Samstag, 9. Mai 2026

Meine 19. Kalenderwoche 2026

"Irgendwann macht es auch keinen Spaß mehr, mit Bots zu streiten.
.....
Um einen klaren Kopf zu bekommen (...) , 
muss die Seele einen Umweg suchen und nehmen."
Nils Minkmar 

"Trost im Kleinen zu suchen, 
das ist für mich eine Art Lebenskunst geworden."
Gabriele von Arnim

"Nachdenken ist online ein bisschen 
wie leise sprechen auf einem Rockkonzert. 
Es ist grundsätzlich möglich, 
aber man sollte sich nicht wundern, 
wenn es kaum jemand hört."
Tom Wannenmacher

"In Deutschland gilt man bei vielen ja als intelligent, 
wenn man Missbehagen 
besonders gut artikulieren kann."
Joachim Gauck

Da hatte ich mich gerade am Samstagnachmittag aufgerafft, noch ein paar Besorgungen auf der Hauptstraße zu machen, ging es mit dem ersten etlicher Schauer ( vier insgesamt ) und kleiner Gewitter über uns los. Machte nichts! Bei knapp über 26°C und mit einem Schirm, vorsorglich im Wägelchen deponiert, war das gut auszuhalten. Hinterher war es aber auch das erste Mal in diesem Jahr schwül.



Was mich darauf gebracht hat, am Sonntag drinnen im Keller zu wühlen ( das Wetter? Kein blauer Himmel!), kann ich nicht sagen. Nach dem Staubschlucken musste ich mal sündigen - Schwarzwälder Kirsch, ein Genuss! Ansonsten habe ich viel gelesen..., 




... während der Regen meine Tonne wieder ganz erträglich gefüllt hat.



Weil dieser erste Zeichentrickfilm der genialen Lotte Reiniger in diesen Tagen vor hundert Jahren erstmals gezeigt worden ist, habe ich ihn mir noch mal angesehen. "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" bezaubern mich immer wieder.  Ebenso das üppige Maiengrün. Wie heißt es doch: "Ist der Mai grün & nass..."



Neue Lektüre für mich  ist diese Woche auch durch meinen Briefschlitz gefallen. Vielen Dank, liebe Sunni! Gelesen ist sie noch nicht, habe ich doch gerade noch ein anderes, vergnügliches Buch "in der Mache". Das Hobby "Nähen" rettete mich drinnen - wie das Lesen -, durch die dauerverregnete Wochenmitte.



Das wichtigste & schönste Ereignis in dieser sonst so ereignisarmen Woche war mein Treffen mit Ghislana/Jahreszeitenbriefe. Sie ist mal ist mal wieder unterwegs auf Familien- & Bloggerinnenbesuch gewesen, und ich freue mich, dass Köln & ich da immer wieder ein Anlaufpunkt für sie sind. Getroffen haben wir uns wieder im "Ludwig im Museum"...


... und uns ein paar schöne Stunden mit dem Austausch von Lebenserfahrungen gemacht und dem Genuss von Kapuzinern & Co. Anschließend bin ich an der Dombauhütte vorbei ( das geht jetzt wieder )...


... zum Dom-Vorplatz und dann zur U-Bahnstation.




In meinem Garten blüht & duftet (!!!) jetzt schon die "Gertrude Jekyll", die Lieblingsrose meines Mannes. Draußen wie drinnen, letzteres muss eben auch sein, hocke ich ja nicht neben dem Rosenbusch.



Auch außerhalb meines Gehäuses löst der Mai den Juni als Rosenmonat ab. So hinreißend schön! Und dann triffst du lauter Nachbarn, von Kummer & Sorgen beladen ( siehe weiter unten )...




Als Web-Fundstück/e lasst ihr hoffentlich mal wieder meine Zitate zu Beginn des Posts durchgehen. Ich habe im Netz dann auch noch einen Begriff gefunden, der zu meiner Wesenheit passt: otrovertiert. Ich denke, davon gibt es mehr Menschen, als man auf dem Schirm hat. Das menschliche Sein ist halt einfach sehr vielfältig. Freundlichkeit und die Akzeptanz, dass es einfach so ist, wäre ein Gewinn für die Gesellschaft. Ich halte es mit dem ollen Goethe:

Eines schickt sich nicht für alle.
Sehe jeder, wie er's treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle!

Schubladen finde ich aber generell blöd.

Nachher gehe ich wieder mit den ( Ex-Floristen - ) und weiteren Nachbarinnen zur Liegenddemo auf dem Altermarkt, um auf die besch.... Lebenssituation der an ME-CFS Erkrankten (  betroffenen Menschen mit Long-Covid und Post-Vac sind da auch eingeschlossen ) aufmerksam zu machen. Für ihre Enkelin konnte inzwischen durch die Spendensammlung bei Gofundme der Kauf einer schalldichten Schlafkabine finanziert werden ( unbedingt notwendig! Die Pizzeria unter der Wohnung stellt bislang schon um 22 Uhr ihren Betrieb ein und die Betreiber & Mitarbeiter des Blumenladens ihre Pausen im Innenhof, weil alleine schon dadurch die Geräuschbelästigung unerträglich für die Achtzehnjährige war. ) Es gibt jetzt auch eine App, über die praktische Unterstützung der Familie organisiert wird. Da hab ich mich sofort registriert. 

Wie es der ganzen Familie geht: Schaut euch diesen Beitrag im Fernsehen an! Seitdem ist ein Monat bereits wieder vergangen, und die tapfere Nachbarin ist mit ihrer Kraft am Ende, die Mutter/Großmutter auch. Vielleicht verbreitet ihr das Video, die Botschaft, damit in der Gesundheitspolitik & - forschung ankommt, was für eine schlimme Krankheit das ist? An niemanden kann man sich wenden, der da sozial wie medizinisch helfen kann. Was die Betroffenen & Angehörigen mitmachen, beschäftigt inzwischen das Veedel. 

Da lernt frau Demut.

                                                 


Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Mondayden "Sonntags Top Sieben" bei Anni und - ganz neu - bei Elke und "Was blüht denn da?"

14 Kommentare:

  1. Liebe Astrid, meine beste Freundin leidet seit fast 30 Jahren an ME/CFS, sie musste sich damals selbst diagnostizieren anhand einer Symptomliste aus den USA (sie hatte 19 von 20) und die Behórden unterstellten ihr dass sie simuliere als sie Behindertenrente beantragen musste kurz vor dem zweiten Staatsexamen. Sie sprachen ihr 200 Euro im Monat zu, weil sie ja bei ihren Eltern leben kónne...sprachlos. LG nic

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    1. Während der Demo öfter an deine Freundin & dich gedacht. 💙💙💙 Danke!

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  2. der besuch von ghislana war wirklich eine große freude und auch für mich ein höhepunkt der woche.
    der abschluss deines beitrages ist wirklich so traurig und ich wünsche deiner nachbarin und ihren angehörigen alle unterstützung, die möglich ist. das video schau ich mir noch an, aber dazu brauche ich noch ein bisschen mut.
    demut? ja, jeden tag. und sehr dankbar!
    liebe grüße von mano

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  3. Liebe Astrid,
    großartig, dass du deine Reichweite für ME/CFS - Betroffene nutzt. Ich habe mir den Bericht von Lotta und ihrer Familie angeschaut. Puh, da flossen Tränen.
    Da wird frau wahrlich demütig.
    Ganz liebe Grüße aus dem kleinen Dorf zwischen den Meeren
    Lydia

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  4. welch ein Schicksal für Lotta und ihre ganze Familie, eine Qual der Alltag und doch haben sie noch Hoffnung. Eine Schlafkabine zum Schutz für sie wäre das Optimum um die Geräusche auszublenden, ein an Leib und Seele gesunder Mensch kann sich das kaum vorstellen, hat wahrscheinlich oftmals auch nie von dieser Krankheit gehört und ist ahnungslos was Lärm jeder Art anrichten kann.
    danke liebe Astrid, dass du uns diesen zutiefst berührenden Beitrag gezeigt hast, wissenschaftliche Aufklärung in Praxen und Krankenhäusern tut dringend Not, damit wenigstens medikamentös geholfen und unterstützt werden kann...
    wie und womit kann man helfen, unterstützen, sich informieren was möglich ist - ist die große Frage die bei mir bleibt..
    wie lange hat Lotta und auch die Familie die Kraft dies Leben zu erhalten...?
    Angel

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    1. Letzteres ist zum jetzigen Zeitpunkt die große Frage: Die Familien, vor allem Mutter & Oma, sind völlig am Ende.Die ersten jungen Menschen haben sich auch schon einen unterstützten Suizid erkämpft.
      Danke für das Interesse!
      GLG

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  5. Liebe Astrid, nach dem Beitrag bin ich erstmal geplättet und wie Du sagst, so demütig, dass ich am Leben teilnehmen kann.
    So eine sympathische Familie.
    Die App finde ich eine sehr gute Idee, und wenn man nur ein wenig helfen kann, besser als nichts.
    Ich finde gerade nicht dir richtigen Worte, da treten alle Probleme erstmal in den Hintergrund.
    Hab einen gemütlichen Abend, lieben Gruß
    Nicole

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  6. Liebe Astrid,

    auch in Speyer war gestern eine Liegenddemo.
    Ich habe mir deinen Link angeschaut und finde es so schön, dass die Nachbarschaft die Familie unterstützt, mit früherem Schließen der Pizzeria, keine Pausen im Innenhof . Die Schlafkabine wird ihr hoffentlich etwas Ruhe bringen. Diese Krankheit, so furchtbar. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie kraftraubend und anstrengend es ist.
    So wenig in der Öffentlichkeit bewusst, die Pharmafirmen interessiert es anscheinend auch nicht, da es "zu wenig" ( extra in Anführungszeichen, du weißt, wie ich es meine) Patienten gibt. Traurig.

    Liebe Grüße,
    Claudia

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  7. Liebe Astrid,

    eigentlich eine sehr schöne Woche bei dir mit vielen schönen Eindrücken. Und dann so eine traurige Geschichte mit Lotta. Ja, da wird man demütig und wundert sich, über was alles man sich sonst so wundert oder gar aufregt. Ich habe von dieser Erkrankung nicht wirklich gehört, irgendetwas aber hatte ich dazu im Hinterkopf und so danke ich dir, dass du den ARD-Beitrag verlinkt und auf das Schicksal der Familie und damit auch den weiteren betroffenen Personen aufmerksam gemacht hast.
    Liebe Grüße
    Anita

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  8. Liebe Astrid,

    ich freue mich mit Dir, dass Du so netten Bloggerinnenbesuch hattest. Solche Verbindungen sind schon auch etwas ganz Besonderes. Mmmh Schwarzwälder hab ich schon ewig keine mehr gegessen und die traurige Geschichte, das ist so so schlimm und macht wirklich demütig.

    Herzlichst
    Kerstin und Helga

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  9. Deine Woche war bestimmt nicht aufregend und dann doch wieder, weil du so lieben Besuch hattest. Auch die Demo war bestimmt ein Highlight. Wenn auch für den Versuch die Bevölkerung auf eine Krankheit aufmerksam zu machen, die bestimmt noch lange Zeit braucht um anerkannt zu werden. Simulation ist dabei bestimmt ein leichtes, will ich aber niemandem unterstellen! Die junge Frau hat es auf jeden Fall nicht leicht. Ich kann sie und ihre Familie wirklich nur bedauern.
    Liebe Grüße
    Andrea

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