"Und ist diese Vorstellung von der Zukunft einmal weg,
dann folgen der futuralen Demenz
auch als bald Arbeitsplätze,
Volksparteien,
Wirtschaftsmodelle,
Staatsformen."
Severin Groebner
"Wer für jede Nachricht sofort die Gesamterklärung hat,
denkt nicht mehr, er sortiert."
.....
"Aber wer über Angst redet,
sollte wissen, wo die Toten wirklich anfallen.
Nicht auf dem Weihnachtsmarkt.
Am Küchentisch."
Stefan A.K. Weichelt
Da schläft frau wieder im eigenen Bett unter der geliebten Pappelflaumdecke und ist um fünf Uhr hellwach! Gut, ich musste mich einem veritablen Alptraum entziehen, um dann lesend erst einmal in einen anderen einzusteigen. Diese dicke "Schwarte" steht auf meiner Liste und spielt im England der Zeit des Henry the Eight. Gelesen habe ich bis acht, um dann noch mal anderthalb Stunden zu schlafen. Auch gut.
Es blieb ein trüber, regnerischer Sonntag, ganz anders als die Vorhersagen. Macht nichts: Es gibt Bücher, es gibt Musik ( ganz viel Mendelssohn gehört ), es gibt Kaffee & - nicht zu vergessen - ein Frühstücksei! Alles ganz im Sinne meines ersten Zitats.
Montagvormittag: En d'r Sity.
Es herbstelt inzwischen auch bei mir, vor ( drinnen ) und hinter ( draußen ) den Fensterscheiben.
Der erste Tag des Herbstes bei 18°C - auf zum Friedhof! Ich kann noch im Kurzarm-Shirt unterwegs sein - ein Genuss!
Ich mag das Spiel mit Licht & Schatten dort.
Ein ganz ungewöhnliches Erlebnis am frühen Freitagmorgen im Afrika-Quartier meines Veedels:
Die Umbenennung einer Straße zugunsten des Kameruner Königs Rudolf Manga Bell, der vor 112 Jahren von den deutschen Kolonialherren als Hochverräter gehenkt worden ist. Selbst nach damaligen Standards ignorierte das Verfahren gegen Manga Bell die Grundsätze unabhängiger Justiz. "Ein Herrscher zwischen Goethe und Galgen" titulierte ihn die "Süddeutsche Zeitung" einmal, "Kein Afrikaner war je so deutsch wie er" der "Merkur". Manga Bell, der in Aalen bzw. Ulm in Deutschland zur Schule ging & Juravorlesungen besuchte, wurde in Deutschland zum Verfechter des Humanismus.
Gustav Nachtigal hingegen hat, zunächst Afrikaforscher, später Reichskommissar, dem deutschen Kolonialismus in Zentralafrika den Weg bereitet und mit Gewaltandrohungen vor Ort und einschlägiger Propaganda im Kaiserreich die sogenannte deutsche "Schutzherrschaft" über das Land durchgesetzt. Gegen die Beschneidung der im Schutzvertrag von 1884 verbürgten Rechte der einheimischen Bevölkerung wehrte sich dieselbe zunehmend, auch, weil ihre traditionellen Siedlungsplätze am Fluss Wouri unweit der Atlantikküste zugunsten der expandierenden Industrie ( Eisenbahn- und Hafenanlagen ) enteignet wurden. Das Volk der Douala selbst sollte in malariaverseuchte Mangrovensümpfe zwangsumgesiedelt werden. Die Folge des Aufstandes war die erwähnte Hinrichtung des Douala-Chiefs sowie seines Sekretärs. Das wiederum bewirkte, dass die einrückenden Briten und Franzosen im Ersten Weltkrieg durch die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt und als Befreier begrüßt wurden.
Durch den Versailler Vertrag von 1919 ging Kamerun offiziell in den Besitz des Völkerbundes über, der wiederum ein Mandat zur Verwaltung an Großbritannien und Frankreich gab. Es kam zur Aufteilung des Landes, bei der Frankreich vier Fünftel erhielt.
Anstoß dazu gab der "Initiativkreis Gedenkort Afrikaviertel". Der Umbenennung gingen zwei umfassende Öffentlichkeitsbeteiligungen voraus. Zur Umbeschilderungsfeier kam eine große Gruppe aus Kamerun, darunter König Eboumbou aus Douala, Urenkel von Rudolf Manga Bell & seiner Ehefrau Emily, der Großneffe Jean-Pierre Félix-Eyoum, der in Erding als Sonderpädagoge gearbeitet hat, und seine deutsche Ehefrau Martha, dazu Botschafter, Vertreter des Auswärtigen Amtes, der Stadt und der Bezirksvertretung.
In der ruhmlosen deutschen Kolonialgeschichte ist das Kapitel über Kamerun eines der finstersten. Die Kolonie wurde unter fragwürdigen Begleitumständen ergaunert, Verträge gebrochen und die Bevölkerung mit der Nilpferdpeitsche unterjocht. Das Ereignis der Straßenumbenennung ist ein Schritt der Aufarbeitung der deutschen Kolonisierung, bei der es ja nicht wirklich um Verbesserung der Lebensbedingungen, sondern um Unterwerfung zwecks Ausbeutung der wirtschaftlichen und humanen Ressourcen durch Zwangsarbeit ging. In den Reden wurde die Hoffnung geäußert, dass die Straßenschilder einen Denkprozess anstoßen, denn Rassismus ist ja wieder einmal eine sich ausbreitende Seuche.
Ich war hinterher allerdings durchgefroren - bei 7°C war es im Schatten etwas frisch - und habe mir auf dem Heimweg bei meinem Obststand Clementinen & Pfifferlinge zwecks Gemütsaufhellung eingekauft.
Mein Web-Fundstück in dieser Woche beschäftigt sich ganz unterhaltsam mit der Frage "Was für ein Deutscher bist du?" Das ist nämlich nicht so platt zu beantworten, wie es Anhänger von Rassentheorien & Germanenverklärung gerne hätten:
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Ich wünsche euch allen ein schönes Herbstwochenende! Ich glaube, ich gehe mal in den Stadtwald...
Und wer ebensolche Freude an der Renovierung von Ricks Zuhause in London hat wie ich, hier ist die jüngste Episode nach 48 Tagen Arbeit zahlloser Helfer.
deine Natur-, Garten- und Friedhofsfotos ebenso wie das mit den Pilzen und Clementinen erfreuen das Herz.
Geh' heute in den Stadtwald, wenn sich die Gelegenheit bietet. Das musst du! :-) Es ist so herrlich in der Natur.
Gestern habe ich mir einen Herbstkranz für die Tür gekauft, in dunkelrot gehalten mit Hortensien und allerlei anderem. Gekauft habe ich ihn bei einer sehr netten Floristin. Da macht das Angucken noch mal mehr Spaß.
Außerdem habe ich heute morgen beim Bäcker "meinen" Bademeister aus dem Freibad getroffen. Das war auch eine Freude!! Denn es hat ja mittlerweile geschlossen. Da wurde mir aber auch wehmütig, weil ich erst nächstes Jahr wieder dorthin kann. Aber dein Täschchen erfreut mich immer im Hallenbad.
Ich wünsche dir einen schönen Samstag, hoffentlich in der Natur, liebe Grüße, Claudia
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Guten Morgen, liebe Astrid,
AntwortenLöschendeine Natur-, Garten- und Friedhofsfotos ebenso wie das mit den Pilzen und Clementinen erfreuen das Herz.
Geh' heute in den Stadtwald, wenn sich die Gelegenheit bietet. Das musst du! :-) Es ist so herrlich in der Natur.
Gestern habe ich mir einen Herbstkranz für die Tür gekauft, in dunkelrot gehalten mit Hortensien und allerlei anderem. Gekauft habe ich ihn bei einer sehr netten Floristin. Da macht das Angucken noch mal mehr Spaß.
Außerdem habe ich heute morgen beim Bäcker "meinen" Bademeister aus dem Freibad getroffen. Das war auch eine Freude!! Denn es hat ja mittlerweile geschlossen. Da wurde mir aber auch wehmütig, weil ich erst nächstes Jahr wieder dorthin kann. Aber dein Täschchen erfreut mich immer im Hallenbad.
Ich wünsche dir einen schönen Samstag,
hoffentlich in der Natur,
liebe Grüße,
Claudia