Samstag, 9. Januar 2016

In Heaven 56
































Nach einer Woche voller grauester Himmel ist über Köln auch wieder ein Leuchten zu sehen. Zumindest das der Sonne. Die Gedanken und Gefühle sind nur wie in der letzen Woche ganz andere:

Das Geschehen an Silvester lastet auch auf meinem Gemüt. Da ich öfter darauf angesprochen wurde, äußere ich mich nun doch noch hier in meinem Blog, der eigentlich momentan für mich ein Refugium bleiben sollte, um MEIN Gemüt positiv zu stabilisieren, zum Geschehen in Köln an Silvester:

Ich habe das "Wir schaffen das" von Angela Merkel nicht mit Euphorie, aber Zweckoptimismus unterstützt. Nun wanke ich, denn es etwas eingetreten, was ich allerdings auch befürchtet hatte: Sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen von Männern, die in ihrer Sozialisation nie von der Gleichberechtigung der Frau, von Rechtsstaat & Demokratie gehört oder nur undeutliche Vorstellungen davon entwickelt haben. 

Als ich am 2. Januar 2016 morgens beim Frühstück in meiner Tageszeitung von den Übergriffen gelesen hatte ( und auch von der im Widerspruch stehenden Aussage der Polizei: „Ausgelassene Stimmung, Feiern weitgehend friedlich.“ ), hatte ich sofort Berichte von vielen Übergriffen auf Frauen bei den Kundgebungen auf dem Kairoer Tahrirplatz im Kopf...

Den - mittlerweile in den Ruhestand versetzten - Polizeichef Kölns und die Informationspolitik seiner Behörde kritisiere ich scharf.

Die Polizisten vor Ort zu kritisieren, finde ich inzwischen unanständig ( und die Kritik des Herrn de Maizière gleich mit ): Da werden junge Polizeibeamte, Männer wie Frauen, eingesetzt, die gelernt haben mit Sensibilität vorzugehen, was Polizeigewalt anbelangt, und die bei allem auf Deeskalation zu achten haben. So sind die Vorstellungen in unserer Gesellschaft. Einem so anmaßendem, überheblichen, primitiven Mob wie auf dem Kölner Hauptbahnhof Herr zu werden, erfordert Einsatztaktiken und eine Gewaltausübung, die bei uns zum Glück nicht üblich ist. Knüppel und Schüsse in die Beine oder Ähnliches ist zu Recht bei uns nicht gestattet. Aber welche Instrumente darf man nutzen in einer so prekären politischen Lage?

Wer ist dafür verantwortlich, dass zu wenige Polizisten vor Ort waren und angebotene Zusatzkräfte nicht angefordert wurden? Inzwischen weiß man, das es am Kölner Polizeipräsidium gelegen hat, dass das Angebot der Landesleitstelle in Duisburg auf Verstärkung durch auswärtige Hundertschaften nicht beansprucht wurde.
Wer hat die massivem Personalproblemen bei den staatlichen Organen zu verantworten? Wer hat die "Schwarze Null" denn über alles gestellt, auch über die Sicherheit und das Wohl seiner Bürger?

Wenn tatsächlich Asylbewerber unter den Angreifern gewesen sind, werden wir darüber reden & handeln müssen. Das „Wir schaffen das“ der Kanzlerin wirkt angesichts der Realitäten inzwischen wie aus der Zeit gefallen. Wie sollen es viele der Flüchtlinge schaffen, sich hier in unsere Anschauungen & Lebensweise zu integrieren, das muss man sich frei von Polemik fragen, denn Rentner oder andere freiwillige Helfer können auf Dauer nicht leisten, wofür es professionelle Kräfte braucht. Vor den Flüchtlingsunterkünften sitzen viele junge Männer, sich selbst überlassen, teilweise traumatisiert, auf jeden Fall haben alle gegenüber dem Kriegsgeschehen ein Gefühl der Ohnmacht erlebt, was immer auf Kompensation drängt, indem man Schwächere kujoniert, in diesem Falle Frauen. Da reichen keine luftigen Worte, auch nicht die Forderung nach einer "Härte des Rechtsstaats" von Seiten der Regierung und anderer Politiker! ( Das ist im übrigen eine Nullforderung, die nichts kostet, weil in einem Rechtsstaat die juristische Aufarbeitung der Fälle selbstverständlich sein sollte. )

Auch Verschwiegenheit aus Angst vor Fremdenfeindlichkeit ist nicht der angemessene Weg. Klarheit und Transparenz in der Berichterstattung und in der politischen Stellungnahme sind die einzige Option. Und letzteres ohne Sprechblasen und Versatzstücke, ohne platte Sprüche, Süßholz & Krokodilstränen oder Beschimpfungen à la "Dumpfbacken" & "Pack"!

Ja, es gibt ein problematisches Frauenbild in islamisch geprägten Kulturkreisen. Lale Akgün hat dazu einen guten Kommentar in meiner Tageszeitung geschrieben, der hier, nachzulesen ist, und Sonja Zekri einen anderen hier. Wie Lale Akgün sehe ich in den "fundamentalistischen Varianten des Islam eine große, wenn nicht die große Herausforderung für die Wahrung und Verteidigung der Frauenrechte im 21. Jahrhundert".

Und ja, man muss untersuchen, wie dieses Frauenbild auch in Deutschland in Gewalt mündet. Erst recht, wenn Mobs entstehen, wie es wohl in Köln der Fall war. Und wir müssen den Diskurs mit Leidenschaft führen, so wie es in den Siebzigern schon einmal von den Frauen initiert worden ist.

Sexualisierte Gewalt ist allerdings immer ein Problem in unserer Gesellschaft gewesen & geblieben - alle Opfer derselben, die ich persönlich kenne, sind dies im familiären Kreis, in Schule, Verein, Kirche oder am Arbeitsplatz geworden. Das sollte man auch nicht aus dem Blick verlieren. ( Und Sexismus gehörte & gehört schon immer zum bundesrepublikanischen Alltag, wie die Aktion von Kristina Lunz zum Bild - Girl zeigt. Herr Diekmann hat nicht einmal die Größe, die gesammelten Unterschriften  der Initiative anzunehmen... ) 

Das Gute an dem Kölner Geschehen ist, dass sich immer mehr Frauen trauen, männliche Anmaßungen als solche zu sehen & Übergriffe anzuzeigen, nicht nur in Köln, Hamburg, Stuttgart, sondern inzwischen auch in Nürnberg, auch in Zürich und Salzburg. Und dass diese Gesellschaft vielleicht endlich gezwungen ist, sich damit auseinanderzusetzen, und es nicht als Problem überkandidelter junger Frauen wie beim #Aufschrei abzutun, finde ich dringend notwendig.

Ich möchte aber auch nach diesen Geschehnissen zivilisiert bleiben und nach dem neunten schwarzhaarigen Fremden, der sich mir gegenüber unangemessen benimmt ( und in meinem Beruf habe ich ein solches Verhalten häufig & nur von diesem Personenkreis erfahren ),  trotzdem dem zehnten schwarzhaarigen Mitmenschen - meinem Paketboten, dem Taxifahrer, meinem Nachbarn usw. - freundlich - menschlich begegnen. Da ist mir auch egal, ob ich als "Gutmensch" beschimpft werde. I'm a dreamer, but I'm not the only one.









Verlinkt mit der Raumfee und mit dem Samstagplausch bei Karminrot - auch wenn es kein "plauschiges" Thema ist. Aber eine weitreichende Diskussion ist es wert!

 


Kommentare:

  1. Eine sehr gute Analyse, liebe Astrid...und es ist schön, dass du es angesprochen hast. Ich kann natürlich nur für mich persönlich sprechen, aber ich käme ganz bestimmt nicht auf die Idee, nun jeden Ausländer, jeden Flüchtling unter Generalverdacht zu stellen, aber der Problematik des Frauenbildes in der islamischen Welt muss man sich stellen....und dieses Frauenbild wird nicht mit Betreten deutschen Bodens einfach abgelegt. Ich hoffe übrigens sehr, dass man in Zukunft den Polizeikräften, deren Einsatz an allen Stellen der Gesellschaft in den letzten Monaten reichlich gefragt war, endlich wieder mehr Respekt und Achtung schenkt! Liebe Grüße, Lotta.

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  2. hier in den nachrichten wurde davon berichten und etwas mehr analysiert in den zeitungen. dein beitrag gibt mir andere informationen über diese gewalt in Köln. hoffe dass lösungen gefunden werden und schnell !

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  3. Das hast du gut geschrieben. Ich kann trotz dieser Nachrichten nicht gleich jeden verurteilen, dazu lebe ich schon zu lange unter und mit den Eingewanderten. Berlin ist nun mal ein zusammengewürfelter Haufen. Und einige meiner Freundschaften stammen ursprünglich aus dem islamischen Raum. Sie kamen als Jugendliche und konnten sich damals auch integrieren. Es waren auch nicht wenige, die damals nach Deutschland kamen. In meinem Klassenzimmer saßen 2/3 Ausländer!
    Die Respektlosigkeit gegenüber der Polizei kann ich ebenso wenig verstehen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Liebe Andrea, da stimme ich dir zu und habe da auch meine jahrelange Berlinerfahrungen in Sozialpädagogischen Fachschulen. Es geht sich gut zu integrieren und dennoch seine Herkunftskultur nicht verleugnen zu müssen. Aber es wäre noch sehr sehr viel mehr an sozialpädagogischer und oft auch sozialtherapeutischer Begleitung erforderlich, gerade auch für junge Frauen und in diesen Zeiten noch mehr... LG Ghislana

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  4. Viele Dank, dass du alles zusammengetragen und in Worte gefasst hast. In und von der Öffentlicjkeit wird viel zu oft und gern alles und alle über einen Kamm geschert. Auch ich möchte den dunkelhaarigen Männern freundlich begegnen, manchmal sind allerdings regelrechte Gestalten dabei, denen ich lieber aus dem Weg gehe. Mit Blicken oder der anderen Seite des Bürgersteigs.
    Ich wünsche dir ein sonniges, ein frohes Wochenende!
    Frauke

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  5. Ja, das ist richtig, es geht im Moment nicht himmlisch zu in der Welt und auch nicht in Deutschland. Es werden viele Fragen aufgeworfen, es müssen ganz dringend Lösungen gefunden und vor allem gehandelt werden - und zwar von den Menschen, die dafür zuständig sind und bezahlt werden. Wo Deutschland momentan wäre, hätten sich nicht zigtausende Freiwillige der Flüchtlinge angenommen möchte ich mir gar nicht ausmalen. Es ist nur wenige unter über mehr als einer Million muslimischer Flüchtlinge, die sich nicht benehmen können, aber auch das ist nicht tolerabel. Es fehlen ganz klare Ansagen bei der Einreise - als Voraussetzung für die Erlaubnis zur Einreise und Aufnahme in ein Asylverfahren. Und auch eine ganz klare Zurückweisung, bzw. Ausweisung, wenn gegen unsere Gesetze und Regeln verstoßen wird. Dass Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber Frauen in unserem Land verharmlost und nicht entsprechend bestraft wird - ob nun von Deutschen oder von Migranten verübt - ist ein bereits traditionell vorhandenes Problem, das mit den Ereignissen von Silvester nur auf die Spitze getrieben wurde.
    Und gerade deshalb bin ich für jeden Lichtblick sehr dankbar.

    LG, Katja

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  6. Astrid, Du hast mir aus der Seele geschrieben.
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende
    Katala

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  7. Nach diesen dramatischen Ereignissen, nicht nur in Köln, ist kritische Analyse und ein Handeln in Politik und auch Gesetzgebung von Nöten.
    Es tut mir Leid, aber für mich ist so etwas schon ein allererster Schritt in Richtung von Terrorismus. Hier wird versucht, Unsicherheit und Schrecken zu verbreiten, Gruppierungen werden mobilisiert und gefestigt, Denken wird besetzt. Wer solche Mengen in Gang setzen und enthemmen kann, ist gefährlich.
    Ich mag auch keine Ausländer oder Muslime in Generalverdacht sehen. Aber wenn die Politik da nicht entschlossen Maßnahmen ergreift, dann sitzen irgendwann nach den nächsten Wahlen an den Schalthebeln der Regierung Leute, die wir dort wirklich nicht haben wollen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Genau so ist es, du hast es gut zusammengefasst. Geht mir seit Tagen auch schon so im Kopf herum.
    Das Schlimmste für mich allerdings ist das Gefühl, das solche Einsichten niemals die Ebene der verantwortlichen Politiker erreichen werden und sich demzufolge nichts ändern wird.
    Seit vielen Jahren sind die Problematiken mangelnder Integration hinreichend bekannt. Siehe zum Beispiel die kriminellen Familienclans in einigen deutschen Großstädten, aber auch (nicht wenige) einzelne Familien, die sich beharrlich außerhalb unserer Werte und Rechtsnormen bewegen ohne jegliche Möglichkeit der Einflußnahme. Die pfeifen auf den Gurkenkönig! (Und nein, natürlich hat das nichts mit den meisten Menschen zu tun die hier Schutz suchen vor Verfolgung, das muss man doch nicht noch extra erwähnen, die Differenzierung ist doch selbstverständlich.)
    Wer es noch nicht gelernt hat, braucht nur einen Blick nach Frankreich in die Banlieues zu werfen, dort sieht man sehr gut unsere Zukunft, befürchte ich. Denn: Integration kostet Geld und Geld ist das allerletzte was irgendein Politiker ab der Landesregierungsebene bereit ist für soziale Zwecke in die Hand zu nehmen. Kein Wunder, denn es gibt keine gut zahlenden Integrations-Lobbyisten. Und wenn doch Gelder fließen, dann haben sie vor allem ein Ziel: die Reputation der Politiker zu erhöhen. (Beispiel: Sehr gut funktionierende soziale Projekte werden nicht mehr finanziert, die Mitarbeiter werden arbeitslos, weil Politiker xy lieber das Geld investiert in "etwas völlig neues, tolles" mit dem er/sie sich selbst profilieren kann. Wtf?)
    Wenn es in Deutschland bisher noch verhältnismäßig gut klappt, dann tut es das nicht wegen der Anstrengungen der Politik, sondern TROTZ derselben.
    Man merkt möglicherweise, dass ich einen winzigkleinen Hals entwickele bei dem Thema, scusi.
    Du hast es jedenfalls auf den Punkt gebracht und jeden Aspekt erwähnt, danke dafür.
    Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr und mir, dass ich nicht recht habe mit meinen Befürchtungen.
    Hab ein schönes Wochenende!
    Doro

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  9. Liebe Astrid,
    danke für diesen großartigen und sehr - wie ich finde - ausgewogenen Beitrag. Ich habe im Leben noch keinen Beitrag "rebloggt", aber hier möchte ich gerne eine Ausnahme machen, wenn ich darf.
    Herzliche Grüße
    Elke
    _____________________
    mainzauber.de

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  10. Liebe Astrid, bewundernswert ausgewogen hast du das formuliert, ich unterschreibe es gerne... Denn auch ich hatte gehofft, zu diesem Thema deine Stimme als gebildete und politisch interessierte Frau und als Kölnerin zu vernehmen. Ja, wir müssen der Politik mit unseren Möglichkeiten Beine machen und Laut geben, nichts tun oder nicht mehr für möglich halten, dass das Sinn macht etwas zu tun, spielt genau denen in die Hände, von denen ich in Deutschland bitte nicht eines Tages regiert werden möchte... Dass Integration nicht ohne entsprechendes Personal (und Geld) wirklich funktionieren kann, ist mir klar, denn da habe auch ich eigene (Berliner) Erfahrungen. Aber eben darunter auch gute, und von denen muss man auch immer wieder erzählen, damit diese Pauschalisierungen nicht übermächtig werden. Heute fanden wir in einer Tageszeitung einen Artikel über Köln und einen über die Vorgänge bei den Regensburger Domspatzen übereinander. Sexismus und sexuelle Gewalt sind noch immer an der Tagesordnung in Deutschland in so vielfältigen gruseligen Facetten. Und da bin ich prüde: Die gerade gestern in der Stadt gesehene groß plakatierte Küchenwerbung "Willst du eine neue?", illustriert mit einer kaum bekleideten jungen Frau vor dem Kühlschrank, ist für mich nicht nur eine Geschmacksfrage. Hab Dank und sei gegrüßt - Ghislana

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    1. Ja, die Koinzidenz der Nachrichten zu Köln & Regensburg ist mir auch aufgestoßen und hat heute Morgen auch schon ihren Nachhall in der kabarettistischen Sendung "Satire deluxe" bei WDR5 gefunden. Gut so!

      Und was die Reklame anbelangt, die platzt mir schon lange und immer wieder der Kragen, gerade hier in Köln, wo es Riesenplakatwände von Bordellbetreibern gibt, in den "100girls..." angeboten werden. Die Betreiber eines der größten Flatrate - Bordelle unterhalten zu Werbezwecken gar eine gemeinnützige (!!!) Organisation.
      Das sollen junge Männer aus patriarchalischen Gesellschaften nicht in den falschen Hals kriegen?
      Allmachtsfantasien plagen im übrigen auch immer noch etliche deutsche Männer, vor allem diejenigen, die jetzt "unsere Frauen" schützen wollen. Dass die auf diesem Gebiet die größten Versager sind, haben mir die vielen persönlich erzählten Erlebnisse der Frauen und Mädchen aus der Kriegszeit deutlich gemacht.

      Ach, Ghislana! Aber es war toll, heute beim Flashmob so viele altvertraute Gesichter, aber auch viele junge zu sehen!
      GLG

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  11. Du hast die Ereignisse und deren Folgen hier dankenswerterweise sehr gut zusammengefasst und sprichst mir dabei aus der Seele. Auch ich habe noch vor einigen Tagen vor Freunden die Flüchtlingspolitik verteidigt und mich über deren Ansichten geärgert. Kaum einen Tag später kamen dann die Geschehnisse immer massiver ans Tageslicht und ich erwischte mich bei dem Gedanken: So geht's ja nun auch nicht weiter....
    Ach das ist echt eine Herausforderung dem allen Herr zu werden und ängstigt mich zusehends.
    Mit tiefen Sorgenfalten auf der Stirn, sende ich dir LG,
    Monika

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  12. herzlich willkommen wäre mir eine so ausgewogene Autorin wie Du auf
    http://pippavier.blogspot.de/

    IMAGINE!
    p:

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  13. Ach Astrid, traurig und das im 21. Jahrhundert. Es sind immer wenige die so viel kaputt machen können. Aus Angst es könnte einem schaden zu schweigen, ist leider weit verbreitet. Dabei ist Angst ein schlechter Ratgeber.
    L G Pia

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  14. Liebe Astrid,
    genauso ist es. Ich habe noch nie irgendwelche Gewalt von "meinen" Flüchtlingen hier erfahren und sie haben sich mir gegenüber noch nie unanständig benommen. Im Gegenteil, sie sind hilfsbereit und freundlich. Warum ich diesen ehrenamtlichen Job aufgegeben habe, ja ich wurde als "Syrienschlampe" bezeichnet. Von Deutschen !
    Natürlich sind die Ereignisse schrecklich und ich möchte wirklich kein Polizist sein. Ganz zu schweigen von dem, was sie verdienen und für was sie alles den Kopf hinhalten müssen.
    Ich kann und will nicht hinter Jedem farbigen und Ausländen einen Gewalttäter sehen. Ich fahre nachts mit der S-Bahn. Ich gebe zu, mir ist manchmal schon komisch, wenn ich nach dem Theater um fast 23 Uhr aus der S-Bahn steige und zu meinen Frauenparkplatz gehe.
    Es steigen schon merkwürdige Gestalten aus, meine ich. Ich wurde noch nie angegriffen, dumm angemacht usw. und so hoffe ich, dass es bleiben wird.
    Ich wollte und will kein Politiker sein, nein. Aber es muß etwas geschehen, das weiß ich auch, aber was?
    Danke für deinen wunderbaren Post.

    Lieben Gruß Eva

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  15. Liebe Astrid,

    wirklich wunderbar geschrieben, da kann ich mich nur anschließen. Irgendjemand hat gesagt: Das ist kein Asylantenproblem, sondern ein Testosteronproblem. Heute bei der Demo gegen Gewalt gegen Frauen habe ich Gespräche mit angehört, bei denen Frauen erzählt haben, was für alte Geschichten bei ihnen hochgekommen sind. Wie bei mir. Ohne die Geschehnisse an Silvester kleiner machen zu wollen: In der einen oder anderen Form kennt das jede von uns, aus dem Inland wie dem Ausland. Es ist auch Teil unserer Kultur, das muss man jetzt nicht an Asylanten festmachen - aber man(n) muss das ändern. Jetzt.

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  16. Liebe Astrid,

    du hast viele Gedankengänge, die ich mir mache, aufgegriffen.
    Eine große Frage ist auch für mich "Aber welche Instrumente darf man nutzen ...?"
    Beim Informationen sammeln bin ich auf das Buch "Deutschland im Blaulicht" gestoßen - ganz interessant mal zu lesen, was Polizisten im Alltag so erfahren - müssen.

    Danke, für dieses wichtige Posting, wollen wir doch nicht einen Millimeter unserer Gleichberechtigung und Demokratie hergeben - eher ausbauen - beides.

    Herzlichst - Monika

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    1. Du sagst es: An unserer Gleichberechtigung ist nicht alles Gold, was glänzt...
      GLG

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  17. liebe Astrid, ich wünsche Dir, dass die Diskussionen, die Du anstösst immer lange anhalten. Unsere Welt hat es nötig.
    Vergiss das mit den "Biobloggerinnen" - ich war einfach anfängerfehlerisch und zu empfindlich unterwegs. Aussortieren ist nicht gut. Nur solidarisch zählt!
    Herzlich P.,
    die sich freut über diesen Deinen Beitrag zum aktuellen Geschehen in Köln und der Welt.

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  18. Liebe Astrid, tiptop geschrieben! Ich wünsche dir viele schöne Begegnungen mit Menschen. Regula

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  19. großartig, liebe astrid!! ich bin keine wortmensch, aber wenn ich etwas zu diesem thema hätte schreiben können, dann wäre es inhaltlich genauso ausgefallen. danke!!
    lg, mano

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  20. danke, liebe astrid für deine klaren worte!
    ich denke, es ist höchste zeit, dass wir frauen wieder aufstehen und uns für unsere rechte einsetzen! dafür, dass wir in gesellschaft und politik und beruf endlich alle gleich behandelt und beteiligt werden wollen! zeit, dass wir uns nicht mehr zu schnell mit zuwenig zufrieden geben!
    ich glaube, dass wir gegen solche angriffe nur dann eine chance haben, wenn in unserer gesellschaft ALLE menschen gleich viel wert sind und wenn wir echte gleichberechtigung leben!
    ♥ monika

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  21. Liebe Astrid, auch ich stimme Dir zu, Du hast das Kölner Geschehen sehr differenziert betrachtet. Was ich noch ergänzen möchte ist, dass der jetzt plötzlich so laute Ruf nach neuen Gesetzen zur Sexualstraftatordnung schon seit Jahrzehnten überfällig ist.
    Dass die Reformierung der Gesetze nun in Gang kommt, da sexuelle Übergriffe von scheinbar islamisch geprägten Männern begangen wurden ( wo wir doch Jahrzehnte von einheimischen Übergriffen schlimmster Art hatten und haben, wie Du ja auch betonst)-
    löst in mir ein sehr ungutes Gefühl aus. Hier surfen unsere politischen Vertreter auf einer rassistischen Welle mit einem Thema, -und das ist das verdrehte daran-, das längst überfällig ist und mit Flüchtlingspolitik nichts zu tun hat.
    Dass es ein sehr problematisches Frauenbild in islamisch geprägten Gesellschaften gibt ist Realität. Aber das führt nicht zu wahllosen sexuellen/ räuberischen Übergriffen. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit.Das wäre eine zu einfache Erklärung für das Geschehene.

    Die Instrumentalisierung der Überfälle( Spitzenplatz: letzte Nacht haben sich in Köln Hooligans, Türsteher und ähnliche "weiße Frauenbeschützer" zur Menschenjagd verabredet ) dient nicht uns Frauen. Und schon gar nicht irgendeiner Problemlösung.
    Wir alle werden noch lange viel zu tun haben. Argumentieren, menschlich bleiben vor Allem und Jedem, helfen wo wir es können und langen langen Atem bewahren....
    Sei herzlich gegrüßt von
    Lisa

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  22. Ich kann allem, was du schreibst, nur zustimmen. Entgegen dem, was viele Feministinnen jetzt so sagen und schreiben, bin ich der Meinung, dass es doch ein Problem eines anderen Kulturkreises ist. Der Artikel neulich in der ZEIT, von einer Psychotherapeutin mit anscheinend Migrantenhintergrund, hat mich überzeugt:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/sexuelle-gewalt-sexualitaet-islam-maenner-frauen-verhaeltnis/komplettansicht
    Ich hoffe nur sehr, dass alle vernünftigen Menschen mit Herz jetzt nicht alle Migranten über einen Kamm scheren. Es gibt überall solche und solche. Das mit dem 'Zehnten' hat auch Sascha Lobo in seiner Kolumne gesagt. Und so denke ich auch.

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Der Kommentar ist für den Blogger wie der Applaus im Theater - also: worauf wartest du?

Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht!

Ich behalte mir momentan aus gegebenem Anlass vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die ein gewisses Maß an Herzensbildung vermissen lassen.

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