Freitag, 19. März 2021

Raif - 3217 Tage in Haft

In dieser Woche hat der saudische Blogger Raif Badawi mehr als acht Jahre seiner zehnjährigen Haftstrafe verbüßt.

Am Donnerstag hat der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten auf einem Kongress in einer Anhörung zur Menschenrechtslage in Saudi - Arabien Raif erwähnt. Der Vorsitzende des Unterausschusses für den Nahen Osten, Ted Deutch, hat seinen Fall dargestellt.

Erwin Cotler, der kanadische Menschenrechtsanwalt und Vorsitzender des "Raoul Wallenberg Centre for Human Rights", äußerte sich ebenfalls in dieser Woche u.a. zum Fall des Bloggers. Nach seiner Ansicht spiegeln die Blogposts, die vor einigen Jahren zu Badawis Verhaftung geführt haben, inzwischen Positionen wider, die heute in Saudi-Arabien eigentlich alltäglich sind. Badawi ist inhaftiert worden, "weil er damals sagte, was [der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman] in den letzten drei Jahre selbst gefordert hat: nämlich ein offeneres Saudi-Arabien und einen gemäßigteren Islam", so Cotler. Aber er bleibt im Gefängnis, und der Kronprinz geht weiter gegen Dissidenten vor. 

Raif Badawi ist ein prominenter Unterstützer des Abraham-Friedensabkommens zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und dem Sudan. Cotler äußerte die Hoffnung, der israelische Präsident Benjamin Netanjahu könne bei einem zukünftig geplanten Treffen mit Mohammed bin Salman das Problem von Badawis Inhaftierung ansprechen und damit etwas erreichen. 

Unvergessen ist Raif  und sein Schicksal auch nah so langer Zeit also nicht ( in Wien fand heute die 325. Mahnwache statt ), aber die Hoffnung, dass er vor Ablauf seiner Strafe frei kommt, erscheint mir dennoch immer unwahrscheinlicher...


Kommentare:

  1. Sein Name wird von so vielen Menschen genannt und dennoch tut sich nichts.
    Mir gehts wie Dir, dass ich auch nicht mehr recht dran glaube, dass er vorzeitig frei kommt.
    Eine traurige Geschichte.
    LG Sieglinde

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  2. Was Menschen anderen Menschen antun, nur um Macht auszuüben. Unvorstellbar.
    LG
    Agnes

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  3. Ich kann mir auch so gar nicht vorstellen, was den Kronprinzen dazu bewegen sollte, seine Meinung zu ändern. Ich stelle mir eher vor, dass es ihn schlicht nicht interessiert oder schlimmer noch, er darüber lacht. Obwohl, weiß gar nicht, was schlimmer ist. Schlimm ist es in jedem Falle, ja. Und traurig.
    Herzlicher Gruß,
    dörte

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  4. jeder Tag den er dort verbringen muß ist grausam
    von seiner Familie getrennt
    seine Kinder nicht aufwachsen sehen zu können
    und für etwas was (fast) auf der ganzen Welt rechtens ist
    seine Meinung frei zu äußern :(

    danke für deine nicht nachlassende Erinnerung daran

    Rosi

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  5. Es ist wirklich besorgniserregend, wie einige muslimische Länder ihren Machtwahn pflegen. Jetzt fällt die Türkei wieder unangenehm auf.Wenn verlogene Moral an die Macht kommt, wird es niederschmetternd.
    LG
    Magdalena

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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