Mittwoch, 3. Mai 2017

Sechzig Jahre


... ist es her, dass im Deutschen Bundestag endlich - nachdem der Passus "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" 1949 schon in das damals neu erarbeitete Grundgesetz aufgenommen worden war - Frauen den Männern rechtlich gleich gestellt worden sind. 

Bis dahin waren Frauen in Deutschland rechtlich ihrem Ehemann unterworfen. Dieser verfügte über ihr Vermögen, durfte ihren Job kündigen und hatte in allem das Letztentscheidungsrecht, vor allem auch in Bezug auf die gemeinsamen Kinder. Heute vor 60 Jahren, am 3. Mai 1957, verabschiedete das Parlament ein entsprechendes Gleichberechtigungsgesetz. 

Es dauerte wiederum zwanzig Jahre bis Frauen ohne Einverständnis des Mannes arbeiten durften. Nochmals vergingen zwanzig Jahre, bis die Vergewaltigung in der Ehe ein Straftatbestand wurde...

Es ist also alles nicht seit ewigen Zeiten in Stein gemeißelt! Das sollten wir Frauen nicht vergessen, vor allem in Zeiten, wo an Menschenrechten gerne wieder gekratzt wird und eine gleiche Bezahlung gleicher Arbeit immer noch ein Traum ist...

Source
Wer sich gerne noch einmal in jene vergangenen Zeiten zurückversetzen will, dem sei die Lektüre meines Posts über Elisabeth Selbert, die maßgeblich an der Durchsetzung des Gleichheitsgrundsatzes beteiligt war, empfohlen. Und wer gerne originale Tondokumente aus den letzten Jahrzehnten seit Ende des 2. Weltkrieges zum Thema hören möchte, der sei aufs "Zeitzeichen" vom heutigen Tag verwiesen.

Kommentare:

  1. Liebe Astrid,
    60 Jahre - und doch ist es noch lange nicht erreicht. Auf dem Papier ist die Gleichberechtigung klar - aber in der Wirklichkeit?
    Schön, dass du darauf aufmerksam machst.
    Einen angenehmen Wochenteiler wünscht dir
    Irmi

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  2. Danke, dass Du an diesen Tag und Elisabeth Selbert erinnerst.
    Kürzlich habe ich es ja schon mal geschrieben, dass unser Grundgesetz höchst erstaunlich ist und das Wertvollste, was wir haben.
    Die Gleichstellung dauerte, wie Du schon schreibst, noch lange - und dauert noch an...
    Dass Frauen noch bis 1977 ! quasi ihren Ehemann fragen mussten, wenn sie berufstätig sein wollten und eigenes Geld verdienen wollten - es klingt selbst für mich unglaublich.
    Und dennoch war es die Wirklichkeit in meinem Leben.
    Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind und bleibe wachsam.
    GLG
    Sieglinde





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  3. Dazu habe ich heute morgen einen Artikel in der Zeitung gelesen und kam aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Unglaublich wie lange ein Mann beispielsweise seiner Frau verbieten konnte zu arbeiten (usw. usw.). Ich war wirklich entsetzt (auch wenn es nicht neu für mich war). Zu schade, dass gerade viele junge Frauen die Emanzipation (wieder) mit Füßen treten. Ernsthaft, ich bin ziemlich entsetzt wie unemazipiert ganz viele Frauen heute noch sind.
    Aber ich arbeite in Form der Erziehung meiner Kinder wirklich hart daran!
    Liebe Grüße
    Jutta

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  4. Es ist schon schockierend zu sehen, wie viele Lippenbekenntnisse bei diesem Thema mit dabei sind.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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  5. Liebe Astrid, wieder mal ein toller Beitrag zu einer tollen Frau. Danke für Deine guten Recherchen. Und auch ein Dank am Tag der Pressefreiheit für Deine stetigen Bemühungen bei diesem Thema. LG Maren

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  6. Danke für diesen Post. Leider wird dies in der heutigen Zeit oft mit Füßen getreten weil es für viele Selbstverständlich ist. Herzlichen Gruß Sylvia

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  7. Ja, man kann nie genug schätzen, was Frauen für uns heute getan haben und wir müssen wachsam bleiben, damit es weiter in die richtige Richtung geht. traurig, aber wahr....

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  8. und es gibt noch so viel zu tun.... danke für die erinnerung!
    liebst,
    jule*

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  9. Tja, gut, dass Du daran erinnerst. Der Weg ist noch lange nicht zu Ende. Ich frage mich manchmal sogar, ob der Weg bei den Jüngeren ins Stocken gerät. Ich höre von meinen Kindern Geschichten, die ich kaum glauben kann. Meine älteste Tochter meinte sogar: Ihr seid moderner als viele meiner gleichaltrigen Kollegen.
    LG
    Magdalena

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  10. In Österreich sit das sogar noch wesentlich jünger!
    Zwar wurde 1920 der allgemeinen Gleichheitsgrundsatz festgeschreiben, dass es keine Vorrechte der Geburt, des Geschlechts, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses gib.
    ABER!
    Erst 1975!!! waren Männer und Frauen gleichberechtigt. Bis dahin war der Mann das Oberhaupt der Familie. Er konnte der Frau das Arbeiten verbieten,konnte zum Beispiel alleine über den Wohnort bestimmen. Jedes mal wenn ich die Geburtsurkunde meines Mannes, 1972 geboren, zu Hand nehme dreht es mir den Magen um. Da stehet bei Wohnort der Mutter: bei ihrem Mann.
    1975 kam auch die Fristenlösung, die "väterliche Gewalt" wurde gestrichen... was uns heute so selbstverständlich schein ist noch nicht alt.

    Du feierst für Deutschland 60 Jahre... 42 sind es erst in Österreich.

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