Freitag, 11. Januar 2019

Zur Erinnerung: Vier Jahre




O du, verzeih mir, blutend Stückchen Erde!
Daß ich mit diesen Schlächtern freundlich tat.
Du bist der Rest des edelsten der Männer,
Der jemals lebt, im Wechsellauf der Zeit.
Weh! weh der Hand, die dieses Blut vergoß!


William Shakespeare: Julius Cäsar - Kapitel 9, dritter Aufzug, erste Szene


Vorgestern jährte sich zum vierten Male der Tag, 
an dem der saudische Blogger
Raif Badawi
öffentlich in Dschiddah ausgepeitscht worden ist.

In seinem Blog hatte er sich 
zu den Verhältnissen  in seinem Land
Saudi - Arabien geäußert und mehr Rechte für die Menschen dort gefordert:

"Der Staat ist religionslos. Das heißt nicht, dass er ketzerisch ist. Ganz im Gegenteil schützt und pflegt der Staat das Recht aller Religionen, ohne sie zu diskriminieren, zu bevorzugen oder den Glauben der Mehrheit zu missionieren. Der Liberalismus ist die Vision eines freien und guten Lebens für alle. Und diese Vision steht im Einklang mit der göttlichen Religion, die immer und jederzeit zur Güte, Liebe und zum Frieden aufruft."

Saudi-Arabien verbietet sich nach wie vor jegliche "Einmischung von außen". Es bleibt nichts anderes übrig, als immer wieder seine sofortige und bedingungslose Freilassung zu fordern, Politiker aufzufordern, sich für ihn einzusetzen, Mahnwachen abzuhalten, den internationalen Druck aufrechtzuerhalten und solche Erinnerungsposts zu schreiben...




Kommentare:

  1. 4 Jahre schon wieder
    was das für den jungen Mann bedeutet kann man nur ahnen :(
    auch für seine arme Frau und die Kinder die ohne den Vater aufwachsen müssen
    was für ein abscheuliches Verbrechen
    es scheint wirklich nichts zu geben dass den "Herrscher" zum Einlenken bewegen könnte
    gut dass du immer wieder erinnerst

    liebe Grüße

    Rosi

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  2. Liebe Astrid,
    es ist immer wieder großartig, wie Du an solch verwerfliche, frevelhafte Taten erinnerst und sie so "wachhältst"!!!
    Es ist mehr als bedrückend, dass dies das Einzige scheint, was man tun kann...
    Wunderbar, dass Du hierbei nicht nachlässt! ...unser Dank kann nicht groß genug sein!

    Dir alles Liebe

    Heidi

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  3. Liebe Astrid, es ist ein langer Weg... besonders lang macht ihn, dass wir nicht wissen, wie lange er noch ist und welche Krümmungen, Hindernisse und Wegelagerer er noch bereit hält. Und es ist ja nicht nur eine Person, es sind viele! Meine Hoffnung ruht hier ganz stark auf den Frauen. Eigentlich zur kompletten Machtlosigkeit verdammt und zur kompletten Ruhe unterdrückt, spüre ich hier ein starkes "es ist genug"! Liebe Grüsse, Miuh

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  4. Im Grund ist es mir unvorstellbar, wie es gehen kann, dass ein Mensch wegen solch human-liberaler Aussagen eingesperrt, ausgepeitscht und all seiner Rechte beraubt werden kann.
    Aber es geschieht fortwährend.
    Durch Raif Badawi hat es einen Namen und ein Schicksal, das wir nicht vergessen, auch weil Du daran erinnerst. Das ist so wichtig.
    GlG Sieglinde

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  5. Die stete Aktualität von William Shakespeare zeigt wieder so erschreckend, wie wenig sich der Mensch in seiner Entwicklung weiterbewegt...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Immer wieder merke ich, wenn ich deine Posts über Raif Badawi lese wie meine Wut wächst- dieses UNMENSCHLICHSEIN an den Mitmenschen im saudischen Staat, ist UNVORSTELLBAR.
    Ein Bekannter von mir ist in den OMan und nach Abu Dhabi eingeladen worden ( von einer christlichen Gemeinschaft), da bin ich gespannt was er erzählt- und wie weit Ausländer aus Deutschland in diesen Ländern Kenntnis von den Ungerechtigkeiten mitbekommen
    ein gutes Wochenende
    heiDE

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  7. Die Doppelmoral in der Politik geht mir ganz schön auf die Nerven. Aber vielleicht gibt es ja noch einmal eine Chance. Die Familie tut mir wirklich leid. Man kann sich den Druck kaum vorstellen.
    LG
    Magdalena

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