Samstag, 25. April 2026

Meine 17. Kalenderwoche 2026

 "Ich glaube nicht, 
dass die Botschaft des Evangeliums dazu gedacht ist, 
so missbraucht zu werden, wie manche Menschen es tun."
Papst Leo XIV

 "Menschen, die Grenzen überschreiten, 
werden nicht stärker, weil sie laut sind - 
sondern, weil andere still bleiben."
.....
"Unbequem hingegen ist es, zu begreifen, 
dass Gleichberechtigung nichts ist, 
was man ab und zu einstreut, 
sondern etwas, das jeden einzelnen Tag passiert - 
oder eben nicht."
Netzfunde

"Nur der Glaube schützt uns vor der unangenehmen Wahrheit, 
dass Gewalt willkürlich ist und jeden treffen kann, 
unabhängig davon, wie klug oder vorsichtig man ist."
Jenny Jürgens

Samstagmittag zeigte das Thermometer schon 19° C, und ich kam etwas ins Schwitzen beim Einkauf, weil ich das nicht beachtet hatte.



Am Sonntagmorgen war es mir dann wiederzu frisch ( und der Bus zum Friedhof fährt sonntags sowieso erst ab Mittag ), um nach draußen zu gehen. So habe ich mich drinnen an den Schreibtisch gesetzt und die Steuererklärung für das zurückliegende Jahr gemacht. Die vorhergehende hatte ich wegen des Heizungshickhacks erst vor zweieinhalb Monaten hingekriegt. Das sollte mir nicht noch mal passieren. Die Hasen haben mir von ihrer Zwischenablage zugeschaut, denn sie sind noch nicht im Schrank verkramt worden.


Jetzt ist wieder alles grün auf dem Friedhof und die Bodendecker im Bestattungsgarten blühen.


Ich mag auch so zarte Blütenstände wie beim Gras oder der Wolfsmilch.


Schwefelgelb war die Farbe des Tages, nicht nur bei der Magnolia brooklynensis 'Yellow River', sondern auch bei meiner Kleidung.



Auch am Montagvormittag war es aprilfrisch, als ich mich auf den Weg en d'r Sity machte. Gesehen habe ich die ersten blühenden Sylter Kartoffelrosen auf meinem Weg zum Sport.



Am Mittwoch zog es mich mal wieder in die "Verbotene Stadt", der Kunst & der Blumen wegen. 



Ich hatte mir diesmal rechtzeitig eine Eintrittskarte für die Schau "Palastblühen 2026" gekauft, bei der Museumskuratoren & Floristen gemeinsam in einen Dialog mit den Kunstwerken im Sammlungsrundgang eintreten. 



Rund 30 florale Kreationen sind neben den ausgestellten Objekten – naturgemäß nur für kurze Zeit – zu sehen. Wenn das nichts für mich ist, für wen dann?

Ich mag die überschaubare, aber feine Sammlung des Museums Kunstpalast so gerne, ebenso das Gebäude und die Stadtlandschaft drumherum . ( Im Hintergrund des weißen Blütentraumes ganz links: "Dame in Rosa" von Max Klinger )


Die Marmorskulptur der Steinklopferin von Karl Jansen von 1902 war mir allerdings neu. Janssen war von 1895 bis 1921 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörte der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck.



Der ist natürlich in der Ausstellung auch vertreten. Und hinter seiner Skulptur  "Stehende weibliche Figur" von 1910/11 noch ein vager Eindruck von den Glasfenstern von  Jan Thorn Prikkers, 1926 im Rahmen der seinerzeit größten Messe der Weimarer Republik, GeSoLei ( "Gesundheit, Soziale Fürsorge und Leibesübungen" ) von ihm geschaffen. Auf dem linken Foto kann man ein schönes Porträt der Bildhauerin Renée Sintenis von Emil Rudolf Weiß, Mitbegründer der badischen Secession, von 1929 erahnen.


Aus dem 19. Jahrhundert stammt die riesige Szene vom "Fischmarkt in Ostende" von  Andreas Achenbach (1876), die mir sehr gefällt. Achenbach war die führende Künstlerpersönlichkeit der Düsseldorfer Malerschule, ein versierter Maler der Romantik. Und natürlich gefällt mir die Angelika ( Kauffmann ) bzw. ihr "Bildnis der Stegreifvirtuosin Teresa Bandettini Landucci als Muse" ( 1794 )!

Toll, wie die Floristin das Grün der "Melancholie" von Carl Kretschmar ( 1805 ) einbezogen hat! Vor "Kleiner Urwald" von Heinz Mack macht sich die Farbe aber ebenso gut.

Apropos Farbe: Gelb & Orange sind auch gut vertreten: Kongenial greifen die Strelitzienblüten die Bewegung des Borghesischen Fechters, ein Gipsabdruck des 19. Jahrhunderts, auf, und die Kaiserkronen in den beiden Farben die der schwungvollen Komposition "Herbstfantasie" von Walter Ophey, ein Vertreter des Rheinischen Expressionismus.


Gedämpftere Töne werden bei Max Liebermann und der "Kartoffelernte" von 1875 angeschlagen, und viele diverse Kartoffeln befinden sich in den Körben des Arrangements.


Ein "Blumenstillleben mit Flieder und Anemonen" (1925) von Lovis Corinth ist relativ neu in der Sammlung. 



Sehr gefällt mir auch das Porträt der Malerin Anita Rée ( die immer noch auf meiner Liste wartet ) von Dr. Albert Malte Wagner...



... wie das einer Frau Zimmermann vom Tiroler Maler Leo Putz von 1913. Beeindruckend auch das große Gemälde "Paris bei Nacht" von Richard Gessner (1927/28) mit den tollen weißen Blumen in hochstieligen Vasen davor. Gessner war Mitbegründer der avantgardistischen Künstlervereinigung "Das Junge Rheinland", mit dem ich mich beschäftigt habe, als ich über die Düsseldorfer Legende Johanna Ey einen Blogpost geschrieben habe. 



Tonangebend war da auch Gert H.Wollheim, der sich bei "Reiterin und Clown" 1928 durchaus selbst Modell gestanden hat. Der Kopf rechts gehört zu einer Skulptur aus Palmöl & Schokolade, die die 32jährige Künstlerin Irène Kanga vom "Cercle d'Art des Travailleurs de Plantation Congolaise" 2020 geschaffen hat in Erinnerung an eine von einem belgischen Kolonialbeamten im kongolesischen Lusanga verübte Vergewaltigung einer Frau aus der ethnischen Gruppe der Pende, die zum Aufstand gegen die Kolonialherrschaft geführt hat.


Von Thomas Schütte, Protagonist der Düsseldorfer Kunstszene, stammt der große Kopf aus Keramik (1994), von Konrad Lueg, ein echter Düsseldorfer & eine zentrale Figur der deutschen Pop-Art, die "Betenden Hände", eine Malerei mit Kasein-Tempera.


Ein üppiges Gebilde mit Magnolienzweigen befand sich vor einer Malerei von Vivian Greven, ebenfalls in Düsseldorf arbeitend, mit Namen "Vira VI".


Mit einem kleinen Gemälde, dem "Mechanischen Liebesfrühling" von Erwin Wendt, auch ehemals ein Mitglied des "Jungen Rheinlandes", verabschiede ich mich noch drinnen von dieser grandiosen Ausstellung, Erlebnis & Genuss zugleich. Ich habe dann noch gegenüber der Tonhalle im Park draußen gesessen und mein mitgebrachtes Picknick geschmaust, bevor ich mich mit den Öffis wieder nach Köln begeben habe.




Gelesen habe ich in den zurückliegenden Tagen auch: Einmal die lieben Zeilen, die mir Mareile auf ihrer selbst gedruckten Frühlingskarte geschrieben hat - nochmals vielen Dank dafür! - und...


... u.a. das Buch, welches mit der Aktion "Deutschland liest ein Buch" lanciert wird. Mehr zu meinem Lesestoff schreibe ich am nächsten Dienstag.  Die Webfundstück/e habe ich wieder eingangs platziert. Und die Hobbies? Eigentlich ist doch das ganze (Er)Leben in dieser Woche mein Hobby gewesen...


Nach einem Handwerkervormittag musste ich noch mal raus, so schön, wie das Wetter gewesen ist.


Ziel: Der Stadwald


Gehört habe ich dort mit Vergnügen das Vogelgezwitscher.

Dieses Wochenende vor genau 40 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl der bis dahin größte und folgenschwerste Atomunfall der Geschichte. Das Ereignis damals hat einiges in meinem Leben beeinflusst, und die Bilder von diesem strahlenden Frühling in jeder Hinsicht gehen nie mehr aus meinem Gedächtnis... 


                                                                  


Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anni...

5 Kommentare:

  1. Der Spruch von der Gewalt, die jeden treffen kann trotz aller Vorsicht ist sehr treffend. Gewalt kommt in allerlei Gestalt daher. Aktuell spürt die ganze Menschheit ihre würgende Faust, auch wenn sie nicht direkt am Hals ist. Wir müssen als Menschen im Alltag und Umfeld Gegensteuer geben. Ein schönes Wochenende wünsche ich dir. Regula

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  2. Dass dir die Palastblüten gefallen haben, glaube ich dir sofort, liebe Astrid. Eine großartige Idee. Und ganz sicher war es vor Ort noch viel eindrucksvoller als auf deinen schönen Fotos.Die Fotos vom Friedhof finde ich ebenfalls sehr schön, immer wieder. Das ist wahrlich ein besonderer Ort.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und eine gute neue Woche.
    Liebe Grüße aus dem kleinen Dorf zwischen den Meeren, wo heute ein stürmischer Wind ums Haus saust,
    Lydia 🌷

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  3. Was für eine geniale Ausstellung, die hätte ich auch gerne gesehen. Danke das du uns mitgenommen hast.

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  4. Ich musste kurz nachdenken ob der verbotenen Stadt ... Ich habe es vergessen. 😂 Dann aber die wunderschönen Blumengebinde und die passenden Bilder dazu. Das hätte ich mir auch gerne angesehen.
    Real Americans habe ich gelesen und es hat mich begeistert. Ich bin gespannt, was du dazu sagst.
    Lieben Gruß
    Andrea

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  5. Ja, das wunderbar frühlingshafte und so dramatische Tschernobyl-Wochenende ist mir auch eingebrannt ins Gedächtnis, liebe Astrid. Wir waren alle damals ganz viel draußen nach dem langen Winter.
    Die Kinder waren noch so klein und ich habe dann hier die "Mütter gegen Atomkraft" mitbegründet. Etwas zu tun, hat ein wenig geholfen.

    Deine Mitbringsel aus der fantastischen Ausstellung tun der Seele auch gut.
    So feinfühlig sind die floralen Korrespondenzen zu den Kunstwerken. Einfach ein Traum. Danke fürs Mitnehmen! <3<3<3
    Zu Max Klinger in Großjena werde ich in Kürze radeln. Wir sind im Mai im Unstrut-Tal und werden sein Haus besichtigen. Nun bin ich noch mehr gespannt darauf. Wie Du weißt, liebe ich KünstlerInnen-Häuser.

    So schön, dass die ganze letzte Woche für Dich so gelungen war - fast alles Hobby! :-)
    Herzlichst,
    Sieglinde

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