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Samstag, 22. März 2025

Meine 12. Kalenderwoche 2025

"Die Wahrheit erfordert nicht deine Mitwirkung, 
um zu existieren. Blödsinn tut es."
.....
"The truth does not require your participation 
in order to exist. Bullshit does."
Terence McKenna, Sprachwissenschaftler & Bewusstseinsforscher

"Trumps willkürlich ausgespielte Gunst 
verlangt nach kompletter Unterwerfung, 
wie der ukrainische Präsident bitter erleben musste. 
Hass, Zorn und Angst sind seine Waffen."
Stefan Kornelius

"Washington ist zum Hofstaat Neros geworden, 
mit einem feurigen Kaiser, unterwürfigen Höflingen 
und einem Hofnarren auf Ketamin, 
der für die Säuberung des öffentlichen Dienstes zuständig ist. 
Dies ist eine Tragödie für die freie Welt, 
aber vor allem eine Tragödie für die Vereinigten Staaten."
Claude Malhuret, franz. Senator

Vitamine würde ich für den Tag brauchen, für den langen Samstag, der vor mir lag. Also packte ich meine Lunchbox voll damit und fuhr anschließend mit der KVB über die Brücke nach Deutz.

Dort versammelte ich mich mit vielen Gleichgesinnten zu einem regen Austausch. Meine Sitznachbarin war eine ehemalige Kollegin, da gab es viel zu erzählen. Draußen in den umliegenden Vorgärten startete derweil der Frühling weiter durch.



Und da ich am Vortag so viel herumgesessen hatte, habe ich mich bei 12°C und schönstem Sonnenschein quer durch mein Veedel an seinen südlichen Rand aufgemacht, um im Inneren Grüngürtel  eine weitere Gartenanlage von Fritz Encke ( wie am vergangenen Sonntag ) aufzusuchen: Die sogenannte Alhambra von Nippes.



Sie grenzt an die laute & verkehrsreiche Innere Kanalstraße, die von den Grünanlagen durch eine Forsythienhecke abgegrenzt wird. Schmerzlich-süß die Erinnerung an die vielen, vielen Frühlingsnachmittage unserer gemeinsamen Jahre, als wir an dieser Hecke immer auf dem Heimweg von unserer Arbeit in der Schule vorbeigefahren sind! Nun wird es schon zum dritten Mal Frühling ohne meinen Lebensmenschen - ein Wermutstropfen in meiner Freude über das Erwachen der Natur.



"Alhambra" heißt der Abschnitt des Grüngürtels, weil die dekorative Anlage vom Gartengestalter dem Löwenhof der Alhambra in Granada nachempfunden ist. Das laubenartig beschnittene Carrée aus Lindenbäumen umgrenzt einen Senkgarten mit einem polygonen Wasserbecken in der Mitte. Sie zählt zu den wenigen Parkabschnitten im Kölner Grüngürtel, die in der ursprünglichen Form erhalten geblieben sind.



Sie ist dank einer Schenkung der Stiftung "Kölner Grün" im Vorjahr nach den gartenarchitektonischen Plänen saniert und wieder erlebbar gemacht worden, darunter die Brunnenanlage und die Rosengärten. Die Stiftung finanziert zudem die nachhaltige Pflege der Beetanlagen für die nächsten Jahre. Da werde ich im Frühsommer nochmals vorbeischauen, wenn die Rosen blühen.




Der Innere Grüngürtel entstand übrigens in den Jahren 1922 bis 1924 unter dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer auf dem Gelände des preußischen Befestigungsringes. Wie bei Encke - Planungen üblich gehört auch zu dieser Anlage eine Freifläche für sportliche Betätigung für jedermann, ebenfalls von Linden umstanden.














In meiner unmittelbaren Wohnumgebung war schon viel Lust auf Frühling zu spüren, war doch "mein" Plätzchen rappelvoll mit lauter jungen, auf dem Pflaster sitzenden Menschen. Warum die umliegenden Lokale noch nicht oder nur begrenzt aufhaben? Personalprobleme vielleicht? Ich selbst hab mir deshalb einen Kaffee zu Hause bereitet.



Ein bisschen hat mir ja davor gegraust: Gärtner sollten den Wilden Wein & etwas Efeu an der Wand der Nachbarn zur Linken entfernen. Die Sorge war mal wieder unbegründet, für mich allerdings ein Anstoß, die Terrasse wieder nutz- & bewohnbar für die Freiluftsaison zu machen.



Bei solch einem Himmel über mir machte es richtig Spaß, den Terrassentisch abzuschleifen & neu zu ölen sowie die anderen Möbel und den Teppich herauszuholen & zu schrubben. Die Magnolienblüte war das absolute Highlight dieser Woche.

Frisch war es auch am Dienstag, aber wieder so sonnig, dass ich schließlich meine Terrasse endgültig "eingerichtet" habe. Darauf bin ich richtig stolz:



Danach bin ich schon wieder ins Kino, denn den Film musste ich aus den unterschiedlichsten Gründen sehen: 

Einmal natürlich wegen des legendären Keith-Jarrett-Konzerts, das ich seit seinem Erscheinen auf Platte zigmal gehört habe und zur Zeit wieder öfter auf meinem CD-Player läuft. Jazz ( im weitesten Sinne ) ist ja meine Musik. Dann war das Zeitkolorit meiner frühen Erwachsenenjahre ein schlagendes Argument, aber noch viel mehr, dass viele Szenen bei mir um die Ecke gedreht worden sind. Sogar "mein" Lokal auf "meinem" Plätzchen spielte eine Rolle, außerdem eine Nachbarin, die Pianistin Ana-Marija Markovina, in einer Szene des Films. Und schließlich war ein anderer Nachbar noch Patient beim ( realen ) Zahnarztvater der Titelheldin. Wenn das nicht genug Gründe gewesen sind! Gefallen hat mir der Film auch...



Am Mittwoch habe ich auf dem Balkon der Nachbarin zur Rechten den Anblick der Magnolie in meinem Garten in netter Gesellschaft bei Kaffee & Kuchen genießen dürfen. Was für ein besonderer Nachmittag!



Den Zeitpunkt, zu dem die Sonne den Äquator passiert hat, habe ich noch draußen mitbekommen. Anschließend habe ich einige Zeit mit dem Hin- und Herfahren in der U-Bahn verbringen müssen.



Dabei u.a. auch zwei junge Kolleg*innen mit einer dritten Klasse beobachten dürfen und noch mal nachempfinden können, was dieser Beruf für eine Lärmbelastung mit sich bringt. Kein Wunder, dass ich jetzt Hörgeräte brauche! Allerdings konnte ich mir auch nach Erledigung all meiner Verpflichtungen ein leckeres Jogurteis in der Sonne ( 19°C ) gönnen, während die Jüngeren arbeiten mussten.


Die Geranien in den Blumenkästen vor den Fenstern der ersten Etage haben diesen Winter mal wieder überlebt ( alle dazwischen gepflanzten Sommerblumen nicht ). Ich hab sie also gestutzt, Dünger verteilt und Vergissmeinnicht in die Lücken gepflanzt.


Was war das für eine schöne Frühlingswoche, nicht nur vom Wetter her! Kaum Zeit, sich über Zeitgenossen aufzuregen. Stattdessen viel positive Kommunikation in verschiedensten Gruppierungen bzw. den social media. Deshalb gibt es hier auch kein Stimmungsbild, dafür aber ein paar wenige Hinweise. 


Heute ist also zum einen die Earth Hour 2025, bei der es um 20.30 Uhr Ortszeit heißt: "Licht aus. Stimme an. Für einen lebendigen Planeten". Seit  zwölf Jahren bin ich dabei.


Und dann ist also heute der Weltwassertag, an dem der UN-Themenschwerpunkt die Rettung der Gletscher ist. Aber an vielen Orten gibt es Veranstaltungen zu vielen anderen Themen. Mein Bruder z.B. ist mit seiner BUND-Ortsgruppe Korschenbroich beteiligt und mit "seinem" Feuchtbiotop Bestandteil der angebotenen Wanderung "Strecke 1". Die liebe Eva/fredaimgarten aus Mainz hatte sich zu Besuch bei mir in Köln angemeldet, weil sie sich bei den Veranstaltungen zu "Wasser, Klima, Gerechtigkeit" in der Kölner Uni informieren wollte. Leider musste der Veranstaltungsort nach Bonn verlegt werden, und wir können uns nicht treffen. Das bedaure ich sehr.

Ich bin in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Rolle des Wassers bei Goethe, und da besonders im "Faust, 2.Teil", gestoßen ( den ich eh lieber habe als den ersten ), heißt es doch dort:

"Vom Schönen, Wahren durchdrungen...
Alles ist aus dem Wasser entsprungen!!
Alles wird durch das Wasser erhalten!
Ocean gönn' uns dein ewiges Walten."

Der Tag sollte uns allen Anstoß zum Nachdenken geben, und zur Dankbarkeit & Demut. Schon meldet das LANUV mit seinem Klimaatlas NRW einen zu trockenen Februar/März und in Bundesländern wie MeckVop oder Brandenburg ist schon wieder die Waldbrandstufe 3 ausgerufen. In Köln werden von der Stadt bereits Wassersäcke gegen die Trockenheit der Straßenbäume ausgegeben. Das kann ja neuerlich heiter werden. Ich raff es nicht, dass das Klima nicht Hauptthema der Politik ist.

                                                                          

Verlinkt mit dem Samstagsplausch bei Andrea in Berlin und den Fotofragezeichen bei Andrea am Bodensee, am Montag dann mit dem Mosaic Monday von Heidrun.