Samstag, 27. Februar 2021

Meine 8. Kalenderwoche 2021

"Wir leben in einer Zeit, 
in der man am sichersten als intelligent wirkt, 
wenn man einfach den Mund hält."
.....
"Es herrscht Meinungsfreiheit, also halt die Fresse!!!
Twitter - Funde

"Hasskommentare sind für das Gehirn 
... einfacher umzusetzen, als etwas Nettes zu schreiben."
Nils Mecklenburg,  Cybermobbing-Forscher, Coach

"Die angebliche Meinungsunterdrückung ist 
eines der liebsten Aufregerthemen der politischen Rechten. 
Dahinter steckt tatsächlich ein System."
.....
"Erregungsmuster sind kein Freibrief 
für menschliche Niedertracht. 
Und kein noch so heiß umkämpftes Streitthema 
gibt Individuen oder einer Gruppe 
das Recht zur digitalen Selbstjustiz – gegen niemanden."
Dirk Walbrühl, Internetbewohner

"Zu merken, dass das, was in deinem Kopf passiert, nicht die Realität ist. 
Dass der Kopf lediglich das Lesegerät für alles um uns herum ist. 
Und wir selbst mitentscheiden können, wie wir die Welt lesen."
Benjamin Maack, Autor & Journalist



Während ich bei 17° C am letzten Samstag bei uns Zuhause die Magnolienknospen gründlich beäugte, ob sich irgendwo ein zartes Rosa entdecken lässt, versorgte mich die Tochter...


... mit Bildern von ihrem Familienausflug zum Eibsee unterhalb des "Tops of Germany", der Zugspitze. Die war auf dem Foto links im Hintergrund zu sehen, rosa Spitzen hingegen noch keine.




Am Sonntag ließ mich dann Sunni an ihrem Ausflug in die Rhön teilhaben. Das ist schon was anderes...




...  als die Grünanlagen in der autofreien Siedlung bei uns im Veedel. Autofrei zu sein ist derzeit nicht wirklich vorteilhaft.




Aber bald wird unser Garten wieder eine echte Wohlfühl - Oase sein.




Am Sonntagabend haben wir im Livestream das Konzert verfolgt anlässlich des Beginns des Festjahres "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland"mit unserem Gürzenich - Orchster. Der Israeli Lahav Shani dirigierte Werke von Tzvi Avni, Kurt Weill und Felix Mendelssohn Bartholdy ( das geliebte Violinkonzert mit Arabella Steinbacher! ). Auf die Hintergründe dieses Jubiläums werde ich immer wieder mal im Blog eingehen.

Am Montagmorgen habe ich dann beim Nachbarn Frühjahrsblüher für meine verwaisten &staubigen Blumenkästen im 1. Stock bestellt.









Frühblüher - nämlich Schneeglöckchen - hat mir Mano per Post zukommen lassen. Und der süße Druck hat mich veranlasst, die Wand neben unserem Essplatz der in den Startlöchern stehenden Jahreszeit anzupassen. Vielen, Dank für den hübschen Impuls und die lieben Zeilen!

Der Spaziergang am Nachmittag galt einer Einrichtung, die in meinem nächsten Post zum Jahresprojekt eine Rolle spielen wird.






So früh im Jahr habe ich noch nie die Blumenkästen an den Fenstern im 1. Stock bepflanzt! Bei 19°C und im kurzärmeligen T-Shirt, musikalisch begleitet von einem Nachbarn, der auf seiner Trompete übte. Diesmal habe ich mich für weiße Bellis, purpurne Hornveilchen und Vergissmeinnicht entschieden, die ich wieder getrennt nach Farbe und Sorte in die drei Kästen gepflanzt habe. Ich mag das lieber als ein buntes Durcheinander und mache das seit Jahrzehnten schon so.




Anschließend habe ich mich der zweiten Phase meines Jahresprojektes gewidmet...

Immer, wenn in einem Raum des Hauses absolutes Chaos herrscht, muss ich es an anderen Stellen besonders schön machen, sonst geh ich ein, verliere meinen Elan. Am Donnerstagnachmittag war dann aber fast alles wieder im Lot.


Erkenntnis der Woche: Der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauches Johannes -Wilhelm Rörig in einem Interview mit meiner Tageszeitung vergangenen Dienstag:
"Wenn die Politik sich überhaupt für die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch interessiert, dann immerhin noch im Feld der Kirche. Sport, Schule, Familie, der familiäre Kontext interessieren die Politik noch weniger. All diese Bereiche fallen, mal im Klartext gesprochen, eher hinten runter."

Kindeswohl? Wohl nur von Interesse, wenn man wie zum Beispiel jetzt die Öffnung der Schulen rechtfertigen will, damit die Eltern wieder arbeiten gehen können und die Wirtschaft zufrieden gestellt ist. Fast täglich gibt es neue Nachrichten vom Versagen von Institutionen wie dem Jugendamt im Fall Lüdge oder der Kirche wie im Kölner Erzbistum.

Lektüre der Woche: Wer meinen Blog schon lange mitverfolgt, weiß, warum mir auch dieses Thema am Herzen liegt und ich dringend empfehle, diesen Beitrag des "Krautreporters" Martin Gommel zu lesen. Sein einleitendes Argument: "Wir sollten besser nicht über Suizid sprechen, denken viele. Aber damit lassen wir Menschen allein. Ich weiß aus Erfahrung: Dieses Schweigen ist das Schlimmste."

Das Interview mit Benjamin Maack in meiner Tageszeitung dreht sich auch um das Thema. Maack hat aufgrund seiner eigenen Erfahrungen ein Buch darüber geschrieben - "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein" - und er sagt: "...die schlimmsten Gedanken lauern immer in den dunklen Ecken, in die man niemanden schauen lässt. Und die man allein mit seinen Depressionen leicht zu einem sehr schlüssigen Gespinst verweben kann. Ich glaube, dass Reden immer mehr hilft als Schweigen."

Ein ganz anderes Thema: Rechte Gewalt & die Ermordung der Holocaustüberlebenden Blanka Zmigrod  am 23. Februar 1992 in Frankfurt am Main durch einen schwedischen Rechtsterroristen und das Bemühen von Ruben Gerczikow am Tatort eine Gedenktafel zu installieren - hier ein informativer Text und hier die Möglichkeit, sich dafür einzusetzen. 

Musik der Woche: Arabella Steinbacher mit Mendelssohns Violinkonzert e-moll op.64

Rezept der Woche: von all den Kochberühmtheiten derzeit mag ich ihre Küche am liebsten, denn sie ist  einfach, lecker und immer auch ein besonderer Augenschmaus: Donna Hay. Vor einiger Zeit habe ich mir mal wieder ein Buch von ihr gekauft - "The New Easy" - und darin wieder viele Rezepte gefunden, die für mich passend sind. In dieser Woche habe ich ein Gericht mit Blumenkohl - ja, Blumenkohl! - nachgekocht, dass so gut geschmeckt hat, dass mein Mann, obwohl satt, keinen Rest für den nächsten Tag übrig lassen wollte. 

Wochenfreude: dass ich anderen Freude machen konnte mit meinen Paketen & Päckchen und selbst wieder einige Zuwendung in verschiedenster Form erfuhr.





Verlinkt mit dem Samstagsplausch bei Andrea Karminrot und dem Vorfrühlingsglück bei Wolfgang & Loretta

Kommentare:

  1. Liebe Astrid, was für eine bunte und doch gute Woche. Interessant und anregend noch dazu. Gern habe ich dich per Fotos mit in die Rhön genommen. Der Blick weist auf einen der drei berühmten Rhönberge, den Oechsen. (Baier und Dietrich sind seine Brüder :-). Alle ragen als ehemalige Vulkane empor und geben der Landschaft eine besondere Prägung. Wendet man den Blick von dort stehend etwas nach rechts, so liegt in der Ferne hinter dem Werratal der völlig anders ausehende Thüringer Wald. Geografie und Biologie pur, sozusagen.
    Deine Bepflanzung finde ich wunderschön. Wir haben uns auch schon wenigstens an einen großen Topf mit Frühblühern vor der Eingangstür gewagt, mal sehen, ob es gut geht. Es ist eben doch noch Winter. Herzliche Grüße und ein schönes WE! Sunni

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  2. Das sind ja wieder viele Themen und Denkansätze! Unterschrieben hab ich eben schon...
    Das kenne ich auch, dasz ich wenigstens einen ordentlichen ästhetischen Raum brauche, um nicht unter zu gehn (Mü mit ihren Chaostagen kann mich mal!), schlimm wird das meist während Sanierungsarbeiten -
    Schön Deine Blumenkästen und: ja ich mag Einfarb-Stimmungen auch lieber als wildes Durcheinander.
    Deine Überraschung ist Dir sehr gelungen und nun lasz Dich auch am WE von einem Sonnenstrahl an der Nase kitzeln, bärenmäszig...
    Herzlichst
    Mascha

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  3. Immerhin wirst Du digital zu tollen Ausflügen mitgenommen. Beim Homeschooling zeigen mir die Kids immer den hohen Schnee vorm Haus und den total vereisten Drive-way. Deine Frühlingsblüher sind wirklich eine Pracht.
    Wir haben uns heute eine Art neues Jahresprojekt ausgesucht. Irgendeinen positiven Blick in die Zukunft braucht doch das Herz. Ich werde in vier Wochen berichten, dann dürfen wir es nämlich abholen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Das Rezept! Hört sich das lecker an!
    Mal wieder unterwegs sein, wäre das schön. Allein, mir fehlt die Kraft, der Elan und der Antrieb mich ins Auto zu setzen. Mir fehlt das Abgrenzen zwischen Beruf und Zuhause. Das hatte ich erfolgreich in den vergangenen Jahren geschafft. Durch das Homeschooling ist alles wieder ein Brei ohne echtem Feierabend.
    Danke für den Link zum Interview mit Benjamin Maack. Zwar konnte ich, wegen Zahlschranke, den Text nicht lesen aber ich ging dann auf die Verlagsseite.
    Dort steht der Absatz
    Aus dem Buch
    »Als ich wieder gesund bin, will ich Friederike erklären, wie Depressionen sind. Aber Depressionen sind geschickt. Ist man gesund, kann man sich nicht mehr daran erinnern, wie es war, krank zu sein. Und ist man krank, kann man sich nicht vorstellen, je wieder gesund zu werden.«
    Wie wunderbar ausgedrückt!
    Jetzt mache ich mir meine Küchenwerkstatt schön und räume die Schule weg.
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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  5. Zu all deinen Eingangszitaten könnte man Romane schreiben.
    Was mich am meisten aufregt, sind die ständigen Aussagen, dass hinter allem, was den Nörglern (ist noch zu milde ausgedrückt), ein System steckt. Menno.....sollen sie doch alle auswandern und sehen, wo sie unterkommen.

    Jetzt Schluss damit, bevor ich mich in Rage schreibe. Lieber erfreue ich mich an deinen schönen Bilder, ob von deiner ersten Kastenbepflanzung, den herrlichen Sträußen oder den zugesandten vom Eibsee oder aus der Rhön. :-)

    Herzliche Grüße und hab ein schönes Wochenende
    Christa

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  6. Immer wieder spannend, wann sich die ersten rosa Spitzen der Magnolie zeigen nicht wahr liebe Astrid?
    Seit unser Nachbar seine Magnolie radikal entsorgt hat, habe ich das Vergnügen leider nicht mehr.
    Deine Blumenkästen gefallen mir und Dein Jahresprojekt schaut aus, als ob ich das nach den Malerarbeiten im Januar bei uns auch gemacht habe... ich habe jede Menge Bücher aussortiert und verschenkt. Über Ebay Kleinanzeigen habe ich hoffentlich gute Abnehmer gefunden.
    Dir einen schönen Abend, ganz lieben Gruß
    Nicole

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  7. Oh ja, Mund halten! Den Rat könnte ich gerade üppig verteilen. Manchmal würde ich auch gerne zum Panzerband greifen. Wir haben uns auch ein wenig dem Garten gewidmet, die Grüße der Enkelkinder freudig entgegengenommen. Man versucht halt, ein wenig am Kulturleben teilzunehmen, soweit es noch stattfindet. Aber, Ohren steif halten und weiter geht's.
    LG
    Magdalena

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  8. Liebe Astrid
    Was für eine schöne Idee, dass dich Familie und Freunde auf diese Weise an ihren Ausflügen teilhaben lassen.
    Mir gefallen deine Blumenkistchen sehr, mit einem bunten Durcheinander habe ich jeweils grosse Mühe. - Bei uns war heute nichts mit Garten, es war bitterkalt und ein kühler Biswind blies.
    Dir ein wunderschönes Wochenende und auf, dass die Magnolien bald rosa Spitzen bekommen.
    Liebe Grüessli
    Eda

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  9. Du hast schon die Blumenkästen bepflanzt. Sehr schöne Auswahl auch noch. So viel, was Du uns wieder weitergibt. Hoffe, Ihr könntet auch heute wieder im Garten sitzen könnt! Und vielleicht wieder mit Musik.
    Ganz liebe WochenendGrüße
    Nina

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  10. Wie vielfältig Dein Wochenrückblick wieder ist und mit soviel Gebirge. Auf der Zugspitze und in der Rhön in beiden Landschaften war ich noch nicht.
    Es gäbe noch einiges auf der Reiseagenda. Selbst für Deutschland.
    Mal sehen, was wir davon noch zu sehen bekommen...
    Wenn ich Deinen Blumenkästen sehe, will ich auch unbedingt gleich welche! Bei mir ist es immer bunt durcheinander und gefällt mir auch so. Aber Deine haben Stil und Schönheit!
    Wir waren heute viel draußen, es war sonnig aber frisch! Ist ja noch Februar!
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir Sieglinde

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  11. Liebe Astrid,
    wie shön, dass du die Ausflüge deiner Lieben digital begleiten darfst...das ist doch eine schöne Art der Teilhabe...auch wenn sich da bestimmt etwas Wehmut beim Anschauen der Bilde einschleicht und etwas Fernweh...oder?
    heute hat mich dein letztes Zitat begeistert, weil ich mich da wiedererkenne..die Menschen vergessen, dass sie die Realität auf jeden Fall gefiltert wahrnehmen und bewerten...radikal formuliert hat jeder seine eigene Realität...da hilft nur Diskussion und Austausch mit Respekt!
    liebe Grüsse
    Augusta

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  12. Deine Wochenrückblicke mag ich sehr, liebe Astrid...die farbig und lebhaften Bilder zeigen Interesantes und Vielfältiges und selbst deine "Begleitung" zum Eibsee war möglich. Ich habe mir am Freitag Hornveilchen für die Töpfe geholt, denn sie sind hart im Nehmen und kommen mit einem möglichen Kälteeinbruch gut klar. Ich freue mich auch auf die beginnende Gartensaison, die Terrassensaison haben wir schon mit einem Cappu eröffnet.
    Lieben Gruß und einen feinen Sonntag, Marita

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  13. Au weia - meine Blumenkästen hätten es auch bitter nötig, aber vor den Osterferien werde ich wohl nicht dazu kommen.

    Herzliche Grüße
    Astrid rechtsrheinisch

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  14. Nee, den Mund kann ich nicht halten... egal, wie intelligent oder weniger das dann ankommt.

    Ansonsten... viele schöne, interessante und nachdenkenswerte Sätze und Bilder.

    Frühlingsfrohe Grüße aus Augsburg von Heidrun

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  15. Noch einmal meinereine, die gerade den Artikel in der aktuellen Die Zeit über den Fußballer, dieses Mal laut am Telefon, gelesen hat. Danach den Bericht von RTL und das Zitat im Kopf, das du hier geschrieben hast.
    Unglaublich! Zwei Welten.
    Viele Grüße,
    Karin

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  16. Liebe Astrid,
    mit etwas Wehmut möchte ich doch auch noch meinen Kommentar hinterlassen.
    Dein Wochenrückblick ist wieder wundervoll bunt und ein Genuss zu lesen!
    Welch ein Kontrast, die Magnolienknospen zu den winterlichen Bildern vom Eibsee. Allerliebst sind die Schneeglöckchen von Mano und passen sehr schön an deine rosafarbeine Küchenwand. Auch deine Blumenkastenblümchen gefallen mir sehr. Frühling pur!
    Alles Gute und eine schöne Woche!
    Ingrid

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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