Sonntag, 7. Juli 2013

Abschied von T.



Manchmal kann, ja muss man auch Abschied von einem Haus nehmen, vor allem dann, wenn es über einen langen Zeitraum des eigenen Lebens eine Rolle in diesem gespielt hat.

Gestern galt es Abschied zu nehmen von dem alten Bauernhof in der Eifel, der meinem im vorletzten Frühjahr verstorbenen Schwager über vierzig Jahre gehört hatte und der jetzt verkauft werden wird. 

An diesem Ort habe ich damals vor 36 Jahren zum ersten Mal meine zukünftige Familie kennen gelernt, lange Jahre an Silvester Geburtstag gefeiert, gebrasselt und diskutiert. 
Dort haben die Töchter den Umgang mit Hunden gelernt; egal ob Alba, Jule, Lotte oder Anna, mit einer von ihnen an der Leine waren sie durch Wald & Wiese gezogen. Die vielen verschachtelten Räume mit den vielen alten Sachen waren ein schaurig - schöner Spielplatz für sie, die kleine, gemütliche Bibliothek ein Hort für viele wunderbare Filmnachmittage, der Holzofen im Torzimmer ein Garant dafür, dass man nach dem Tannenbaumschlagen auf der Plantage des Nachbarn wieder warm wurde.





Im Garten des Hauses haben wir uns noch einmal im Familien- und Freundeskreis getroffen, haben zusammengesessen am zugewachsenen Teich, unter dem alten Kirschbaum, dem Walnussbaum, neben der Flieder- & Rhododendronhecke, noch einmal den Blick ins Rheintal genossen und beim Essen von den gemeinsamen oder individuellen Erinnerungen an diesen Ort erzählt.



Neben den Erinnerungen in Herz & Hirn konnte sich jeder noch ganz konkrete Dinge aus dem Haus mitnehmen, die in Zukunft in den eigenen vier Wänden auf diese gemeinsame schöne Zeit in T. verweisen werden.




Kommentare:

  1. wunderschöne Bilder und schön, dass man die Erinnerungen nicht nehmen kann un dihr euch mit kleinen Sachen immer wieder an dieses Haus und die Zeit dort erinnern könnt liebe Grüße Gaby

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  2. Wundervolle Worte mit traumhaften Bilder es sieht so schön dort aus, ich wünsche dem Haus das es ganz wundervolle neue Besitzer findet die das Haus und sein grndstück genau so zu schätzen wissen wie ihr.

    Glg Steffi

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  3. Liebe Astrid,
    Abschiednehmen tut immer weh, ganz gleich ob es von einem Menschen, einem Tier oder einer Sache wie Haus ist. Die vielen Erinnerngen, die in diesem Fall an dem Ort hängen, sind unwiderbringlich.
    Schön, dass ihr noch einmal alle beisammen gesessen habt um Abscshied zu nehmen und in Erinerungen zu schwelgen.
    Einen schönen Sonntag wünscht dir
    Irmi

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  4. Ich liebe verwunschene Häuser und Gärten...du hast wunderschöne Bilder gemacht und dein Text ist so schön!
    Ich hoffe, das Haus und der Garten werden auch in Zukunft geliebt werden!

    Solche Kleinode müssen unbedingt bewahrt werden!

    Herzliche Grüße
    Martina

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  5. Hallo Astrid,
    das kann ich ja so gut verstehen! Wir haben vor fünf Jahren das Haus des Schwiegervaters in der Eifel geerbt und konnten uns nicht zu einem Verkauf entschließen. Es stand leer, wir kamen ab und zu ein Wochenende. Jetzt wird es kernsaniert und ein Cousin zieht ein - Nachtspeicheröfen, keine Dämmung, einfach verglaste Fenster, überall nagte der Zahn der Zeit und die Haltung wurde uns zu teuer. Vielleicht können wir eine kleine Ferienwohnung über dem ehemaligen Kuhstall ausbauen, mal sehen, schön wärs.
    liebe Grüße und schöne Erinnerungen an dieses Haus wünscht Dir Petra

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  6. Dass du sehr an dem Haus gehangen kannst, kann ich nachvollziehen. Aus eigener Erfahrung. Als das Haus meines beliebten Großvaters abgerissen werden musste und ich an den leeren Ort meiner Kinderträume kam und den Ort verlassen vorfand, hat mein Herz vor Schmerz gebrannt. Mir war als würde er nochmal sterben und alles, was mir blieb, entrissen werden. Ich hänge nicht so an Sachen. Aber das Haus war keine Sache. Es waren meine glücklichsten Kindertage.

    Liebe Sonntagsgrüsse
    Barbara

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  7. Liebe Astrid,
    wunderschön sind die Bilder und deine Worte berührend. Ein nicht einfacher Abschied, wenn so viele Erinnerungen dranhängen... Ich habe das auch erlebt, als das Haus und der Garten in Düsseldorf, in dem meine Großmutter bis zum Schluss gelebt hat und ich in meiner Kindheit immer zu Besuch war, verkauft wurde. Das war schwer für mich, da kommen mir heute noch die Tränen.
    Fühl dich umarmt von Gina

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    1. Liebe Barbara, liebe Gina
      euren Schmerz kann ich verstehen, war es doch das Haus eurer glücklichen Kindertage.
      So tief gehen die Gefühle angesichts dieses Hauses bei mir nicht. Aber als Erwachsene habe ich es eben als schönen Treffpunkt der Familie erlebt, bevor sich der Lebensmittelpunkt aller in die große Stadt verlagert hat. Für meine Schwägerin hingegen ist es schwer, aber einfach vom Einsatz, der dort notwendig ist, nicht zu bewältigen.
      Einen schönen Sonntag!
      Astrid

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  8. ein wunderschönes haus, liebe astrid, und rührende worte von dir;) und wenn ich das geld hääte, dann würd ich mir solch ein refugium zulegen...da wäre mir grad sehr nach;)
    liebste sommergrüße von birgit

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  9. Traurig und schön zugleich, dieser Post. Es sieht malerisch aus. LG Rebekka

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  10. Hallo Astrid,
    das spüre ich in Deinem Post, dass dieses Haus sehr emotionsgeladen ist. Ehrlich gesagt träume ich auch von so etwas - muss nicht Bauernhof sein, aber ein Ferienhaus in der Eifel. Wenn man einmal von der Grenze von Belgien mit den Ardennen (und was dahinter kommt) absieht, ist die Eifel die schönste Gegend in unserer Nähe. Euren Abschied stelle ich mir sehr schmerzhaft vor.

    Gruß Dieter

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  11. Liebe Rebekka, lieber Dieter,
    ich habe in den letzten 10 Jahren gelernt, mit schmerzhaften Verlusten umzugehen, und das Wichtigste dabei ist, sich mit denen zu freuen & zu feiern, die noch da sind. Das kann ich seitdem viel, viel mehr genießen. Wir haben halt unsere Erinnerungen gepflegt, viel gelacht & offen über die Verluste gesprochen & jeder war so ein bisschen an irgendeiner Stelle im Haus traurig.
    In mein Leben sind so viele andere Menschen getreten ( meine Enkelkinder! ), das zählt jetzt.
    Eine gute Woche!




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  12. Es klingt traurig und wehmütig und irgendwie doch positiv und du hast das ja auch in der Antwort auf zwei Kommentare ausgedrückt. Es wird wohl immer so sein im Leben, dass man Abschied nehmen muss, von Häusern und von Menschen. Was bleibt, sind die Erinnerungen und wenn man die an Dingen festmachen kann und mit anderen lieben Menschen darüber reden kann, dann tut das sicher sehr gut.
    LG, 'Franka'

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  13. Was für schöne Bilder. Ich kann deinen Schmerz verstehen. Mir geht es ja schon mit öffentlichen Orten so, an denen ich bloß vorbei gehe. wenn die eines Tages abgerissen werden, alte Lagerhäuser etc, dann tut mir das weh. Zumindest einen Moment lang. Zum Glück bleibt das Haus ja und füllt sich mit neuem Leben und neuen Erinnerungen für die neuen Menschen darin. LG Mila

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