ), aber gestern fand ich noch einmal in meiner Zitatensammlung die Aussage eines Amerikaners, die ich sehr zutreffend finde:

      "There was neither time nor money to reconstruct the old buildings as and where they were, and alternative solutions had to be devised that would be compatible with quick and relatively cheap reconstruction. The approach as adopted in Cologne was to erect new-style buildings, but by respecting the volumes and size of the older ones and maintaining the road plant of the old middle-age city.
Unless one is aware of these historical facts, the city centre of Cologne is indeed an architectural horror."

      Das erklärt vieles...
      LG

      Löschen
  9. Liebe Astrid,
    ich wünsche Dir zuerst ein gutes neues Jahr 2016!
    Schöne Bilder hast Du aufgenommen, es wird mal wieder Zeit, dass wir nach Köln reisen ...! :-)
    Liebe Grüße
    ANi

    AntwortenLöschen
  10. Da müssen wir dann mal hin, liebe Astrid...also ich meine "in echt"...;-). LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  11. Ach ich mus jetzt glaube ich auch mal einen Kölnbesuch einplanen! Wir sind ja schon mal sozusagen durchgereist, als wir nach Amsterdam gefahren sind, aber ich war noch nie in Kölle....
    Tolle Bilder liebe Astrid! ♥
    Ganz liebe Grüße
    Christel

    AntwortenLöschen
  12. Ein bezauberndes kleines Klosterpförtchen, liebe Astrid! Und wie schön passend zum 6. Januar ;)) Astrid, was ich fragen wollte, mein GG meinte heute Kraniche gesehen zu haben.. so 12-18 Stück.. ich kann es nicht glauben.. hast Du etwas gehört?? Lieben Gruß, Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, habe davon nichts mitbekommen, bin im Karnevalsnähstress ;-)
      LG

      Löschen
  13. Ich war noch nie in Köln! Was für eine Schande! Das Jahr ist noch zum Glück ganz jung! Liebe Grüße und ein schönes neues Jahr! Liebe Grüße, éva

    AntwortenLöschen
  14. Sehr schöne Foto-Kulisse !

    Liebe Grüße - Monika

    AntwortenLöschen
  15. Sooooo schön, ich liebe diesen alten Torbogen!
    Freu mich, dich gefunden zu haben.

    Glg deine neue Leserin
    Kuni

    AntwortenLöschen
  16. Danke für den kleinen Exkurs, liebe Astrid.
    Ich wünsche Dir ebenfalls ein glückliches Jahr 2016.
    Herzlichen Dank für Deine Glückwünsche zum Jahreswechsel.
    Ganz liebe Grüße.
    Cora

    AntwortenLöschen
  17. ...an diese Pförtchen kann ich mich nicht erinnern, liebe Astrid,
    obwohl ich schon paar mal in Köln war...beim nächsten Mal möchte ich da durch gehen...dann fühle ich mich wie die Königin ;-),

    lieber Gruß Birgitt

    AntwortenLöschen

Der Kommentar ist für den Blogger wie der Applaus im Theater - also: worauf wartest du?

Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht! Und ein gewisses Maß an Herzensbildung auch - ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. Das kann auch schon mal dauern - dann bin ich vom Schreiben neuer Posts gefesselt!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...